Tuesday, September 29, 2009

DISENTOMB - Promo 09



DISENTOMB ist taufrisches Unternehmen aus Australien, das in die Kerbe so brutaler Acts wie GUTTURAL SECRETE oder LITURGY schlägt. Und das sie noch beinahe grün hinter den Ohren sind, hört man dabei gar nicht. Dabei gibt es Band kaum ein Jahr und live haben die wohl überhaupt noch nicht gespielt. Die 2 Song Promo hat es wirklich in sich, denn das Teil ist mächtig fett und weit entfernt von den vielen Kellercombos dieser Welt. Das Tempo ist unglaublich, der Drummer überschlägt sich beinahe und technisch klingt das auch alles andere als unbeschlagen. Tiefe Growls, satte Gitarre, hämmernder Bass, das alles passt eher zu gestandenen Bands als zu Frischfleisch. Mich jedenfalls beeindruckt das Gehämmer sehr. Die leider recht kurzen Stücke geben einen Vorgeschmack auf das was uns nächstes Jahr auf ihrem Debüt erwarten soll. Natürlich liegt das Geschredder voll im Trend und es gibt massig Musik in dieser Richtung, aber ich bin mir sicher, dass DISENTOMB trotz dem gut einsteigen werden, da die Stücke qualitativ nicht zu verachten sind und kaum hinter ihren Vorbildern zurück stehen. Also behaltet die Band im Auge und besorgt euch das Demo. Die Burschen stellen ihre Songs zum freien download zur Verfügung, besucht sie auf myspace und überzeugt euch selbst. Wem brutaler Death Metal und eine atemraubende Circle Pit in Fleisch und Blut liegen, wird nicht enttäuscht sein! http://www.myspace.com/disentomb
8/10

Monday, September 28, 2009

HADES -Bootlegged In Boston - DVD / True Music


HADES sind in den ausgehenden 80ern an mir vorbei gegangen und das nicht nur, weil ich ein waschechtes Kind eines verblühenden Arbeiter und Bauernstaates war, sondern weil mir deren Version des Speed/Thrash Metal einfach nicht mein Ding war. Das hat sich bis dato auch nicht geändert. Heuer ist eine Live-Reunion angekündigt und im Vorfeld hat die Band einen Livemitschnitt aus dem Jahr 88 locker gemacht, der nun via CRUZ DEL SUR Music veröffentlicht wird. Tatsächlich ist das nur was für die alten Fans und kaum geeignet, neue dazu zu gewinnen. Dafür ist die Qualität des zu Grunde liegenden Tapes einfach zu beschissen. Aber das ist auch nicht der Focus der Band. Die wollen einfach ein Lebenszeichen setzen. Der Set geht eine halbe Stunde, die Fans gehen satt mit und so ein Song wie „Nightstalker“ hat schon was für sich. Die Bühnenshow ist aggressiv, die Musiker strotzen vor Spielfreude und die Songs stehen wohl über jeglicher Kritik. Rein spieltechnisch ist das schon ein Hingucker, so fix und präzise spielten, jedenfalls damals, nur wenige. Ist also irgendwie schon in Ordnung. Zudem gibt es noch eine Banddoku mit Interviews, Livemitschnitten, so Zeug was eben dazu gehört. Letztendlich ist noch ein Videoclip drauf, der patriotisch, pathetisch und kritisch, zumindest für Amis ist, befasst sich „Ground Zero N.Y.C.“ doch mit selbigem. Ich persönlich würde mir die DVD nicht in den Schrank stellen wollen, aber für Fans ist das wohl so was wie ein „must have“. Also dann, ab dafür!

Sunday, September 27, 2009

DEATHCHAIN - Death Eternal -Cd / Dynamic Arts


“Death Eternal” ist einziemlich sattes Stück technischer Brutalität auf Vollgas. Irgendwo zwischen MORBID ANGEL, KRISIUN und KREATOR findet sich das neue Album der Finnen wieder. Mal melodisch, immer aggressiv und düster und oft kompromisslos schnell. Aber halt nicht permanent und das sorgt für Vielschichtigkeit. So fließen auch Stilmittel des Black-, und Thrash Metal ein, was entweder für ein breites Publikum sorgen soll oder von der Vielseitigkeit der Musiker erzählt. Vielleicht auch beides. So fließen deutscher Thrash der Marke DESASTER genau so mit ein, oder eine Band wie REBAELLIUN wieder zu erkennen ist. Das Songwriting ist auf den Punkt gebracht und beweist, dass die Brüder schon ein Quentchen Erfahrung unter dem Hut haben. Auf jeden Fall ist das aktuelle Material abwechslungsreicher als auf der letzten Scheibe, die fast nur in Schallgeschwindigkeit daher kam. Lyrisch ist hingegen kein „Verrat“ zu erwarten, dreht sich doch immer noch alles um Tot und Teufel. Sind eben doch ein paar richtig schlimme Finger. Unter all den Geschossen, die dieses Album vorweist, finde ich persönlich zwar keinen, den ich als einen herausragend erkoren hätte, dafür fehlt irgendwie der letzte zündende Funke, aber das Gesamtbild ist sehr stimmig. Was mich dazu bewegt, „Death Eternal“ auch bedenkenlos zu empfehlen. Jedenfalls denen, die auf Experimente verzichten können und mit einer Portion klassischen Death/Thrash gut leben können.
8/10

Saturday, September 26, 2009

HEAVING EARTH - Vision Of the Vultures - Mcd/Eigenproduktion


Bei diesem tschechischen Viergespann tröpfelt an allen Stellen MORBID ANGEL raus. Allein der Bandname stammt vom gleichnamigem Song vom „Formulas Fatal To The Flesh“ Album. Diese Mcd ist rabenschwarz, blasphemisch und sauber arrangiert. Selbstredend fehlt noch ein großer Schritt zu ihren Vorbildern, aber vor allem der Drummer ist sehr fit. Dauerblastalarm! Da ist es schade, dass er etwas im Sound untergeht. Aber auch der Rest passt schon. Selbstständigkeit geht natürlich völlig ab, aber als MORBID ANGEL Clone geht das ausgezeichnet runter. Eric Rutan wird bei HEAVING EARTH zweifellos als Gott verehrt. Es geht stur gerade aus, andere Spielarten des Death Metal haben keine Chance, Gehör zu finden. Warum auch! Gibt nicht viel zum meckern, die Arrangements stimmen, komplexes Songwriting halt. Kann ich gut mitgehen, die 3 Nummern weisen markante Strukturen auf und machen richtig Spaß. Tatsächlich muss ich wohl zugeben, dass 3 Songs eigentlich zu wenig sind, die rutschen in einem Guss durch und machen Lust auf mehr. Für Fans klassischen Amikrawalls wie eben MORBID ANGEL, oder HATE ETERNAL und IMMOLATION geht hier vielleicht ein neuer Stern auf, aber so weit will ich mich nicht aus dem Fenster lehnen. Bleibt abzuwarten, wie viel Puste die Knaben haben. Potential ist auf jeden Fall vorhanden. http://www.myspace.com/heavingearthcz
7/10

Friday, September 25, 2009

BOILER Promo 09


BOILER haben das Loch gestopft, das auf ihrer letzten Langrille geklafft hat. „Atüla der Druckluftkönig“. Der titelgebende Song taucht erst jetzt auf der Promo auf. Warum auch immer. Ansonsten gibt es wenig überraschendes. BOILER stehen weiter unter Druck und lassen selbigen gekonnt ab, wie auf der Cd so auch auf der Promo. Brutal, durchgeknallt, beinahe technikfrei, wenig inspirativ, voll auf die 12 , Breaks, Geschredder, Gedränge in der Hopseburg und mit beträchtlichem Hang zu sinnfreiem Blödsinn. Aber ich bin schon längere Zeit der Überzeugung, dass BOILER auf ihrer eigenen Scheibenwelt leben. Zumindest lyrisch. Die Musik zitiert alt bekanntes aus der Tellermitte extremen Speisebreis. Zum einen wären da diverse Hüpf-, und Gore Nummern tschechischer Prägung und zum Anderen angstfreie Slamattacken der Marke DEVOURMENT. Passend dazu gibt es Ösophagusverrenkungen von Staubsauger bis Schweinemastanlage. Ich weiß nicht, über was ich mich beschweren sollte, BOILER kann ich uneingeschränkt genießen. Die Welt braucht nicht nur Musiker, die sich auf ihren Instrumenten verrenken und die großen Gazetten für Lobeshymnen bezahlen. Sie braucht auch ab und an einen gezielten Schlag unter die mediale Gürtellinie. Lieber ein mal öfter. …na gut, BOILER braucht sie vielleicht auch nicht. Aber mir gefällt es, so einen lustigen Satz heißer Ohren hole ich mir gern mal ab. Das lässt bestimmt nichts Großes, aber was Kurzweiliges für die nächste Cd hoffen.
Übrigens ist mein Boiler kaputt, ich kriege jetzt einen Durchlauferhitzer, spart Gas!
7/10
BOILER

Thursday, September 24, 2009

MIMOSIS - I Am the Grave - Mcd/Eigenproduktion


Diese Cd hat es mir schwer gemacht, wirklich objektiv zu bleiben. Am liebsten würde ich behaupten, die Band hat den Spaten gleich mitgeschickt, wenn sie ihr Machwerk „I Am The Grave“ nennen. Ganz krass gesagt fühle ich mich, als würde ich in der Grube liegen und jemand schaufelt Dreck auf mich. Aber das ist dann tatsächlich weit von jeder Objektivität entfernt. Ich habe die 5 Stücke jetzt einige Male gehört und kann immer noch nicht sagen, wohin der Weg eigentlich geht. MIMOSIS spielen vordergründig Death Metal, mischen aber so viel Stilelemente verwandter Genres unter, dass nichts berechenbar bleibt. Eigentlich sollte es doch genau das sein, was Interesse weckt und bei so vielen anderen Bands fehlt. Aber hier ist es völlig überzogen und zerrüttet jede Struktur. Wenn ich mich auf Death – ähnliche Progressivität einstelle, bricht der Song ein und es folgt nerviger melodramatischer Kastratengesang. Wenn ich glaube, jetzt geht endlich mal die Post ab und das Tempo steigt zusammen mit der Aggressivität der Gitarrenriffs, steht die Kompanie im nächsten Moment auf der Bremse und langweilt mit Einfallslosigkeit. Für mich tut sich da ein tiefer Graben auf, in dem ein Vipernnest lebt, das zappelt, züngelt, Gift spritzt und auf den Namen Strukturverlust hört. Klingt übel, oder? Ich weiß nicht, wer diese Cd kaufen sollte. Es besteht aber immer noch die Möglichkeit, dass ich zu ignorant bin und den Kern des Ganzen nicht erfasse. Auf der anderen Seite strotzt „I Am The Grave“ nämlich vor Musikalität, birgt ein spielerisch hohes Niveau und verdeutlicht wahrscheinlich, dass die Band gern Experimente macht und Musik in erster Linie für sich schreibt. Also können können sie es, ob es zu gefallen weiß, bleibt wohl auf immer subjektives Empfinden. Wer gern Death/Thrash/Black/Doom/Melodie/Akkustik/Growls/cleane Stimmen und chorale Gesänge auf einmal haben will, bitte sehr, MIMOSIS macht’s möglich. Wertung bleibt diesmal außen vor. Nur so viel, das Ganze wirkt auf mich wie ein hoch komplizierter Computerbausatz, der falsch zusammen gesetzt wurde. Es steckt alles und mehr drin was dazu gehört, nur oft nicht an den richtigen Stellen.

