Friday, December 31, 2010

MILKING THE GOATMACHINE - Seven…A Dinner For One - Cd / Noise Art Records


Ob es im grimmschen Sinne ist, den Wolf und seine 7 kämpferischen Geißlein konzeptionell in ein Death Metal Album zu verfrachten darf angezweifelt werden. Die beiden Brüdern hätte die eigenwillige Stromgitarrenversion zumindest verwirrt. Heuer dürfen wir uns über so etwas freuen und eine wertfreie Position einnehmen. Das was die Goatgrinder auf ihrem 2. Album anbieten, ist allerdings ein wahrhaftig cooler Köter, denn da werden gekonnt brutaler Death Metal mit der rockigen Abgebrühtheit einer Band wie BLOOD DUSTER kombiniert, eine schmackige Grindkeule mit drauf gelegt und das Ganze mit ironischem Humor verrührt. So macht Haudrauf Mentalität Spaß, zumal es den Erstling toppen kann. Und bei all dem schrägen Humor (ganze Generationen von Schuhplattlern werden hier diffamiert „The Black Paw“, vor seltsamsten Genreübergriffen wird nicht zurück geschreckt „For Goats And Orchestra“ und die Hose darf auch im Slam Rhythmus prollig in den Kniekehlen hängen „Ding Dong“) sollte nicht vergessen werden, dass die Böcke musikalisch richtig was drauf haben und wissen an welcher Stelle welcher Faden zu ziehen ist, um einen Song ohne Umschweife auf den Punkt zu bringen. MILKING THE GOATMACHINE machen auch weiterhin einen völlig entspannten Eindruck, sowohl auf ihren Veröffentlichungen als auch auf der Bühne. Vielleicht liegt es an den Masken, die mögliche Unzulänglichkeiten kaschieren. Aber ehrlich gesagt, finde ich nichts, was ich den Kerlen ankreiden sollte, das was die anpacken strotzt einfach vor Coolness und trifft immer den richtigen Knopf. Zieht euch nur „The Wolf Is Dead“, gefolgt von „Down The Brook“ rein, da möchte ich den haarigen Räuber beinahe beneiden, wie cool der über die Klinge springt, der rockt noch in seinem nassen Grab und harrt der Wiedergeburt! Daran würde auch Lon Chaney Jr. Seinen Spaß haben, sich aus der Gruft erheben nur um sich noch mal Haare ins Gesicht kleben zu lassen. Zudem rückt die meckernde Zicke aus ihrer Opferrolle heraus und darf endlich mal mit Schmackes austeilen. MILKING THE GOATMACHINE wühlen schamlos in der Klamottenkiste metallischer Geschichte (echte Goats kennen keinen Schmerz, selbst nicht wenn sie MISFITS für ihre Zwecke einspannen!) und ziehen sich an, was ihnen gefällt, was ich ihnen dabei positiv anrechne ist, dass die Musik weiterhin trotz massig Diebereien absolut authentisch bleibt und auch das 2. Album einen vollen Erfolg verspricht. Stellt euch auf ein respektloses Album ein!
9/10

ALTAR OF PAIN - Splattered Remains - Ep


Keine Ahnung auf welchem Altar die Band Blut und Eingeweide geopfert haben, aber der Gehörnte scheint Gefallen daran zu finden. ALTAR OF PAIN klingt gewiss sperrig und holprig, verbreitet so aber jede Menge Old School Feeling und trägt das Death Metal Herz auf dem rechten Fleck. Bei den ersten Durchläufen scheint die Ep nichts besonderes an Bord zu haben, die Maschine läuft doch recht unrund und der Motor scheint mehr als nur einmal zu stottern. Der Eindruck relativiert sich, nimmt man sich etwas mehr Zeit. Denn alle 5 Songs sind recht unterschiedlich angelegt, abgesehen von bollerndem Schlagwerk und leider etwas dürftigem, schrammligen Sound. „Deformed To The Extreme“ bläst wie ein diabolischer Feuersturm trockenes Laub von verdorrten Bäumen, „Covered In Gore“ schlägt eine Brücke in den Thrash Metal Gezeitenstrom. Und das nachfolgende „Into The Abyss“ beweist sich als schwarzer Mid-Tempo Brecher. „Dead Souls“ ist eine recht eingängige Geschichte mit markantem Riffing und harmonischen Solis, die peripher an skandinavischen Elchtod erinnert. Dabei handelt es sich wohl um das interessanteste aber gleichzeitig auch um ein eher zurückhaltendes Stück. „Decaying“ schlussendlich ist doch sehr primitiv und brutal gestrickt, ein berechenbarer Nackenbrecher. Eins macht das Debüt der Truppe aus Madeira deutlich, hier zählt nur Death Metal in seinem ursprünglichsten Sinn, alles andere findet nicht mal im Ansatz Akzeptanz. Fakt ist aber auch, dass es schwer wird mit solcher Art Musik noch einen Blumentopf zu gewinnen, wer allerdings seine Leidenschaft zur Hauptmaxime seines Handelns macht, muss sich über die eigene Existenzberechtigung keine Gedanken machen, dann ist fast alles erlaubt. Die Band steht noch ganz am Anfang, und ihre Chance haben sie sich verdient, natürlich läuft bei weitem noch nicht alles rund, es gibt aber nichts was sich nicht beheben ließe. Der Sound ist zwar wie erwähnt rechte Murkse, das hat aber für die Musik nichts zu bedeuten. Und die Songs selbst, nun zukünftig wäre es schon besser auf Feinheiten zu achten. Aber da ich ja nicht Musikpapst Allesweis bin, gefällt mir das Ohrentrauma doch ganz gut, und ich honoriere die Blauäugigkeit der Musiker gern! Klickt euch mal rein: http://www.myspace.com/altarofpainbrutaldeath
7/10

Friday, December 24, 2010

PUTRIFIED J - Misery - Ep


Ich muss es zugeben, das was die beiden Belgier fabrizieren ist echt brutale Scheiße. Wenn uns das Intro mit orientalischen bis psychedelischen drogenbehafteten Tönen umgarnt, brennt danach der Busch. Brutal Funky Funny Slam Death… oder so. Die Songs gehen selbstredend in Richtung DEVOURMENT, grooven amtlich und verstehen sich als Marschiervorlage für eine durchgebrannte Circlepit. Zügelloses Geprügel und schwere Beat-Downs ergänzen sich hervorragend. Ihr könnt euch aber auch auf einige eher ungewöhnliche Interpretationen des Genres einstellen, wie eine Funkeinlage bei der der Hut schräg auf dem Kopf sitzt. Heraus kommt unterm Strich somit eben irgendwie mehr als typischer Slam Death, auch wenn das Gesamtpaket an manchen Stellen noch etwas unfertig klingt. Der Gesang wird zudem eindeutig mit einem im Rektum platzierten Betonmischer fabriziert. Dabei nehmen sie sich textlich scheinbar nicht so ernst, was ich als sehr angenehm empfinde. Als Gastmusiker geben sich Leute von, EXCAVATED, KRAANIUM und PUNISHED EARTH die Ehre und stopfen einige inhaltliche Lücken. Nun gibt es die Handvoll Songs mit Intro und Outro plus Bonustrack leider nur als Download von der Bandhomepage. Das ist insofern bedauerlich, weil die Soudqualität unter dem viel zu engen virtuellen Gürtel gewaltig leidet und der Genuss definitiv geschmälert wird. Knappe 12 MB geht überhaupt nicht, da ist dann auch die Arbeit dahin, die die Band sich möglicherweise gemacht hat. PUTRIFIED J scheint mir so eine Kumpelnummer zu ein, die den Ball einfach rollen lassen und sich keinen Kopf drum machen, wohin er kullert. Mit etwas mehr Standfestigkeit geht da aber gewiss noch mehr, verschenken müssen die beiden Jungs nichts! Aber da die das offensichtlich von der lockeren Seite betrachten, wird die Luft irgendwann wieder raus sein…ich will ja nicht unken. Für ein bisschen krankes Geknatter klickt ihr hier:
http://www.myspace.com/putrifiedj
7/10

Monday, December 20, 2010

CEASE OF BREEDING - Sounds Of Disembowelment - Cd / Amputated Vein


CEASE OF BREEDING schreddern auf ihrem ersten Album typische brutale US Death Metal Töne in das waidwunde Publikum. Und auch wenn die Band aus der alten Welt kommt, ist deutlich zu hören, wo ihre musikalische Heimat liegt. Die betteln ja geradezu darum in Blut und Schmerz ersäuft zu werden! Das zumindest vermittelt der erste Höreindruck. Vornehmlich werden Haushaltsgeräte zweckentfremdet, so kommt der Staubsauger genau so zum Einsatz wie Küchenmaschine, Schneebesen und Quirl. Mit Blast bis zur Erschöpfung funktioniert die Band genau so gut wie mit Mid Tempo Einlagen und dezenter Technik. Das Label zieht Vergleiche zu GORGASM und SEVERE TORTURE und da will ich bis zu einem gewissen Punkt gern mitgehen. Ganz auf deren Niveau schwimmen sie zwar nicht, es bleibt aber einiges an positivem hängen. Da wäre zum Beispiel die Bassspur, die richtig Spaß macht und den 4 Saiter gebührend feiert. Auch der Schlagzeuger meißelt hinter seiner Bude mit beeindruckender Präzision. Wen wundert es auch, trommelt hier doch Jan Benkwitz, ehemals Belphegor, der mit CEASE OF BREEDING nun eine ganz andere Richtung fährt. Das Schlagzeug wurde übrigens im „Soundlodge“ in Norddeutschland getrennt vom Rest der Band aufgenommen. Homogen klingt das Endprodukt trotzdem. Und so dürft ihr euch auf gute Songs freuen, die mit satten Riffs euren Nacken foltern und das Trommelfell mit pfeifenden Obertönen zum vibrieren bringen. Der Sound ist generell gelungen, das Songwriting macht einen gesunden Eindruck, es gibt kaum Wiederholungen, was den Faktor Langeweile außen vor lassen sollte. Das Rad erfinden auch CEASE OF BREEDING nicht neu, aber wer braucht das schon, Unterhaltung sollte im Vordergrund stehen und die habt ihr hier. Die aus Griechenland stammende Polterbude, liefert mit „Sounds Of Diembowelment“ ein überaus dynamisches und talentiertes Werk ab, das seine Stärke aus den geschickten Tempovariablen und dem passenden brutalen Sound, inklusive spürbarem Spielriemen der Musiker selbst zieht. Und damit manifestieren die Brüder eine Cd auf antiker Erde, die ganz gewiss mehr als nur Discountware darstellt. Einzig recht kurz ist das Werk ausgefallen, aber da berufen sich ja alle immer auf Slayer, also warum nicht.
8/10

Monday, December 13, 2010

SIN OF GOD - Satan Embryo - Ep


SIN OF GOD aus Ungarn rüsten sich scheinbar Attilas neuen Hunnensturm anzuführen, jedenfalls behaupten sie von sich selbst, noch großes vor zu haben. Ob die genau so schnell, effizient und gnadenlos voran kommen wie einst jener legendäre Barbar, bezweifle ich aber. „Satans Embryo“ (wird als Ep angepriesen, geht aber über 30 Minuten – eine Logik der ich nicht folgen kann, die ich aber als lobenswert betrachte) rattert bei mir nun zum was weiß ich wievielten male durch, aber wirklich ergriffen, geschweige denn beeindruckt hat es mich noch nicht. SIN OF GOD präsentieren in einem etwas zu sterilem Sound ihre eigene Version von Bands wie VADER, NILE, MORBID ANGEL, HATE ETERNAL. Dabei steht der Gitarrist zu selbstverliebt im Vordergrund, denn was die 6 Saiten alles in einem Song anrichten können ist erschreckend. Nicht dass wir uns missverstehen, das klingt durchweg sehr heavy, knackig und schön Headbanger – freundlich. Aber da stecken so viele unterschiedliche Riffs und Lead - Spielereien in einem Song, wie ich es bisher woanders nicht wahrgenommen habe, ein Fakt der dafür sorgt, dass jeder Song aufgeblasen erscheint. Im Death Metal geht es doch grundsätzlich darum mit gezielten Hieben und schmerzhaften Nackenschlägen umgehend für die erwünschte Wirkung zu sorgen. Allenfalls bei episch ausgerichteten Bands darf es auch etwas mehr sein. Zu dieser Kategorie zählen SIN OF GOD aber nun mal definitiv nicht. Handwerklich ist das sicher gar nicht so schlecht, ist brutal und treffsicher, nur eben zu viel, das gehört eindeutig gestrafft! Wenn Songs 7 oder sogar 9 Minuten drurchballern, dann wird das anstrengend. Der „normale“ Death Metal Song versinnbildlicht so was wie einen Kreislauf und bleibt angenehm berechenbar, bei SIN OF GOD ist das eher eine Kette ohne Ende. Wer hier jedoch eindeutig den Bogen raus hat, ist der Drummer, der seine Felle als echtes Ausnahmetalent vermöbelt und für einiges entschädigt. Ich denke, die Band sollte das überzogene Gitarrenspiel etwas zurück drehen, sich dann lieber einige Riffs für andere Stücke aufsparen und der Musik somit mehr Homogenität anheimfallen zu lassen. Auf diese Weise sind die mit Sicherheit in der Lage im Zirkus der Großen ihren Part in der Manege zu meistern. http://www.myspace.com/xsinofgodx
6/10

