Monday, November 30, 2009

AMPUTATED - Wading Through Rancid Offal - Cd / Sevared Records


Hölle, dieses Album hat alles was eine brutale Scheibe braucht, Groove, Blast, Slam, kompromissloses Geschredder, und Riffs, die Nervenleitbahnen ganzer Büffelherden zersägen können. Dazu ein oder mehrere Schweine an den Mikro (s) und weg ist die ganze Langweile, die ich von AMPUTATED tatsächlich erwartet hatte. Bislang haben die mich jedenfalls nicht umgeboxt und auch live war das nicht erwähnenswert (OEF). Doch nunmehr scheint alles wie umgewandelt, „Wading…“ ist ein ungemein heftiges Werk, zumindest auf der zersplitterten Schlachtbank des blutigsten Handwerks auf dem Planeten Metal. Mit ungebremsten Goreattacken, reichlich pervertierten Introgelabers und sonstigen Klischeebedienung an allen Ecken, kann beinahe nichts schief gehen. Wenn dann noch ein einigermaßen geschicktes Songwriting aus möglicherweise schnell fade werdenden Slam - Nummern (das Geschrammel wiederholt sich bei vielen Bands in der Regel und macht mich in meinem Schaukelstuhl fix müde) echte Nackentöter macht, ist die ganze Unternehmung auf der Siegerstrasse. AMPUTATED haben es geschafft, und das nötigt mir großen Respekt ab, trotz dem sie im Genre aus dem vollen schöpfen, jedem Song ein eigenes Leben einzuhauchen. Auch ein vordergründiges Album, bestehend aus rohem Gehacke und blutgetränktem Image darf gern abwechslungsreich sein. Dieses hier jedenfalls ist es und keine der 9 Nummern hängt auch nur ansatzweise durch. Bei den zahllosen brutalen Death Metal Alben die ich dieses Jahr gehört habe, gehört „Wading…“ richtig weit nach vorn. Starkes Paket unterstützt von einer anständigen Produktion, lohnt sich mit Sicherheit! 8/10

STIGE - Christmorphosis - Mcd


Würde ich diese Mcd mit einem Karnickel vergleichen, das auf einer Rassetierschau schüchtern in der Ecke kauert, bekäme sie, genau wie das Langohr ein N.B. . Quasi NOCH BRATFÄHIG, weil die Blume schief sitzt und es wahrscheinlich nur ein Ei hat und trotzdem von irgend jemandem geliebt wird. „Christmorphosis“ ergeht es genau so, das Ding ist bei weitem nicht übel, bekommt aber im großen Sturm der metallischen Elemente nur schwerlich Oberwasser. Aber es gibt auch Nischen, in denen sich der eine oder andere wohl fühlt und wahrscheinlich das old school lastige Death/Thrash Gerüttel für sich entdecken wird. Mir selbst fehlt bei allem hörbaren Spielriemens der Musiker die initiale Spritzigkeit, die Songs sind etwas bieder geraten und wirken staubig. Ist aber nix dran, dass mit einem Stahlschwamm nicht poliert werden kann. Das Equipment haben die sicherlich, fehlen nur die passenden Ideen um die zumeist langweiligen Riffs aufzupeppen und irgend etwas zu erschaffen, das die Ohren ohne Umweg anspricht. Die Riffs, die dann tatsächlich Schmackes haben, sind eher geklaut, oder wenigstens in ähnlicher Form schon mal auf Veröffentlichungen Anderer erschienen. Nun will ich STIGE aber nicht schlecht reden, denn ein übles Release ist „Christmorphosis“ wie erwähnt nun auch nicht. Wer sich mit passablem Death Thrash zufrieden gibt, einigermaßen ansprechendes Handwerk zu schätzen weis, auf Tempoausbrüche gut verzichten kann und die Welt so wie so nicht neu erschaffen will, der starte gern einen Versuch mit den Erzeugnissen italienischen Musikschaffens. 5/10
http://www.myspace.com/stigemetal