Wednesday, September 23, 2009

KAPUTTNIX - Border The Line - Cd / Eigenproduktion


Der Bandname impliziert schrammligen und spaßigen 2 Akkorde Punk. Das entspricht aber kaum der Tatsache, führt uns, warum auch immer, auf´s Glatteis. Tatsächlich besteht das Album weitestgehend aus Thrash Metal mit rauen Growls und einer sauberen Portion grooviger Rockattitüde. Soweit gar nicht schlecht und technisch nicht ganz unbeschlagen. Ich werde aber den Eindruck nicht los, dass das Songwriting recht holprig ist, als wären einzelne Komponenten hintereinander gekleistert. Es entsteht kein wirklicher Fluss, ist zu sehr konstruiert. „Border The Line“ hat offensichtlich zu viele gute Absichten. KAPUTTNIX springen ganz nach Belieben in den Genres, versuchen sich an SLAYER (mit Augenzwinkern), kreischen manchmal wie Angemalte aus der Hölle, gurgeln aus dem Death Metal Tempel, cleane Vocals aus der Power Metal Schrottsammlung, mal melodisch dann wieder die Axt und so weiter. Natürlich können sie das rein spielerisch auch, was ich sagen will, es wirkt oft zu willkürlich, bricht mir zu schnell um als wüssten die Jungs nicht, wo die Reise eigentlich hingehen sollte. KAPUTTNIX ist, jedenfalls nach meinem Empfinden, noch eine Baustelle. Eine aus der mal ein schicker Palast werden könnte, wenn die Architekten sich nicht verrennen. Open minded ist immer willkommen, aber es stolpert sich schnell. Gut, ich will nicht zu viel meckern, denn Dilettanten klingen anders. Die hier können es schon, kriegen nur die passenden Bauteile nicht immer zusammen. Sind bestimmt Musikstudenten, ha ha. Wenn ich mich schon schwer tue, dann gebt wenigstens ihr ihnen eine Chance.
Myspace
5/10

Tuesday, September 22, 2009

ESTUARY - The Craft Of Contradiction - Cd/ IBEX MOON


Ich bin mir eigentlich gar nicht sicher, warum ich diese Scheibe bespreche, ist sie doch schon 2 Jahre alt (das US Release – die Europa Version ist zugegeben frischer) und wahrscheinlich vom Stapel gerutscht und hat seitdem ein tristes Dasein hinter einem Schrank geführt bis sich irgend jemand ihrer erbarmt hat. Ich bin´s nicht gewesen, denn mich kann diese Death/Thrash Band aus den Staaten nicht zwingend überzeugen. Es geht alles relativ roh zu, die Riffs sind passabel und die Band an sich ist spielerisch auf festem Boden.
Die Songs gehen recht flott und häufig melodisch voran ist also alles prinzipiell nicht so übel. Besonders die Frontfrau verzichtet stimmlich auf weibliche Attribute. Tatsächlich sind die einzelnen Songs aber austauschbar und der gesamten Scheibe mangelt es an echten Überraschungsmomenten, klingt durchweg zu altbacken. Selbiges hätte ich vor 2 Jahren auch nicht anders empfunden, die Wartezeit hinter der Kommode hat also weder geschadet noch geholfen. Ist eben nicht wie bei gutem und staubtrockenem Rotwein. ESTUARY sind weder Fisch noch Fleisch, Old School Geschrammel drückt überall durch und auch technisch ist „The Craft…“ bestimmt nicht unbeschlagen. Somit ist das Album allen modernen Einflüssen gegenüber immun. Das wiederum macht neuen Fans den Zugang sichtlich schwer. Und die alten Säcke drehen nach der 3. Nummer mindestens leiser, da das Songwriting ideenarm und die Stücke somit doch fade werden. Schade drum, da wäre bestimmt mehr drin gewesen. So bleibt allenfalls Durchschnitt übrig, was bei diesem heutigen, endlos übersättigten Markt bei weitem nicht mehr reicht um Akzente zu setzen.
5/10

Monday, September 21, 2009

BREWTALITY -Thrashed - Cd / Eigenproduktion


Gute Band, tatsächlich, so´n Ding mit Augenzwinkern und der richtigen Einstellung. Allein der Bandname verrät Sinn für Ironisches und der Albumtitel gibt die Richtung vor. In „Thrashed“ steckt eine große Portion 80er Bay Area Thrash, aber auch Metallica und Slayer - hooks! „Heavy Metal Suicide“ ist im Grundgerüst sogar frech geklaut. So auch ne Hand voll anderer Sachen, damit sollten die Brüder es letztendlich nicht übertreiben sonst bleibt unterm Strich nichts anderes über als eine Coverband. Ich finde es zwar grundsätzlich gut, wenn Musiker das machen, was sie auch wirklich wollen, dabei sollte aber niemals das Heft aus der Hand gegeben werden, eine strikte eigene Marschrichtung mit viel Eigeninitiative, gleichwohl auch auf das Songwriting bezogen, bleibt unverzichtbar. Und trotzdem ist dieses Album sehr anständig eingetrommelt, ist manchmal melodisch immer aber sehr heavy. Der Sound ist cool, knackige Gitarre guter Shouter und so weiter. Die Soli sind manchmal etwas ungelenk und verdienen eigentlich mehr Tempo, vom Arrangement passt das aber dennoch. Dieses Album entspricht einem ne´ Zeitlang verloren geglaubten Metal-Zeitgeist und ist wohl auch deswegen und trotz noch fehlender und bedingungsloser Eigenständigkeit von Grund auf ehrlich und durchaus zu empfehlen. Wer damals Thrash mochte, dem wird das heute sicher auch gefallen und die nächste Generation kann noch was nachholen.
7/10

MACHETAZO- Mundo Cripta -Cd / No Escape


Diese Cd bekommt von mir schon deswegen glattweg volle Punktzahl, weil sie nur da ist.
„Mundo Cripta“ wird sich noch als der Inbegriff von Horror-Metal darstellen, ihr werdet sehen. MACHETAZO bauen auf jeder Scheibe eine neue Herausforderung für alle von modernen Einflüssen unbeeindruckte Fans zusammen aber diesmal ist das Ding ein echter Geniestreich, dem die längst überflüssige Europatour folgen wird. Roh, ungeschliffen, tief, dreckig und schwarz sind Attribute, die schön plakativ klingen aber genau zielsicher treffen wie Andys Kugeln die verrotteten Schädel wankender Untoter auf dem Kaufhausparkplatz.
Die 15 Songs kommen so staubtrocken daher wie einst Autopsy nur um einiges schneller und mit gehöriger Grindschlagseite. Absolute Old School Vollbedienung, an der vornehmlich wir alten Säcke Geschmack finden werden, aber mir ist gleich, was andere denken, so lange ich diese bollernde Vollbedienung genießen kann. Wenn die Werwölfe heulen und mit ratterndem Bass aus dem Unterholz aufgescheucht werden, der Vampir im Nebel verschwindet und der Wendigo nach Verstorbenen schreit, dann ist Machetazo – Zeit. Es gibt wahrscheinlich nur wenigen Bands, die ihre Songs so stilgerecht umsetzen können und mit Klischees spielen ohne albern zu wirken. Das sind Autopsy, Necrophagia, Impetigo und eben Machetazo. Die mir vorliegende Version ist die australische, original erschien die Cd bei Throne Rec., aber meines Wissens unterscheiden sich beide Versionen nicht. „Mundo Cripta“ gehört in jede einigermaßen vernünftige Sammlung!
10/10

Sunday, September 20, 2009

LITHURIA - World Ending Pestilence -DemoCd/ Eigenprod.


Laut Bandinfo sind die 3 vorliegenden Songs lediglich als Demo-Cdr erschienen und klingen trotz etwas vermasselter Produktion ganz lecker. Dazu muss der Verbraucher allerdings auf ultrabrutalen US Death Metal mit ausgeprägter Salm-Attitüde eingestellt sein. Also der im Kreise wandernde Grabenkämpfer. Solltet ihr euch als solcher verstehen, dann sind diese 3 Songs was Genaues. Schnelle Drums (wenn auch kein Künstler am Werke ist), mal flitzende, oft durchhängende Gitarre für den angemessenen Arschtrittfaktor und bitterböse Growls bis hin zu schmerzhafter Vokalakrobatik. Oder kann jemand von euch mit seinen Hämorrhoiden Töne passend zur Musik erzeugen? Na bitte. LITHURIA bieten alles was das Herz eines Schlachters begehrt, bedienen jegliches amerikanisches Brutal-Klischees (auch wenn sie aus Finnland kommen) und bekehren den letzten Zweifler mit einem roh gezimmerten Knüppel.
Die matschen sich so richtig durch ihre Songs und besiegen ihren Minimalismus durch maximale Ausnutzung der vorbereiteten Palette musikalisch erlaubter Stilmittel. Jene, die spielerische Raffinessen erwarten und auf neue Talente am Ende des verstopften Metal Universums suchen sei gesagt, LITHURIA sind nicht der Belag für euer Frühstücksbrötchen.
Für Fans von DEVOUREMENT und DESPONDENCY hingegen ist dieses kleine Machwerk genau das passende Einzugsgebiet. Brutal wie die Hölle aber sicher auch austauschbar. Wen das nicht stört, bitte schön! http://www.myspace.com/lithuria
7/10

TARDY BROTHERS - Bloodline - Cd/ Candelight/Soulfood


„Bloodline“ ist ne Scheibe, die Spaß machen kann, wenn man auf Obituary steht. Und da stellt sich die einzige und wahre Frage, wozu brauchen die Tardys noch ne Band? Nur um weitestgehend die gleiche Musik zu machen? Der Sound , die Stimme, das simple Schlagzeug, alles das Gleiche. Vielleicht sind sie an den Saiteninstrumenten etwas zurückhaltender. Gut, das wird wohl stimmen und so schaffen sie das einzige was sie tatsächlich von Obituary unterscheidet, nämlich sich eine Rock-Attitüde zuzulegen, die häufig das Zeug zu guten Groovenummern hat. Jedenfalls ist die Klampfe, wenn auch mit alt gewohntem Sound, meist sehr prägnant. Wiedererkennungswert und so. Na ja und verdammt heavy. Aber das sind wir ja schon gewohnt. Es kleckert eben Obituary aus allen Ritzen und möglicherweise hätte es auch gereicht diese Nummern auf das nächste offizielle Album zu packen. Den wahren Grund für „Bloodline“ kennt sicher nur der Teufel und die alten Säcke aus Florida. Soll vielleicht so was wie ein Freundschaftsdienst an Musikern sein, mit denen sie mal gezockt haben oder befreundet sind. Die dürfen jetzt alle mal ran auf den kommenden 10 T.B. Alben. Das aktuelle Album bietet schon mal den Auftritt von Jerry Tidwell, Gründungsmitglied von Executioner, mehr muss ich nicht sagen. Tatsächlich aber ist rumnörgeln Unsinn, soll sie nur machen, so lange das Ergebnis Spaß macht. 7/10