Thursday, December 9, 2010

GRAVE RITUAL - Euphoric Hymns From The Altar Of Death - Cd / Dark Descent/Razorback


Wenn ich es nicht besser wüsste, hätte ich geglaubt, dass dieses Album von irgendwann aus den ausgehenden 80ern stammt, als eine neue Schublade namens Death Metal in die metallische Kommode eingearbeitet wurde. Tatsächlich ist das aber das brandneue Debütalbum dreier Amis, die es scheinbar bereuen im 21. Jahrhundert zu leben. Deshalb setzen sie voll auf den Zeitreistrip und stellen die Uhren auf Anfang. GRAVE RITUAL ist vollkommen technikfrei, absolut primitiv, düster, nihilistisch und lässt das Geschrote von kompromisslosem Basssound dominieren. GRAVE RITUAL sind alles andere als zeitgemäß, das stört die aber nicht im geringsten, die erschaffen ihren eigenes Monster, das sich zäh aber unaufhaltsam aus den Tiefen des Purgatoriums erhebt, die Toten noch toter aussehen lässt und den Lebenden eine Gänsehaut über den Rücken jagt. Ein innovatives Musikerlebnis ist dabei nicht zu erwarten, das was ihr hier hört ist ein verdammt roher und blutiger Kadaver, an dessen verrottendem Fleisch sich ein Act wie Autopsy genauso wie frühe skandinavische Kannibalen genährt haben. Dabei verzichten GRAVE RITUAL auf allen überflüssigen Ballast, keine Melodie, kein anspruchsvolles Songwriting, keine glatte Produktion. Nur so lässt sich auch das angestaubte Feeling erreichen, nur so kann der authentische Eindruck vermittelt werden, dass die Band in einer aufgebrochenen Gruft zu Hause ist. Viel mehr Old School geht wahrscheinlich nicht mehr. Da die Musik aber nur ein bestimmtes Klientel anspricht, kann sie auch schnell langweilig werden, sollte man nicht ein Faible für diesen Kram haben. Denn die Stücke liegen rein kompositorisch sehr eng zusammen, so dass ihr auf Abwechslung komplett verzichten müsst. Es wird jedesmal die gleiche bleischwere Axt geschwungen, die den tiefer gelegten Soundteppich nur bestätigt. Zudem ähneln sich Songaufbau und Tempo fast durchweg. Auf diese Art wird es nicht einfacher, sich dem potentiellen Käufer zu öffnen. Was einst schlichtweg der Hammer war, stellt heute kaum noch eine Herausforderung dar. Diese Kritikpunkte mal beiseitegelassen, sehe ich durchaus ein gutes Album, das sehr in Nostalgie schwelgt aber durchaus glaubwürdig ist. Die Plasteversion kommt über RAZORBACK, das Vinyl, auf das solche Art Musik auch gehört, erscheint bei DARK DESCENT.
7/10

Monday, December 6, 2010

BLOODWRITTEN - Thrashin´Fury - Cd / Witchinghour


BLOODWRITTEN steht für herrlich plakativen schwarzen Thrash Metal alter teutonischer Prägung. Die Kerbe in Richtung KREATOR, DESASTER ist nicht auszumerzen. Mit dieser Grundweinstellung gelingt den Polen ein durchweg interessantes Album , das sich modernen Ergüssen erfolgreich erwehren kann. Zu den 10 Stücken, gehören auch 3 der ebenfalls in diesem Jahr erschienen Ep „Whore“, die mit Bestimmtheit nur als Appetizer herhalten sollte. „Return To Tortuga Bay“ hat im Gegensatz zur Kurzfassung sogar noch einen Text mitbekommen. Zudem ist das Stück eine Reminiszenz an altes SLAYER - Material, sägende Gitarre und irres Tempo geben den Ton an. Lediglich die technische Beschlagenheit der großen Vorbilder fehlt etwas. Denn auf komplizierte Solis verzichten sie fast gänzlich, das gilt im übrigen für die ganze Scheibe (Ausnahmen bestätigen die Regel, lieber kurz und schmerzlos als selbstverliebt und ausgedehnt). Da verlegen sie sich lieber auf Headbanger - freundliches Material. Und das hat einige markante Höhepunkte, „Watch The World Burn“ mit bollernden Drums und prächtigen Mid – Tempo Sägen ist so ein Teil, oder auch das schon bekannte „Whore“, das mit mehr Tempo genau den gleichen Effekt erzeugt…Nackenschmerzen! BLOODWRITTEN schöpft aus dem vollen Klischeetopf, widmen sich textlich besagter Schlampe von ihrer Ep genauso wie nuklearem Holocaust, Zombies, Kriegen und wahrscheinlich Piraten. Ein roter Faden in den Lyriks lässt sich nicht finden, die springen da eher quer über den Acker wie der Hase auf der Flucht vor einer Horde adrenalinschwangerer Waidgenossen. Auf dieser Schiene wirken sie möglicherweise etwas albern, denn da ist einiges bestimmt richtig doof! Auf musikalischer Ebene wird der Stahl ziemlich traditionell bearbeitet, Songaufbau, Riffs und Sound erinnern an die glorreichen 80er. Gerade die Riffs haben etwas beinahe nostalgisches, klingen jedoch schön fies und treffsicher, irgendwie zeitlos. Das macht natürlich auch deutlich, dass BLOODWRITTEN nicht der ultimative Innovationsschub sind, den vielleicht manch einer braucht, das Material das sie hier vorstellen, besitzt aber großen Unterhaltungswert und hebt die Band aus der Masse ähnlich gearteter Old School Bands heraus. Und zwar aufgrund der Tatsache dass die Polen offensichtlich wissen, wie man richtige Songs zu schreiben hat, sie nicht endlos ausdehnet, den Hörer mit scheinbar Vertrautem füttert ohne zu schnell satt zu machen. Gefällt!
8/10

Saturday, December 4, 2010

HARKONIN - Detest - Cd / Battlegod Productions


HARKONIN?...ist das nicht die fiese Partei aus Dune, jene die mich auf der alten Playstation immer um meine „Spice“ Reserven bringen wollte und die ich dann doch verprügelt habe? Gewiss doch, und nach so was benennt sich eine Band? Na von mir aus, wenn die Musik denn überzeugt. Aber genau da stellt sich das Problem dar, das was HARKONIN und Black und Thrash zusammen mischen ist gut und souverän aber auch nicht mehr als das was viele andere auch verzapfen. Düster, eingängig, irgendwie auch aggressiv, aber was herausragendes? Nö, das ist lediglich ein gebrauchter Mittelklassewagen. Einer der gut läuft, gepflegt ist und sobald keine Mucken machen wird, aber der Nachbar zwei Garagen weiter fährt denselben. Mit HARKONIN verhält es sich wie mit einer Jeans vom Discounter, die sieht gut aus, Preis/Leistung stimmt, hat schicke Accessoires aber über kurz oder lang bleibt sie trotzdem im Schrank hängen und landet schließlich im DRK Kleidercontainer zum Weiterverkauf. Schade, aber die Band hat mit ihren guten Anlagen zu viel Raum verschenkt, wenn ich einen Song wie „Chaos Anthem“ höre beginne ich mich spätestens beim dritten Durchlauf zu langweilen. Dabei bin ich mir wirklich sicher, dass viel mehr drin gewesen wäre. Wenn die ihren Scheiß einfach straffen würden, mal auf den Punkt kommen statt die Stücke wie ein Gummiband mit immer den selben Riffs in die Länge zu ziehen, das will doch keiner hören. Oder ist der Soundmutant beim Mixen mit dem Kopf auf den Reglern eingepennt. „Detest“ ist bei weitem kein schlechtes Album, nur leider eins von der Stange, das schnell wieder in Vergessenheit geraten wird. Was ebenfalls dazu beiträgt, sind die ausgelatschten Schuhe, die sich die Knaben überstreifen, darin sind schon zu viele Probanden zu viele Meilen durch das Gelände gestolpert. Dem Album gelingt es so kaum Akzente zu setzen, mal zu überraschen. Wenn das Label von einem großen Fortschritt hinlänglich des letzten Albums spricht, dann will ich das erst gar nicht hören. Trotzdem erweisen sie sich als handwerklich gut, die wissen nur nicht wie man das Puzzle richtig zusammen setzt. HARKONIN geht nur bei Leuten, die Black/Thrash fressen, pissen und scheißen und sich nicht um Innovation scheren.
6/10

Friday, December 3, 2010

EKTOMORF - Redemption - Cd / AFM


EKTOMORF gelten gemein hin als SOULFY Kopie, ich halte SOULFLY zwar für kreativer aber dieses Vorurteil scheint auch mir keines. Die haben sogar ihren eigenen Tribe und da man sich als Osteuropärer schlecht an die Seite amerikanischer Eingeborener stellen kann, müssen bei den Ungarn eben Zigeuner, respektive Roma und Sinti herhalten. Kann man Herrn Farkas abnehmen oder bleiben lassen, spielt keine Rolle. Nur, wen sollte es stören, warum soll ein Musiker nicht machen was er mag und kann, und wenn es wie SOULFLY klingen soll, dann ist es eben so. Aber das nur nebenbei. „Redemption“ ist ein wuchtiger Hammer mit mörderischem Bassound, der so massiv tief tönt, dass Spundwände Risse kriegen könnten, und eine wahre Flut über das geneigte Opfer hereinbricht. Eine Flut die satte Hardcore Riffs mit angenehmer grooviger Rockattitüde gebiert, die eine Musik antreibt, die so was von hasserfüllt klingt, dass Angstgeborene dem Herzversagen nahe stehen. Der Rhythmus stampft marschartig, verlegt sich kaum auf Hektik und vermittelt so einen ungemein schweren Eindruck, der der Musik sehr zugute kommt. Der Frontmann brüllt und quetscht seine Wut auf Unterdrückung, Missgunst, Neid und Dummheit regelrecht aus der Kehle, der Kerl muss so voller Zorn stecken, unglaublich. Oder der kann sich überzeugend in Szene setzen, auch möglich. Unfreiwillig witzig aber nicht negativ finde ich seinen ungarischen Dialekt. „Redemption“ entpuppt sich als dicht gepacktes und durchaus überzeugendes Album auf Identitätssuche und fettem Spielriemen. Der enorm drückende Soundteppich bügelt dabei sicher einige kompositorische und kreative Falten aus, trägt das Album vielleicht weiter nach vorn als verdient! Wer bisher mit EKTOMORF gerockt hat befindet sich auch heuer auf sicherem Boden, wer lieber Cavalera und Co für seine Kopfschmerzen verantwortlich macht, bleibt auch bei denen. So einiges was es auf „Redemption“ zu hören gibt, habe die schon vorgekaut und so stehen EKTOMORF zwangsläufig immer noch im Schatten. Aber dafür haben sie sich, oder zumindest Fronter Farkas, selbst entschieden. Spaß haben und es schmerzvoll krachen lassen könnt ihr aber bedenkenlos, denn das Zeug geht prima ins Ohr und sprüht geradezu vor energetischen Ausbrüchen!
7/10

