Saturday, February 18, 2012

Stumpf ist Trumpf, dieses Konzept praktizieren die Holländer FUNERAL WHORE nach diversen Demos und Kleinvieh nun auch auf ihrem Debüt. Dass sie dabei ihre eigenen Produkte in den Wind einer Band wie Asphyx stellen, um das Aroma in die vorgesehene Richtung wirbeln zu lassen, ist durchaus legitim. Und dass der Boden, über den das komplette Album stampft, bei jedem Schritt vertraute Eindrücke hinterlässt, erhält eher nostalgische Präferenz vor dem Vorwurf innovativer als das Original zu sein, als dass es irgendwie negative bekleckert wäre. Was dann selbstreden genau so vermessen durchdrückt, sind Grave und ihre beinahe primitive Beharrlichkeit, das Umland mit möglichst rohen Tönen zu verwüsten. Funeral Whore wissen also bei wem es lohnt, etwas von der Flaggschiffbonität abzukratzen, und es wie eine Hommage mit den Knien im Staub aussehen zu lassen. Ergötzt euch an 11 echten Mid – Tempo Abrissbirnen, mit nahezu morbider Transparenz, doomiger Tränendrüsendruckwahrscheinlichkeit, vielen simplen und deswegen markanten Hooks und dem unbedingten Willen, den Göttern zu dienen. So manches Riff hat was von der Präsenz einer Band wie Bolt Thrower, vielleicht sogar Slayer, zweitere natürlich vollkommen anders intoniert. Das alles erweckt den Eindruck, die Band will sich in Zukunft keinesfalls mehr mit Krümeln abgeben, geschweige denn an halbgarer Selbstüberschätzung zugrunde gehen. Die löffeln direkt aus der Mitte der Schale und nehmen den Mund richtig voll. Somit lassen sie das alte Europa des todeszeitlichen Musikfrühlings wieder aus der Asche der kommerziellen Resteverwertung auferstehen, und belohnen uns, ähnlich wie die genialen Undergang oder Mordbrand mit konzentrierten Nackenschlägen ohne Spielerei, ohne polierte Fassade, ohne überzogene Staffage. Die Söhne (und Schwester) der Tulpe wirken in jeglicher Hinsicht authentisch, bestimmt nicht nur wegen des blutigen Raubzuges durch die jüngere Musiklandschaft, von dem sie hoffentlich auch nicht so schnell zurück sein werden. Sollte allerdings irgendwer so langsam den Kanal von all diesen sogenannten Retro Bands voll haben, hilft auch bei Funeral Whore nur umstellen. Denn die stehen breitbeinig und mit festem Stand zu dem was sie da mit ihren Instrumenten verzapfen. Die lassen es lieber rumpeln wie 10 geplatzte Säcke Kohle auf dem Weg die Kellertreppe hinunter, als sich dem technisierten Zeitgeist moderner Vermarktungsstrategien zu opfern. Schönfärberei hilft da kaum, „Step Into Damnation“ ist purer Friedhofssound mit rauen, monotonen Growls und tiefer gelegter räudiger Gitarre, höllischen Bässen und holprigem Schlagzeug. Somit steht fest, dass das Ding nur einen Zweck erfüllt, seine bereitwilligen bis überraschten Opfer in die Steinzeit der Szene zurück zu prügeln. Auch wenn das gemessen am Erdalter nicht mal die Idee eines Wimpernschlages ist.
9/10
Friday, February 17, 2012
EMPATIC - Gods Of Thousand Souls - Cd / Terrasound Records
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Bereits 2010 erschienen, erhält das Debütalbum der osteuropäischen Nach – Westen – Gucker heuer via Terrasound Records ein paar zusätzliche Stromstöße, um den Kadaver nicht allzu schnell dem Vergessen todmetallischer Friedhofserde zu überantworten, und die Gliedmaßen in melodischem Stakkato eines anständigen Bleiregens noch einmal tanzen zu lassen. Und tanzen sollen sie, denn die Musik ist nach 2 – 3 Durchläufen doch besser, als der erste oberflächlich bis ignorante Eindruck vermuten ließ. EMPATIC sind wie Kinder auf einer Geburtstagsfeier, die beobachten sich gegenseitig und lernen schnell, was den anderen schmeckt, was am buntesten ist und wonach es lohnt, möglichst noch vor den lästigen Mitkonkurrenten - Blagen zu grapschen, um so größtmögliches Interesse zu wecken. Das Ergebnis sind dann 5 Erwachsene mit pubertärem Enthusiasmus und einer unglaublichen Armspannweite in übertragenem Sinne, mit der sie sich aus dem tödlichen Potpourri gleich mehrerer Kontinente bedienen. So steht in Bezug auf den melodischen Faktor wohl eher der skandinavische Norden Pate, das schwerere Riffgeschütz fußt hingegen auf dem Boden des neuen Kontinents. Gelungen ist beides und gipfelt in eine handfeste Melodeath – Bollerscheibe mit angenehmen Old School Verweisen. Schön auch, dass die dramatischeren Parts jeglichen modernen Schmusekurs vermeiden, die Songs immer in ihrer prinzipiellen Grundhärte bestätigt bleiben. Vielleicht hätte der Sänger sich bei seinen Growls etwas mehr zurück nehmen sollen, denn sein harter Dialekt stößt ab und zu doch mal auf, aber eigentlich passt das alles ganz gut zusammen. „Gods Of Thousand Souls“ ist prima kaubar und verdaubar, bleibt nur selten im Prozess stecken und verlangt vom Konsumenten nicht allzu viel Überwindung beim abbeißen. Mid – Tempo geht fast immer, da soll sich niemand beschweren. Was mich dann doch einigermaßen überrascht hat, ist OMDs´ Coverversion von „Enola Gay“. Wer bitte kommt den auf so was. Wenn das Cover beinahe noch fröhlicher und unbeschwerter klingt als das Synthie Pop Original, wird es einigermaßen befremdlich und stellt den voran gegangenen Verlauf des Albums etwas auf den Kopf. Zumal das Thema des Songs alles andere als Ringelreihen – Besamung ist. Na ja, wer weiß was so eine Horde polnischer Mitbürger nachzuholen hat, wir sollten sie lassen, bevor wir uns in philosophische Konflikte stürzen. Uns sollte es erst mal reichen, mit einer ausgewogenen Symbiose aus Verspieltheit und kalkulierten Nackenbrechern in den Sonnenuntergang zu reiten. Und da ansonsten keine wirklichen Ausfälle in den Staub getreten werden müssen, ist der Galopp ins Abendrot auch als bedenkenloser Wiederholungsakt empfehlenswert.
7/10
Thursday, February 16, 2012

SPHERE sind eine der vielen Bands jenseits der Oder Neiße Friedensgrenze, die im Schatten der polnischen Großen stehen. Auch mit ihrem 2. Album nach 10 Jahren zielstrebigen Herumexistierens werden sie nicht an VADER, BEHEMOTH und DECAPITATED vorbei kommen. Sollte dies von vornherein nicht die Intention des Warschauer Fünfers gewesen sein, entblättert sich uns jedoch ein nicht gänzlich belangloses Album. SPHERE bestücken ihre Variante des Death Metal mit einigen groovigen Hooks und eher thrashigen Gitarrenriffs, jonglieren ganz geschickt mit Tempovariablen und schrauben so manchen Schädel rigoros von unaufmerksamen Schultern. Sie setzen in den langsameren Parts auf Atmosphäre, vermeiden jedoch allzu düstere Morbidität. Das alles ist kaum als ungewöhnlich liebzuhaben, versteht sich aber ganz sicher als Todesblei mit Rückgrat. Die Stimme von Sänger „Analripper“ (Kommentar überflüssig) erinnert mich häufig an Martin Schirnec, was nicht so ganz passen will, da die Musik weder dreckig noch rockig genug ist, um diesen speziellen Groove darüber zu legen. Ab und an ertönt auch vokales Schweinetreiben, was noch weniger stimmig ist, und mit dieser Art durchdachten, eher transparenten und nicht durchweg brutalen Death Metal kaum was zu tun hat. Was dann wieder den Nerv ziemlich zentral erwischt, sind die Samples, die wohl eigens für das Album entstanden sind und getimt platziert wurden. „Homo Hereticus“ präsentiert sich als gewachsenes und stabiles Album mit so einigen Kanten und noch mehr sympathischen Ecken. Der Wiedererkennungswert einzelner Stücke oder Passagen dürfte recht hoch sein, auch wenn man wahrscheinlich nicht gleich wissen wird, welche Band das wo geklaut, geschmettert, gespielt oder komponiert hat. Dafür fehlt dann doch die persönliche Note. Das mach die Cd aber nun nicht schlechter, mit „Homo…“ kann der geneigte Konsument durchaus Spaß haben, sich von Death und Thrash vermöbeln lassen und ein paar technische Finessen in einer generell durchschaubaren Struktur auf sich wirken lassen. Ein typisches Trademark dürften die primitiven Stakkatoriffs sein, die von prägnanten Thrashleads durchpflügt werden wie die die Titanic das kalte Wasser des Nordatlantiks. Die Blastparts stehen der Band etwas besser, da hier allen musikalischen Aggressionen freien Lauf gelassen wird und die Band für dieses Geprügel eindeutig geschaffen ist. Der viel zu kurze Rausschmeißer „War“ zum Beispiel rüttelt mächtig an den Grundfesten metallischer Existenz, wenn er so haltlos auf die Tube drückt. Aber die Polen wollen sich halt nicht limitieren lassen und sehen wahrscheinlich das große Ganze, was ich gern positiv anrechne. So solltet ihr euch auf 12 eingängige und interessante, wenn auch nicht unbedingt herausragende Songs einstellen, und den dreisten Versuch der Polen unterstützen, gestandenen Größen respektvoll ans Bein zu pissen!