TORTURE KILLER - Sewers -Cd / Dynamic Arts


Stunde 1 nach Barnes und siehe da, TORTURE KILLER klingen immer noch so wie gewohnt. Sicherlich ist das Stimmvolumen des aktuellen Sängers nichts im Vergleich zu seinem Vorgänger, trotzdem, auch ohne den großen „pimp your music“ Rastakiller ist den Finnen wieder ein brutales Album ohne all zu ausgeprägte eigene Note gelungen. Aber dazu stehen die ja auch, wollten sie doch nie etwas anderes, als nach OBITUARY und SIX FEED UNDER klingen. Und was soll ich sagen, Punktlandung. Naturgegeben müssen jetzt kleinere Brötchen gebacken werden, denn mit Barnes sind logischerweise auch Metal Blade und der große Pressebahnhof weg. Sich deswegen Sorgen zu machen, wäre aber überzogen. Die anschließende Ruhe zeichnet letztendlich nicht unerheblich am aktuellen Album mitverantwortlich. Und das ist voll gepackt mit wahren Nackenbrechern, einem anständigen Sound und viel Unbekümmertheit. Unglaublicherweise wird das Songtempo sogar des Öfteren mal straff erhöht, was für einen Clone beinahe sträflich ist, aber dem Album verdammt gut tut. Mir fällt es etwas schwer, einzelne Songs heraus zu heben, was daran liegt, dass sie entweder alle gleich klingen (was genau genommen natürlich nicht stimmt), oder weil sie alle aus einem Guss sind und damit qualitativ hochwertig. Könnt ihr euch selbst aussuchen. TORTURE KILLER bleiben aber definitiv sich und damit ihrer Leidenschaft „OBIUNDER“ kompromisslos treu. Das ist ja auch schon mal was. Schlussendlich gefällt mir „Sewers“ recht gut und ich kann das bedenkenlos allen Florida Freaks ans Herz legen, die mehr als nur die Originale im Schrank haben wollen. 8/10

Friday, September 18, 2009

MASS OBLITERATION – Fratricide – Mcd/Eigenproduktion


MASS OBLITERATION orientieren sich offensichtlich an amerikanischem Death Metal alter Schule. Den 4 Songs dieser Mini fehlt allerdings noch eine gehörige Portion „Basiswissen“ Mit viel Selbstvertrauen wird drauf los gehämmert, was die Instrumente hergeben, mal geschrotet, mal den großen Zeh auf der Bremse. Das kann aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass die einzelnen Arrangements doch viel zu kantig sind und der Sound, zumindest für heutige Ansprüche, eher peinlich ist. Viel zu schrill und drucklos. Die Musik wirkt durchweg wie mit der Brechstange erzwungen, hat kein Gespür vor nötige Nuancen, für wichtig Feinheiten. Das ist wie Steak Tartar ohne Salz-, und Pfefferstreuer. Natürlich hat die Band auch hörbares Potential, das will ich nicht leugnen, rein technisch klingt vieles nicht ungeschickt. Das Gesamtkonzept schafft trotz guter Ansätze aber kaum den Sprung aus dem so und so schon überfülltem Mittelfeld. „Fratricide“ ist pure Underground Musik mit erkennbaren Ambitionen aber, zumindest momentan noch fehlenden Fertigkeiten. Vielleicht wird es ja noch, aber das wollen viele. Positiv fällt auf, dass MASS OBLITERATION sich nicht an populäre Strömungen hängen sondern rohen und echten Death Metal mit einzelnen Thrash -Versatzstücken spielen. Das gibt zusätzlich einen Sympathiepunkt. Ansonsten muss da zukünftig aber noch mehr gehen, sonst wird es noch vor dem Abend dunkel. Hört selbst.
5/10

Tuesday, September 15, 2009

PAGANIZER – Born to Be Buried Alive –Mcd / Asphyxiate Recordings


Viel gibt es über PAGANIZER nicht zu sagen. PAGANIZER ist PAGANIZER und das ist auch auf dieser Mcd nicht anders. Tiefergelegter Schwedensound aus dem Mutterland, der genau so klingt wie in den 90ern. Rogga und Anhang bedienen uns mit 6 Studionummern, wovon „The Return Of Horror“ das coolste, da es beinahe mit 3 Akkorden auskommt und eine rockige Punkattitüde verbreitet. Der groovigste hingegen ist „ „The Morbidly Obscene“. Aber auch beinahe ausnahmslos der ganze Rest ist wie gehabt beinahe minimalistisch, wenig umständlich, und findet trotzdem wie eine mit ruhiger Hand gehaltene Panzerfaust immer den Weg in´s Ziel. „Erare Human Death“ ist der quasi Rausschmeißer und lediglich ein düsteres Instrumental. Ist aber auch nicht übel. Hintendran hängt dann noch Livematerial, welches optional auch als Video zu betrachten ist. Die Aufnahmen sind allerdings ziemlich öde, ist die Kamera doch stur auf Rogga gerichtet und der bewegt sich eigentlich gar nicht. Gibt nicht viel her. Aber egal, die anderen Stücke machen dafür einen Knoten in den Nacken und erfreuen jeden Fan schwedischer Klänge. „Born.. ist vielleicht nicht PAGANIZER´s größtes Werk, aber hinten über fallen wird es auch kaum. Mir jedenfalls gefällt es und überbrückt die Zeit bis zur nächsten Langrille. Diese Mini ist übrigens schon vor „Carnage Junkie“ erschienen, also nicht brandaktuell, aber allemal erwähnenswert.
7/10

DENIAL – Catacombs Of The Grotesque – Cd / Asphyxiate Recordings


Aus den Untiefen der mexikanischen Vorhölle erhebt sich ein Gigant, der sich von den Hinterlassenschaften der Alten ernährt und dadurch immer stärker wird.
In DENIAL fließt reines Old School Blut, das Blut der Ahnen, DEMIGOD, DEMILICH, CREMATORY (Swe) CARNAGE. So will es das Label und ich würde das jederzeit unterschreiben. Einzig der Sound ist keine pure Skandinavien-Produktion. Zudem mischt sich eine riesige morbide Portion NECROPHAGIA unter und andere amerikanische Klassiker wie INCANTATION, MORBID ANGEL sind auch keine Fremden. DENIAL bedienen sich aber nicht, sondern haben ganz deutlich von den Besten gelernt.„Catacombs…“ steht für mächtigen, schweren und düsteren Death Metal aus längst vergangen geglaubten Tagen. Inhaltlich setzt sich die Band ebenfalls mit einem Großen auseinander, H-P- Lovecraft. Und im Gegensatz zu den romantisierenden Versionen diverser Düstercombos, erhält sein lyrisches Erbe hier den richtigen Anstrich. Was passt wohl besser zusammen als Mysterien über Tod, Verderben und das Ende der bekannten Welt durch das unaufhaltsame Grauen und roher Death Metal. Wie der Deckel auf den Sarg. Auch musikalisch natürlich. Das Songwriting ist sehr geschickt an die alten Bands angelehnt, lässt aber genügend Spielraum für Kreativität. Der Sound ist schwer, die Leadgitarre verbreitet immer wieder Gänsehaut, wenn das Tempo runter geht und unsere Nackenwirbel ächzen, wenn das Gaspedal wieder durchgetreten wird. Ich wüsste nicht, was man daran noch besser machen könnte? Ein Vergnügen für Traditionalisten! http://www.myspace.com/denialmex
10/10

Friday, September 11, 2009

V.A. - Dissertation Of A Dissection – Chapter One– Cd/TornFleshRecords


Heilige Mutter Gottes, so was von quergestrickt auf einer Veröffentlichung kommt mir auch selten unter. CyberGore, Brutal Death Metal, Grindcore, Hardcore, Downtempo, und noch mehr Krempel für den es gar keinen Namen gibt. Hier sind wohl 36 Combos vertreten und ich kenne gerade mal drei. Tatsächlich muss ich aber auch lange nicht alles gehört haben, ist viel überflüssiges Spektakel drauf, endloser Unsinn mit Technobeats und Schranzquark. Weshalb mir nur wenige Bands bekannt sind (u.a. ZOMBIE HATE BRIGADE) steht für mich schon nach kurzer Zeit fest. Erwähnenswert wären noch VAGINAL FLATULATION, beschissener Name, übler Sound aber wenigstens brutales Gekloppe, NO ONE GETS OUT ALIVE mit selben Intentionen wie vorangegangene in teilweise gebremsten Tempo, TESTICULAR SEIZURE mit einer Mischung aus Death und Doom und vielleicht DARKFALL mit einer eher klassischen Death/Blackl Metal Nummer. Was dann noch Spaß macht sind VAGINAL CADAVER- völlig anspruchsloser Goregrind, null Innovation aber schön matschig und tief gelegt. Im Grunde genommen enthält dieser Sampler kaum ernsthafte Musik und dient wohl lediglich als Plattform für ansonsten verschmähte Möchtegernkünstler (mit erwähnten Ausnahmen) Nun ja um sich die Zeit zu vertreiben, Freund zu überraschen oder Cd Player und Computer lahm zu legen reicht das Gewichse allemal. Und wer weiß, vielleicht findet der eine oder andere Verwirrte doch noch seine Band auf diesem Flohmarkt für Aussätzige. Arrangiert euch mit so skurrilen Freigeistern wie: ELEPHANTKNUCKLE , PUPPY DOG IN A MEATGRINDER, A KINGS WORTHY MUSTACHE, SHOOTING CATS WITH ARROWS und so weiter und so fort. Wer Interesse hat und keine Schmerzen kennt, zieht sich den legalen download.