Tuesday, November 30, 2010

BRUTALLY DECEASED - Dead Lovers Guide - Cd / Lavadome Productions


Wisst ihr wie das ist, wenn man etwas findet von dem man gar nicht gewusst hat, dass man danach sucht und zudem noch an einem Ort, wo sich dieses „etwas“ gar nicht vermuten ließ? Ja, na klar doch. Mir geht das jetzt so mit BRUTALLY DECEASED. Die kommen aus der tschechischen Nachbarenklave europäischer Brüderlichkeit und solch geartete Herkunft lässt grindiges Geschmetter erwarten. Bloß,… dass dem ist nicht so. Da begeht doch tatsächlich jemand territoriale Blasphemie ohne eine rote Rübe zu bekommen, Frechheit! Kann sich einer vorstellen, wie sich das anfühlt, wenn die eigene Erwartungshaltung im Staub zerschmettert wird? Hier machen sich Musiker auf ihren Faves so nah wie möglich zu stehen, und das nicht nur mit dem obligatorischen Coversong. Nee, da ist alles gefährlich dicht dran, und zwar an DISMEMBER. Wäre da der growlende Gesang nicht, ginge das glatt als Kopie durch. Und zwar in Punkto Songwriting genau wie beim Sound. Das ist alles extrem tief geschraubt, roh und primitiv mit der nötigen melodiösen Würze. Keine Ahnung ob die Band damit vielleicht zu weit geht, das müssen die selbst wissen, gute Songs schreiben sie aber ganz sicher. Dass der Bandname dann noch bei GRAVE „geklaut“ ist, spielt auch keine Rolle mehr. Und mehr bedarf es nicht um die Musik zu beschreiben, 100 % Schwedentot, ohne Ausflüchte und Hintertüren, alles stimmig zusammen getragen mit düsterer Atmosphäre und nostalgischem Nachhall. Ob das reicht um auch heute noch zu bestehen, das entscheidet ganz allein ihr. Der Haufen setzt sich unter anderem aus dem Drummer von JIG AI und einigen HEAVING EARTH Leuten zusammen, die mit ihrer anderen Band MORBID ANGEL nacheifern. Somit ist die Heldenverehrung, zumindest in Teilen der Band keine Unbekannte. Da es aber gelingt unterhaltsam zu sein und auf die Feinheiten zu achten, die entsprechend interessante Stücke ausmachen, sollte das legitim sein. BRUTALLY DECEASED gelingt hier zwar kein Geniestreich, präsentieren aber ein souveränes Album das auf sicheren Beinen steht und allen Old School Fans gut ins Ohr gehen sollte.
7/10

Sunday, November 28, 2010

IRONWOOD - Storm Over Sea - Cd


Zu dem Albumtitel gibt es eine schöne Metapher, „Sturm im Wasserglas“. Ich weiß nicht so recht was ich damit anfangen soll, das ist als hätte jemand einen Wagen auf dem falschen Gleis abgestellt. Meinem Gleis! Und ich schieb die Tür auf und habe keine Ahnung was raus poltert. Genau wie Tolkins mystisches Tor zur unterirdischen Zwergenfestung, wie krieg ich das auf und will ich es überhaupt. Fest steht für mich, dass ein echter Sturm mich auch umhauen muss, IRONWOOD mich aber eher liebkosen als mir Ohrfeigen zu verpassen. Es geht hier scheinbar um mythischen Humbug, wie es von Folk Metal zu erwarten ist. Jedoch ist das Wort Metal bei weitem nicht auf alle Stücke anzurechnen. Der Frontmann klingt eher nach Schlaftablette, eben mal ins Studio geschneit aber noch nicht wach. Dann verarbeitet die Instrumentalfront immer wieder progressive Element die den sprichwörtlichen Fuß in der Tür schnell nach draußen stoßen. Disharmonien ist unsereins von solch gearteter Kunst überhaupt nicht gewöhnt. Muss ich noch mal zu Tolkien kommen, das ist so als hätte nicht er sein Epos über Elben, Hobbits und Orks geschrieben sondern Easton – Ellis. Über große Strecken herrscht Melancholie, ob im Black Metal /Pagan Gewand mit Geschwindigkeitsausrutschern und Gekeife oder noch anstrengender über reine, ellenlange akustische Pfade. Es scheint als wollten IRONWOOD uns nach teilweise hart zu knabbernder Kost auf Schmusekurs bringen. Das erinnert mich dann wieder an Ian Anderson, wie er einbeinig in seiner Herde Schafe steht, nur dass die blöden Viecher seine Flöte zertrampelt haben. Kacke auch! Mir ist das alles zu viel und gleichzeitig zu wenig. „Was will der Künstler uns damit sagen ?“, hätte meine alte Deutschlehrerin da wohl gefragt. Dass er virtuos und vielschichtig ist, dass er seine Instrumente im klassischen Sinn kritiklos beherrscht? Oder vielleicht, dass uns das gar nichts angeht? Dass die selbst nicht wissen, wohin der Strom sie treibt? Ob Dan Swanö, der hieran den Feinschliff ausgeführt hat, wusste was das ist, wohin die Reise führt? Was ihr hier nicht suchen dürft, ist ein echtes Metal Album, dafür bleibt bei all dem selbstverliebten akustischen Geklimper auf der Suche nach weiten Meeren, dichten Wäldern und dem darin zappelnden Viehzeugs kaum Platz. Und das ist es, was ich wirklich schade finde. Die sollen sich lieber mit einer Tüte Gras unter den Wasserfall setzen und ihren Träumereien nachhängen, die Welt daran zu beteiligen, selbst wenn es auf gesundem Niveau geschieht, scheint nicht zwingend nötig. Wie gesagt, auf dem falschen Gleis geparkt, Pech gehabt! http://ironwoodsound.com.au/
5/10

Friday, November 26, 2010

POSTMORTEM - Seeds Of Devestation - Cd / War Anthem Records


Nun, es ist wohl eindeutig ein gutes Zeichen, wenn ich bei den ersten Rhythmen der neuen POSTMORTEM Scheibe anfange mit den Füßen zu trommeln. „Seeds Of Devestation“ befähigt meine Extremitäten sich auf ein wildes Spiel einzulassen, eines das ich im Normalfall gar nicht beherrsche. Aber dadurch wird die herausragende Eigenschaft des Albums deutlich, es ist ohne Anlauf eingängig. Angetrieben von einem unglaublich präzisem Schlagzeug mit mörderischem Sound rüpelt sich ein Stück nach dem anderen durch graue Windungen neuraler Reizleiter und dockt an genau den Stellen an, die eben Fuß und Bein zappeln lassen. Auch bemerkenswert empfinde ich die Tatsache, dass nach 20 Jahren (oder so) Bandgeschichte immer noch was geht, die Berliner immer noch am Altar der Innovationen kitzeln können. Dies wird unter anderem bei „ Ghost Of The Warship“ deutlich, bei dem die Leadgitarre mit ohrwurmartiger Breitseite besticht und dem Stück einen hohen Wiedererkennungswert gibt, ihn sozusagen zu einer Pflichtinterpretation auf der Bühne erhebt. Das ungewöhnlichste Stück dann, „Nocturnal Prayer“ zeigt eine ganz neue Seite, die ich so noch gar nicht bewusst wahrgenommen habe, melodisch, einfühlsam, etwas zurückhaltend. Genau genommen ist das eine echte schwedische Deprigranate mit Piano, primitiver Old School Gitarre und sehr schick anzuhörenden Melodien. Eher was für einen Vikingerzug als für kompromisslose moderne Kriegsführung. Der Rausschmeißer „Waranthem“ ist schlussendlich ein cooles Instrumental, dem schnell der Beiname Füllwerk anhaften könnte, wäre er nicht so verdammt gut. Unterm Strich bleibt viel mehr als nur überzeugendes Gebretter! Ich muss aber auch zugeben, dass mir „Constant Hate“ einen Tick besser gefallen hat, das ist natürlich rein subjektiv und schmälert die Qualität der aktuellen Scheibe keinesfalls. Nur eines braucht sie nicht, den Labelvergleich zu Slayer und Bolt Thrower, denn erstens ist der überflüssig, da POSTMORTEM sehr gut für sich selbst steht, nach so langer Zeit wäre alles andere auch nicht tragbar, die Band nicht da wo sie heute ist. Und zweitens stimmt der einfach gar nicht. Aber das nur nebenbei „Seeds Of Devestation“ ist eins der treffsichersten Geschosse, die in diesem Jahr aus unseren Landen abgeschossen wurden!
8/10

Thursday, November 25, 2010

TANKARD - Vol(l)ume 14 - Cd / AFM Records


„Vol(l)ume 14 beginnt beinahe melancholisch, mit einer Instrumentaleinleitung die die Vermutung nahe legt, der Katzenjammer käme diesmal vor dem Suff. Aber weit gefehlt, Tankard bleibt Tankard und jeder weiß auf was er sich einlässt, wenn er eine Scheibe der thrashenden Bierkönige einwirft. Gewiss hatte die Band schon bessere Alben, das Neue klingt doch etwas zurückhaltend, was jedoch soll die Band eigentlich noch machen. In all den Jahren ihrer Karriere haben sie musikalisch vieles ausgereizt und immer den Fuß in der Basis behalten, einen Tankard Song erkennt man eben sofort. Und sollte das mal nicht so sein, wäre dieser Fauxpas kaum verzeihlich. Dieses Faktes sind die Herren sich sicher bewusst. Also knattern Tankard weiter mit derselben alten 4-Takter Bierkutsche durch die Lande, reparieren mal am Auspuff, tunen mal die Maschine und wechseln den Vergaser, das Gerüst bleibt trotz aller Feinarbeit das selbe. Schön wäre es, würde „Vol(l)ume 14“ hin und wieder mal etwas mehr Gas geben, sonst entsteht der Eindruck, die Mannschaft wird langsam müde. Ich hoffe ehrlich das täuscht! Aber guck mal hier, „Beck´s In The City“ geht schnittig ab, das Teil sollte als Anker genutzt werden um ähnlich coole Nummern drum herum zu bauen, ein ganzes Album davon und Tankard hätten an alte Zeiten anknüpfen können. An Zeiten als das Bier noch billiger war und es etwas bedeutete Metaller zu sein und die eigene Kutte spazieren zu tragen. Für Nostalgie ist heute aber wenig Platz und so lassen wir Tankard einfach machen, was sie für richtig halten, geht ja auch sonst keinen was an. Und so steht auch eines wieder felsenfest…äh…fest. Wer sich dieses Jahr ein 50 Liter Fass Hopfenkaltschale unter den Weihnachtsbaum rollt, der hat auch das neue Tankard Album oben drauf zu packen! Denn das gehört zusammen wie besoffen sein und Kater haben. Wer das nicht vereint, hat irgendwo geschlampt. Nun dann, Alkoholiker aller Konfessionen trinkt euch einen, Tankard bis zum Ende und sei es über Stolpersteine wie Polyneuropathie, Korsakov - Syndrom und Leberversagen! Die haben es halt immer noch drauf, irgendwie…mehr als nur Wochenendkrieger. 7/10

Tuesday, November 23, 2010

THE DECAPITATED MIDGETS - 30 Ways To Die - Cd / Goatgrind Records


Auch das Vorjahresprodukt dieser finnischen Hinterwäldler verströmt pures Chaos und unterscheidet sich nur unwesentlich von der aktuellen Scheibe. Vielleicht ist der Crusteinschlag etwas größer aber auch Gorekram wird mehr als berücksichtigt und 3 Akkorde reichen voll aus. Roh, stumpf, primitiv und auch deswegen unterhaltend! Überraschen lassen dürft ihr euch von einzelnen Metal Solos, die kommen so unerwartet, als würde die Straßenbahn über die Ostsee fahren und ehe ihr euch danach umdrehen könnt ist sie wieder weg. Ich glaub hier spielt viel Selbstironie und auch ein Pitshifter mit aber sonst? ... ist auf alle Fälle mehr als gut genug um Fensterscheiben in Spinnennetzte zu verwandeln. Na und die Texte erst…welche Texte?...eher Songtitel, die tappen von einem Gedärmklischee ins nächste, sind eher albern als wirklich ernst zu nehmen. Das soll wohl zeigen, dass der Spaß im Vordergrund steht, wenn auch auf abstruse Art, was für eine kranke Scheiße. Wen schockt so was eigentlich, innerhalb der Szene hatten wir doch schon alles, da stört sich doch keiner dran und außerhalb…da wird so ein Gepolter doch überhaupt nicht wahr genommen. Deshalb kann man, wenn es sich um explizit schlitzen, köpfen, in Scheiße ersäufen, mit Maden kuscheln, erwürgen, ins Leberkoma saufen, in Pisse kochen, an den eigenen Adern aufhängen und intensives Kopulieren mit jüngst Verstorbenen geht, tatsächlich auf Texte verzichten. Malt doch lieber ein paar bunte Bilder für den Psychiater oder den Pfleger mit dem Pillentablett. Wenn Gore an die Wand geschmiert wird, denken nur die wenigsten Eingeweihten an Textilien oder gescheiterte Politclowns. THE DECAPITATED MIDGETS sind cool, kompromisslos bis gedankenlos, knüppeln so lang auf den Zuhörer und seine Nerven ein, bis dessen Hirn weich und reif für eine neue musikalische Steilvorlage ist. Gore Grind bis die Hämorrhoiden platzen und die Spulwürmer ersaufen! Nichts besonderes, nichts Neues, aber wer eh keinen rechten Geschmackssinn mehr hat, und die Humorzone zudem unter der Gürtellinie trägt, der darf wohlig erschauern, ich zitter mit! 7/10