7/10
Wednesday, February 15, 2012

CARNALATION aus Finnland ist ein noch recht junges Death Metal Schaustück, haben letztes Jahr ihre erste Ep veröffentlicht, und damit scheinbar einen ganzen Beutel mit guten Kritiken nach Hause geschleppt. Jedenfalls hat es für einen Vertrag mit Spinefarm Records gereicht, und dafür, sich mit Peter Tägtgren wegzuschließen, und ihr erstes komplettes Album einzuhämmern. Was dann dabei heraus gekommen ist, dürfte für mehr als anerkennendes Kopfnicken reichen. „Deathmask“ ist vollgepackt wie die Geburtstagstorte der Königin von England. Schicht für Schicht ergibt sich ein immer komplexer werdender Eindruck, der nur mit geübter Hand und scharfem Messer angegangen werden darf. Und so ist dann auch der Sound, den der Meister aus den Stücken heraus geholt hat, messerscharf, fast schon zu clean. Musikalisch dürft ihr euch auf eine massive Vollbedienung anspruchsvolleren Death Metals´ freuen, denn es gibt zwanglose Härte, technische beeindruckende Songs, progressive Ausschläge auf dem Messgerät künstlerischer Transparenz, und eine betont dezente Portion Groove. CARENALATION stehen auf Bands wie DECAPIATED, KATAKLYSM, ABORTED, SUFFOCATION bis hin zu MESHUGGHA und REVOCATION. Die haben im kalten Norden ganz offensichtlich keine Probleme mit Unterkühlung, feuern ein überhitztes Geschoß nach dem anderen aus ihren Rohren. Schon allein der Drummer hat enorm zu tun, so dass es mich wirklich mal interessieren würde, ob der das live auch so hinbekommt, wenn Studiotricks nicht mehr greifen. Bis auf den letzten Song, offenbart das Album eine permanente Vollbedienung in Sachen Geschwindigkeit, ab und an unterbrochen durch HC - lastige Grooves oder sekundär melodiöse, eher hektische Gitarrenriffs. Obwohl sie ein ziemlich brutales Regiment auf „Deathmask“ anstreben, ist das Album nicht weniger variabel, was auf Instrumentierung und Gesang zutrifft. Das Ende wird dann durch eine etwas längere Nummer mit epischen Ansätzen gekennzeichnet. Das passt wohl auch konzeptionell zur vermuteten Kernaussage der Platte. Die soll wohl heißen, die Menschheit ist im Arsch und selber schuld. Gut, das ist kaum prophetisch, aber was passt besser zu einer Death Metal Band mit gesteigerten, persönlichen Ansprüchen. Inhaltlich dürfte die Mehrheit der Leute eh an der Musik interessiert sein, und die klingt trotz der recht kurzen Bandvita sehr erwachsen und weit ab von belanglosen Spielereien aus der Mottenkiste der Selbstkopien. CARNALATION haben erstaunlich viel Energie, die sie in ihre wohl strukturierten und nie fade werdenden Songs fließen lassen, und es bleibt zu hoffen, dass die nicht so schnell den Faden verlieren! Wem kompakter Death Metal mit Core – Elementen nicht fremd ist, wird Spaß an der Scheibe haben!
8/10
Sunday, February 12, 2012

Axt und Bluthuf, der eine klingt simpel, der andere irgendwie gaga. Die Simplen machen es der A Seite leicht, die Töne in der Rille zu behalten. Axt ist schnelles und intensives Hardcorepunk Vergnügen, schrill, hektisch und in 3 Akkorden abgetan. Genau die richtige Pöbelei, mit der sich ein halbwegs organisierter Punk gern schmückt, um sein sozial derangiertes Umfeld in einer geschätzten Spielzeit um eine Minute, zu zertrümmern. Der künstlerische Nährwert der Stücke liegt ungefähr bei dem Kaloriengehalt eines halben Bechers Magerquark. Das spielt bei den Neubrandenburgern aber wohl keine tragende Rolle, denn innerhalb dessen was das Genre hergibt, loten sie ihre Möglichkeiten immer noch ganz passabel aus. Und deswegen hat die A – Seite noch genug Speck auf den dürren Rippen, um den Hörer wiederholt dazu zu bewegen, den Plattenspielerarm noch mal auf Anfang zu knallen. Ist irgendwie auch geschickt. Gaga geht’s auf Seite B weiter. Bluthuf schippern beinahe im gleichen abgefischten Dorfanger, mit zwei wesentlichen Unterschieden. Sie bedienen sich für ihre lyrischen Ausbrüche der deutschen Sprache, die Texte werden angenehm verständlich. Und sie brauchen ungefähr doppelt so lange, bis sie sich entschließen können, ein Stück zu Ende zu bringen, was das Geschmetter auch etwas variabler macht. Der Sound ist zudem auch nicht ganz so grell, aber das bleibt eher nebensächlich. Die Musiker an sich rödeln schon geraume Zeit in der Szene rum, gehören doch Autoritär und Egal zur Vergangenheit von Bluthuf. Die 3 gefühlsmäßig grauen und blutenden Nummern sind auf anarchische Weise tanzbar, musikalisch primitiv und zweckerfüllend. Ein Wunder, dass irgendjemand bei solch negativer Ausstrahlung, lyrisch wie musikalisch noch Spaß daran empfinden kann. Bluthuf gehören zu der Sorte Bands, die ohne Maulkorb und Scheuklappen durch die Republik stürmen, wahrscheinlich auch was zu sagen haben, und trotzdem auf üblen Radau reduziert werden. So Gaga ist das was die Brüder anbieten, dann gar nicht mehr. Generell würde ich sagen, für eine 7er wie diese darf gern etwas Kleingeld ausgegeben werden. Abstriche irgendwelcher Art könnt ihr euch ersparen, wenn ihr nicht erwartet, dass die Bands im Wettkampf um die Goldene Stimmgabel konkurrieren. Lasst euch lieber mit Schutt und Dreck bewerfen und stellt euch dem wirklichen Leben. Gut, ob die euch dabei jetzt in psychologischer Weise tatkräftig unterstützen können, sei dahin gestellt. Tristesse und Monotonie, denen einst schon Ton Steine Scherben mit Verachtung begegnet sind, lassen sich mit dieser Mucke jedoch prima in die hässliche Fratze brüllen! Ziel erfüllt, denke ich.