Wednesday, November 25, 2009

BLACK MARKET BODY PARTS - The Perfect Grime - Mcd


Naiv, ungestüm und voller pubertärer Sexfantasien, dass ist es, was man den jungen Wilden nachsehen muss, wenn sie in all zu viel Schweinkram abtauchen. Diese Debüt Ep quillt davon nur so über. Aber wenn Szeneveteranen sich in Pussy-, und Analballaden verlieren, was sollen wir denn dann von der neuen Generation erwarten. Gestöhne, bettelnde Schlampen, Schrotflinten und brüllende Soziopathen sind die Grundwürze für ein am Rande noch an Grindcore erinnernde Geräuschkulisse. Die lasziven Räkelein sind mit elektronischen und monotonen (aber durchaus passenden) Samples unterlegt. Generell haben die Brüder keine Angst davor, konventionelle Grenzen zu sprengen, auch wenn das im Endergebnis nicht unbedingt revolutionär ist, denn eigentlich geht es ja nur um Vögelei mit akustischer Begleitung. Eine musikalische Tortur durch die Untiefen der Gedankenwelt eines Ted Bundy und all seiner ferngesteuerten Kampfgenossen. Spaß am Sex, koste es was es wolle! Die Gitarre ist etwas schrill und erinnert zusammen mit dem Drumcomputer und partiell auch dem Gesang öfter an Industrialsound als an reine Grindeskapaden. Ungefähr wie MINISTRY und DEAD INFECTION auf derselben Umlaufbahn um den Planet Pussy. Das Ganze ist recht interessant und sicher auch brutal genug um die Gorefreaks dieses Planeten von dem etwas ungewöhnlich anmutenden Lärmexperiment zu überzeugen. Mir selbst ist diese Art der schlüpfrigen Genreverknüpfung jedenfalls noch nicht unter gekommen, nur deshalb lasse ich mich zu einer hohen Punktvergabe hinreißen. Ernsthaft Musikinteressierte sollten davon aber die Finger lassen. Die EP gibt es als legalen free download: http://www.myspace.com/blackmarketbodypartsband
7/10

Thursday, November 12, 2009

IN THE SHIT - Demo


Dieses Krawallgebilde aus Boston behauptet von sich selbst, Crust Core zu spielen. Das stimmt aber nur bedingt, wenn man auf das Gekreische des Fronters und das punkige Gebelfer der restlichen Mannschaft achtet. Tatsächlich klingt das jedoch nach starkem Power Violence Getöse, auch wenn die Band das selbst negiert. Die sind schnell, aggressiv und die Gitarren klingen viel zu brutal für reinen Hardcorepunk. Außerdem habe ich glaube auch mehr als 3 Riffe gezählt. Ja, 5 Nummern um eine Minute, das passt auch zum Tempo und ich muss schon verdammt aufpassen, dass das Zeug nicht schneller durch ist als mein Kaffee. Die offiziell hässlichste Band Bostons ist somit ganz sicher beide Ohren wert und ich warte nur darauf, dass die mal was längeres veröffentlichen, denn das hier lohnt nicht wirklich. Auch wenn die Musik cool ist, bleibt doch nicht mehr als ein Fliegenschiss auf heißem Stein. Und da die von sich selbst sogar behaupten, dass sie schlampig spielen, ist der Spaßfaktor höher angesetzt als die angestrebte Ernsthaftigkeit des Gescheppers. Ich freue mich nur, dass ich trotz Überschall - Spielgeschwindigkeit und dazu passender Zeit, die meinige nicht verschwendet, und doch Gefallen an IN THE SHIT gefunden habe. Empfehlen kann ich diese Band all jenen, die mit Sternburger aufwachen und mit Sangria wieder ins Bett kippen. Was für ganz kaputte zum andere Leute anbrüllen. Behaltet die Band mal auf dem Schirm, könnte noch interessant werden. http://www.myspace.com/intheshitboston
7/10

HYPNO5E - Des Deux L'une Est L'autre - Cd


Scheinbar ist diese französische Band recht erfolgreich und in der Bio steht was von „Zukunft des Metals“. Für ersteres bin ich wohl doch zu engstirnig und zweiteres will ich um Himmels willen nicht hoffen. HYPNO5E ist eine ganz krude Mischung aus Ambientklängen, Progressivität und Meatlcore bis Mathcore. Also rein spielerisch tatsächlich über alles erhaben, den Bogen haben die Typen ganz locker raus. Aber rein subjektiv (ich beurteile das jetzt mal so) überspannen sie denselben recht schnell. Denn wer ständig Breaks reinhaut, progressive Metalparts alle Nase lang mit Akkustikeinlagen und klassischen melancholischen Gesängen (wenn auch kritikfrei sauber vorgetragen) versalzt, der verhindert jegliche Orientierung. Zeitweise drängt sich das Gefühl auf, hier spielen 2 Bands mit völlig unterschiedlichen Stilen gegeneinander. Der Quark wird am nervigsten, wenn sich beides überlagert. Ich hab mich tatsächlich dabei ertappt auf meinem Rechner zu schauen ob da nicht irgendwo noch eine andere Musikquelle wabbert. Das ist genau so als würdest du Lemmy und Nana Muskouri auf die gleiche Bühne stellen, ist doch albern. Irgendwie habe ich ständig den Eindruck, da läuft irgend ein französischer Autorenfilm im Hintergrund oder du hörst einen schicken Radiosender und dann drückt MDR Figaro durch und ich komme nicht dahinter, warum die das machen. Das ist nicht Ambient und zukunftsweisend, das ist vollkommen abgedrehter und strukturloser Mist. Das Album richtet sich an ein ganz spezielles Publikum, das zum Genuss des Werkes dauerbreit sein muss, um den speziellen Zugang zu seinen Kompositionen zu finden. Wie gesagt, musikalisch haben die es voll raus, aber die Arrangements, auch wenn sie für die Musiker sicher außergewöhnlich und einzigartig sind, klingen für mich wie eine Massenkarambolage auf der A4. Das hier geht nur für ganz Mutige!
http://www.myspace.com/hypno5e 3/10