Sunday, November 21, 2010

THE DECAPITATED MIDGETS - Shit Ceremony - Cd / Goatgrind Records


Dass man mit 3 Akkorden, genug Fusel im Blut und Unsinn im Kopf eine zünftige Keilerei anzetteln kann, hat sich auch bis in den finnischen Norden rumgesprochen. THE DECAPITATED MIDGETS gehören scheinbar zu der Generation jüngerer Bands die schamlos Krawall machen, gern Hektik und Chaos verbreiten, ohne begnadete Musiker sein zu müssen. Es wird einfach drauflos geschreddert, mal in irrwitzigem Tempo oder auch mit gorigem 1 - 2 - Tipp, Hauptsache so ein Song ist in unter einer Minute kaputt! Dem Sänger wird ein roter Knebelball verpasst, der die Zunge am Gaumen fixiert und nur noch lalala – Laute zulässt. Als würde der Kerl mit dem Kopf in Kartoffelbrei stecken. Meines Wissens ist der Drummer gleichzeitig Stimmfabrikant, was erklärt woher die einzelnen hohen Schreie herkommen. Wenn sich der Knoten in den Armen nach zu viel Trommelwirbel löst, scheint er sich gern einen Stick ins Auge zu rammen. Texte sind da wohl Quatsch…und selbst wenn. Die Typen die an diverse Instrumente gekettet sind agieren wie der Esel mit der Möhre vor dem Maul, bockig losstürmen, nicht planvoll agieren und trotzdem zum Ziel kommen, nachdem furchtlos alles zertrampelt wurde was die Dreistigkeit besaß im Wege herum zu lungern. Dann ist es irgendwie gelungen das alles im Studio noch mal zusammen zu kloppen und einen repräsentativen Sound zu zaubern und schon ist der Sturm durch. THE DECAPITATED MIDGETS sind eine von vielen die unterhaltsamen Lärm in den Topf werfen und wer gern mal in der Suppe löffelt, darf auch leckere finnische Häppchen kosten, denn trotz des großen Topfes schmeckt das vorzüglich. Ich empfehle das jetzt mal REGURGITATE Fans, die auch mit einer satten Portion Punk umgehen können. Erstaunlich auch mit welcher Zielstrebigkeit die Band agiert, 3 Alben und 2 Ep´s seit der Gründung 2008. Die scheinen keinen Anlauf zu brauchen, springen aus dem Stand in den Pfuhl der sich Grindcore nennt. Ist schon ein kaputter Haufen, der durchaus seine Berechtigung hat. 7/10

Saturday, November 20, 2010

GERBOPHILIA - Militeratogene - Cd / Goatgrind Records


Na das sind ein paar Plüschclowns, die meucheln das komplette Kinderzimmer, reißen die Füllung aus den Teddys, schmieren bunte Knete an die himmelblauen Tapeten, kippen Fassbrause in die Computertastatur und sind generell vergnügungssüchtig. Ernsthaft, GERBOPHILIA ist ein pures Spaßunternehmen, das seine unbeschwerten Ziele mittels teuflischer Grindcoresubversionen durchsetzt. Da läuft dann einiges zusammen, musikalisch so in etwa CLITEATER oder diverse und zahllose Tschechencombos, dazu dann der Humor oder auch kleinkindliche bis sexuell gestörte Debilität von Bands wie ULTRA VOMIT oder den Pikatschu – Jüngern GRONIBARD. Na ja und dann lassen die einfach mal ganz entspannt locker, schnaufen noch mal durch und pfeffern in Folge ohne Verschnaufpause eine rosarote Farbbombe nach der anderen durch das Puppenhaus. Das rockt, groovt und knüppelt gleichzeitig und unterhält glänzend. Find ich gut, wenn eine Band so unverkrampft klingt und man den Spaß den die haben, wenn sie Lärm als Musik verkaufen, auch gleich hört. Umso erstaunlicher, dass es die eidgenössische Spielbude gar nicht mehr gibt, das Album hat ja auch schon etwas Moos am Hinterhuf. Nun gut, wer so bekloppte Töne auskotzt und rumpelt dass damit jede Hochzeitsgesellschaft gesprengt werden könnte und der schwangeren Braut Kefir aus den Titten läuft, der muss sich nicht wundern, wenn plötzlich keiner mehr lacht. Sei es drum, ich find´s gut, amüsiere mich köstlich, habe Tränen der Erquickung in den Augen und nehme jede brutale Ohrfeige gern in Kauf. Ganz besonders gefällt mir, dass sie sich mit beinahe jedem Stück was neues einfallen lassen und auf diese Weise überhaupt nicht langweilen können. GERBOPHILIA ist quasi ein lokaler Kreativpool in dem auf zu häufige Wiederholung Nikelodeon – Verbot steht. Auch schön, dass sie so ziemlich alles durch den Kakao zu ziehen scheinen, was einem Schweizer auf der Jagd nach Sensationen und Alltäglichkeiten eben so im Netz hängen bleibt. Klar ist aber auch, dass ihr schon einen Sprung in der Schüssel haben müsst um so was in den eigenen 4 Wänden aufzulegen. GERBOPHILIA bedeutet angenehmen Radau ohne den Anspruch sich selbst zu ernst zu nehmen. 8/10

Wednesday, November 17, 2010

NEIGE ET NOIRCEUR - La Seigneurie Des Loups Cd / Sepulchral Productions


Ich bin vom Glauben abgefallen! Nie hätte ich mir erträumt, selbst in meinen grausigsten fremdbestimmten Albträumen nicht, dass der Tag kommen würde, an dem mir eine Black Metal Band / respektive Projekt gefallen könnte. Heute ist der schwärzeste Tag meiner traurigen Existenz, denn all meine Ängste haben Gestalt angenommen. Und zwar in Form von NEIGE ET NOIRCEUR, ein Ein - Mann Satansbraten, der die Register an den richtigen Stellen zu ziehen vermag. Ich bin allein bass erstaunt wie ein einzelner Kümmerling so kreativ zu sein vermag, wo solche Hirsche doch sonst eher in sexuell pervertierter oder missverstandener Selbstvergötterung dämmern. Der hier hat das geschafft an dem die meisten scheitern und verzweifeln ohne es zu merken. Cool ist schon der Anfang, wer bitte schön kommt auf die Idee ein fieses, eiskaltes Black Metal Album mit einer Maultrommel zu starten. Da erwartet doch jeder wieder schmusige Folkmucke aus der Retorte. Dazu pfeifen immer wieder sehr ungewöhnliche elektronische Spielereien durch den einen oder anderen Song und zwar so dezent, dass ich anfänglich gar nicht drüber gestolpert bin. Das hier klingt nicht nach der Hölle sondern nach den düstersten Ecken des Universums. Also weniger Waldesrauschen als sphärische Radiowellen auf der Suche nach jemanden der nach Hause telefonieren will. Lyrisch hat das zugegebener maßen nichts damit zu tun, das entspringt eher meiner verbogenen Fantasie. Das eigentliche Klangkonzept ist schneller aber auch verhaltener Black Metal normaler aber gehobener Couleur und mit etwas Bathory, viel Wut und Raserei und melodischen bis epischen Auswüchsen. Flankenschutz erhält die Musik durch Kreischvokale als auch tiefe Growls, selbige so geschickt eingebaut, dass sie eher unterstützend wirken als tonangebend sind. Abgerundet hat der Kerl sein Album dann schlussendlich doch noch mit einigen mittelalterlichen Instrumenten und zurückholenden die Atmosphäre quasi stützenden Soundsampel. Die Mischung macht die Musik und die ist in diesem Fall mehr als gelungen. Es spielt so nicht mal eine Rolle, dass die meisten Stücke ellenlang sind. Ihr dürft euch gefangen fühlen zwischen Hass und Triebhaftigkeit als auch Lagerfeuerromantik mit Wolfsgeheul, all das wird hier beschrieben und dokumentiert die Geschichte von Quebec, der Heimatstadt von Mastermind (nicht zu nah am Scheiterhaufen) „Spiritus“. Seinem Schlachtruf würde ich folgen und die Mistgabel noch mal anschleifen um sie allen Zweiflern mit Schwung in den Arsch zu rammen. Lasst die Ketten rasseln, greift eure Schwerter, wir ziehen aus um uns ein bisschen Spaß zu suchen! 9/10

Sunday, November 14, 2010

FORTERESSE - Par Hauts Bois Et Vastes Plaines - Cd / Sepulchral Productions


In meinen klammen zitternden Fingern halte ich das aktuelle Album von FORTERESSE, einer kanadischen Black Metal Band, die gerade ihr 3. Album an den Gehörnten bringen will. Ich habe überall Gänsehaut, mir schlottern die Knie und eins muss zum anderen führen, erst mal Heizung an, saukalt in der Bude heute. Dann wundere ich mich über den Einfallsreichtum dieser schwarzen Knaben. 7 Stücke auf der Platte und alle haben den gleichen Titel, nämlich jenen des Albums. Ist das jetzt was Konzeptionelles oder ist das 7-mal die gleiche Nummer…oder sogar nur eine einzige und eine Fliege hat in unbestimmten Abständen auf die Rille gekackt, wodurch unbeabsichtigte Sekundenpausen entstehen. Kann es sein, dass die uns einfach nur verarschen? Es besteht natürlich auch die Möglichkeit, dass die Band ihre Kreativität voll in ihr Songwriting gesteckt hat und nix mehr für den Rest da war. Vielleicht ist das genau die richtige Verfahrensweise um etwas ganz spezielles zu schaffen, vielleicht taugt das aber auch nur so viel wie der Donnerbalken zur Frischwassergewinnung. Man wird sehen! Nach drei Durchläufen bin ich dann auf der sicheren Seite und tendiere zu der Fliegentheorie. Und zwar, weil alle Stücke mit dem gleichen behäbigen Gleichklang völlig entspannt über die Bühne gehen. Nix mit irgendwelchen Variationen und Überraschungen, FORTERESSE sind überraschend überraschungsarm und beschaulich. Würde die Gitarre und das aus dem Hintergrund fauchende Gekreisch ausgeblendet, dafür noch mehr Wert auf Keyboards und zusätzlichen Percussions gelegt, könnte diese Musik glatt an ein Yogastudio verkauft werden. Ist tatsächlich sehr harmonisch und schön anzuhören, dafür dass es Black Metal ist aber viel zu harmlos. Eigentlich find ich es gar nicht mal so übel, wenn ich mir irgendwann mal die Pulsadern aufschneiden will, dann habe ich einen tieftraurigen Soundtrack gefunden, der mir den Abschied leicht machen wird. Tatsache ist aber, dass ich gar keine scharfen Messer habe und lieber einen saufe um dunkle Wolken zu vertreiben. So wird das Album nie eine Chance haben, noch mal meine Anlage zu passieren. FOETERESSE ist was für lebensmüde Scherenschleifer, die sich schnell einlullen lassen. Tasteninstrumente außergewöhnlich stimmig, Rest austauschbar. 5/10