6/10
Saturday, February 11, 2012

Wake sind Kanadier, die auf ihrem Debüt Grindcore und Hardcore vermischen, dabei vielleicht nicht unbedingt an irgendwelche Meilensteine der Musikgeschichte pinkeln, aber trotzdem ein musikalisch recht provokantes Eisen im Feuer haben. Soll heißen, die 14 Stücke bieten mehr als nur einfaches drauf los brettern. Interessant gestaffeltes Songwriting, zumeist rasendes Tempo und technisch gesehen auch mehr als nur 3 Akkorde Punk. Der Sänger scheint mit seinem rauen Gekeife der Geschwindigkeit der ihm im Nacken sitzenden Instrumente entkommen zu wollen, das erscheint zwar hoffnungslos, passt aber ins Gesamtbild. Diese Tatsache lenkt unsere Aufmerksamkeit auf Bleifüße und strapazierte Gasbautenzüge. Die große Ausnahme stellt dann wohl der Titeltrack dar, der die meiste Zeit wuchtig, schwer und doch relativ gemäßigt anzuhören ist, gut das läuft im Wechsel mit chaotischen Ausbrüchen, aber immerhin. Die A – Seite endet vermutlich nur deshalb so, weil die wollten, dass auf der anderen Erwartungshaltung und Gewöhnungseffekt durchgerüttelt werden wie löchrige Socken im Wäschetrockner. Vielleicht geht es ihnen doch nur darum, fremden Leuten das Fell zu gerben. Bei so einem präzisen Bandnamen hätte das offensichtlich sein müssen. Die treiben sogar ihren einheimischen Bärenpopulationen den Winterschlaf aus, so dass die haarigen Fressmaschinen grimmig und unzufrieden auf der Suche nach den Musikern sind, um blutige Rache zu nehmen. Kann ich ihnen nicht übel nehmen, ich möchte von solch durchgedrehtem Aggrokrempel auch nicht von den warmen Kissen geschleudert werden, das weckt in ungünstigen Momenten Aversionen gegen die künstlerische Freiheit im Allgemeinen. Nun gibt es aber auch genug verzweifelte Kameraden, die sich in Begleitung eines anständigen Grindfiaskos noch vor Sonnenaufgang mit Kaffee und Kippe auf die keramische Abteilung zurück ziehen, und alles zusammen dringend benötigen, um den Tag unbelastet in sein Antlitz starren zu können. Für die ist „Leeches“ gemacht … glaube ich. Alle anderen, vernünftigen Zweibeiner so wie ich … vermutlich, warten damit bis nach dem Frühstück! Dann bleibt immer noch genug Zeit für ein Tänzchen mit dem Kopf an die Wand. Was mir an Wake am meisten gefällt, ist, dass sie Geradlinigkeit und Transparenz kaum zu schätzen wissen, zwar mit den Gegebenheiten des Genres jonglieren müssen, aber häufig mehr Bälle in der Luft halten als die Konkurrenz. Wake sind weit entfernt von kindischen Attitüden, vermitteln mit ihrem Album einen erschreckend erwachsenen Eindruck und lassen Leichtigkeit und Unbeschwertheit trotzdem nicht vermissen. Ist wahrscheinlich eine Sache der Einstellung. Die scheint bei den Kanadiern zu stimmen, überträgt sie sich doch auf die Musik. Empfehlenswertes Stück Verstärkerterror!
8/10
Friday, February 10, 2012
GADGET - The Funeral March - Lp - Version / 7 Degrees Records
0 comments Posted by Fatalgrind at 6:21 AM
Vor einer halben Dekade gelang den Schweden mit Unterstützung von Relapse der Schritt ins Licht, und die Öffentlichkeit wurde der Kreativität eines beinahe außergewöhnlichen Quartetts gewahr. „The Funeral March“, die zweite Scheibe der Chaosbatterie schlug ziemlich gut ein, wurde in einem Atemzug mit den Nachbarn von NASUM und der bis dato Einzigartigkeit von PIG DESTROYER genannt. Dass der etwas chaotische, schwedische Punk auch mit pogen wollte, war an der Crustfärbung einzelner Stücke durchaus nachzuvollziehen. Jedoch zementierte das Album bis auf wenige Ausnahmen in scheinbar völliger Hektik den Gedanken von ständiger Flucht und Verfolgung, in Bezug auf das musikalische Tempo und die Dichte der guten Ideen. Haase, und Igel in einem Stück quasi, immer drauf los geprescht und mit Köpfchen ans Ziel. Denn wenn es bei Grindcore eigentlich um nur um primitive Effektivität geht, bauten GADGET ihre Songs sehr variabel aus, und gerade die einzelnen Geschwindigkeitsbremsen machten das bewusst, rissen den Hörer aus der vermeintlichen Dauerbeschallung einer endlosen “Schneller, Höher, Weiter“ Soundkulisse, und setzten einige interessante Hooks. Seitdem hat sich der Vorhang aber auch wieder langsam aber stetig gesenkt, mit Ausnahme der Split mit ihren Geistesbrüdern PHOBIA von 2010 und diverser Bühnenaktivitäten. Für dieses Jahr ist endlich wieder ein neues Album angekündigt, das dritte mittlerweile, und wir werden sehen, ob die recht lange Schaffenspause der Band auch gutgetan hat. Denn Geradlinigkeit und Kontinuität sind wohl nicht deren stärkste Eigenschaften, wahrscheinlich haben sie es auch nur auf diese Weise geschafft, ihren hauseigenen Grindcore so intelligent zu gestalten. Da lassen wir uns einfach überraschen und sehen, ob sie auf den Vorgänger aufbauen, und uns immer noch mit verqueren Einfällen aus der Ecke treiben können. Ich bin sicher, dass Multitalent William Blackmon noch einiges aus dem Nähkästchen zaubern kann. Nun bekommt „The Funeral March“ aber erst mal seine lange überfällige Reanimation auf Vinyl. Zwar ohne Bonussongs, dafür remastert, und in verschiedenfarbigen Versionen mit schickem Klappcover. Dass das bisher noch nicht passiert ist, wundert im Nachhinein, aber die Freunde wahren schwarzen Goldes werden es danken. Insgesamt wird es glaube ich nur 1000 Stück geben, regulär auf rotem Vinyl, die auf 100 Stück limitierte Fassung auf schwarz, die Katze am Schwanz gepackt, sozusagen. Eher ungewöhnlich zwar, aber auch das hat wohl was von Kreativität. Weiß gibt es auch noch, für alle Unentschlossenen. Am Ende ist es egal, denn an den irrwitzigen Riffs, messerscharfen Lyrics und präzise platzierten Bombenteppichen, mit denen uns GADGET einst überzogen haben, ändert das nichts. Ein Vinyl von solcher Qualität, gehört einfach ins Regal!
Thursday, February 9, 2012

6 Jahre nach dem letzten Album zündeln die Franzosen wieder, wissen damit ernsthaft Spaß zu verbreiten, obwohl sie sicher auch nichts anderes als Kohorten von Grindchaoten vor oder um sie herum machen. ROTTEN SOUND, FUBAR, INHUME, von REPULSION bis TERRORIZER. Sicher, alles hat seine Variationen, aber das Grundprinzip stimmt, und das heißt nun mal zertrümmern. Mit Unterstützung von 2 recht unterschiedlich gearteten Sängern, alles andere würde auch kaum Sinn machen, reißen die vom Schuppen am Bahngleis bis zum Sozialbaublock alles nieder, was sich in einer knappen halben Stunde pulverisieren lässt. Primitiver, grundsolider Hochgeschwindigkeitsgrind mit viel gewollter Hektik und auch einigen Hooks um das Geschepper nicht komplett eingleisig zu fahren. So bekommen auch einzelne Riffs Oberwasser, die etwas grooviger sein dürfen und somit aus der Rolle des Dauergasgebens fallen. Aber das sind eigentlich nur Marginalien, denn wie bei einem Großbrand, ist auch bei Trepan Dead molekularer Sauerstoff, zwingend notwendig aber bald Mangelware, da die den in ihrer Raserei zu schnell verbrauchen oder in unzähligen Litern Körperschweiß binden. Ich denke, daran sind vor allem die 2 Frontschweine schuld, die mit hervortretenden Halsvenen und hochroten Köpfen brüllen, kreischen oder einfach nur pöbeln wie Punks an der Straßensperre. Und der Drummer natürlich, der muss auch ganz schön trommeln, um mit Windmühlenflügeln frische Luft von hinten nachzuschieben. Einem Saiteninstrument hingegen sind kakophonische Laute viel einfacher, oder wenigstens unter geringerem Körpereinsatz zu entlocken. „Instinkt“ ist kontrolliertes Durchdrehen, auch wenn das mit der Kontrolle eigentlich schwer zu glauben ist. Aber auf ebenjenen Instinkt hat sich die Truppe aus Valenciennes voll verlassen, und gut daran getan. Mit jeder Minute des Albums sinkt der Stressfaktor und hebt am anderen Ende der Stange den Unterhaltungswert nach oben, wenn zwanglos und ungezügelt Randale propagiert wird, punkige 3 Akkorde vielerorts reichen, um das Feuer am lodern zu halten, aber auch und vor allem mit vollem Blast abgeräumt wird. Schade nur, dass sie das Album allein stemmen müssen, oder auch wollen, denn damit sind sie für ein größeres Publikum bereit, als sie wohl mit noch so viel Eigeninitiative erreichen können. Ihr könnt euch eine handfeste Kopie ordern, oder digital laden, da fehlt dann aber ein Song. Wenigstens das Release der Vinylversion ist quasi ausgelagert, das übernehmen Douchebag Records. Für Grindpuristen sind Trepan Dead, wenn nicht ohnehin seit langem bekannt, mehr als nur ein Geheimtipp. HIER KLICKEN
7/10
Wednesday, February 8, 2012
MARCH OF THE HORDES / ESCAPE THE FLESH - Spilt Mcd - Lavadome Prod.