Thursday, September 10, 2009

BROWNFILLED HUMAN RACE – Satyricon-Mcd/ Fd´ In The A Records


Diese Band mit dem seltsamen Namen ist tatsächlich nur ein Projekt, dem auf Grund großer territorialer Distanzen kaum eine adäquate Zukunft beschieden sein wird. Hier tummeln sich Leute von ABSORONIE BOGOM aus der Russei, SOLDERED POON aus Israel und noch irgendwas aus Simbabwe? Maroco?. Das kann und ist dann lediglich eine reine Spaßnummer, bei der sich alles um Animies und Pornos dreht. Im stumpfen, ständig im gleichen schweren Rhythmus voranstapfenden Goregrindkostüm, wird gegurgelt, gejault, gestöhnt und der Harmonizer über Gebühr beansprucht. Mal klingt das wie der Ausfluss eines Waschbeckens in einer Messiebude, dann wieder wie der Hilferuf aus einer brennenden Tankstelle. Ist alles sehr dumpf und jeder Song ist problemlos austauschbar. Auf der anderen Seite steht der Spaßfaktor, der das ungewöhnliche Unterfangen (in seiner Konstellation, nicht musikalisch) auch gut aufpeppt. So taugt BROWNFILLED HUMAN RACE für Leute, die sich ungebremst besaufen wollen, Geschmacklosigkeiten lieben, Ansprüche zurück schrauben können und nach einer Nummer mit der zahnlosen Untermieterin, bei der Oma schamlos in den Kohleeimer kotzen. Also für solche, die mit HYMEN HOLOCAUST oder SATANS REVENGE ON MANKIND im Ohr dem Schulbus die Hinterreifen wegballern. Deshalb verteile ich mal die Punkte an Hand des Funcharakters dieser Schepperorgie und nicht etwa auf Grund musikalischer Qualitäten (wäre albern). Macht euch selbst ein Bild von dem Porn-Gore-Babybrei, der übrigens nicht mal 6 Minuten warm hält und so in seiner Spielzeit ganz frech mickrig ist! Hier klicken!
6/10

EXTINCTIONIST- All Flesh Must Be Eaten- EP/Eigenproduktion


Ursprünglich als Split Cd mit SANATORIUM geplant, erweist sich “All Flesh Must Be Eaten” vielleicht nicht als die Krone der musikalischen Innovation aber doch als brutale Nackenpille Death - metallischer Kleinkriminalität. Das Tempo ist immer schick hoch gehalten, jedoch ohne Dauerblastalarm und Anlehnung an US Lärm wie VILE, vielleicht auch HATE ETERNAL, also mit deutlich technischem Einschlag. Kurze Slam Parts, wahrscheinlich aus Respekt vor einer austickenden Moshpit“, verstecken sich da eher. Kommt aber gut so, denn was man dezent verteilt, hält die Langeweile fern und gibt dem Gesamtwerk die richtige Würze. Die 5 (verhältnismäßig kurzen) Songs sind dicht gepackt, was wohl heißt, dass die Musiker entsprechende Erfahrung haben und die eigenen Ansprüche doch recht hoch stecken. Zudem muss ich überall lesen, dass der Drummer aus japanischen Schaltkreisen besteht. Dann ziehe ich vor dem Programmierer den Hut, denn das klingt alles sehr authentisch und fleischlich, überhaupt nicht übertrieben. Diese Mini hinterlässt ein durchaus positives Gesamtbild, auch wenn es sicher an der einen oder anderen Ecke noch manches nachzujustieren gibt. Was bleibt ist eine leider zu kurze, etwas unausgeglichene aber kompromisslos brutale Mcd. Der Sound kackt so ein bisschen ab, was sicher daran liegt, dass ich hier ne download Version mit einer geringen kb/s Zahl habe. Den Spaß gibt es als free-download auf der myspaceseite. Ist sicher verbraucherfreundlich, lässt aber die akustische Qualität leiden. Trotzdem draufklicken!
7/10

Wednesday, September 9, 2009

CONTRADICTION - The Essence Of Anger - Cd/Limited Access Recordings


Ich glaube allein der Albumtitel ist Programm. Sowohl lyrisch (Bush Junior wird gnadenlos auseinander gerissen) als auch musikalisch. Und genau das liebe ich an Thrash Metal Bands (wenn sie´s denn drauf haben). Da wird ein Album vol l gestopft mit irrsinnig vielen und vor allem schneidend scharfen und markanten Riffs, dass du glaubst, du befindest dich tatsächlich mitten in einem Bombenhagel. So schließen sich CONTRADICTION auch auf ihrem neusten Output (die legen seit 93 regelmäßig nach, was allein schon für Beständigkeit und Erfahrung steht) germanischen Bands wie DESTRUCTION, KREATOR oder auch DELIRIUM TREMENS an. Zu verstecken gibt es nichts, wäre nach 20 Jahren auch eher peinlich. Im Gegenteil, das Songwriting ist äußerst vielschichtig aber nicht zu kompliziert, so dass die Nummern nachvollziehbar bleiben und sich eine wie die andere zu wahren Nackenbrechern entwickeln. CONTRADICTION lassen sich kaum von modernen Strömungen beeinflussen und zeigen der Szene, dass man sich nicht verdrehen muss, um Qualität abzuliefern. Am besten gefällt mir „Walk The Shame“, da es das klassische HALLOWEEN Thema (der Film) aufgreift. Dieses Stück lässt sich metallisch immer gut ausschlachten. Und nach der Quasi-Einleitung wird ein flotter und heftiger Klassiker kommender Tage abgebrannt. Na ja, vielleicht lehne ich mich auch zu weit auf dem Fenster, aber rein musikalisch ist das Teil schon mehr als nur eine runde Sache. „The Essence…“ präsentiert durchweg lupenreinen Thrash Metal europäischer Prägung in glasklarem Sound. Vielleicht aber auch welchen ohne Experimentierfreude, denn jedes Stück ist ähnlich aufgebaut. Aber wäre das nicht so, müsste die Band sich vielleicht doch verdrehen und ihr eigentliches Ziel aus den Augen verlieren. Und so kriegen wir wieder 12 neue Songs ohne Ausfall. Satte Sache!
9/10

Tuesday, September 8, 2009

CEREBRUM - Spectral Extravagance - Cd/Lacerated Enemy Records


CEREBRUM versuchen auf ihrem Debüt einen breiten Teppich verschiedener Death Metal Varianten an den Mann zu bringen. Die Riffs haben eindeutig Old School Charme, die Songs selber aber einen starken progressiven Anspruch mit viel kurzen prägnanten Solis Tempowechseln und kurzen Akkustikparts. Allerdings ist der technische Anspruch, den die Band sich scheinbar selber setzt noch nicht ausgereift, so dass die Songs häufig viel zu sperrig sind. Richtig Freude will nicht aufkommen, da „Spectral…“ keinen echten Burner enthält. Der Sound geht jedoch in Ordnung, nur die Solis klingen manchmal etwas neben der Spur, aber da tippe ich auf Absicht. Tatsächlich ist das Gesamtwerk aber nicht dilettantisch eingespielt, findet nur irgendwie seine eigene Bestimmung nicht. Leute, die ein Album suchen, dass sie in anderer Form schon 100 mal im Regal haben, sollten das griechische Trio meiden. Hierfür muss man schon manch wacklige Brücke überqueren, auf Prog-Death stehen und sich auch nicht von cleanen Gesängen, die zwischen den Growls immer mal ans Licht kommen, nicht abschrecken lassen. Ist kein einfaches Album und mir auf Dauer zu zäh.
Das label agiert mit DEATH, PESTILENCE, CYNIC als Kaufanreiz, dem ich gern zustimme, aber deren Niveau ist noch nicht erreicht, warten wir es ab. Wenn CEREBRUM noch Atem für eine nächste Scheibe haben.
6/10

HIROSHIMA WILL BURN – To The Weight Of All Things-Cd/Lacerated Enemy Records


Diese blutjunge australische Band (sind gerade mal 20 oder noch grüner) mit dem kontroversen Namen legen ein noch kontroverseres Debüt vor. Wenn das Label noch mit Vergleichen wie ORIGIN oder NECROPHAGIST winkt, dann nur in Ermanglung anderer Alternativen. Für mich haben sie viel mehr von so verqueeren Bands wie PSYCHOFAGIST.
Auf „To The Weights…“ wird kompromisslos ein Break nach dem anderen gefahren, das Tempo und die komplette Richtung der Songs brechen ständig um. Es wird gequietscht und geklimpert, mit Melodien nicht gegeizt und nur auf tatsächliche fette Gitarrenriffs verzichtet. Das gesamte Werk hat eine jazzige Grundstruktur, die nicht erahnen lässt, was im nächsten Moment passiert, das Werk nicht vorausschaubar macht. Zudem ist mit „Laberinto“ eine vollkommen verjazzte und lupenreine Akkustiknummer im Mittelstück verborgen, die vielleicht etwas beruhigen soll, aber gegenteilig alles noch etwas verstörender macht, purer Freejazz. Jeder Song steht gezwungenermaßen für sich und macht vielleicht somit das Album zu einer vollkommen verfahrenen und komplizierten Nummer. Brutal ist hier wirklich nicht viel, jedoch eine musikalische Offenbarung, wenn man denn mit derart überdrehter Musik klar kommt. Das werden ganz sicher nicht viele sein, dazu bedarf es eines gewissen um die Ecke Denkens. Das scheinbar fehlte letztendlich auch den Musikern selbst, haben sie doch diesen Sommer das Handtuch geworfen. Schade nur, dass eine Band wahres musikalisches Chaos verbreitet und dann so sang und klanglos verschwindet, wo das Album frisch auf dem Markt steht. Aber möglicherweise haben sie auch gesehen, wohin der Weg führt und wie wenig Akzeptanz die Szene für zu unkonventionelle Querdenker übrig hat. Denn ein großes Publikum hätte H.W.B. sicher nicht gefunden. Auch mir wird das irgendwann zu viel aber rein auf musikalische Qualitäten beschränkt, bleibt mir nichts anderes übrig, als ein hohe Wertung zu zücken. Wer auf komplizierte Scheiße steht, wird es lieben!
9/10

Monday, September 7, 2009

DAWN OF DEMISE - Lacerated - Mcd/Deepsend Records


DAWN OF DEMISE fabrizieren auf ihrer aktuellen Ep lediglich 2 eigene Tracks, die es aber ganz heftig in sich haben. Es kristallisiert sich so ne Mischung aus SIX FEED UNDER (ohne deren typischen Sound), älteren ILLDISPOSED(nicht ganz so groovebetont) und diversen anderen eher Old School lastigen Bands heraus. Das Tempo ist recht verhalten, dafür klingt das Gesamtwerk um so heftiger und trümmert amtlich auf die Glocke. Fette Gitarren produzieren klebrige Riffs und der Gesang ist häufig im Doppel zu hören, ähnlich wie bei DYING FETUS. Somit bringen die 2 Nummern alles Attribute mit sich, um einen Abend mit Nackenkrampf zu garantieren. Um den Spaß nicht zu kurz werden zu lassen, dürft ihr zusätzlich noch 3 Coverversionen genießen. „Infecting The Crypts“ von SUFFOCATION, bei dem das Tempo originalgetreu mal etwas hochgeschraubt wird, „Blinded By Fear“ von AT THE GATES, das sich nahtlos an den bandeigenen Stil anpasst und „Turned Inside Out“ von OBITUARY. Selbige matscht sich in zähem Tempo voran und kommt gut rüber. Auch dieser Song wird in eine DAWN OF DEMISE Nummer verwandelt, also ohne dem Originalsound zu sehr hinterher zu lechzen, schlichtweg assimiliert. Geschickt gemacht.
Letztendlich gibt es noch 2 Videoclips, die das Gesamtbild abzurunden wissen. Somit stehen dem Kauf dieser Ep (wenn nicht bereits erledigt) keine triftigen Gründe im Wege.
8/10

Sunday, September 6, 2009

UNHOLY MATRIMONY -Croire Decroitre - Cd/Deepsend Rec.