Saturday, November 13, 2010

4 WAYS OF EASTERN BRUTALITY - Split Cd / Extreminal Productions


Was haben wir denn hier…kurz zusammen gefasst geben sich 4 unbedenkliche Eintagsfliegen die Klinke in die Hand. 2 türkische und 2 indonesische Bands mit jeweils 2 Songs. Nun und was die hier abziehen ist gewiss im großen Zusammenhang betrachtet bedeutungslos, aber eigentlich macht das trotz dessen Laune. Dieses asiatische Joint Venture hat mächtig auf die Kacke und rumpelt den Putz von den Wänden. Besonders die Herren aus Fernost machen das was sie allgemein am besten können, schamlos bei den Amis die brutalsten Death Metal Töne klauen, gurgeln und growlen, dass jeder Vorwekvertreter Angst bekommt seinen Job zu verlieren. CRANIAL SCHISM rutschen schlüpfrig durch musikalische Stereotype und verlassen das Geschehen durchaus gekonnt und zwar mit Geballer und Slamparts. Nun ja und mit REVER verhält es sich genau so, einfach drauf los ohne tanken und Luftdruck prüfen Gas geben und ins Blaue rasen. Nur der Drumcomputer hängt etwas quer, den mag ich nicht. Nicht weil es einer ist, sondern weil ich es höre. Die Brüder unter dem Sichelmond schließen sich dem Gesamtbild an, schon der Name MAKATTOPSY lässt wenig Streicheleinheiten erwarten, so knietief steckt der im Klischee (bis zum Hals) und lässt der Band gar keine andere Wahl als mit dem Presslufthammer Musik zu machen. Und eigentlich ist es völlig Brille welcher Song von welcher Band stammt, denn mit einigem Augenzwinkern und dem zurückdrehen der Anspruchsschraube klingen die so wie so alle gleich. Bis auf REKTAL TUSE vielleicht, die sich gern mit 3 Akkorden zufrieden geben und fiesen Grindcore zusammen bolzen. Ich scheiß in den Kochtopf, wenn von allen je was größeres zu hören sein wird, mit eigenen Alben wären die nur ein weiteres Sandkorn in der Wüste. Wo sich jetzt aber schon mal 4 zusammen tun, ergibt das wenigstens einen halben Kiesel und erhöht die Chance wahrgenommen zu werden. Ich habe beschlossen, dass Geschepper zu mögen, selbst wenn es nur der Sturm im Wasserglas sein sollte. Für etwas oberflächliche und kurzweilige Unterhaltung unter dem Zeichen des Blut und Eitergottes ist gesorgt. 7/10

Thursday, November 11, 2010

HUMANITY FALLS - Ordaining The Apocalypse Cd


Es gibt Leute die müsste man zu ihrem Glück prügeln. Die haben alles und kriegen es doch nicht auf die Reihe. Zu solchen bedauerlichen Typen gehören auch HUMANITY FALLS, eine Band die das Rüstzeug hat was ganz großes hinzulegen und trotzdem auf der Strecke bleiben. Ihre Art des Death Metal hat was ganz Spezielles, Ungewöhnliches, sie geben dem Wort Progressiv eine ganz neue Bedeutung, sind völlig abgefahren. Zudem spielerisch sicher und stecken voller cooler Ideen. Gut, einfach zu schlucken ist ihre Musik bestimmt auch nicht, was daran liegt, dass sie mit psychedelischen Sounds jonglieren wie ein Zirkusartist. Ganz besonders zum Ende der Scheibe hin. Da geht es genauso brutal ab wie chaotisch im vermuteten Drogenrausch, bis hin zu irgendwie sphärischen Klängen. Gepimpte 70er quasi! Mittelpunkt bleiben trotzdem brutale, grindige und temporeiche Trademarks. Genau das macht die Stärke der Band aus, denn wenn es auch noch so gewöhnungsbedürftig erscheint, ist das Gesamtbild mehr als stimmig und die feuern uns ein paar ganz mächtige Hiebe auf die Ohren. Das beweist auch, dass der Death Metal noch lange nicht ausgereizt ist, und auch wenn sie offensichtlich auf manche Konvention pfeifen, steht die Mucke immer noch mitten in der brutalsten Szene der Welt. Ja und wie verkacken sie es dann? Mit dem Sound... mal wieder. Zum einen ist es unverzeihlich auf Bässe zu verzichten, damit wirken die Songs ungefähr so authentisch wie Balsaholz im Stahlwerk. Keine verwertbare Bassgitarre, kein erwähnenswerter Bassdrumsound. Das geht einfach nicht, dann lässt sich die Qualität exzellenter Musik nur noch erahnen. Zudem ist jeder Saitenumgriff der Gitarre, zumindest beim ersten Stück, zu hören. Das fietscht einfach nur nervig. Die komplette Cd versäuft in einem dilettantischen Proberaumquast. Dass es hörbar live eingetrommelt ist kann dabei nicht als Entschuldigung gelten, das machen andere auch. Man kann einfach kein Blei mit Wachs gießen. Warum zur Hölle machen die so was, da haben HUMANITY FALLS massig Punkte auf der Straße liegen lassen. Nee, trotz echt guter Musik kann ich dieses Album nicht mit reinem Gewissen empfehlen. Ein bisschen was investiert und hier hätte was wahrlich Gewaltiges stehen können. http://www.myspace.com/humanityfallsband 6/10

Monday, November 8, 2010

VEX - Thanatopsis - Cd / Horror Pain Gore Death Prod.


Das außergewöhnlichste an “Thanatopsis” dürfte wohl das Cover sein, das sehr schlicht und eher untypisch für eine Band ausgefallen ist, die sich mit Black/Death Metal Tönen verdingt. Da liegt ein ausgebleichter, angeknabberter und zahnloser Schädel vor einem Runenstein inmitten einer grasgrünen ungemähten Kuhweide. Das erscheint so als hätte Hamlet Yoricks Schädel dort hin geworfen weil er dessen überdrüssig war. Jetzt warten die Überreste des armen Sünders darauf, von dampfenden Kuhfladen zugedeckt zu werden. Sicher hatte die Band andere Assoziationen als sie sich dafür entschieden hat, das Schicksal nutzt manchmal seltsame Pfade. Genau so schlicht aber weniger speziell ist die Musik, die sich an klassischen skandinavischen Finsterhorden orientiert. Schlicht deswegen, weil völlig unaufgeregt, zu beschaulich und verdächtig langweilig. Manchmal sogar schon doomig. Die scheinen wirklich vergessen zu haben morgens aufzustehen und haben deshalb ihre Songs im Bett eingetrümmert. „The Past Is Frozen“, die Gegenwart aber auch Brüder. Und „Erosion“ spricht wohl da für sich, die Alpen haben auch mehr als einen Winter gebraucht bis sie so aussahen wie heute. Ich bezweifle aber, dass VEX so viel Zeit bleibt. Mal so eine Song einfach durchzuziehen liegt ganz sicher nicht in der Absicht der Band, geholfen hätte es bestimmt. Gut, es ist ihnen wohl anzurechnen das sie ihren Stil von Mid – Tempo bis Schlafwagen mit Akustikbegleitung strikt durchziehen und auch die hohen Saiten bedienen können, ja sogar atmosphärisch düster kommt das rüber und die teil vorgetragenen Melodien passen sich dem an. Aber trotzdem lockt man damit nicht mal die Babuschka hinterm Kachelofen hervor. VEX und ihr Album entsprechen dem grässlichen Novemberwetter mit Nieselregen ohne Sonne, dafür Sturm und angefrorene Ärsche. Vielleicht s ehe ich das auch zu finster, trotzdem ist „Thanatopsis“ weniger interessant als das Infoblatt weis machen will. „Dynamic Death Metal“ habe ich bisher noch nicht gefunden, was sicher daran liegt, dass sich Cd´s nicht rückwärts abspielen lassen. Außerdem werden Tempo und Aggressionen versprochen. Ersteres ist über weite Strecken glattweg gelogen und zweiteres bleibt relativ. Dass es auch durchaus anders geht beweist „Eyes Of Wrath“, bei dem der Zug auch mal in die Puschen kommt, leider gibt es zu wenig davon und selbst der macht unterwegs einen Zwischenstopp. Aber zumindest der Sound stimmt und die Band macht einen souveränen Eindruck bei dem was sie da eben so macht. Meine Kiste ist das nicht…ich ignoranter…was auch immer. Allenfalls empfehlenswert für absolute Old School Puristen. 4/10

Saturday, November 6, 2010

CANNIBAL ACCIDENT - Brutalent - Cd


CANNIBAL ACCIDENT die Zweite und wieder wird Feuer unterm Kessel der Nordlandkannibalen gemacht, das Feuer lodert und grillt das Opferfleisch in Rekordzeit zu Steinkohle. Die 10 NEUEN Songs hängen sich nahtlos an das erste Album aus dem letzten Jahr an; Verlieren keinen Deut an Fahrt. Die Messer sind geschliffen, das Tafelsilber geputzt und es ist angerichtet. Im Zentrum steht wieder komplettes, rohes und primitives Chaos. Ebenso wie ich es von einer ordentlichen Grind n´Gore Band auch erwarte. Bei den Blastattacken wetzt alles durcheinander, brüllen, kreischen, knüppeln, Spaß haben. Der Rest besteht aus coolen Goregrind Grooves mit ratterndem Bass und durchhängender Gitarre. Das klingt dann in etwa so wie frühe LENG TCHÉ, als die noch auf Technik geschissen haben. „Brutalent“ präsentiert sich uns als überraschungsarmes dennoch kurzweiliges und unterhaltsames Stück Schlachtfleisch, gut abgehangen, etwas überreif und kompromisslos brutal. CANNIBAL ACCIDENT fühlen sich bei NAPALM DEATH genau so wohl wie bei GENERAL SURGERY (Zweiteren stehen sie musikalisch jedoch näher), und ihrer Vorliebe für gepflegten Radau lassen sie freien Lauf. Zudem scheinen sie genau zu wissen wie man es anstellt nicht billig und amateurhaft zu klingen. Wichtig auch, sich selbst nicht zu ernst zu nehmen. Wie schon auf dem Debut funktioniert das auch diesmal wieder ohne anzuecken. Mal wild, mal das Tanzbein schwingen, mal den Punk suchen und die Bude ohne Unfall nach Hause bringen, so wird ein Schuh draus. Die stärkeren Momente gewinnt die finnische Band aus ihren langsameren, rockigen Elementen. Letztendlich bestimmen aber die Mischung und die Überzeugungskraft über die Qualität des Gemetzels. Lyrisch geht es wieder um Kannibalismus mit viel Augenzwinkern und einigen Klischees. So ein echter Menschenfresser würde bei dieser musikalischen Untermalung seines Treibens wohl Magenschmerzen kriegen und auf Kokosnussdiät umsteigen. Wenn´s das Bier zur Mahlzeit trotzdem noch schmeckt, bitte schön immer feste drauf, ordentlich laut aufdrehen! Bisschen kurz schneidet die Party dann doch ab, grenzwertig für ein volles Album, ich kann damit aber leben. CANNIBAL ACCIDENT stehen für die Sorte Grindcore, die nicht immer politisch korrekt sein will, den Tag genießt und allen Zweiflern das Fell verdrischt – Ein Spaßunternehmen mit gehörig unmusikalischem Schneid! http://www.myspace.com/cannibalaccident 8/10

Friday, November 5, 2010

ABOMINANT - Where Demons Dwell - Cd / Deathgasm Records


Hätte ich nicht gewusst von wem das Album stammt hätte ich gedacht hier handelt es sich um was Neues von VITAL REMAINS, so verdammt nah ist das was ABOMINANT mit „Where Demons Dwell“ abliefern an „Icons Of Evil“ dran. ABOMINANT schicken nun schon zum 9. Mal alles in die Schlacht was sie an einsatzbereiten Truppen aufbringen können und der Gefechtslärm ist ohrenbetäubend. Aus sämtlichen Rohren schmettern Blastattacken die mit blasphemischer Raserei Ihresgleichen suchen. Wenn die richtig abgehen klingt das wie Artilleriebeschuss mit Stalinorgeln. In den Mid Tempo Phasen werden gewaltige Riffs an die Front geworfen und die Leadgitarre darf mit coolen Metal Solos richtig ackern. Unterstützt wird das Massaker durch den leicht hallenden Gitarrensound, der der Musik mehr Resonanz verleiht und den düsteren Eindruck verstärkt. Dass die Stücke strukturell sehr dicht beieinander liegen und sich manchmal gegenseitig zu kopieren scheinen, wirkt dabei etwas störend. Vielleicht ist das alles in einem Rutsch entstanden, der Brachialität des ganzen tut dieser Fakt aber keinen Abbruch. ABOMINANT ist es gelungen ein weiteres klassisches Death Metal Album hinzulegen, das wiederholt mit Elementen aus Black und Thrash Metal jongliert und eine gesunde Balance aus Brutalität mit irrem Geprügel und eingängigen Riffs mit melodiöser Ausrichtung herzustellen. Man möchte beinahe meinen, den Gehörnten selbst hinterm Steuer eines Höllenpanzers zu sehen, der unter seinen Ketten zu tausenden gebleichte Schädel zermalmt. „Where Demons Dwell“ liefert den perfekten und ungeschminkten Soundtrack einer irgendwann anstehenden postapokalyptischen Epoche, wirkt mit seiner Botschaft und der Musik also irgendwie prophetisch. Um ein solches Ergebnis zu erreichen müssen sie das Rad nicht noch mal rund feilen, sondern lediglich das Rüstzeug nutzen das sie sich in den letzten 17 Jahren und 8 Alben angeeignet haben. Wenn ABOMINANT aufschlagen, dann ist mit souveräner und kompromissloser Arbeit zu rechnen, dann ist purer unverfälschter und von neuzeitlichen Strömungen unbeeindruckter Death Metal angesagt! Also wer bei VITAL REMNAINS abgeht, schon immer DESTRUCTION mochte und mit brasilianischen Thrashgranaten nach dem Schwiegermonster wirft, der verpflichtet ABOMINANT zu Frontalangriffen auf alles was euch einengt! Es wird Zeit, Nieten und Patronengurte wieder zu entrosten, Krieg ist angesagt! 8/10