0 comments Posted by Fatalgrind at 7:02 AM
Kurzes Intermezzo, schnell vorbei und wer sich auf die einfachen Dinge des Lebens nicht konzentrieren will, hat es umgehend wieder ausgeblendet. Dass das möglicherweise ein Fehler sein könnte, bemerkt so niemand. Beide Bands sind unbekannte Neustarter aus Tschechien und fabrizieren dort eine Art Musik, die einen verflucht langen Bart hat. Beide gehen das Old School Death Metal Genre an, jedoch aus unterschiedlichen Perspektiven. MARCH OF THE HORDES starten mit einem sehr markanten Crust Einschlag und offensiver Trommelei, auf recht hohen Wiedererkennungswert getrimmt. Der zweite Song wird etwas melodischer, verliert aber seinen punkigen Charme nicht wirklich. Im Vordergrund steht natürlich immer noch Death Metal, die Band geht jedoch nicht unbedingt den Weg des geringsten Widerstandes. Ursprünglich war der Einfluss schartigen Totmetalls wohl eher marginal, das Umdenken oder was auch immer es war, dass die Band auf die aktuelle Piste gelenkt hat, wird sich jedenfalls nicht als Fehlentscheidung manifestieren. ESCAPE THE FLESH bevorzugen es da eher traditioneller, primitiv, etwas stumpf und stark verankert in der skandinavischen Szene einer längst vergangenen Zeit. Also müssen sie sich den üblichen Retrovorwurf vielleicht gefallen lassen. Stören werden sie sich daran nicht, denn das was dabei raus gekommen ist, darf ruhig gehört werden. Simpler, immer noch variabler und sehr morbider Neuronenclash im Sinne von Grave bis Autopsy. Und das ist wohl kaum das Schlechteste. Viel Doom, ruhelose Grabesstimmung, tiefer gelegtes Gitarrenbrett, das Holz aus dem die ihre Särge schnitzen, ist gewiss das Richtige, abgelagert, etwas verzogen aber immer noch bedenkenlos witterungsbeständig. Die Idee der 3 Akkorde muss auch hier, zumindest partiell, reichen um die morschen Knochen unter die Friedhofserde zu bringen – im metaphorischen Sinne. Mit anständiger, oder nennen wir es lieber authentischer Produktion rattern hier 2 Bands auf ausgefahrenen Straßen einem lange vergessenen Ziel hinterher, und hinterlassen ein paar neue Spuren auf dem speckigen und brüchigen Asphalt. Da auf diesem Hohlweg nun aber unzählige Pilger unterwegs sind, muss man schon genau hinsehen, respektive hinhören, um deren Auftritt nicht zu verpassen. Da wird wohl, geschuldet der Fluten an Krawallmissionaren, lediglich der lokale Heroenstatus übrig bleiben. Ist eigentlich schade, aber sicher auch nicht das Schlimmste. Ich zumindest werde diese Mcd bedenkenlos allen, im positiven Sinne Ewig Gestrigen, an die schlagende Brust tackern, und einiges an kurzweiligem Unterhaltungswert versprechen. Wie der chinesische Philosoph und Briefmarkenklebererfinder Schick Dat Weg einst sagte“ Wenn du das Maul aufmachst, dann muss es lohnenswerter als dein Schweigen sein.“ Oder so ähnlich. Und, nun ja, dass die beiden Kumpelkombos große Fresse haben, sollte sich doch irgendwie auszahlen.
7/10
Monday, February 6, 2012
NO ONE GETS OUT ALIVE - Like A Lamb To The Slaughter - Cd / Rotten Roll Rex
0 comments Posted by Fatalgrind at 10:53 AM
Alpha und Omega, der Anfang und das Ende, niemand kommt hier lebend raus. Beängstigend realistische Philosophie angesichts einer immer unkontrollierbarer tickenden Weltenuhr, oder? NO ONE GETS OUT ALIVE starten das Album mit einem Instrumentalintro, ebenjenem Omega. Das soll dann wohl heißen, dass es besser ist, gleich mit dem Ende anzufangen und niemanden mit der Vorgeschichte zu langweilen. Ob das prophetische Herumorakeln an Bandnamen und Songtitel irgendeinen Sinn macht, wird sich zeigen. Im Verlaufe der Cd selbst, wird im Zuge verstreuter Samples 1. vornehmlich mit allen möglichen Kalibern und aus vielerlei Mündungen gefeuert, und 2. hat der feminine Teil der Bevölkerung das übliche Leiden zu tragen und darf angstvoll kreischen, schön, wenn Erwartungshaltungen erfüllt werden. Na und Musik gibt es selbstredend auch noch. Einmal mehr wird das Prinzip DEVOURMENT gnadenlos auf die Spitze getrieben, und warum auch nicht. Soll schließlich eine brutale Rinde werden, und isses ja wohl auch. Der musikalische Anspruch erschließt sich nur für Fans von Kreistanz und flatternden Armbewegungen, für Leute, die progressiv für Autolack halten und bei Old School an die Volkshochschule denken, von der der Nachbar schon mal erzählt hat, was auch immer das ist. „Like A Lamb To The Slaughter“ verfolgt einen ganz einfachen Plan, und zwar mit möglichst wenig Aufwand, möglichst direkt und heftig alle abgegebenen Schläge mittig im Ziel zu platzieren. Und so geschieht das, was wir von einer Brutal - Slam – Band gern hinnehmen, wir lassen uns auf das Wechselspiel aus hemmungslosem Geprügel und Marschtempo in Schrittgeschwindigkeit ein, und erfreuen uns an der immensen Schwere und Dichte des Spektakels. Dabei wissen wir, dass auch diese Band lediglich eine weitere im Genre sein wird, und wenn wir noch 10 Alben von „Guttural weiß der Geier“ konsumiert haben, können wir die Songs kaum noch den Bands zuordnen, so stumpfsinnig ist das eigentlich. Aber für den Moment interessiert das nicht, da darf es gern mal anspruchslos sein, Hauptsache der Unterhaltungswert stimmt und der eigene Kadaver liebt den Rhythmus. Das ist alles so eingängig und berechenbar, dass niemand 5 Durchläufe braucht, um sich rein zu finden, entweder geht das gleich in einen Extremitätenchaos über oder niemals. Dickes Gitarrenbrett, simple Riffs, ohrengefällige Kost, Vocals irgendwo zwischen eingerosteten Gartentoren und verstopften Waschbecken, mehr verlangt ja keiner. Und trotzdem, wundersamer weise habe ich das Haus lebend verlassen, auf allzu große Versprechungen und lahme Gäule solltet ihr nicht setzen. Zumindest zweiteres war bislang nicht auszumachen, also von mir aus Daumen hoch!