„Croire Decroitre“ ist das dritte Album von Vladimir Cochet, einem Schweizer Einzelkämpfer und wahrlich kein Aufreger. Das Album enthält eine Hand voll recht gewöhnlicher, zugegeben atmosphärischer und auch ansatzweise melodischer Black Metal Nummern. Trotz passabler Ansätze macht sich schnell Langeweile breit, zumal manches Stück zu lang geraten ist und ziemlich zäh wird. Der Gitarrensound matscht sich mehr oder weniger durch den Set der Drumcomputer ist fast nur auf Blastbeat eingestellt und der Bass rumpelt wie bei einer Grindcorehinrichtung. Die Kompositionen macht solche verhältnismäßige Eintönigkeit nicht eben sympathisch. Sicher gibt es zahllose schlechtere Alben und so tief im grottigen Urschleim wabert das Album sicher auch nicht. Mehr als Durchschnitt ist aber nicht drin. Ich habe mir das Album 3 mal hintereinander angehört und keine Higjhlights entdeckt. Schade um die schöne Zeit. Ein bisschen mehr kreativer Pepp und die Sache sähe vielleicht ganz anders aus, aber so ist das über die komplette Spielzeit recht fade. Für die zahllosen MARDUKianer da draußen dürfte „Croire Decroitre“ wenn schon keine Offenbahrung, dann wohl trotzdem ein akzeptables Intermezzo sein.
4/10

THE CLEANSING Poisoned Legacy Cd/Deepsend Rec.


„Poisoned Legacy“ ist ein straightes Death Metal Album im Fahrwasser von Klassikern wie MORBID ANGEL aber auch neueren ABORTED. Besondere Akzente setzen die Stücke möglicherweise nicht, sind aber sehr versiert und gekonnt vielschichtig vorgetragen. Sie haben von allem ein bisschen, ne Spur Brutalität, ansprechende Technik, Old School Würze, hier mal Blast, da mal düstere Klänge. THE CLEANSING bedienen sich also überall mal und bringen das auch geschickt zu Wege. Tatsächlich sind hier ja auch keine Frischlinge am Werke, sonder Musiker von USIPIAN und INIQUITY. So ist die Schlagzeugarbeit extrem professionell und die Gitarrenriffs entsprechend fett und markant. Passend dazu hört ihr raue Growls, kein Geröchel oder Gegurgel. Passt also alles wasserdicht zusammen. Störend mag sein, dass die Songs sich nicht wirklich voneinander abheben, sich vielleicht sogar ab und an partiell wiederholen. Einzig erwänenswert ist „The Domino of the Phantom Effects“ die Nummer kommt verdammt zäh und mächtig daher und erweist sich als gewaltiger Nackenbrecher mit dem Fuß auf der Bremse.Aber Atmosphäre haben sie alle und machen auch nach wiederholtem Durchlauf immer noch Spaß. Die Produktion ist sauber und hat genug Drive, so gibt es generell nicht viel auszusetzen. THE CLEANSING stehen für klassischen Death Metal in reinster Form und lassen sich glücklicherweise nicht von anderen populären Tendenzen beeindrucken. „Poisoned Legacy“ darf sich gern jeder in den Schrank stellen, der Musik von Geschredder unterscheiden kann und Bock auf sattes und gekonntes Geprügel hat.
8/10

EXPULSION - Wasteworld - Cd/Deepsend Rec.


EXPULSION zaubern ein lupenreines Thrashfeuerwerk aus der Rille. Ein Song peitscht den nächsten und dreht die Temposchraube noch etwas höher. Gebremst wird in der Regel nur durch zugegeben etwas störende balladeske Zwischenspiele. Ansonsten hat über die komplette Spielzeit vor allem der Schlagzeuger zu arbeiten, dessen Spiel rein soundtechnisch leider etwas untergeht. EXPULSION spielen auf beinahe begnadet hohem technischen Niveau, was wiederum auch der Haken an diesem Album werden könnte. Denn bei allem Können laufen zumindest die beiden Gitarristen Gefahr viel zu selbstverliebt aufzutreten und bei all dem irrsinnigen Sologefiedle und den ständig wechselnden und peitschenden Leads den Songs die Struktur zu nehmen. Tatsächlich pfeift alle 10 Sekunden was Neues aus den Boxen, so dass der Eindruck entstehen könnte, die beiden befänden sich im Krieg. Somit ist das komplette Songwriting auf die Sechsaiter fokussiert. Noch ist das alles sehr beeindruckend aber zukünftig bei weiterer Forcierung könnte das Ganze auch ins Abstrakte abrutschen. Bemerkenswert bleibt, dass „Wasteworld“ gerade mal des Debütalbum der Band ist und wir gespannt sein können, in welchen progressiven Himmel die noch abheben. Wer auf DESTRUCTION mit vorsichtigen südamerikanischen Death Metal Einflüssen und wahnwitzige Geschwindigkeitseskapaden steht, der ist hier mehr als zufrieden stellend bedient. „Wasteworld“ ist ein ziemlich cooles Album mit kleinen Macken die sich ausbügeln lassen.
8/10

ANTAGONY - Days Of Night-Cd/Deepsend Rec.


ANTAGONY hauen mit ihrem neuen Werk unzweifelhaft in eine sehr progressive Kerbe und folgen damit Bands wie CEPHALIC CARNAGE oder CRYPTOPSY. Und das Ergebnis ist allemal besser als CRYPTOPSY´s letzter Totalausfall. Vordergründig steht ANTAGONY also immer noch für eine saubere Portion Death Metal, auch wenn sich selbst hier moderne Spuren nicht verwischen lassen. Das beweist schon der 2. Song „The Truth Will Be Known“ , der nach dem brachialen Opener „Terror“ einen zeitigen stilistischen Wechsel ankündigt und die Platte im folgende etwas verhaltener und wesentlich melodiöser erscheinen lässt, als der Auftakt es erwarten ließ. Offensichtlich ist Vielschichtigkeit also eine Stärke der Amerikaner, die scheinbar auf mehreren Hochzeiten tanzen können ohne sich zu verzetteln. Mir persönlich liegen die typischen Death Metal Roots aber mehr und geben Stücken wie dem erwähnten „Terror“ oder „El Banquette“ richtig Würze. Bei vielen anderen wird es mir auf Grund des gebremsten Tempos und den akustischen Einsprengsel so wie des extrem melancholischen Kreischgesangs doch etwas zu viel. Wer denn aber auf eine Band wie BENEATH THE MASSACRE steht und zudem moderne schwedische Death Thrash Kapellen gepaart mit diversen Hardcoreeinschüben mag, der kann mit ANTAGONY seinen Spaß haben, Traditionalisten eher weniger.
7/10

STILLBIRTH - Plakative Aggressionen-Cd/Rotten Roll Rex


Mit dieser Scheibe werde ich auch nach 10 Durchläufen (jawoll Hr. Qnz) nicht warm. Diese großkotzigen Art von pseudobrutalem New School Slam Unsinn kann mir allenfalls ein müdes Lächeln abringen. STILLBIRTH klingen wie DEVOURMENT mit Prollattitüde.
Quasi Bushido mit Gebelfer und Klampfe. Vielleicht soll das auch ironisch sein, möglicherweise versteckt sich hier haufenweise Sarkasmus, aber ich kann da nix finden. Liegt wahrscheinlich daran, dass ich so ein alter Sack bin und von der Zeit überrollt wurde wie mein Opa vom T 34. Aber er hat´s überlebt und ich gebe mir auch alle Mühe.
Breakcore, Metalcore, Arsch im Ohr, alles ein Gewichse bei dem mir der Hut hochgeht, wenn solche Musiker gleichzeitig das Wort Metal oder noch besserGrindcore in den Mund nehmen. Gewiss bin ich nicht gerade objektiv, aber rein musikalisch haben STILLBIRTH nichts zu bieten, was mich auf die andere Seite ziehen könnte. Nach 10 Jahren Bandgeschichte sollte die Kinderkacke doch längst trocken sein, aber der einzige der hier was taugt, ist der Schlagzeuger. Sonst herrscht Langeweile an allen Ecken. Aus jetzt, sollen andere ihren Spaß damit haben!
3/10

SOUND OF DETESTATION -Same - Cd/Grindhead Records


SOUND OF DETESTATION klingen genau so, wie es sich für einen schwedischen Grind/Crust Bastard gehört, nämlich nach der Heimat, nach NASUM und nach SKITSYSTEM. Und der „Crust“ Anteil überwiegt dabei. Da Ganze ist also kurz, räudig und sehr speziell. Im allgemeinen verstehen sich die Skandinavier ganz gut aufs Songwriting, sind die einzelnen Stücke doch nicht einfach runter gedroschen. Sie beinhalten sowohl melodiöse Ansätze als auch geschickt getimte Breaks. Das Tempo ist aber natürlich stilgerecht fast immer hoch gehalten. Fehlen dürfen ebenfalls die 2 sich anbelfernden Sänger nicht. SOUND OF DETESTATION brechen also in keinster Weise aus ihren genregegebenen Grenzen aus. Bemerkenswert sind dann vielleicht doch so Stücke wie“ Fallen“ oder „Dedication“ die sicher als Prelude dienen, reine zurückhaltende Instrumentals sind und Zeit zum Verschnaufen lassen, bevor der Sturm wieder los bricht. Oder zieht euch „Fallen“ rein, ein Song der beinahe nach schwarzer Seele klingt. Aber generell wird gnadenlos gehämmert. Somit klingt diese Cd weit weniger „verabscheuungswürdig“ als der Bandname/Titel uns weismachen will. Ich glaube, diese Scheibe geht in Ordnung und der Sound ist stilgetreu ziemlich süffig, was zur Hölle soll solche Musik auch mit zu cleanen und polierten Tönen, ist doch albern.
7/10

BROKEN GRAVESTONES Promo 09


Hölle sind die cool, schon bei den ersten Tönen höre ich morsche Sagbretter bersten und angegammelte Untote wühlen sich aus modriger Friedhofserde. Genau das ist das klischeebeladene aber spaßige Thema der Band und es geling ihnen quasi spielend, Töne in Bilder zu verwandeln. Sofern der Proband Fantasie mitbringt. BROKEN GRAVESTONES ist ein weiteres Projekt von Noel Kemper, der Mit seiner Hauptband GRUESOME STUFF RELISH wohl gerade wieder mal nicht ausgelastet ist. Sogar der Bandname gründet sich auf einen alten G.S.R. Songtext. So ist es nicht verwunderlich, dass von eben jener Band auch hier Versatzstücke zu finden sind. Vornehmlich die spookie heulende Gitarre. Die generelle Musikalische Ausrichtung ist dann aber doch eine andere. BROKEN GRAVESTONES stehen für lupenreinen Down Tempo Old School Death Metal und lehnen sich an Klassiker wie ASPHYX und MASSACRE an. Wen wundert es da, dass Kam Lee (der muss wirklich viel Zeit haben) höchstpersönlich die Vocals übernommen hat. Und der klingt richtig schön fies! Tod und Verderben auf leider nur 2 Songs, aber das lässt auf Großes hoffen!
klick klack
9/10

HUMAN CARNAGE -Feast Of Darkness - Mcd /Stabwound Industries.