Thursday, November 4, 2010

DAMNATION DEFACED - Beyond The Pale Cd / SAOL


Das was DAMNATION DEFACED unter Prog Death verstehen ist doch eher eine Eigenkreation als stabile Konvention. Aber so hatten die das wohl auch beworben, als ihr eigenes Ding. Das stimmt schon und das Ergebnis stellt eine Mischung aus modernen, melodiösen, melancholischen, technischen und einzelnen old school Komponenten dar. Wäre das nicht mit eine gewissen Härte und Kompromisslosigkeit vorgetragen und wären nicht dieses teils fiese Vokalgewürge, könnten die Stücke von der Art der Arrangements beinahe als Power Metal durchgehen. Ach ja, der Gesang, der ist relativ variabel, weiß schöne Growls raus zubrüllen, klingt manchmal im Ansatz auch nach Dismember und quält sich zu häufig mit schmerzhaften Verrenkungen. Da entsteht der Eindruck, der Sänger würde an qualvoller Verstopfung leiden und der Ziegel wäre quer im Rektum verklemmt. Ansonsten ist das musikalisch schon in Ordnung, der richtige Drive fehlt mir etwas, so bald ein Song in die Puschen kommt, wird wieder auf Melodie und Harmonie gesetzt, es wird verhältnismäßig viel mit akustischen Parts jongliert, und Tempo und Aggressivität sind schnell hops. Verflucht das ist doch kein Hochschulprojekt, das soll doch nur Metal sein. Ich glaube die könnten mehr, wenn sie ihre Songs straffen würden, da muss gar nicht immer so viel rein um einen guten Eindruck zu machen. So verliert sich manches Stück in unnötigem klein in klein. Am besten gefällt mir die Musik, wenn sie flott und frei von der Leber knüppelt, gegen passende melodiöse Ausrichtung habe ich auch nichts. Nur homogener wäre schöner. Na und die Sache mit dem progressiven, also erwartet kein unnötiges Gefrickel (wofür ich dankbar bin), das bezieht sich eher auf die Mischung, setzt keinesfalls auf Disharmonie, eher im Gegenteil. Wirklich brutal sind DAMNATION DEFACED aber auch nicht, wollen die vielleicht auch nicht. „Beyond the Pale“ hat durchaus seine Qualitäten, da es auf Vielfalt setzt und die Umsetzung der eigenen Ideen auf sicheren Beinen steht.Das spielerische Niveau ist mehr als gesund, ist fit wie eine Pfennighure zu Wochenbeginn, das kann kaum ein Kritikpunkt sein. Die spielen wirklich mit diversen Variablen und bieten in jedem Stück was neues an, so wird es wenigstens nicht langweilig. Der richtig große Brecher ist noch nachzureichen, der Gesamteindruck bleibt aber ein durchaus souveräner. Nur ist manchmal weniger eben doch mehr. 6/10

Wednesday, November 3, 2010

AEON OF HOURS - The Embodiment Of Darkness And Light - Cd / Harvest Moon Records


An ihrem Debüt werkeln die Australier wohl schon einige Zeit und in wechselnder Besetzung. Das ist der Cd auch anzuhören, behaupte ich mal frech. Denn das was euch hier erwartet und unter dem Banner Progressive Death Metal an den Mann gebracht werden soll, ist weitaus mehr als es scheint. Ob das nun unbedingt ein positives Zeichen ist wage ich zu bezweifeln. Denn genau genommen verhält sich die Musik von AEON OF HOURS wie ein wild gewordener Bullterrier der nicht weiß welchem Deppen er zuerst in die Eier beißen soll und einfach überall mal zu schnappt. So entsteht ein offensichtliches Chaos, dessen Wogen sich nicht einfach wieder glätten lassen. Nicht dass mich jemand falsch versteht, über das technische Können der Musiker will ich n icht richten, was mir aber nicht gefällt ist die als Progressivität verkaufte Unentschlossenheit, die gewaltig an den Nerven zehren kann. „The Embodiment Of Darkness And Light“ beginnt mit den typischen Disharmonien und irrem Gitarrengewichse einer Prog Death Band. Schnell aber wird klar, dass hier ganz was anderes abgeht, denn plötzlich dominieren profane Keyboardtöne mit tiefst schwarzer Atmosphäre das Geschehen. Dann kippt das Konzept auch mal in Richtung Metalcore und rattert holprige, abgehackte Riffs runter und lässt uns nach zahllosen Breaks völlig im Regen stehen, weil wir ganz fix die Orientierung verloren haben. AEON OF HOURS halten einen recht anständigen technischen Standard und trotzdem geht das zu wie in einem Irrenhaus, wo alle durcheinander flitzen, jeder seine eigenen Psychosen pflegt und der rote Faden mit bunten Zick Zack Linien übermalt wurde. Schade eigentlich, ich denke die Burschen haben eine große Chance verpasst, werden es mit diesem mehr als gewöhnungsbedürftigen, schwer zu schluckenden Konglomerat ziemlich schwer haben. AEON OF HOURS sind symphonisch und gleichzeitig verquer, modern und gleichzeitig traditionell schwarz, sind talentiert, können ihr Talent aber nicht in geordnete Bahnen lenken, sie schlagen Mainstream Töne an, genauso wie schwer zu vermarktende. Irgendwie passiert hier alles auf einmal und das funktioniert nicht, dafür ist die Zeit noch nicht reif. Revolutionär und bahnbrechend ist so was bei Leibe nicht. Macht euch euer eigenes Bild: http://aeonofhorus.bandcamp.com/ Auf Grund des Mutes so was zu produzieren und der erwähnten technischen Fingerfertigkeit sehe ich mich trotzdem gezwungen 6/10 Punkten zu verteilen. Aber ich habe euch gewarnt.

Monday, November 1, 2010

GWAR – Bloody Pit Of Horror - Cd / Metal Blade


25 Jahre nach dem angeblich ihr Raumfrachter abgestürzt ist, haben GWAR immer noch nicht genug Kohle von den Finanzmärkten der Terrestrier abgezapft und machen sich nunmehr auf einen weiteren Nagel in das Fleisch des guten Geschmacks zu schlagen um die Weltherrschaft durch geballten Nonsens und gezielte Satire zu erreichen. Wer´s glaubt, ich halte das so wie so für einen Fake. In Wahrheit handelt es sich bei GWAR nämlich um nigerianische Wanderarbeiter die mit dem Einbaum zur Maisernte nach New Mexico gekommen sind. Dort haben ihnen nette arabische Touristen ihre Greencards für einen Plastikbeutel voller bunter Perlen abgeschwatzt und futsch war die Arbeitserlaubnis. Solchermaßen gestrandet und nicht willens wieder in ihre Heimat zu gehen bevor sie genug Dollar verdient haben um ihre Frauen aus der Gefangenschaft mongolischer Murmeltierzüchter frei zu kaufen, mussten sie sich etwas einfallen lassen. Während ihrer nächtlichen Märsche durch Hinterhöfe, Hintertüren und Hinterwälder haben sie auf einem Rummelplatz Michael Jackson getroffen. Und seine Erscheinung hat sie auf die Idee gebracht. Außerirdische! Aber im Gegensatz zu ihm, der wirklich einer war und inkognito in den USA lebte weil er vom intergalaktischen Senat wegen unsachgemäßen Umgangs mit einem vulkanischen Vorschulkinderchor gesucht wurde (Er hatte Pausenbrote gegen 12 Flaschen pangalagtische Donnergurgler getauscht) wollten sie sich ab sofort für Außerirdische ausgeben obwohl sie nur Afrikaner waren. Um von der NASA nicht geschnappt und seziert zu werden wollten sie es, ebenso wie der von ihrer Idee schlagartig blass gewordene berühmte Künstler, mit Musik versuchen. Fehlte nur noch das Bühnenoutfit. Die Unerschrockenen entführten kurzerhand den Nachlassverwalter von Ed Wood und plünderten dessen Fundus in dem sich auch die komplette Ausstattung des Klassikers „Plan 9 From Outerspasce“ befand. So mutierten sie zu Steuerzahlern mit aggressiver Attitüde und drohten dem Kongress mit sofortiger Pulverisierung sollte man sie nicht gewähren lassen und erhielten sogar ihre Greencards auf Lebenszeit zurück. Dieser Betrug funktioniert jetzt schon ein viertel Jahrhundert und ich rate euch, diesen Text geheim zu halten und nicht am Image der Band zu rütteln-. Kauft das Album, nur so können wir sie aus Europa draußen halten und schlimmeres vermeiden! 9/10

Sunday, October 31, 2010

BORGNE - Entraves de l'Ame - Cd / Sepulchral Productions


Vorsicht, dieses Review ist subjektiv befruchtet! Borgne ist ein ca. 30 km langes Flüsschen in der Schweiz, das in die Rhone mündet. Da er aus einem Gletscher entspringt, wird er wohl, zumindest an seinem Oberlauf arschkalt sein. In eben diesem Fluss muss die gleichnamige Band bis zu den Eiern gestanden haben, als sie ihr nunmehr wohl 4. Album eingekreischt haben. Wie mit dünnen Spinnenbeinen über Eis tastend foltern die schwarzen Lumpen mit kalten Black Metal, sehr unschön, sehr roh und hemmungslos widerwärtig. Wenn man´s nicht so laut aufdreht, was auch der Partner, Ehefrau/mann, Lebensabschnittssklave zu honorieren wissen wird, dann sind beinahe nur Keyboards zu hören die mit handelsüblichen atmosphärischen Scheingefechten Düsternis vortäuschen wollen. Schlagzeug ist nur mit viel Phantasie zu erahnen so dass der Eindruck entsteht, dass selbiges kaum bedeutend sein muss. Das vokale Gekeife ist absolut bittere Galle und ebenso typisch für diese Black Metal Interpretation wie die Gitarre, die sich ebenfalls häufig hinter den Tastenattacken versteckt. Dann noch ab und an etwas Akustik für die bucklige Oma im Hühnerhaus und fertig ist der Matsch. Warum hier überhaupt eine ganze Band für so ein bisschen Mucke gebraucht wird ist mir schleierhaft, da reicht es doch, wenn sich einer an seinem Yamaha festkrallt und hässlich geifert. Vielleicht hier und da mal ein böser Blick, das würde vielleicht auch helfen und wäre unglaublich authentisch. Auf den Punkt gebracht, die Kompositionen für das Tastinarium können sich hören lassen, sind wirklich recht gelungen, nicht außergewöhnlich aber atmosphärisch dicht und schick düster, besitzen dadurch eher Soundtrackcharakter als was mit Metal am Hut zu haben. Der Rest ist quasi für die Tonne. Zumindest wenn man nicht vor hatte alle Instrumente gleichwertig zu behandeln. So was ist technische Diskriminierung im Metal, pfui!!! Wäre dem nicht so, klängen BORGNE wie 100 Zenturien runzliger Dämonenärsche die dem stinkenden Pfuhlen der Hölle entflohen sind. Was ich jetzt mal als Lob betrachten würde. Aber so…na, ja, als Ambientgedöns vielleicht ganz brauchbar 4/10