7/10
Sunday, February 5, 2012
RAZORRAPE - Revenge Of The Hermaphrodite Whores - Cd / Rotten Roll Rex
0 comments Posted by Fatalgrind at 8:26 AM
Die Anzeichen mehren sich, dass Alice Liddell im Raum der Stille, im Asylum für Geistesgestörte ihre Medikamente nicht mehr nimmt. Denn ganz offensichtlich hat sie eine zutiefst pervertierte Version des Wunderlandes in unsere Zeit transferiert. Und zwar, wie sich aufgrund schockierter Zeugenaussagen vermuten lässt, in die Nähe von Malmö, in eine ehemalige Schweinemastanlage mit Restbeständen, angrenzend an einen großen Verschiebebahnhof. Das zumindest lässt die Geräuschkulisse vermuten, mit der RAZORRAPE uns auf ihrem 2. Album bedienen. Ob die beiden Musiker direkt an den dort stattfindenden Aktionen teilhaben, lässt sich bisher noch nicht einwandfrei belegen, aber sie wurden mehrfach in Begleitung von Shemale – Hog – Hybriden gesehen. Auffällig auch, dass in der Nähe der Anlage in den letzten Monaten vermehrt Obdachlose verschwunden sind und Unbekannte Süßigkeiten an Kinder verteilen. Hier geht einiges nicht mit rechten Dingen zu und anhand der Indizien, die uns das schwedische Duo mit „Revenge Of The Hermaphrodite Whores“ liefert, dürfen wir von sexuellen Ausschweifung jenseits der üblichen europäischen Norm ausgehen, mit Tötungsdelikten in Akten kranker Leidenschaft, mit ausufernden Sexpartys, inzestuösem Spiel mit diversen Körperflüssigkeiten und Missbrauch aller Art. Angeblich wird dort zu allem Überfluss sogar Alkohol getrunken! Von Vorbildfunktion kann man da wahrlich nicht sprechen. Ist es denn nun wirklich so, dass wir jeden Dreck, der vom Westen kommt, kopieren müssen? Ich denke Genossen, mit der Monotonie des je, je, je und wie das alles heißt, sollte man doch Schluss machen. Die Ergebnisse dieser grenzüberschreitenden Ausschweifung sind nun auf dieser Cd wiederzufinden. Hier kann jeder das akustische Ergebnis all dieser Schweinerein in sein Wohnzimmer einladen. Das Handeln der sogenannten Künstler und ihres Plattenlabels hier in Deutschland sind zutiefst erschreckend und vollkommen verantwortungslos. Explizites Bildmaterial lässt den Konsumenten an all den geschmacksverlorenen Abartigkeiten teilhaben, dazu wird man von einem hemmungslosen Orkan aus verzerrten elektronischen Saiteninstrumenten, donnernder Rhythmusgebung und vollkommen unmenschlichen Vokalen, ohne Chance auf Gegenwehr an die Wand genagelt. Sich diesem Wahnsinn zu entziehen fällt schwer, hat man erst mal davon gekostet, deshalb sei vor dem Konsum solcherart Blendwerk ausdrücklich gewarnt! Denn, wenn einmal geschehen, kommt niemand mehr um eine Einweisung in die Klapsmühle herum, und würde somit Alice Wahnsinn weiter nähren. Diesen Teufelskreis zu durchbrechen, kann nicht aus eigener Kraft geschafft werden, nutzen sie die Beratungsstellen ihrer freikirchlichen Gemeinde und meiden sie vorerst das Gebiet um Malmö großflächig. ………
Scheiß drauf, RAZORRAPE sind zurück, yeah!!!!!!!!!!
9/10
Thursday, February 2, 2012
VA - Repulsive Deeds of Sodomy 4-way split Cd / Eigenproduktion
0 comments Posted by Fatalgrind at 8:16 AM
4 gurgelnde und brüllende Death/Grind Bands aus dem Land der Pleitegriechen, denen nun auch noch die selbstständige Handlungsfreiheit streitig gemacht wird, stellen sich unbeeindruckt des Wassers das ihnen, und bald auch dem Rest der EU Unterkante Oberlippe steht, der lärmbegeisterten Meute. Auf eigene Kosten, mit eigener Anstrengung und so erzielter Vorbildwirkung, könnte sich der Rest der zeternden Menge eine passende Scheibe abschneiden. Da sie aber alle zusammen für die breite Öffentlichkeit nur verständnislosen und nicht nachzuvollziehenden Radau machen, bleibt diese auf 500 Kopien limitierte (und zudem legal und kostenlos zu ladende) Scheibe nur ein Kiesel im Rinnstein, und dem Interesse von ein paar langzottligen, abgerissenen Individualisten vorbehalten. Also schauen wir mal, was die für Kleingeld oder das Anstubsen der Enter – Taste bekommen. INCINERATION machen den ersten Schritt und können mit brutalem und variablem Death Metal überzeugen, interessante Riffs, sehr fixe Drums, von Blast bis Schleppanker alles drin, vielleicht etwas monotone Growls aber alles in allem bekommt ihr eine Handvoll Songs, die eine starke Portion Rückgrat zeigen. KREAS gehen infolge um einiges primitiver vor und verbreiten trotzdem Spaß mit 3 Akkorde Old School Grind, überschaubarem Chaos und mindestens zweistimmigem Gesang. So in etwa als würde Papa Bär sich mit Kermit dem Frosch um den Playboy streiten. Mit flottem Tempo wird das Elend der Welt angegangen und beschwingt mit der Keule auf alle Jammerlappen eingeprügelt. Ohne seltsame Intros kann die Band dabei aber scheinbar nicht agieren, egal. NECROGASM überzeugen als nächstes mit recht ausgefeilten technischen und brutalen Tönen. So funktioniert US Death Metal, ausgeklügeltes, kreatives und anspruchsvolles Songwriting, das nie in Gefahr läuft, dem Hörer zu viel abzuverlangen. Eingängig und transparent, interessante Band. Das Ende dieses Ausfluges markieren THE ANAL TREATMENT XXX – PERIENCE mit absolut planlosem, wirrem, und infernalischem Grind und Gore Massaker. Die treiben ihre Instrumente bis an die vom Hersteller vermutete Belastungsgrenze, ziehen Bässen hoch, die in anderen Sphären nur noch spürbar, nicht aber hörbar sind. Die ganze Band brüllt und keift scheinbar willkürlich durcheinander und irgendwie werde ich das Gefühl nicht los, hier laufen mindestens 3 Gettoblaster parallel. Ein völlig unüberschaubares Gepolter gipfelt in ein wahrhaft spaßig Unterfangen ohne höhere Ansprüche. Letztendlich glaube ich, machen wahre Krachfetischisten mit dieser Cd nichts falsch, zumal sich 4 doch sehr unterschiedliche Bands die Klinke an den Kopf schmeißen und fade Tristes somit von Vornherein ausgeschlossen ist. Folgt dem link auf meiner Downloadseite oder schickt den Helenen besser ein paar Kröten!
7/10
Wednesday, February 1, 2012
MORDAX - Violence Fraud Treachery - Cd / Ultimhate Records
0 comments Posted by Fatalgrind at 7:42 AM
MORDAX aus Kopenhagen spielen offensichtlich gern mit düsterer Symbolik. Diesen Eindruck vermittelt zumindest das Vanitas Motiv des Covers, ein beliebtes Synonym für Vergänglichkeit. Vielleicht bezieht sich das auch auf die Band selbst. Das scheint sogar ganz sicher, aber verlassen wir uns mal drauf, dass das noch etwas dauert. Denn die Musik auf diesem Debütalbum hat genug Fleisch auf den Rippen, um nicht gleich wieder als bleiche, abgenagte Leiche in einem Armengrab verscharrt zu werden. MORDAX spielen ziemlich direkten Thrash Metal, ohne moderne lila Kiddie - Tapete dafür aber mit einem satten Death Metal Sound. Gut, der stammt von Dan Swanö, wenn da was schieflaufen sollte, müsste schon jemand an den Grundfesten des guten Glaubens rütteln. Der 5er setzt fast durchweg auf schickes Bangertempo, immer mit straffen Zügeln, aber nie außer Kontrolle. Die Basis sind recht gewöhnliche, deswegen auch wirkungsvolle Riffs, deren Elemente sich nicht allzu oft wiederholen, dafür aber eine ansprechend melodische Note in das Gerüst aus trockenem Schlagzeug und meist heiseren, aber durchaus auch variablen Growls einflechten. Die Solis sind dann eher vom klassischen Metal Bands beeinflusst und nehmen etwas Druck und Härte aus dem Album, schmälert den Gesamteindruck aber nicht zwingend. Dieser Fakt zeigt wohl noch was anderes. Es ist nicht unbedingt gewöhnlich, dass Bands, die solch knochentrockenes Geschredder anbieten, mittendrin immer wieder beinahe liebreizende Lichtblicke haben. So betrachtet, spricht das für den musikalischen Mut und ja, auch von strammen Eiern. Die schneller, härter, tiefer, brutaler Gleisanlage ist nicht der Schienenstrang, auf den die Dänen ihren Zug gesetzt haben. Ganz anschaulich macht das das balladeske Instrumental „Contrapasso“, bei dem sich die beiden Gitarristen hemmungslos austoben dürfen und ihren deutlichen Hang zum Power Metal leben. Das es auch wesentlich schwergewichtiger geht, zeigt „Monarch Of All“, ein Stück dass dann doch größtenteils unter dem angestrebten Temporadar fliegt, und allerhöchstens im Mittelteil mal aufbegehrt und mit tiefen brutalen Vocals überrascht. Generell regiert aber der Thrash Hammer mit, wie erwähnt betont simplen und effizienten Riffs und den richtigen Tempovariationen an den richtigen Stellen. Death/Thrash 6 Saiter Attacken und virtuoses Klampfenspiel, stellen mehr als interessante Gegenpole dar, die so nicht alltäglich sein dürften. Das alles vereint den Spirit der 80er Jahre Metal Welt, die damals im Keimen und Suchen war, die sich wie eine junge Weide in alle Richtungen gewunden hat und ihre Wurzeln manchmal auch vergaß. Also ist vielleicht doch nicht alles so vergänglich, wie eben noch geglaubt. MORDAX jedenfalls verkaufen sich über ihre Musik ganz gut, schlagen vielleicht den Nagel etwas tiefer ins Holz, um ein Weilchen länger hängen zu bleiben.