Die Kanadier von HUMAN CARNAGE stellen mit “Feast Of Darkness” ihre aktuelle Ep vor, die sich an klassischem Death Metal Vorbildern orientiert. Vornehmlich auf Hochgeschwindigkeit getrimmt, sind die 4 Songs professionell eingehämmert. Zudem sind die Strukturen sehr komplex, was von gehobenem spielerischem Niveau zeugt. Melodie und kurze klassischen Solos bleiben auch nicht außen vor und zusätzlich wird in 2 Tonlagen gesungen, wahlweise nacheinander oder parallel. Die Gitarrenriffs sind relativ prägnant und recht thrashig ausgerichtet, etwa wie bei MALEVOLENT CREATION. Wem so was also gefällt und zudem mit VADER oder auch VITAL REMAINS klarkommt, der kann diese Mcd bedenkenlos mitnehmen. Auch HUMAN CARNAGE erfinden das Rad natürlich nicht neu, haben aber hörbar Spaß an dem was sie da machen und das reicht allemal aus um die Nackenwirbel massiv zu belasten Die Produktion geht auch in Ordnung, hätte vielleicht etwas mehr Pfeffer vertragen können ist aber sonst ganz sauber.
Veröffentlicht wurde auf dem fix selbst gegründeten Label Stabwound Industries, da die Aufnahmen scheinbar keiner haben wollte, vielleicht auch die Konditionen schlecht waren, was weiß ich.
Gute Eigeninitiative letztendlich, denn die Songs auf die lange Bank zu schieben, wäre schade gewesen.
7/10

WODENSTHRONE - Loss -CD/ Bindrune Recordings/Clawhammer PR


Über Britanniens nebliger Küste hängt seid der Eroberung der Normannen Thors Hammer und hinterlässt scheinbar immer noch Spuren. Auch wenn er sich das so nicht vorgestellt hätte. „Loss“ ist WODENTHRON´s erstes Album, das schwärzer nicht sein könnte. Es wirkt zwar etwas krampfhaft atmosphärisch (die Lockerheit fehlt mir) aber ansonsten ist das Wechselspiel von Melodie und schwarzer Wut gekonnt arrangiert. „Loss“ setzt sich aus, Odin sei Dank, wenig dominanten Keyboarteppichen, und nicht zu schrillen Gitarren so wie passablem Drumming zusammen. Anlehnend an BATHORY, sowohl textlich als auch musikalisch, gelingt ein gutes Album, das Quorton wohlwollend aus Walhalla betrachten wird. Natürlich erreicht es nie die Qualität des Meisters, ist aber trotz Anleihen beim großen Vorbild bis hin zu stilistischem Ideenklau ein spannendes Unterfangen. Der Gesang ist vielleicht etwas langweilig, weil fast nur monoton in ein und der selben Tonlage gekreischt wird, da zeigt sich der Frontmann stilistisch doch etwas unflexibel, entspricht aber durchaus gängiger Praxis. Das ist so wie so pure Geschmackssache und geht als Randnotiz unter. Nee, WODENSTHRONE haben durchaus ihre Berechtigung in der Szene, auch wenn sie außerhalb dieser wenig Publikum erreichen werden. Geht in Ordnung so.

7/10

INHUMATE - The 5th Season-Cd


INHUMATE marschieren weiter gerade aus um mit dem irgendwann erscheinenden 7. Album ihren musikalischen Zyklus zu beschließen und ein einmaliges Konzept zu Ende zu führen.
Der Kreislauf des Lebens auf Grindcore. Bleibt zu hoffen, dass sie danach nicht die Segel streichen auch wenn das Haar schon dünner und die Falten tiefer werden. Gut, heuer sind sie ja auch erst beim 5. und haben noch etwas Zeit. Das Neue macht einen unglaublich frischen Eindruck, befreit sich so etwas von zu viel Old School Grind und weiß mit einem hammerharten Sound sogar zu grooven. Der Besetzungswechsel an der Klampfe nach dem letzten Album hat scheinbar ganz gut getan. Natürlich ist jetzt kein vollkommener Umbruch zu erwarten, denn wo INHUMATE draufsteht, da ist auch Krawall drin. Und so wird ständig hoch geschalten und Gas gegeben. In knapp 35 min. 19 Geschosse raus zuwerfen spricht schon für sich. Vieles ist auch beim alten geblieben, Christophe´s Gebrüll, die unschlagbare Energie, die auch auf der heimischen Couch greifbar wird, INHUMATE´s selbstständige und unantastbare Art Grindcore anzugehen. Das alles sind Markenzeichen die sich andere Bands niemals erarbeiten können. Und so wird auch das aktuelle Album regelmäßig durch meinen CD-Rotator marschieren bis die Plaste schmilzt. Absolute Kaufempfehlung, daran gibt es nichts zu rütteln!
10/10

DIKTAT- II- Cd/Eigenproduktion


Es sind gefühlte 10 Jahre her, dass ich deren erstes Demo Album in den Ohren hatte. Entweder haben die sonst viel zu tun oder es steht keiner mit der Knute dahinter. Jedenfalls gibt es jetzt Nummer II, dass ein ganzes Stück ausgereifter ist, als sein mittlerweile angestaubter und eher Old School betonter Vorgänger. Dieses Album gestaltet sich weitaus technischer und sehr komplex mit vielen Struktur und Tempowechseln. Knapp an der reinen Frickelei vorbei jongliert sich jeder einzelne Song durch eine Wust an Breaks und rasendem Schlagzeug. Das geht dann aber nach meinem Geschmack auf Kosten guter Riffs. Aber die werden sich schon was gedacht haben. Rein vom Können ist II sehr ansprechend aber manchmal ist weniger auch mehr. Zudem ist der Sound vollkommen unakzeptabel und hinterlässt einen mehr als faden Beigeschmack. Die Bässe fehlen vollkommen.
Schade drum, der Sound bleibt auf Kosten der durchaus guten aber eben häufig überzogenen Technik vollkommen auf der Strecke. Tatsächlich hätte ich nach so langer Zeit mehr erwartet. Mal sehen ob die 2019 Klang und Musik wieder vereinigen können. Fans von CRYPTOPSY und so Kram können ruhig mal reinhören.

MAXIMUM PERVERSION / EBOLIE - Split Cd/ Grindhead Records


Dieser aus Australien stammende Krawallrundling strotzt nur so von kaputtem Gehacke.
Beide Bands grinden ihre kurzen Songs absolut hörenswert jenseits von zu viel Monotonie und mit eimerweise pfundigem Humor. Sie lieben es scheinbar Klischees auszuwälzen und sich darin zu baden. Porn und Gore mit Augenzwinkern.
Die Songs sind alle in einem Ritt und ohne viel schnick schnack aufgenommen, was im Falle von MAXIMUM PERVERSION erstaunlicherweise einen sehr amtlichen Sound hervorgebracht hat, und EBOLIE dabei doch etwas abkacken. Dafür spielen die noch einen Zacken schneller und die fehlende Produktion verleiht ihnen so was wie eine Old School Note, was ja auch nicht das Schlechteste ist. Zudem sind EBOLIE etwas variabler im Songaufbau. Ansonsten sind sich beide Bands nicht unähnlich, sie arbeiten mit Doppelgesang, satten Riffs und sauber getimten stop and go Parts. Alles in allem ist die Split empfehlenswert, da sie alles hat was nötig ist. Klingt nach Carcass, ist witzig und haut auf die Glocke.
8/10

POSTMORTEM - Constant Hate - Cd / War Anthem Records


Na das ist ja mal ein Ding. Die Berliner legen eine verdammte, hirnspaltende Line aufs Berliner Pflaster. Ich bin voll von den Socken, angesichts der Tatsache, wie intensiv POSTMORTEM doch klingen können. Nicht dass ich das heute erst entdeckt hätte, bin schließlich schon in den frühen 90ern zu ihren Konzerten gefahren, aber es wird mir gerade erst wieder klar. Ich hatte die tatsächlich nicht mehr auf dem Teller. Und dann kommen die mit so was zurück. Das Label erzählt was von Old School, da gehe ich aber nur bedingt mit, denn „Constant Hate“ ist eine lupenreine und eben sehr modern klingende Thrash Granate.
Bin mir sogar sicher, dass POSTMORTEM musikalisch bewusst auf der Höhe der Zeit sind , dabei die alten Erinnerungen (vielleicht) etwas wehmütig mit sich rumträgt, aber sich keinesfalls an Vergangenes klammert. Dieses Album bringt frischen Wind in die Szene, es groovt, rockt und brennt sich unweigerlich auf jeder biologischen Festplatte ein. Allein Putz unverkennbare Vocals sind so variabel , herausfordernd und beinahe arrogant ( damit kann er bekanntermaßen prima spielen), dass sie direkt zum mitgrölen einladen.
Die Produktion ist messerscharf, weist keinerlei Schwächen auf und macht letztendlich aus diesem Album ein wahres Riffmassaker.
9/10

DEVOURED FLESH REGURGITATION - Bones, Flesh ´n Partysnacks - Cd/Grindhead Rec


Dieses Album setzt sich aus brutalem und sinnfreiem Gore Grind Geschepper zusammen. Der Sound ist recht mies und besonders an den verschiedenen Gesangsleistungen ist zu hören, dass es sich hier um eine Studio Liveaufnahme handeln muss. Musikalisch gibt es reichlich auf den nackten Arsch, matschige Riffs, grindige Blastattacken, mit dem Rektum produzierte Vokaleinsätze. Zudem wird auch ansatzweise in anderen Genres gefischt, ist „Lets Eat Vomit“ doch ne schicke 3 Akkorde Crust Punk Nummer mit Pit Shifter. Oder „Toilet Flush“ könnte genau so gut ne alte ND Nummer sein. Im allgemeinen aber ist goriges Hüpfspiel angesagt. Alles schon oft verzehrt und schmeckt somit rein subjektiv ziemlich nach Pappe. Prinzipiell steh ich ja genau auf diesen Krempel aber da gibt es besseres. Trotzdem ist der Spaßfaktor nicht zu leugnen und so geht zumindest für mich, dieses Album halbwegs in Ordnung. Inhaltlich wird klischeebeladen voll auf Matsch und Gammel gesetzt und musikalisch kriegen Fans von DEAD INFECTION oder REGURGITATE die volle Breitseite. Brüllvokills und Harmonizer geben sich nett die Klinke in die Hand, die Riffs sind alle hinlänglich bekannt, die Band versucht also erst gar keine Experimente und setzt auf bewährtes. Bei so einer Einstellung ist es aber auch kein Wunder, dass den Brüdern schnell der Atem ausgegangen ist. Die Band hat sich bereits 06 aufgelöst.
6/10