Saturday, October 30, 2010

HATENATION - Blacklist - Cd / SAOL


Der spanische Fünfer orientiert sich mit seinem Debüt an einer kruden Mischung aus Thrash und Death Metal mit cooler Rockattitüde und erdigem Hardcore. Wenn sich der Opener noch etwas behäbig schüttelt, ähnlich des armen Kerls der morgens um 4 aufstehen muss und versucht die Müdigkeit mit schwarzem Kaffee los zu werden, so springt der nachfolgende Titeltrack mit munterem Tempo und viel Groove in den Schichterbus. Der Sänger macht dabei auf ganzer Linie einen gequälten Eindruck, würgt seine Vocals heraus als wäre eines der letzten 20 Bier schlecht geworden. Einen echten Stampfer präsentieren die Iberer mit „Internal Sickness“, der ein cooles Marschtempo an den jungen Tag legt und mit rockigen Elementen zu unterhalten weiß. Das Stück hätte auch auf einem GHOULLUNTATICS Album stehen können. Leider hat das Album aber auch einige unaufgeregte und eher etwas fade Nummern versteckt, die der Band den Reiz des Besonderen schnell wieder abspenstig machen. Besonders der temporäre Verzicht auf jegliches Tempo unterbricht stellenweise den funktionalen Fluss der Scheibe. Durchschnittlich betrachtet orientieret sich „Blacklist“ an schwerem, bassbetontem Mid - Tempo Metal mit markigen Grooves aber auch an zu viel Behäbigkeit. Da fühle ich mich wieder an 70er Jahre Mucke erinnert, die mit Langeweile und schwerem Sound die Leute verprellte und trotzdem geliebt wurde. Nur heute unter anderen technischen Voraussetzungen. Klassische Roots sind jedenfalls nicht weg zu dichten. Über einen Rettich gezerrt muss ich sagen, dass die Paarung aus angenehmen Tempo und heavy Grooves ein Erfolgsrezept der Band sein könnten, die zähen Komaeinlagen hingegen tödlich sind. Was bleibt ist ein eher pragmatisches Stück Musik, das durchaus funktioniert aber nicht schön sein will, dafür gibt es zu viele Ecken und Kanten. Für einen echten Kracher bleibt „Blacklist“ zu harmlos und für ein tatsächliches Thrash Album ist es viel zu kalt, zu trocken und sperrig. Der beinahe gänzliche Verzicht auf Harmonien bestimmt eher das Geschehen als große musikalische Kunst. HATENATION sind auf ihre Art schon ziemlich deftig, dafür aus dem Fenster springen würde ich aber sicher nicht. 6/10

Thursday, October 28, 2010

HATRED - Destruction Manual - Cd / SAOL


Nach der 2008er Scheibe führt der gefühlte Pfad des Erfolges bei HATRED steil nach oben. Die kommen rum die Jungs und werden sogar mit Auszeichnungen behangen. Schön eigentlich, dass eine deutsche Band mal wieder gebührenden Anklang auf internationaler Ebene findet. Die neuen Helden des germanischen Thrash Metal tönen dabei weniger teutonisch als anzunehmen wäre. Da blinkern beim Eröffnungsriff eher alte bodenständige Metallica durch. Und sonst orientiert sich das Album auch eher an US Bands, allen voran Overkill. Gut gemacht, denke ich da nur, habt ihr bei den richtigen in den Topf geschielt. Also, „Destruction Manual“ gefällt mir beinahe durchweg, mit den balladesken Parts habe ich so meine Berührungsängste, vor allem wenn Bacchus wie Billy Corgan ins Mikro nörgelt („Black Sun Prophecy“). Ganz bestimmt hat die Band dabei auch den Bogen raus, aber bei mir führt das wohl eher dazu, dass ich auf dem Dachboden nach einem stabilen Hanfstrick suche. Die Ausflüge in den Progbereich finde ich persönlich eher störend, aber sicher soll das nur die Bandbreite des fränkischen Fünfers untermauern. Denn neben gutem altem US Thrash dealen sie durchaus auch mit progressiveren Elementen und typischen Metal – Arrangements inklusive aller Klischees. HATRED scheinen einfach echte Metaller zu sein, die ihre Vorstellung von dem ganzen Zirkus in ihrer Musik ausleben. Dass sie dabei vielleicht nicht jeden Nagel auf den Kopf treffen, dass einige Riffs keinen Innovationspreis verdienen werden, da sie nun nicht wirklich neu sind, spielt dabei überhaupt keine Rolle. Die kippen einfach ihren Sack aus und schmettern eine Hand voll verdammt zündender Nummern gegen unsere Temporallappen. Bei „Submission Of The Uncontrolled“ bedienen sie sich partiell beim Halloween Thema als Aufhänger, was nicht verwerflich ist und einem zackigen Song noch mehr Pfeffer verleiht. Beinahe hymnenhaft wirkt „Metal Bastards“ bei dem dreckig gerockt wird, mit viel Humor dagegen ist „Franconian Speed“ vorgetragen, ein Song der eher mit Augenzwinkern zu betrachten ist. Alles in allem ist „Destruction Manual“ ein traditionell anmutendes Stück Metal geworden, bei dem der Spaß den die Band dabei hatte deutlich zu spüren ist und der euch ohne weiteres anstecken dürfte. HATRED ist was für Fans fast sämtlicher Bay Area Bands, gepaart mit diversen moderneren Facetten und Hang zu Nonsens. 8/10

Sunday, October 17, 2010

DEADLY REMAINS - Before The Nothing - Cd / Deepsend Records


“Before The Nothing” wurde ursprünglich zu Beginn des Jahres von der Band in Eigenregie veröffentlicht. Nun, nachdem sie einen Vertrag mit Deepsend Records ergattert haben, hat sich das Label der Scheibe noch mal angenommen um einen größeren Markt für das Gespann aus Kalifornien zu erschließen. Natürlich auch unter Berücksichtigung des neuen Albums, das in einigen Monaten erscheinen soll. Die Jungs werden gern als aufstrebende Death Metal Band hingestellt, die als eine der momentan Besten gilt. Ich selbst find sie nun nicht soooo ungewöhnlich, was nichts schlimmes heißt, denn sie machen einen sehr talentierten und sicheren Eindruck mit dem was sie da anstellen. Sie stehen für bodenständigen Death/Thrash, wobei vor allem die Riffs ausschließlich Thrash orientiert sind und ein Hang zu Bay Area Zeiten durchblicken lassen. Die Solis wieder sind sehr virtuos und überaus beeindruckend umgesetzt. Der Gesang erinnert manchmal an den unvergesslichen Evil Chuck, funktioniert aber auch in tieferen Lagen. Stärkster Song ist „What Lies Beneath“, dessen Riffing mir verdammt bekannt vorkommt, ich aber verflucht noch eins nicht weiß woher. Jedenfalls erstreckt der sich als Midtempoklopfer von über 8 Minuten auf der Rille ohne zu langweilen und bedient mit schmackiger Thrash Unterhaltung. Das Label stellt DEADLY REMAINS gern in eine Reihe mit ihrem eigenen Baby EXPULSION, was ich nur zum Teil unterschreiben würde, denn im Gegensatz zu denen sind sie weniger progressiv, bevorzugen eine direkteres Marschtempo und transparenteres Songwriting. Im Bereich der Gitarrensolos deckeln die sich aber ungemein. Sie selbst sehen sich beeinflusst von SUFFOCATION, DISGORGE, DYING FETUS und so weiter, aber ehrlich gesagt kann ich da keine offensichtliche Verbindung finden, denn so brutal sind sie ganz sicher nicht. Dann sehe ich da doch eher den Schatten von DEATH. Das was die Jungs unbestritten können, ist super straighte Songs zu schreiben, selbige erstklassig umzusetzen und dabei frisch und kompromisslos zu klingen. „Before The Nothing“ ist ein ansprechendes Album das sehr auf Tradition setzt ohne staubig und knöchern zu wirken, gut gemacht. 8/10

Saturday, October 16, 2010

HELSTAR - Glory Of Chaos - Cd / AFM Records


Mittelpunkt und tragende Konstante der neuen HELSTAR Scheibe ist mal wieder James Rivera´s Stimme, die sich durch sämtliche vorstellbaren Höhen und Tiefen kämpft und dabei, ähnlich Rob Halford zu seinen besten Zeiten, einen sehr guten Eindruck macht. Gut, Rivera hatte bis dato beinahe 30 Jahre Zeit zum üben. Aber das ist dann schon ein echtes HELSTAR Trademark. Musikalisch scheiden sich die Songs an der Barriere von dynamischem Thrash Metal ( „Pandemonium“, „Deathtrap“) mit sicheren und schnittigen Riffs und immer wieder Ausflügen in eher kitschig wirkende Power Metal Gefilde( „Summer Of Hate“, „Trinity Of Heresy“). Zweiteres raubt dem Album leider den ansonsten guten Drive, wirkt wie so ein Schleppanker, nach dem der Kavallerie gerade erst die Pferde durchgegangen sind und der Anblick ein Genuss war. Hohes Tempo steht HELSTAR hörbar besser, als die imaginäre Drachentötermentalität. Allerdings sollte ich auch anmerken, dass die Riffs der Thrashnummern jetzt auch nicht der Thron der Innovation sind, jedoch über verdammt hohe Funktionalität verfügen, nicht zuletzt auf Grund eines lupenreinen Sounds und sicheren Songwritings. Wenn man es nicht wüsste, dann könnten dafür auch Bands wie DESTRUCTION oder wahlweise SACRED REICH und TESTAMENT verantwortlich sein. Aber ich möchte der Rivera on Co. nicht unbedingt Austauschbarkeit anlasten, denn „Glory Of Chaos“ ist bis auf hin und wieder auftretendes schwülstiges Glatteis ein sehr gelungenes Album, dass unter Thrash Metal Fans schnell seine Freunde finden wird. HELSTAR gehen mit der Zeit und flechten in ihre Songs immer wieder moderne Elemente ein, was bewirkt, dass die Band auch heute noch frisch und ungezwungen klingt. Hätte die Jungs in ihrer Karriere mehr Beständigkeit bewiesen, wer weiß wo die heute stehen könnten, zumal sie über alle technischen Stolpersteine erhaben sind. „Glory Of Chaos“ ist unterm Strich schon ziemlich cool und hinterlässt bei den überwiegend thrashigen Nummern seine positiven Spuren. 7/10

Friday, October 15, 2010

DILUVIAN - Epidemic - Cd / Deepsend Records


DILUVIAN stehen für ein interessantes Aufeinandertreffen knüppelschwingenden Death Metals und trendiger Core - Einflüsse, sie verarbeiten brutale Töne mit fetten Riffs und einzelnen Slameinlagen mit dem stakkatoartigen Schritttempo und den Arrangements vor allem aber auch dem leicht unterkühlten Sound des Deathcore. Zusätzlich werden noch aggressive melodiöse Päckchen geschnürt, die an moderne skandinavische Bands erinnern. „Epidemic“ mutiert so zu einem zeitgemäßen Kracher ohne dabei die Traditionen zu vernachlässigen. Das Songwriting ist stark rifforientiert, Riffs bei denen der Hörer von Anfang an mitgehen kann. Es berücksichtigt einen abwechslungsreichen Aufbau und setzt auf höllisches Tempo, bei dem vorrangig der Drummer ackern muss wie eine gut geölte Industrienähmaschine, mit gut getimten Geschindigkeitsumbrüchen kann aber genau so geschickt gedient werden. Eine etwas andere Schiene fährt das Instrumental „Orphans“, das sich sehr zurück nimmt, teilweise auf Akustik setzt und eigentlich schon als Ballade durchgeht, zudem dürfte das die melodiöseste Nummer sein (neben „Disillusions“). Das gilt dann wohl als Beweis, dass die Band recht variabel sein kann und gern auch mal eine andere Seite betont. Das darauf folgende „The Fury“ macht dann dem Songtitel alle Ehre und jegliche Zurückhaltung scheint vergessen. Es wird geprügelt ohne die technischen Aspekte zu vernachlässigen und könnte durchaus aus der Feder von MONSTROSITY stammen. Der reifste Song hingegen ist „A Sleeping Cancer (Part I), der Progressivität, Melodie, Brutalität und eine beinahe epische Ausrichtung miteinander verbindet. Das was DILUVIAN sich auf ihrem Debut zutrauen (haben bisher eine Ep veröffentlicht) ist beachtlich. Sie sitzen wie die bösartige schwarze Pest an der Schnittstelle verschiedener Genres und saugen die Creme aus der narbigen Wunde um ihren eigenen Bastard auszuscheißen. Wenn das vielleicht auch krass klingen mag, so ist es genau das was die Band hier macht und das Endergebnis ist durchaus hörenswert. „Epidemic“ empfehle ich gern denjenigen weiter, die glauben der Death Metal würde auf der Stelle treten. 8/10