7/10
Monday, January 30, 2012

So ein satter Hirnschaden ist schon eine ernst zu nehmende Sache. Wenn dann plötzlich der Sabber läuft, die Augen einen 360° Radius erfassen und das sonst wohlsortierte Gedankengut schief unterm Dach steht, wie Stahlträger in einer Bombenruine, dann ist die letzte Uhr abgelaufen und der Weltuntergang für den Rest der Menschheit spielt nur noch eine rudimentäre Statistenrolle. Wenn das auf den neuzeitlichen „Homo Metallicus Debilus Errectus in der Hosus“ zutrifft, fundamentiert sich da ein noch verstörenderer Ableger der Gattung Cerebralmatschkamerad. Ursächlich ist hier in der Mehrzahl der Fälle vielfache, zu forsche Kopfbewegung, bei der das Gehirn an der Schädelinnenseite massiven Schaden nehmen kann. Die Folgen können für den Betroffenen katastrophal sein. Es wird berichtet, dass Geschädigte nicht mehr in der Lage waren, Flaschen fachmännisch zu entkorken, geschweige denn Bier und Schnaps sicher zum Mund zu führen. Da wurden plötzlich Feuerzeuge, Zähne, Campingtischkanten, in einem Fall sogar eine Achselhöhle benutzt und die Hälfte der Getränkekörperinhalte ergoss sich über Boden, Mobiliar und Bekleidung. Häufige Symptome sind auch plötzliches Einschlafen, unabhängig von Ort und Zeit. Nach einem 90° Fallereignis wird einfach liegen geblieben, wo der Körper gerade einschlägt. Das sogar kopfüber in mobilen Kunststoffaußentoiletten. Ein anderes sicheres Zeichen für diese spezielle Form der Erkrankung sind seltsame, nicht verifizierbare Arm-, und Handgestiken, bei denen die Finger vornehmlich in abstrakten Figuren in alle möglichen Richtungen abgespreizt werden. Lediglich der Vuilkaniergruß ist noch nicht beobachtet worden. Dafür aber das alte Ritual des Pioniergrußes aus der ehemaligen DDR. Da ergibt sich dann folgendes Bild: Eine durchgedreht Meute Gleichgesinnter stampft auf staubigem Boden einen nicht unbedingt exakten Kreis in die ausgedörrte Wiese, ähnlich eines Fruchtbarkeitsritus bei primitiven Völkern. Dabei schwenken sie einen Arm in einer Art militärischem Gruß über dem Kopf, und wackeln im Handgelenk. In fortgeschrittenen Stadien werden beide Arme zu Hilfe genommen. Da rennen sie dann wie Braunbären auf LSD hintereinander her, ziehen Grimassen, grinsen, glotzen böse, gurgeln und brüllen, verdrehen die Augen. Opfer, die erst mal so weit geschädigt sind, können nicht wieder zurück geführt werden. Denen hilft nur eine gezielte Musiktherapie mit dem sogenannten Brutal – Slam – Death. Eine der neuen Einrichtungen in unsren Landen, die sich darauf spezialisiert hat, heißt bezeichnenderweise ENCEPHALOPATHY. Wahrscheinlich um den Erkrankten die Orientierung zu erleichtern. Aus persönlicher Erfahrung kann ich deren Konzept sehr empfehlen, auch wenn angebotene Leistungen von gesetzlichen Krankenkassen noch nicht übernommen werden. Informiert euch hier und lasst euch, oder euren Angehörigen Hilfe zukommen: http://www.facebook.com/ECP388
7/10
Wednesday, January 25, 2012
WYKKED WYTCH - The Ultimate Deception - Cd / Goomba Music
0 comments Posted by Fatalgrind at 8:40 AM
WYKKED WYTCH liefern ein neues, in wahrscheinlich allen Belangen spezielles Album ab. Vielleicht ist es sogar zu dick aufgetragen, wenn man Brutalität, progressives Songwriting mit Black/Death/Power/Core – Elementen und episches Bestreben aus einem Hut zaubern will. Kann sein, aber WYKKED WYTCH gelingt das trotzdem. Der melodische Aspekt ist dabei auch nicht zu vernachlässigen, selbst wenn den Frontfrau Ipek häufig lediglich mit ihrer Stimme erzeugt. Ein Organ übrigens, das irre variabel durch diverse tiefe, hohe und eben cleane Tonlagen geistert und nie überfordert klingt. Die Songs sind in der Regel rasend schnell und schon ziemlich chaotisch, quasi Dauerblast und Geschrubbe bis zur Herzattacke. Das dann die Band mit Dame, wie ein androgynes Kunstobjekt erscheint und irgendwie nicht die geliebte Räudigkeit einer versoffenen Metalkapelle hat, mag verstören, musikalisch bleiben sie trotzdem nichts schuldig. Die beherrschen ihren Job in jeglicher Hinsicht. Schreiben, performen, präsentieren, vermarkten. Das wirklich unheimliche ist die Frau selbst, Mann, die sieht aus wie Dee Snyder in seinen besten Jahren, so auftoupiert und Fratzen schneidend, als gelte es der feministischen Weltherrschaft mit allen greifbaren Mitteln unter die behaarten Arme zu greifen. Irres Weib, dem ich nicht begegnen muss, deren musikalisches Rückgrat ich aber bewundere. Und so kann ich mir gut vorstellen, dass sie „The Ultimate Deception“ ihren ganz eigenen Stempel aufgedrückt hat und das Konglomerat aus diversen Stilelementen als eine höchsteigene, moderne Version ihrer Schädelinnenseite verstanden wissen will. Die Cd ist tatsächlich dermaßen vielschichtig und komplex, aber auch völlig verquer, dass so was nur im Kopf einer durchgebrannten Rothaarigen ihren Ursprung genommen haben kann. Nicht unangenehm wäre es hingegen gewesen, hätte sie sich mit ihren Panzerglassprengenden Screams an manchen Stellen etwas zurück gehalten, das kann auf Dauer schon übel schmerzen. Das aber nur am Rande, denn sie weiß ihre Stimmbänder in vollster Eigenverantwortung facettenreicher zu zerstören als alle anderen Strumpfhosenkonsumentinnen, denen ich bisher, an ihre Mikroständern gekettet, lauschen musste. Begleitet von Warpgeschwindigkeitssalven aus 4 – 6 Saiten und einem Oktopus unter Starkstrom hinterm Drumkit gestaltet sich der aktuelle Longplayer zu einer, wer´s vorher kannte, nicht überraschendem, für alle anderen jedoch beeindruckenden Erfahrung. Hinlänglich der kompromisslosen Verstrickung aller denkbaren Schubladen, ist etwas gelungen, das viele andere sicher maßlos überfordert hätte. Denn trotz der immensen Verquickung ist das Ergebnis ziemlich authentisch und homogen. Zudem professionell bis in den hinterletzten Zipfel, also wahrscheinlich nicht unbedingt was für den Old School -, oder gar puristischen Underground - Bus. Aber ansonsten spricht wohl nichts dagegen.