Saturday, November 7, 2009

CAMPAIGN FOR MUSICAL DESTRUCTION # 15


Gerste hat die aktuelle Ausgabe dieses mal quasi im Alleingang durchgezogen, was mir erst mal Respekt abnötigt. Na ja, ein bisschen Hilfe hatte er schon. Das neue CFMD richtet sich wie gehabt einzig an UG Besessene. Leser von Postillen aus dem Bahnhofskiosk werden keine Band kennen (unterstell ich mal frech) und sich mächtig die Augen verderben (ganz sicher). Dieses Blatt ist so was von Old School und Platzverschwendung bedeutet pure Blasphemy, denn jeder weiße Schnipsel ist eng bedruckt. Vollgerammelt mit Informationen und zwar dermaßen, dass selbst ich die Brille aufsetzen und den Deckenstrahler anmachen muss. Die Zeit wird langsam zu meinem Feind. Heul!
Interviews gibt es einige gelungene, GODS OF EMPTINESS zum Beispiel. Die wieder erstandene Kapelle brilliert mit richtig intelligenten Antworten und weiß sich auch ohne Klischees und langweilige Standards ins Bild zu setzen. Freut mich, dass es immer noch Bands gibt, die wirklich was zu sagen haben. Ebenfalls richtig gut sind die Plaudereien mit IRATE ARCHITECT (für mich persönlich eine der talentiertesten „neuen“ deutschen Death Metal Bands), TACHELESS (die selbiges reden und ein gesundes Weltbild besitzen).
Außerdem darf der Kögel über PURGATORY und die letzte Scheibe quasseln, Rico über sein Label (FDA Rekotz) und sein Internetzine (EXTEME AGGRESSION –hatte ich auch mal einen Part) das der Zahn der Zeit wohl doch stillgelegt hat. Dann noch Interviews mit BELCHING BEET (waren auf dem Blutsvente Anfang des Jahres der absolute Knaller), SAKATAT (die durch so manche UG Publikation herum gereicht werden und für guten alten Grindcore stehen), SLAUGHTER OF THE INNOCENTS (ebenfalls richtig cool), BURT, BASTARD PEELS und diverse Kolumnen über Tod und Teufel. Na ja und dann ellenlange Reviews und so. alles in allem ist auch diese Ausgabe rundum gut gelungen, die ihr eurer Augen zu liebe nur bei Tageslicht lesen solltet. Bleibt nur zu hoffen, dass es bis zur nächsten Auflage nicht noch mal so lange dauert. Hier zu ordern!

Thursday, November 5, 2009

CYNICAL BASTARD – Act Of Aggression - Cd


CYNICAL BASTARD machen auf ihrer neuen Scheibe ziemlich Alarm und bedienen den Hörer aus der Grindcoreküche mit fieser Schweden-Crust Schlagseite und einigen satten US - Death Metal Aufhängern. Das Album ist schnell, wenn nicht sogar hektisch und dazu gut produziert. Außerdem hat es einen Auftrag, euch das Hirn an der licht - abgewandten Seite des Craniums zu zerquetschen. Eine echte Mission, oder um es mit meinem Freund J.J. Rambo zu sagen „Stirb für etwas oder lebe für nichts“… oder anders herum. Auf jeden Fall hat er Recht, denn CYNICAL BASTARD laden scharf durch und bedienen den Abzug mit Groove, lassen metaphorisch Blut spritzen, dass es nötig erscheint einen Wischeimer unter die Boxen zu stellen. In diesem Gemetzel finden sich sowohl DYING FETUS wie auch BOMBSTRIKE wieder und diese krude Mischung macht wirklich Spaß… bei denen die auf Luftholen verzichten können. Aber das spielt keine Rolle, wenn das Hirn doch so wie so gleich Matsch ist. Ich kann mich noch an ihre 3 way Split erinnern, liegt schon ein paar Jahre zurück, und seit dem sind Saarländer noch um einiges interessanter geworden. Die Hürde, verschiedene Genres zu mixen, ist gekonnt genommen. So was ist nicht unbedingt selbstverständlich, da so manch einer dabei das Maß verliert und mehr macht als gut ist. „Act Of Aggression“ umschifft solch gefährliche Klippen, indem nicht zu viel abgekupfert wird und die Roots trotzdem hörbar und bestimmt auch willentlich erkennbar bleiben. Gutes Album, solltet ihr haben, wenn ihr auf Kopfschmerzen steht. Nur das Cover finde ich Kacke, erinnert eher an zweitklassige 80er Thrash Bands. Aber das ist rein subjektiv. Hier klickern!
8/10