TRAUMATIC VOYAGE -Cogito Ergo Sum- Cd / Merciless Records


Das hier ist glaube ich ein Re-release. Die Songs sind wohl schon an die 10 Jahre alt oder noch grauer. Und wie ich das aus anderen Veröffentlichungen von „Astorian“ kenne, klebt der wieder alle Stilmittel aneinander. Vom Opener bin ich sehr überrascht, aber das sollte es eigentlich, hätte ich mich mehr mit diesem extrovertierten Typen auseinander gesetzt. Muss ich aber nicht! Die Cd beginnt mit einer beinahe klassischen Synthie-Pop Nummer. Alles was darauf folgt ist ein Konglomerat aus Black Metal, Gothic Geseire, diversen nihilistischen Samples und Electrokacke. Ich hatte es ja früher schon mal gesagt, hier wird einfach zu viel gewollt, eine Scheibe so zu überladen bleibt nicht ungestraft. Wenn denn schon einer von sich behauptet er wäre vielseitig, dann sollte er in der Lage sein, selbige auch in die richtigen Bahnen zu lenken und gegebenenfalls mehrere Projekte in Angriff zu nehmen. Versteht mal, ich esse liebend gern Rindersteaks und auch diverse Fruchteissorten. Ich würde doch aber nie auf die Idee kommen, das alles zusammen zu rühren. Musikalisch kann der schon was, jahrelange Erfahrung trägt seinen Teil dazu bei, aber das Ergebnis ist und bleibt viel zu konfus. Im Endeffekt wir das für den Herren „Astorian“ aber kaum eine Rolle spielen, da er uns nach eigener Aussage so wie so alle hasst, wird er kaum erwarten, dass jemand diesen Brei frisst. Fragt sich nur, warum der mit dem Quatsch nicht im Keller bleibt.
2/10

GRUESOME STUFF RELISH -Teenage Giallo Grind- Cd/No-Escape


Und noch mal G.S.R.. Im Zuge ihrer neu gewonnenen Popularität wird so beinahe alles wieder veröffentlicht, was die 3 Spanier jemals gemacht haben. Neben ihrer Split mit BRUTALITY REIGNS SUPREME über Grindhead Records darf auch ihre Debüt-Cd aus dem Jahre 2002 nicht fehlen. Auch hier ist äußerlich alles unangetastet geblieben. Dafür dürfen wir uns jetzt 5 zusätzlicher Songs erfreuen die ursprünglich als 3 – Way Split mit GOREROTTED und GRONIBARD im Jahre 2003 erschienen sind. Selbige sind mittlerweile vergriffen und auch nie wieder in ihrer ursprünglichen Form aufgelegt worden, so dass sie hier als Bonus einen guten Eindruck hinterlassen. Deutlich zu merken ist die Entwicklung der Band, wenn ich mir die aktuellen und die alten Aufnahmen anhöre. Heute sind die Brüder schon einen ganzen Zacken schärfer und ideenreicher als dazumal. Das muss ich fairerweise eingestehen, auch wenn mir das Album damals schon zu gefallen wusste. Sei es drum, die Nachfrage ist scheinbar da und so ist eine Neuauflage legitim und mit Bonussongs sogar richtig lohnenswert. Neu abgemischt scheint das Zeug nicht zu sein, aber das spielt eigentlich auch gar keine Rolle. Also Kinder, ran an den Speck!

GRUESOME STUFF RELISH- Horror Rises From The Tomb - Cd/No-Escape


Das Erscheinen dieser Cd ist in der Tat ungewöhnlich, handelt es sich doch bereits um das Re-Release des ebenfalls dieses Jahr aufgelegten Originals über Razorback Records. Ob sich dort jemand verkalkuliert hat entzieht sich momentan meiner Kenntnis aber wenn sich das australische Label NO ESCAPE in Zusammenarbeit mit der Band dazu entschieden hat den Spaß noch mal zu machen, muss zumindest Bedarf bestehen. Selbigen verstehe ich auch, sind G.S.R. doch die Meister des Horror – Grind und niemand entlockt der Gitarre so gruselige und schreiende Töne Santiago Argento. Rein optisch hat sich wenig geändert, der neue Druck ist deutlich schärfer aber das Cover blieb unangetastet, auch das Booklet bis auf das Bandfoto. Die neue Version enthält noch zwei neue, bis dato unveröffentlichte Songs, was den Anreiz erhöhen soll, den Besitzern der Razorback Version aber leider das Nachsehen bereitet. Es muss schon was dran sein, an einer Band, die vor 6 Jahren das letzte und einzige Album gemacht hat und danach nie wirklich aktiv schien. Und plötzlich stürzt sich die vereinte Grindmeute auf das Trio und macht sie zu einem hoch begehrten Akt. Wie das so scheinbar über Nacht möglich war, bleibt mir schleierhaft aber verdient ist der Erfolg zweifellos, denn das was G.S.R. bieten, ist allerfeinste Grindmusik an der sich so mancher in Zukunft messen lassen muss.

PARASITE HILTON - Cymothoa Exigua - Cd /Eigenprod.


Für den Bandnamen gibt es natürlich schon mal einen Pluspunkt. Der Rest ist dann so eine Mischung aus Grindcore und Clownerie. Die Songs sind recht kurz, oft chaotisch, klingen manchmal etwas zusammengestückelt und ne Spur zu dünn produziert. Die Band kann sowohl Groove als auch ein totales Noise Desaster verbreiten und das innerhalb von Sekunden. Dann drischt, brüllt und kreischt alles scheinbar durcheinander. Auf so krasse Tempowechsel muss man erst mal stehen. Die Scheibe ist ein spaßiges aber wohl nicht ganz ernst zu nehmendes Geschepper mit zu vielen Sampels. Die unterbrechen für meinen Geschmack den Fluss der Songs ganz erheblich. Aber das gehört eindeutig zum schrägen Konzept der Band. Ist auf jeden Fall ein skurieler Humor, den die Knaben verbreiten und der wohl zumindest bei uns Germanen nicht so richtig funktioniert. Reduziert auf die Musik machen PARASITE HILTON aber schon richtig Spaß und treiben den Pulk mächtig an. Jeder, ob er nun brutalen Death Metal, Grind-, oder Hardcore (selbiger wird aber eher verarscht) mag, kriegt ein Stück vom Kuchen ab. Ein Teil der Songs ist von der 2007er Ep übernommen und die „lesbische Oma“ von DISMEMBERED FETUS wurde gecovert. Aber das ist wohl eher so ne Kumpelnummer. Unterm Strich bleibt ein Stück zwiespältiger Lärm, der musikalisch satt auf die Zwölf geht aber auf Grund seines Gesamtkonzeptes sicher nur in den Staaten richtig funktioniert. Was bleibt ist Geballer mit Insiderhumor.
7/10

PARASITIC EXTIRPATION -Knee deep in disease -Mcd /Eigenprod.


Diese feine Ep ist ein typisches Ami - Werk und doch ausgefeilter als die meisten. 3 beeindruckend straighte Songs voll von brutalen Harmonien, Slamattacken und jeder Menge technischer Spielereien inklusive peitschender Obertöne. Schon allein das komplexe Songwriting lässt die Konkurrenz erblassen, wenn gerade eben noch aus allen Rohren gefeuert wird, pfeifen im nächsten Moment kurze aber schick verfrickelte Solos herbei. Groove, Blast und eine Portion guten technischen Metals stehen 10 Minuten lang Schulter an Schulter und treiben mir doch wirklich den Dreck aus den Ohren. Es klingt nicht ein Gramm nach Improvisation, die Nummern sind bis ins Letzte durchdacht und kommen mit viel Abwechslung und ohne Umschweife auf den Punkt. Will sagen, der Kram macht von Beginn an Spaß und es ist deutlich zu hören, dass hier keine Eintagsfliegen in den Topf scheißen. Die Produktion klingt rund und unglaublich satt, das ist nichts überlagert, alles ist da wo es hin gehört. „Knee deep…“ hätte gern länger gehen dürfen (war wohl ursprünglich mal als Split geplant), überzeugt aber trotz seiner Kürze auf der ganzen Linie. Brutaler US Death Metal von der besseren Sorte! Als 4. Stück gibt es noch ein klassisches Gitarrenstück von Fernando Sor, einem längst vergammeltem Zopf der wohl nur Musikstudenten ein Begriff ist. Trotzdem nicht übel.
9/10

THORN -Bio Satan Sex - Ep


In Fahrwasser von CANNIBAL CORPSE und SIX FEED UNDER kann eine Band, die auf Midtempo-Death Metal ausgelegt ist, nicht viel falsch machen. Innovation mal außen vor gelassen, bietet diese Ep 4 recht brachiale einfach strukturierte und brutale Songs. Sind schon ganz gut getextet, wirklich heraus sticht aber nur der letzte, „Malignant Purulent“, der die richtige Portion Schmackes hat und mit dezent gesetzten Obertönen anheizt. Wäre der Rest auch so, müssten wir uns auf was Großes gefasst machen. So bleibt wohl nur eine durchaus gute nicht aber überragende Ep zurück. Natürlich will ich das musikalische Gesamtbild nicht schmälern, denn Spaß macht es auch so. Ich bin mir halt nur sicher, dass da noch wesentlich mehr geht. Der Frontmann packt für meinen Geschmack zum Beispiel zu viel Frösche und Ochsen in sein verbales Gesamtkunstwerk. Ist ja schon beeindruckend, aber tiefe Growls, die er super beherrscht, reichen für diese Art Musik vollkommen aus. Die Gitarre ist prall, und gefällt mir besonders gut, wenn das restliche Instrumentarium schweigt. Umso heftiger wird es, wenn danach alle wieder einsetzen. Die gute Produktion tut ihr übriges.
Bio-Satan-Sex spielt auf einem anständigen Niveau und wird viele Death Metal Fans begeistern können, nur das letzte Quäntchen fehlt halt noch. (www.todesmetall.de)
7/10

GORETRUST - Last Revolution -Cd/ STF – Records


Staubtrocken klingt sie, die “letzte Revolution” vorn GORETRUST. Rein vom Arrangement und vom Sound erinnern mich die Aufnahmen so ein Stückchen weit an Speckmann und MASTER. Also Old School Death Metal aus allen Rohren, der sich selbstredend von der Geschwindigkeit her nicht überschlägt aber dafür mit basslastigen Riffs attackiert. Die sind oft tonnenschwer, strotzen aber auch nicht vor Innovativität. Voll überzeugt bin ich zwar von der Musik nicht, aber wenigstens ist das Album versiert genug eingespielt um sich nicht etwa dilettantische Nichtigkeiten nachsagen lassen zu müssen. Na und klauen können sie auch, aber das will ich gar nicht unbedingt ankreiden, denn das tun sie bei den Guten und sollte als Ehrerbietung durchgehen. Jedenfalls sind UNLEASHED nicht fremd. Die Songs an sich sind simpel gestrickt und manchmal etwas zu dumpf, zur Auflockerung ist ab und an ein Keyboard zu hören. Selbiges drängelt sich aber nie in den Vordergrund und beherrscht so glücklicherweise die Songs nicht. Das macht dann eher das Schlagzeug, das das Album vorantreibt und Hauptursache für diesen furztrockenen Sound ist. Ab und an gibt es mal den Versuch einer Melodie oder gelungene kurze Heavy Metal Solos. „Last Revolution“ ist roh, rockig manchmal monoton und trotzdem eine Empfehlung wert.