Thursday, October 14, 2010

EMBRYONIC DEVOURMENT - Vivid Interpretations Of The Void - Cd / Deepsend Records


Alter Feind, das ist starker Toback. EMBRYONIC DEVOURMENT gelingt es scheinbar spielend den Vorgänger „Fear Of Reality Exceeds Fantasy“ zu toppen und eine Band wie NECROPHAGIST aber mal ganz blass aussehen zu lassen. Der Haken an der Geschichte könnte sein, dass die Musik für den armen Metalfan häufig nicht mehr nachvollziehbar ist, da gängige Konventionen extremer Virtuosität, aber auch absoluter Disharmonie weichen müssen. „Vivid…“ ist der absolute technische Prog – Overkill, wobei ich mich ehrlich frage, wie die Band so was auf die Bühne bringt, wie kann sich irgendjemand solch kompliziertes Songwriting überhaupt merken. Das Album ist dermaßen komplex, schräg und hektisch, dass das Hirn an der geschlossenen Schädeldeck zu pulverisieren droht. Zu allem Überfluss werden die Grenzen des Metal immer wieder gesprengt („Preceiving The Multidimensional“) und nimmt psychedelische Strukturen an, so als würden die sich alles an Drogen einpfeifen was der Schwarzmarkt hergibt und durch dermaßen dichten Nebel spielen, dass der sogar als kugelsicher vom TÜF abgenommen würde. Da ist es wohl unnötig zu erwähnen, dass die ganze Cd voller Breaks, Tempowechsel und jazziger Eskapaden steckt. Das ist vergleichbar mit einem riesigen medium gebratenen Rindersteak, bei dessen Anblick dir das Wasser durch die Zahnlücken schießt. Das Stück Fleisch ist aber mit Rasierklingen und Reißnägeln gespickt und du weißt trotzdem, dass du es essen wirst, weil es dich magisch anzieht. Den Schmerz und das Blut nimmst du dabei in Kauf. Ganz gewiss bleibt dein Handeln und somit auch der Konsum dieses Albums Außenstehenden ein Rätsel, die werden dich für krank halten. Und genau das trifft auf diese Musik zu, krank, nicht greifbar, brutal, schnell, experimenteller Irrsinn unter komplettem Verzicht auf weich gespülte Streicheleinheiten. Und wer da nicht mitgehen kann und nicht wenigstens ein Pfund Wahnsinn in seinen Genen trägt, der lässt unbedingt die Finger von dieser Gehirnmulinette. EMBRYONIC DEVOURMENT ist ein verdammtes Vieh, das sich an den LSD Räuschen der 70er nährt und einen akut gefährlichen Virus in die Moderne transportiert. Ich weiß nicht, ob wir dafür wirklich stark genug sind? Definitiv kein Produkt für die breite Masse! 9/10

Wednesday, October 13, 2010

OFFENDING - Human Concept - Cd / Deepsend Records


So, das Ding läuft jetzt zum weiß ich wievielten mal durch und trotzdem bin ich wenig beeindruckt. Dabei kann ich nicht mal mit Bestimmtheit sagen woran das liegt, denn generell ist alles da. OFFENDING schrubben US Death Metal alter Schule runter, hier CANNIBAL CORPSE, da INCANTATION auch mal etwas SUFFOCATION und einige Riffs sind an alte SEPULTURA angelehnt. Die Skills und die Technik sind da und trotzdem ist „Human Concept“ irgendwie langweilig. Nicht billig, nicht oberflächlich, nicht stümperhaft, einfach nur sperrig, irgendwie unentschlossen, wahrscheinlich auch etwas ausgetreten. Wenn ich noch eine Weile darüber nachdenke, fallen mir sicher ein Dutzend weiterer Adjektive ein, aber das führt ja zu nichts. Also, OFFENDING haben bestimmt keine schlechte Scheibe abgeliefert und brutal kloppen kann sie zweifelsohne, aber sie wirkt häufig so zerfahren, dass es nicht unbedingt einfach ist, Zugang zu bekommen. Kann sein, dass es daran liegt, dass sie sich weigern straight vorwärts zu kloppen, sondern immer mal wieder mit progressiven Elementen arbeiten, die die Stücke nicht so leicht durchschaubar machen. OFFENDING ist bestimmt keine progressive Band im eigentlichen Sinne, auf überzogenes Gefrickel und nervige Breaks kann man ewig lauern. Es hat einfach was mit dem Songaufbau zu tun. Sie könne komplexe und auch extrem harte Kompositionen zusammen schweißen, schlussendlich fehlt aber bei allem Talent der lockere Spielfluss. Eine Hand voll Arrangements und Riffs kommen mir zudem auch sehr bekannt vor. Wahrscheinlicher ist aber, dass ich noch nicht bereit dafür bin und somit der Band unrecht tue, deshalb pegle ich mich mit meiner Bewertung im oberen Mittelmaß ein, da OFFENDING nicht des Dilettantismus bezichtigt werden können. Alles andere entscheidet ihr, nachdem ihr im Netz mal nachgeschnüffelt habt. Dann werdet ihr entweder auf etwas besonderes oder etwas absolut durchschnittliches stoßen. 6/10

Tuesday, October 12, 2010

NOSPHERATU - Not Now, I´m Busy - Cd


Bei NOSPHERATU steht noch vieles auf Anfang, große Hits auf der Scheibe sind Fehlanzeige, es wird über weite Strecken arg gerumpelt und eben mal spaßiger Radau verzapft, mehr nicht. Die Mucke enthält einen löblichen Haemorrhage Gedächtnislauf über diverse Friedhöfe und durch schlecht beleuchtete Leichenhallen. Natürlich, mit Kettensäge und Skalpell bewaffnet und stilecht in schmutzige Krankenhauskluft gekleidet (rein metaphorisch betrachtet). Soll heißen, der Spaßfaktor dirigiert das Geschehen und der Rest bleibt erst mal außen vor, was auch ehrlich gesagt gar nicht so falsch erscheint. Lieber mit Freude und Blut im Stuhl losbrettern als verkrampft anspruchsvolle Songs schreiben zu wollen, die dann kein Aas interessieren. Ne, ne, das machen die schon gut. Sicher, die Intensität und die fiese Atmosphäre einer Band wie Haemorrhage erreichen sie dabei auch nicht, dafür sind die Riffs einfach nicht zackig genug, holpern oft viel zu dumpf über menschenleere Gehörgangsflure und es fehlt zudem ein Sack I-Tüpfelchen. Dafür kann die Bassspur ganz anständig knattern und der Gesang hat auch was. Klingt häufig wie Galle kotzen im Alkoholdelier. Besonders erwähnenswert wäre wohl „ Blood Spree“ den die Band scheinbar in loser Anlehnung an S.O.D.´s „March Of The S.O.D.“ geschrieben hat und bei dem noch drei Mädels den Chorus quasi buchstabieren dürfen. Ist ganz witzig, auch wenn die Damen eher wie ein verhinderter Kindergartenchor klingen. „Not Now…“ reicht vollkommen aus um eine Party mit besoffenen Langloden aufzumischen und am nächsten Morgen die Putzfrau zu bezahlen, die die verschütteten, klebrigen Bierlachen und die aus verschiedensten Gründen verspritzten Körpersäfte vom Toilettenboden wischt. NOSPHERATU ist unterhaltsam, wenn ihr eure Ansprüche nicht zu hoch schraubt, um wirklich einen raus hauen zu können, sind allerdings noch ein paar Transfusionen nötig. Das aktuelle Album gibt es für einen läppischen 5er, was wohl überaus fair und eigentlich schon wieder verschenkt ist. http://www.myspace.com/nospheratu667 6/10

Sunday, October 10, 2010

CALIBER 666 - Blood Fueled Chaos - Cd / Ibex Moon Records


Nachdem sie im Frühjahr einen Deal mit Ibex Moon aus dem Hut gezaubert haben, erscheint nun das längst überfällige Album des Schwedenfünfers. Nach 5 Jahren Bandgeschichte wird es auch irgendwie mal Zeit, und die Erwartungen sind dementsprechend hoch. „Blood Fueled Chaos“ enthält neben den 3 Stücken des 2007er Demos 7 neuere Nummern (nehme ich an). Und das ganze Geschoß flieg, wie anzunehmen war, vorwiegend in stampfenden Midtempo und typischem Schwedensound mit GRAVE als Aufhänger über das Schlachtfeld. Dabei sind aber auch umfassende Zangenbewegungen Richtung ASPHYX nicht zu leugnen. CALIBER 666 liefern ein mächtig schweres Album ab, auf Grund seiner stumpfen und beinahe primitiven Art der Kriegsführung ist es jedoch auch nicht wirklich bahnbrechend. Neben erdrückend bleiernen Riffs, die über hervorragende Funktionalität verfügen, wird melodiösen Gesichtspunkten im Ansatz Tribut gezollt. So verhindert die Band, dass sich Behäbigkeit breit macht. Die Marschrichtung kennt aber nur einen Weg und der führt ohne Umwege stur durch die feindlichen Linien. Soll bedeuten, „Blood…“ ist ein Album das auf absoluten Gleichklang setzt und keine stilübergreifende Element oder sonstige Spielereien toleriert. Ab und an sind die Songstrukturen zwar etwas epischer angelegt, etwa in „A Part Of The Art“, das lässt eine dunklere Seite in der Band aufblitzen, lässt aber keinesfalls Rückschlüsse auf zu intensiven Variationsreichtum zu. Im Gegenteil, da wird ein eher düsteres Element in den Sound der Band assimiliert, zu eigenem Gebräu vergoren. Das komplette Werk steht für absoluten und bedingungslosen Old School Tod und wer damit nicht klar kommt, lässt lieber die Finger weg. Die gesteckten Erwartungen erfüllt „Blood…“ nicht durchweg, mit ihren Faves sind sie noch nicht auf Augenhöhe. Aber sonst…wer es mag, regelmäßig eins mit dem Spalthammer übergezogen zu bekommen, sich auf Schienen einem Güterzug entgegen stemmt und nackt durch Lavaflüsse schwimmt und durch Minenfelder joggt, dem empfehle ich dieses Album als letzten Gruß an die triste Welt. 7/10

Saturday, October 9, 2010

DESTROYING DIVINITY - Dark Future - Cd / Brutal Bands


Die Aufnahmen sind schon seit Ende 2008 im Kasten, haben also etwas gebraucht, bis sie es an das Ohr des Konsumenten geschafft haben. Das spielt aber sicher keine Rolle, da die Band ohnehin nicht auf jährliche Fließbandarbeit aus ist und sich mit ihrem 3. Studioalbum zu Recht Zeit gelassen haben. Dass die Tschechen dabei einen Vertrag mit Brutal Bands ergattern konnten, ist sicher nicht die schlechteste Entscheidung, zumindest für den Markt jenseits des großen Teiches. DESTROYING DIVINITY folgen dem Konzept klassischer amerikanischer Death Metal Bands wie MORBID ANGEL, INCANTATION oder DEICIDE und liegen mit ihrer Version von düsteren, mal schnellen, mal verhaltenen und immer blasphemischen Tönen gar nicht so daneben. Zumindest in der Umsetzung sind sie recht versiert, auch wenn manche Kompositionen etwas bieder wirken. Dominierend scheint mir die Dauerbestrahlung mit der Doublebass zu sein, ganz egal welches Grundtempo gegangen wird. Der Rest agiert zwischen Blast und getragenen Riffs die auch aus der Florida Schmiede stammen könnten. Es gibt wenig dran zu deuten, dass unseren östlichen Nachbarn ein anständiges Teufelswerk gelungen ist, das mit einer guten Produktion abgerundet wurde. Möglicherweise wäre es zuträglich gewesen, dem ein oder anderen Stück ein schnittigereres Riff oder irgendwas innovativeres mitzugeben. Da sie sich aber wenig experimentierfreudig zeigen und ihr Konstrukt auf sicheres Terrain gesetzt haben, bleibt ein bodenständiges Death Metal Album zurück, das durchaus überzeugt ohne wirkliche Herausforderungen anzunehmen. Das ist übrigens nicht als Negativum zu werten, ich finde es schon besser, wenn der Schuster bei seinen Leisten bleibt, insofern er keine anderen Ambitionen hat. DESTROYING DIVINITY erweisen sich als standfestes Quartett mit sauberem technischen know how, dass mit einem gelungenen Album seine Position in der Szene untermauern kann. „Dark Future“ könnt ihr euch bedenkenlos ins Regal stellen, auch wenn es ein Album ist, das ohne echte Highlights auskommt. Egal, insofern alle 9 Songs auf gleich hohem Niveau Arschtritte verteilen. Ich hoffe, dass das aktuelle Material der Band den verdienten Rückenwind verleiht. 7/10