Tuesday, November 3, 2009

KREON – Impact Winter - Cd / Obscure Domain.


Das Label legt vor und ich stimme zu. KREON orientieren sich eindeutig an MORBID ANGEL. Um an die Überväter heran zu reichen, müssen die Niedersachsen aber noch einige schippen draufpacken. Denn auch wenn „Impact Winter“ schick produziert ist und mit guter Musik wirbt, wirkt das Album doch etwas zahm und manchmal auch irgendwie zerfahren, nicht immer homogen. Der straighte Fluss beim Songwriting scheint ab und an zu stocken und dann fehlt der Druck, das letzte Quentchen um einen Song zu einem echten Burner zu machen. Aber generell und gemessen an der Spielerfahrung der Band, ist das schon in Ordnung und macht rundum Spaß, zumindest jenen, die klassischen Death Metal amerikanischer Prägung hofieren. „Doomologic“ zum Beispiel ist eine echte Granate mit schwerem Riff und heavy as fuck! Es würde den Brüdern gut tun, mehr davon zu schreiben um einfach den Wiedererkennungswert zu steigern, und zu Geier ruhig mal ein sattes Riff mehr durchfeuern! Spielerisch sind sie eindeutig fit genug noch viel mehr aus einer starken Basis rauszuholen. Das macht sich schon dadurch bemerkbar, dass jedes Stück beinahe für sich steht und die Musiker scheinbar endlos kreativ sein können. Auch die Richtung stimmt sicherlich, nur die Nuancen müssten ausgefeilt werden. Mir gefällt es trotzdem, denn wirklich negatives gibt es nicht zu sagen. Gutes Album und das nächste wird mit Sicherheit noch besser
7/10

Monday, November 2, 2009

ETERNAL – The Berserk´s Legions Defiance – Cd / Obscure Domain


Ich liebe diese Scheibe, so dicht gepackter Death Metal kam mir in letzter Zeit selten unter. ETERNAL ist wuchtig, düster, heavy und kann blasten wie die Sau. Zudem stimmt der atmosphärische Aufbau der Songs, der keinen Platz für Müdigkeit lässt. Prinzipiell ist dieses Album dicht an einer Band wie NILE dran, stilistisch wie qualitativ. Und ebenso schaffen sie gekonnte Zwischenspiele, die eher an einen Soundtrack erinnern als an typische Death Metal Nummern, sie wissen scheinbar zu vermitteln, dass brutale Musik mehr sein kann als eben nur abgedrehter Lärm, dass Musik anspruchsvoll und herausfordernd sein sollte. So wie auch bei NILE. Nur dass sie lyrisch ein paar andere Götter anrufen – ansonsten gehen beide schmerzfrei Hand in Hand. Aber auch Bands wie MORBID ANGEL oder INCANTATION fallen mir hierzu ein, der ganze blasphemische Kram eben, echter Death Metal - weitab von gorigen Pornoprügelein. Nicht dass das nicht auch Spaß machen würde, aber ETERNAL benötigen keine Pseudo-Fassade um ihre Musik auf den Punkt oder in die Nackenmuskulatur zu bringen. „The Berserk´s…“ ist eine rundum gelungene Scheibe, Sound, Songwriting, Skills, passt alles und offeriert dem Hörer letztendlich mehr als von der Vielzahl der Bands heute in der Regel zu erwarten ist. ETERNAL sind technisch so fit, dass sie uns spielend unterhalten können, ohne selbstverliebt auf ihren Instrumenten zu zaubern und damit schlussendlich zu nerven. All jenen, die mal wieder ein klassisch eingeprügeltes Album in die Tasche stecken wollen, sei „The Berserk´s Legions Defiance“ empfohlen!
9/10