8/10
Tuesday, January 24, 2012
ANGUISH - Through The Archdemons Head - Cd / Dark Descent Records
0 comments Posted by Fatalgrind at 11:09 AM
Als “Through The Archdemons Head” entstanden ist, muss es in Schweden, der Heimat des 5ers, wesentlich kälter gewesen sein, als das in deren Wintern ohnehin der Fall ist. Wie sonst hätte ein so eisiges und monotones Album den Weg in den Sonnenaufgang geschafft? Die müssen sich auf irgendeinem vorchristlichen Friedhof zusammen gerottet haben, um sich gegenseitig an Bösartigkeit zu übertreffen. Bösartigkeit in Form eines räudigen Dorfköters, der den Fremdling auf dem Hof mit angelegten Ohren und gesenktem Haupt ohne Unterlass umkreist, die Lefzen hochgezogen, knurrend und geifernd. Lediglich die Kette um seinen Hals hält ihn davon ab, den nächsten logischen Schritt zu machen. Mit diesem leicht beängstigen Grundgedanken zündeln die Musiker einen nicht unbedingt selbst gebauten, aber bislang stabilen Scheiterhaufen aus den knochentrockenen Resten von Black Sabbath und Celtic Frost. Das dann die Post abgeht, wäre glatt gelogen, vorher landet der Briefträger auf der Streckbank und wird mit Tempo und Zielstrebigkeit einer 100 jährigen Riesenschildkröte in seiner Nord – Südachse gedehnt, bis die Sehnen und Muskeln im Wind ein sonores Klagewerk ertönen lassen. ANGUISH verbreiten wirklich eine beängstigend intensive und einlullende Scheiße, dass selbst mutige Gänsehaut vor Ehrfurcht den Rücken abwärts flüchtet. Der Sänger variiert seine Stimme nur minimal, aber äußerst effizient, so dass gern gehörte Doom –typische Nuancen der überaus schweren Instrumentalwand Paroli bieten können. Dabei klingt er so, als hätte er ein Pfund rostige Rasierklingen im Hals stecken und kann sich nicht entscheiden, ob er sie hinter schlucken oder auskotzen soll. Die Gitarrenriffs sind mächtige Salven am Rande des gerade ertragbaren Minimalismus und mit beinahe als schön zu bezeichnende Solis gesprenkelt, wie Schnee mit gelben Spuren menschlicher Existenz. Über das generelle Tempo des Albums muss ich sicher nicht viel sagen, das ist der bekannte Albtraum, bei dem die arme Sau um ihr Leben rennt und ums Verrecken nicht voran kommt, weil sich die Füße durch Marmelade, Tapetenkleister oder mückenversuchte Schlammtümpel quälen müssen. In Laufe des Albums, nehmen die Stücke immer fiesere Züge an, leben von gedrosselten Iommi Gitarren und schaffen ohne Skrupel Verknüpfungen zu den Klassikern der Szenegroßväter. Nur Ozzy ist halt nicht zu hören, denn hier glaubt man Tom Warrior beim Sterben lauschen zu müssen. Diabolischer kann eine Stimme kaum sein und passt wie der Deckel auf den Topf in dem der Leibhaftige seine Seelen gart. ANGUISH haben Hände und Ohren dafür entwickelt, wie primitive Musik ins Schwarze trifft, und dass es nicht nötig ist mit all den Schneller, Höher, Weiter - Bekloppten auf die Strecke zu gehen. Wenn denen alle die Puste ausgegangen ist, werden 5 Schweden hinter ihnen stehen und mit der Keule die juvenilen Hetzer verdreschen. Eile mit Weile! „Through The Archdemons Head“ – Doom ohne Kompromisse!
8/10
Monday, January 23, 2012
OMINOUS CRUCIFIX - The Spell of Damnation - Cd / FDA Rekotz
0 comments Posted by Fatalgrind at 9:46 AM
In der Menge der hervorragenden Releases, die FDA in den letzten Monaten so unter die ungeduldig sabbernde Meute geschmissen hat, fällt das neuste Output vom brandenburgischen Lande etwas aus der Spur. Nicht dass das Debütwerk der Mexikaner OMINOUS CRUCIFIX ein schlechtes wäre, aber deren Reiz offenbart sich erst nach mehrfacher Audienz beim elektrisch verstärkten Rotatorgott aus Japan. Vielleicht liegt es daran, dass das namengebende Kreuz einst Folterinstrument war, bevor sich Millionen von Fehlgeleiteten dazu entschlossen haben, es mit ihrem Speichel einzudecken. Vielleicht waren die Mexikaner selbst, in metaphorischer Hinsicht, zu lange darauf festgenagelt, jedenfalls klingt das Album auf den ersten Ruck zu leidvoll und gequält. Irgendwie so, als würden sie mit genieteten Stiefeln in zähem, schwarzem Teer stecken und nicht recht wissen, wie sie sich daraus befreien sollen. Dass es ihnen doch gelungen ist, wird (zumindest mir) erst nach mehreren Anläufen und nötiger Geduld klar. Klammheimlich schleichen sie sich von hinten an und verdeutlichen souverän, dass ihre vermeintliche Schwerfälligkeit der rote Faden, quasi ihre Zielsuchpeilung ist. Und so wird aus unspektakulärem „Morsche Hosen Tod“ ein morbides Vergnügen mit authentischem, vernebeltem und wenig ausgefeiltem Sound. Schwere Gitarrenschleifen mit effizienten und kaum aufwendig gestalteten Riffs bestimmen das gesamte Konstrukt aus Doom, Death und Black Metal. Letzteres beschränkt sich größtenteils auf eine Bathory – lastige Rhythmusgebung bei den Songs, die überwiegend mit Schleppanker agieren. Genau genommen kommt keiner über gewagtes Mid – Tempo hinaus, was sicher die Schwere der einzelnen Stücke noch betonen kann. Zu ungewollten Begeisterungsstürmen lasse ich mich trotzdem nicht hinreißen, denn eine Legende wie ASPHYX, mit denen OMINOUS CRUCIFIX werbewirksam verglichen werden, ist den Strohhüten um ein deutliches an Erfahrung und Praxis überlegen. Gut, das ist sicher auch nicht anders zu erwarten und den Jungs nicht negativ anzurechnen. Es muss aber klar sein, dass der Vergleich hinkt und das Spiel der Heroen wesentlich flüssiger und lockerer klingt. OMINOUS CRUCIFIX präsentieren ihre eigene Version von Tod und Verderbnis, schielen sicher eine Vielzahl von Jahren auf dem Zeitstrahl zurück und orientieren sich an mittlerweile ergrauten Ikonen, kommen ihnen aber auch niemals zu nahe. Ob aus Berechnung oder Unvermögen sei mal dahingestellt, Fakt ist, dass es so wie es sich gestaltet auch besser ist, denn als bloße Kopie würden sie sich ihrer eigenen Identität berauben. Fakt ist aber auch, dass wegen vieler guter Ideen auf diesem Erstling zukünftig noch einiges mehr gehen sollte. „The Spell of Damnation“ ist ein anständiges Stück Grundblei, momentan noch ohne deutlich erkennbare Ambition einen fetten Fisch an den Haken zu kriegen.
6/10
Sunday, January 22, 2012
FVCK BELIAS - Extreme Perversion Through Vaginal Torture - Demo
0 comments Posted by Fatalgrind at 8:57 AM
Eine Hand voll Pornoschnipsel, Gequieke von jungen, dummen Dingern aus zerrüttetem Elternhaus, in dem sie keine wahre Liebe erfahren konnten und fertig ist die allseits bekannte Ouvertüre zu einem weiteren Werk voller eindeutiger Zweideutigkeiten und ungehobeltem künstlerischen Anspruch. Das hat schon immer gereicht, um ein brutales Intermezzo einzuleiten. Zumindest seit Musiker offiziell zugeben, dass sie ihre Instrumente mit ihren Schwänzen spielen. Aber die Schranke haben GUT ja schon vor viel zu langer Zeit eingerissen. Musik mit vollem Schwengeleinsatz. Das tun die Knaben von FVCK BELIAS von den Philippinen auf ihrem ersten Demo nun auch. Deshalb sind auch nur 3 kurze Stücke entstanden … wegen der naheliegenden Vermutung anatomischer Benachteiligung der Inselvölker im Hüftbereich … auch ich kann’s´ mit der Brechstange! Aber die Mucke passt schon, schnelles Geknüppel, finsteres Rektalgegurgel, fietschende Obertöne, typisches Amigeschredder. Wenig innovativer Spielraum für die Bewegungsfreiheit zwischen Hirn und Lende, dafür kompromisslose Härte und gut getimtes Gebolze. Kann man sich prima von unterhalten lassen, auch und gerade weil das was die Jungs anzubieten haben, bereits hinlänglich bekannt sein dürfte. Selbst ohne Namedroping, wird bei den ersten Tönen sofort klar, woher der Testosteronsturm bläst. Mental sprießen da Bilder von nacktem, missbrauchtem Fleisch, viel Blut und diversen, unverzichtbaren anderen Körpersekreten. Vielleicht baden die lustigen Musikanten auch in gnadenloser Selbstüberschätzung, mit solchen Lyrics und Attitüden ist in unserer medial offenen Gesellschaft niemand mehr zu schocken. Das ganze Leben ist doch eine Hure, das wusste Arthur Spooner schon. Verlegen wir uns also lieber auf das rein Instrumentale, denn das ist noch allemal gut genug, mit winkender Hand zum Pioniergruß erhoben unter Gleichgesinnten wie blöde im Kreise zu rennen. Dafür bedarf es nicht viel, lediglich die Konsequenz den eigenen Stil bei denen zu suchen, die schon etwas länger auf nicht mehr so arg schwankendem Boden tanzen. Aber dafür können FVCK BELIAS wahrscheinlich nicht mal was, dort unten sprießen so viele brutale Bands zwischen Diktatur und Naturkatastrophen aus dem regennassen Boden, dass die sich gegenseitig mit diesem Virus infizieren. Ein Haufen Irrer, sag ich euch. Die Gitarre hätte ruhig etwas weniger grell klingen dürfen, ansonsten ist der Sound ganz ansprechend und für ein erstes Demo aus dieser Ecke der Welt doch beachtlich. Also, lassen wir den kleinen Prinzen mal gerade stehen, wischen mit feuchtem Schwamm alle auffälligen Belanglosigkeiten von der Anschlagtafel und gönnen uns einen unverfänglichen Spaß aus ungebremstem Geschmetter und der scheinbar nötigen Portion Schweinkram. Hört hier rein: WEBSITE
6/10
Saturday, January 21, 2012
GRIMNESS 69 - The Bridge - Cd / Rising Nemesis Records u.a.
