Wednesday, October 14, 2009

BUNKUR – Nullify – Cd/Displeased Records


Selbst für wahre Doomster-Maniacs dürfte BUNKUR ein hartes Stück Brot sein. Bleischwer schleppt sich ein Album dahin, das mit einer beeindruckenden Behäbigkeit gesegnet ist, wie sie mir noch nie untergekommen ist. Auch ich musste lernen, dass Doom nicht gleich Doom ist und „Nullify“ ganz gewiss ins Guinnesbuch aufgenommen wird. Nicht einzig wegen seiner Behäbigkeit, den ersten Anschlag eines Saiteninstrumentes registriere ich nach 6 Minuten, sondern weil das Album aus nur einem Song besteht. Dieser wird vom Label mit 77 Minuten angegeben, irrigerweise gibt es im Netz auch noch eine Zeitangabe von114 Minuten und meine mp3 läuft tatsächlich volle 3 Stunden ohne Absetzen. Was also tatsächlich da veröffentlicht werden soll, weiß ich gar nicht so genau. Eines ist jedoch ganz gewiss, da das ganze Unternehmen nur aus einzelnen Saitenanschlägen besteht, wobei jede Saite so ne Minute vibrieren muss, bevor wieder drauf gehauen wird, müssen die Musiker und auch deren Die Hard Fans dauerbreit sein. So ähnlich stelle ich mir die „sit in´s“ in den ausgehenden 60ern vor, als zahllose Langhaarige im Dauerzustand „stoned“, bei ominösen Psychedelic – Veranstaltungen auf dem Boden saßen und bunte Kreise und andere wabernde Geometrie analysiert haben. Wenn BUNKUR live spielen, muss man eine Woche Urlaub nehmen. Außerdem ist es Fakt, dass wohl beinahe jede andere Band dieses Gummiband von einem Song in 2 Minuten runterspielen könnte ohne einen Anschlag aus zu lassen. Aber ich will ja nichts diffamieren, schon gar nicht aus Ignoranz und Unwissenheit, ha ha. Auf „Nullify“ passiert aber leider nicht wirklich was, außer extrem basslastiges Dauerdröhnen und vereinzelte Soundeffekte, wie eine Glocke und anderes Gebrumme. Jede Zeitlupe ist schneller als BUNKUR, und so wird diese Schlaftablette (im N3 Format) nur bei ganz speziellen Teilnehmern unserer Gesellschaft Freunde finden, ich meine wann verdammt soll ein arbeitender Mensch das alles hören. Da stehst du morgens um 5 Uhr auf, kommst am Abend nach Hause, machst dir ein Bier auf, wirfst die Cd in den Player und pennst direkt ein. Ein Glück, dass ich gerade Urlaub habe. Von echter Musik hat BUNKUR nicht viel, einzig eine düstere Stimmung erzeugen funktioniert damit ausgezeichnet.
5/10

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