Sunday, December 6, 2009

GORE OBSESSED - Cannibal Holocaust Mcd


Bei dem Bandnamen habe ich schlimmstes stumpfes Gehacke erwartet. Und ich bin heilfroh, dass ich tatsächlich weit daneben lag. Denn auch wenn inhaltlich die Marschrichtung vorgegeben ist und sich Horden von nackten Buschmännern über Menschenfleisch hermachen, muss nicht gleich der Harmonizer daneben stehen und die Gitarrensaiten wie ausgekochte Katzendärme auf dem Holz schlabbern. GORE OBSESSED kokettieren neben den zu erwartenden Filmintros mit gutem alten Death Metal, einer satten Portion Rockattitüde im Arsch und viel Liebe für 80er Horrtortrash. Und auch wenn das Gesamtwerk als Goregrind angepriesen wird, ist es das nicht generell. Die langsamen Parts sind genau so zäh wie bei EXECUTIONER / OBITUARY. Ebenso simpel wie effektiv. Das coole „The Dead Hate The Living“ hätte auch in Florida vor 20 Jahren entstanden sein können (sowohl Sound als auch Musik. Wenn ich es mir genau überlege dann hat Justin ( GORE OBSESSED ist ein Soloprojekt) ein ganz gutes Ohr für die alte Schule. Das allseits beliebte „Boneyard“ von IMPETIGO wird gekonnt verwurstet und der Rest killt genau so gut. Zumal das Tempo, nie überzogen, immer treibend bleibt und der Drumcomputer wirklich natürlich klingt. Ich gehe mal davon aus, dass diese Mcd kein Schnellschuss war und mit Köpfchen und Eiern angegangen wurde. Schön wenn sich noch jemand an die Spielregeln hält, ein Händchen für Musik hat und ohne Experimentierwahn oder vermeintlich überqualifizierte moderne Progressivität und endloses Gitarrengewichse schnell auf den Punkt kommt. So funktioniert Metal. Nicht sich gegenseitig zu überschlagen und an die Wand spielen, sondern ohne Umschweife den Kern treffen. Zocken was wirklich Spaß macht, Death Fucking Metal! Schicke blutige Suppe, nicht nur für alte Herren!
http://www.myspace.com/goreobsessedmetal
8/10

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