0 comments Posted by Fatalgrind at 9:16 AM
Der Bandname schwebte immer noch im staubigsten Winkel meines Erinnerungsvermögens, seit ich die Band anno 2003 auf dem Obscene Festival gesehen habe. Nachdem ich nun deren nunmehr 3. Album mehrfach gefilzt habe, frage ich mich plötzlich, warum eigentlich. Lag es an dem Namen, der vielleicht verrohten Schweinkram versprach, oder an der überschwänglichen Reaktion der kaputten Tschechen, an die ich mich zu erinnern glaube? GRIMNESS 69 präsentieren nämlich wenig spektakulären und geradlinigen Death Metal, mit so manch guter Idee aber auch sich selbst ergötzend in banalen Wiederholungen. Das Konzept, wenn es denn eines ist, zielt auf einen breiten und atmosphärischen Gitarrenteppich. Und das geht auch ganz passabel auf, dafür schmiert der Sound der Gitarre selbst häufig ab. Zumindest nach meiner subjektiven und intoleranten Einstellung! Da klingt dann „The First Words…“ schon mal etwas holprig, wenn die 6 Saiten einen auf schartig bis primitiv machen. Einen solchen Klampfenbrei gestehe ich nur einer Band zu, und die trägt Wattejacke. Davon mal abgesehen, besteht „The Bridge“ vor dem Hörer trotzdem recht gut, das Songwriting gibt sich alle Mühe, Ankertrossen in Ohrmuscheln zu platzieren und die Band schöpft ihre Stärke aus ziemlich auftragenden Mid – Tempo Stücken, die auf brachial gemästet sind und auch so ankommen sollten. Da der Schlagzeuger gern noch den Grind im Fuß hat und sicher lieber alles abknallen würde, was ihm vor die metaphorische Flinte kommt, muss er vom Rest der Band scheinbar immer wieder gebremst werden. Dieses Wechselspiel, oder eigentlich eher wilde Rauferei um Kompetenz und Vorherrschaft, macht den speziellen Reiz dieses Albums aus. Ich bezweifle, dass das so beabsichtigt war, aber das Ergebnis legitimiert kleinere Grabenkriege. GRIMNESS 69 legen sehr viel Wert auf Wiedererkennung, deshalb sind die Riffs betont transparent, wenn auch nicht immer wirklich gelungen. Im Großen und Ganzen ist „The Bridge“ ein durchwachsenes und ambitioniertes Album, dem der finale Schliff im Gedränge italienischer Hektik sicher vom Olivenlaster gerollt ist. Und der Quark mit der durchnummerierten Pause vor dem letzten Stück, entzieht sich meinem Begriffsvermögen (Backcover beachten). Aber was weiß ich denn schon von Südländern und deren Beitrag zur Progression der menschlichen Rasse, oder wofür das sonst gut sein sollte. Sie dafür zu verdammen wäre ungerechtfertigt. Allein schon deswegen, da sie sicher mit den Jahren und ihren Touren mehr Erfahrungen gesammelt haben, als sie umsetzen konnten. „The Bridge“ hat gerade wegen seiner Mankos eure Aufmerksamkeit verdient, denn Perfektion ist eine Studiosache, gute Musik zu schreiben nicht!
7/10
Friday, January 20, 2012
GRONIBARD - Satanic Tuning Club Turbo - Lp Re – Release / Kaotoxin
0 comments Posted by Fatalgrind at 7:22 AM
Kaotoxin legen Gronibards 2005er Mini “Satanic Tuning Club“ noch mal in Vinylform auf. Nach dem Warum stellt sich hier nicht die Frage, sondern nach dem Wie. Und zwar wird es 4 verschiedene Versionen geben. Eine jede ist mindestens noch mal um 15 Stücke erweitert, die das Kernstück umkreisen, wie drogensüchtige Asteroiden ihren Dealerplaneten, und dabei das bestehende Bandchaos ungewollt auf die Spitze treiben. Dazu gehören seltsame Akustikstücke und blödsinniges Acapella. Alles bisher unveröffentlicht, und da muss ich dann nicht mehr fragen, warum! Zusätzlich variiert wohl jede Version im Layout und Inhalt. Da gibt es die „Ultra Gay Edition“, mit nur 5 handnumerierten Exemplaren, die lediglich bei eBay an die meistbietenden verhökert wird. Dann die nur noch „Gay Edition“ mit 2 weiteren Bonussongs und möglicherweise noch anderem Schnick Schnack. Die „Bi Edition“ ist dann in transparentes Vinyl gestemmt“. Na und dass die „Hetero Version“ eine schnöde, langweilige ist, sollte bei dem der die Band kennt, kaum Verwunderung auslösen. Wer an das Gute im Menschen glaubt, der wird die Finger von allen 4en lassen, da die Vernunft des Individuums als solches stark angezweifelt werden muss, sollte es sich seriös mit diesem debilen Schenkelklopfer beschäftigen wollen. Das geht nur, wenn die eigene Humorgrenze auf Höhe der Igelhochsprungweltmeisterschaft liegt. Dem Schöpfer sei es gedankt, dass sich darum niemand Sorgen machen muss und die Band ihre Platten schon los werden wird. Musikalisch hat das Ganze natürlich den Nährwert einer Ananasdiät und verursacht bei jenen, die das Musikbiz zu ernst nehmen nur Dünnschiss, weil sie das was sie da hören müssen, ebenfalls für welchen halten. 3 Akkorde und nasale, alberne Chöre reichen völlig, um eine halbe Stunde (hab nicht auf die Uhr gesehen) Freizeit in den Skat zu drücken. Das klingt häufig so dilettantisch, dass die sexuell unangepassten Franzosen, deutlich einen am Schlitten haben müssen, um das auch noch als Gegenentwurf zum guten Geschmack zu veröffentlichen. Ehrlich gesagt, doof und lustig hin und her, aber einiges hätten sie sich ruhig schenken können … aber nicht uns! Der Unterhaltungswert ist ungleich höher anzusetzen, zumindest wenn man auf schwule Exhibitionisten steht, die wiederum einen Steilhang zu rosa Tütüfetzen und gelben Comicfiguren haben. Das ist Blödsinn mit nicht zu fassender Methode, aber das kommt sicher davon, weil alle Welt von unseren westlichen Nachbarn ständig Kultur und feine Küche erwartet. Unter solchem Erwartungsdruck sind schon ganz andere zusammen gebrochen. Warum auch sonst entwickeln die Amphibiengourmets ein Suchtverhalten bezüglich billigen Landweines am Vormittag. Wem die alltägliche Verblödung durch das mediale Desaster noch nicht genug ist, der kann das hier gern noch oben drauf packen. Aber Vorsicht, niemand steht dafür gerade, wenn ihr den Saal dann nicht unbeschadet verlasst!