7/10

MISERY INDEX - Traitors -Cd/Relapse


Ähnlich wie auf „Discordia“ kommen MISERY INDEX direkt zur Sache. Das Schlagzeug klingt immer noch wie bei DYING FETUS, der Groovefaktor der Gitarren ist zurück geschraubt, dafür die Riffs aber sehr straight und häufig recht modern geschrieben. Das verwirrende Gefrickel ist Schnee von gestern, kurze melodiöse Solos ersetzen zu kompliziertes Gitarrengeacker. Die Songs sind klar strukturiert, flott runter gespielt und deutlich von einander zu unterscheiden. Hier wiederholt sich nichts. Das Gebrüll im Doppelpack hat seine eigenen Reize und bleibt uns hoffentlich auch weiter erhalten. „Traitors“ ist keine typische US - Death Metal Scheibe, sondern bedient sich gleichwohl vieler Old School Elemente als auch reichlich moderner Einflüssen. Geschickt gemacht, denn so schafft dieses überaus brutale Album den Spagat zwischen langsam ausfallenden und frisch wachsenden Haaren, wenn ihr wisst, was ich meine. MISERY INDEX wachsen mit den Jahren an sich selbst, haben ihre Musik aufpoliert und die eigenen Grenzen gesprengt. Aber wie erwähnt, nicht erst auf dieser Scheibe. Selbige ist eher eine logische Konsequenz auf „Discordia“. Zu bemerken bleibt, dass einiges an ansatzweise harmonischen Strukturen hinzugekommen und das Songwriting an sich einen Tick abwechslungsreicher geworden ist. Was nicht gleichbedeutend mit anspruchsvoll bedeutet. MISERY INDEX spielen sich problemlos in die Gemüter einer Metalgemeinde die auf eingängige aber qualitativ hochwertige Kost steht. Ja Kinder, „Traitors“ wird die zu erwartende dicke Nummer ohne Aussetzer für ein breites Publikum!
8/10

ULTRWURSCHT -Cheese Ass Built My Hot Dog -Cd / Bad Land Rec./Twilight


Wenn’s beim Krawall machen einzig ums Fressen geht, bajuwarische Traditionen auf den Spieß gesteckt, holländische Wahrzeichen mit Käse beworfen und selbst französische Traditionsgerichte verunglimpft werden, dann stell ich mir fette untalentierte Irre vor, die vor nichts zurück schrecken und natürlich auch nicht ernst zu nehmen sind. Bei dem Bandnamen scheint alles gesagt. Titel wie „Ochsenkaskrainer“ und „Camembert-Dismember-Bear“ belegen, wie blödsinnig das Individuum Mensch im Weißbierrausch texten kann!...
Oder muss ich den Sachverhalt möglicherweise doch umdrehen um alle Klischees zu widerlegen? Zum ersten hat nicht einer der Kerle einen Schmerbauch, dann lege ich die kulinarischen nationalen und internationalen Attacken mal als ironische Querverweise auf unsere Überflussgesellschaft aus. Und „untalentiert“ trifft verdammt noch eins auch nicht zu, denn zumindest ich und meine einzelligen Bettgenossen erfreuen sich eines brutalen Reigens aus Death und Grind, behangen mit MALEVOLENT CREATION und SLAYER Riffs wie ne Weihnachtstanne. Das zielt ungebremst auf das Zifferblatt. Die Titel bleiben trotzdem doof, aber das ist ja der Plan. Wenn MINISTRY das mitkriegen, wie deren „Jesus Built My Hotrod“ zur Sau gemacht wird, die Käseköppe und Froschfresser der lyrischen Entgleisungen habhaft werden, dann wird die Welt verflixt klein für Ultrawurscht. Aber vor allem dürfte es in der eigenen süddeutschen und ostmärkischen Heimat eng werden.
Aber auf sattem Niveau prügeln, das können sie und mit etwas Glück kommen sie damit auch durch.
7/10

SWORN AMONGST - And So It Begins -Cd /Rising Record / SPV


Ich sag es wie ist. Das hier ist die wohl mit Abstand beste Thrash Scheibe die ich seit Ewigkeiten gehört habe. Und zwar weil die 4 Musiker, denen selbst gerade der Flaum am Kinn sprießt, es schaffen mich wieder jung werden zu lassen. Na ja, wenigstens schicken sie mich auf eine interessante Zeitreise zurück nach Bay Area und seinen gigantischen Gitarrenriffs. Zurück zu Solos, die Metallica in ihren besten Zeiten um nichts nachstehen. SWORN AMONGST sind der frischeste Wind, seit RE-ANIMATOR und NUCLEAR ASSAULT auseinander gefallen sind oder nur noch sporadisch für großes Geld spielen. Und „And So It Begins“ ist mindestens genau so intensiv wie das letzte EXODUS Output. Hier kommt noch hinzu, dass das Grundgerüst um einiges melodischer ist als erwähnte Altherrenriegen. Trotz dem gelingt der Spagat zwischen aggressiver Härte und absolut frischer, ja beinahe naiver Unbeschwertheit. Keiner der 4 zeigt auch nur den Ansatz von Berührungsängsten und ist vom spielerischen Niveau jetzt schon weit oben, so weit, dass manch ergrauter Veteran nur blass werden kann, denkt er an seine eigene Jugend zurück.
Fettes Songwriting, satter Sound, extrem talentierte Musiker, Nackenmuskulatur was brauchst du mehr. Thrash till death!
9/10

THE OATH -4 - Cd / Code 666 / SPV


Ich könnte es kurz machen, so schnöde wie der Albumtitel ist, so altbacken klingt die Musik. Damit wäre ich durch… Na ja ich will mal nicht so sein. Das, was dieses französische 5 Gestirn zu bieten hat, ist vordergründig eine selbst angepriesene Mixtur aus Black Metal mit glücklicherweise einigen Thrash Metal Riffs und viel Melodie. Warum auch nicht, rein spielerisch nicht mal verachtenswert, so was bleibt nun mal subjektiv. Richtig auf den Zeiger geht mir dann aber das Keyboard. Der Quatsch klingt leider völlig ambitionslos und ausgekaut. Genau so klangen seiner Zeit EMINENZ und die durften das glaube ich auch.
Wenn ich’s genau nehme ist die komplette Scheibe nicht all zu weit von EMINENZ weg.
Der Klimperkasten hat trotz relativer Hintergründigkeit zu viel Eigenleben, so dass oft, völlig unpassend, sonst sehr fitte Songstrukturen auseinander zu reißen scheinen. In dieser Hinsicht sollte unbedingt noch mal über den Sound des Tastengerätes nachgedacht werden, da es zusätzlich die Aggressivität der Scheibe unglaubwürdig macht. Am besten den Klimpertypen gleich Bier holen schicken!
Gesanglich werden die Mikros durch 2 geteilt und wir kriegen wenig überraschendes zu hören. Im Ganzen gesehen werde ich den Eindruck nicht ganz los, dass die Brüder sich nicht so recht zwischen düsteren Tönen und gekonnten aber hier eher belanglosen Melodiebögen entscheiden wollen. Der Sound ist unbestritten prall!
Etwas ungeschickt ist der Werbetext zur Platte, der die Band in die brutale Metal Ecke schieben will. Ich unterstelle natürlich keine bewusste Produkttäuschung.
Als Fazit bleibt zu sagen, die Cd ist recht durchschnittlich und nur eingefleischten Szenekennern zu empfehlen. Wie erwähnt, rein von Können nicht übel, aber das Gesamtbild passt nicht.
5/10

INTESTINAL DISGORGE - Sociopath- Cd /Rotten Roll Rex


40-mal MACABRE Attitüde in zwanglosem und ziemlich schmutzigem Grindcorekostüm bietet „Sociopath“ Und der Albumtitel scheint in direkter Verbindung mit den geistigen Gebaren und gestörten Verhaltensweisen der Musiker zu stehen. Die prügeln, bellen und kreischen sich beinahe jungfräulich alle verborgenen Triebe aus diversen Körperöffnungen. Der Spaß (und ein solcher ist es für die Musiker eindeutig) ist sehr flink runtergerasselt, erinnert rein strukturell tatsächlich an das Trio aus Chicago, schwingt aber einen hörbar brutaleren Hammer und hat einen Gitarrensound der wenigstens teilweise frühen LENG T´CHE Sachen gleich kommt. Die Gitarre kling leicht verzerrt und wird öfters auch solo eingesetzt, was den Klang noch prägnanter mit der grauen Substanz verschweißt. Zugegeben, die einzelnen Stücke sind nicht zwingend Glanzlichter schöpferischen Schaffens aber das Gesamtwerk ergibt ein sehr zufrieden stellendes Bild einer von Trieben und versteckten Zwängen verkorksten Menschheit…oder so. Ich nenn es mal den augenzwinkernden Soundtrack zum Untergang abendländischer Werte. Oder auch Scheiße geiler Grindcore!
Macht definitiv viel Spaß und wenn dann einer der drei Sänger (die haben tatsächlich drei, den ganzen instrumentellen Quatsch verbricht der 4. Mann allein) zum ultimativen KING DIAMOND Konntest ausholt, verkrampft sich mir das Zwerchfell vor Vergnügen. Völlig kaputtes Zeug, musste haben sonst biste Assi!
8/10

SPASM - Paraphilic Elegies -Cd /Rotten Roll Rex


Kinder auch eins, hat mich dieses Grind & Gore Gemetzel begeistert. Zum einen, weil SPASM diesen gewissen tschechischen Flair haben der musikalisch sehr eigen ist und von Bands wie JIG AI, EARDELETE oder PIGSTY vertraut ist. Zum anderen aber auch und besonders, weil sich das infernale und hocherotische Trio immer noch strikt weigert in ihrer Grindcore - Version Platz für eine Gitarre zu machen. Tatsächlich muss auch ich mich fragen, warum sie das eigentlich sollten, ist der Basssound doch so tief und dicht, dass jeder Sechssaiter offensichtlich überflüssig bleiben muss. Und so kann ich mich ungebremst und zwanglos einem perfiden Hörgenuss hingeben. Die Spaßtruppe versieht ihre unglaubliche hämmernden und groovenden Töne mit einem sexuell sehr anrüchigem Background, der aber keinesfalls plakativ oder pornografisch ist. Eher so was wie ein moderner Boccaccio der sein eigenes Äußeres durch maßlose Übertreibung kaschiert. Somit bleiben alle klischeebeladenen Pornointros und diverses Pseudogestöne fast außen vor. Nun gut, es liegt auf der Hand, dass SPASM auch GUT covern aber ihr ausgefeilter Sinn für Ironie macht sich anders bemerkbar. Und zwar mit „Love Me Not“ von den russischen Populärschlampen T.A.T.U.. Und da muss erst mal einer drauf kommen. Was für ein irrer Haufen, der uns eine amtliche Prachtlatte an brutalen und gutgelaunten Songs hinlegt. Für Fans tschechischer Grindausbrüche ein sehr wertvolles Produkt! 9/10