Wednesday, March 31, 2010

TRANSMUTATION - Demo 2010


Schönes präzises und brutales Hammerwerk und dabei noch nicht mal wirklich fertig. Dieser Neuzugang aus South Carolina hat es scheinbar nicht mehr ausgehalten und mussten unbedingt ein paar Stücke loswerden. Auf denen fehlt allerdings die Bassspur (absichtlich) und die Songs laufen mit einem Drumcomputer. Die Maschine klingt aber doch recht homogen. Zur Entschuldigung sei gesagt , dass sie wohl lediglich Appetizer für das im Sommer erscheinende Album sind. Selbiges kann die Mankos hoffentlich noch ausbügeln. Das was das Duo bisher anbietet, muss sich aber wie weitem nicht verstecken. TRANSMUTATION steht für feistes, kompromissloses und technisches Geprügel. BRAINDRILL, ORIGIN, PATHOLOGY so in die Richtung. Die Vokals sind zusätzlich über weite Stecken dermaßen aus den tieferen Regionen menschlicher Anatomie entstammend, dass hier auch BRODEQUIN gurgeln könnten. Die haben es dann aber nie geschafft sich mit Technik anzufreunden. TRANSMUTAION machen das durchaus anspruchsvoll, die Erfahrung in anderen Kapellen merkt man ihnen schon an. Die können richtig positiv einen raus hauen und trotzdem auf totale Vernichtung stellen. Starke Riffs und fliegende Finger auf dem Griffbrett, so was gefällt. Brutal genug um sich nicht im progressiven Labyrinth zu verlaufen. Nee, so was muss man nicht hinter dem Berg halten und die halbfertigen 4 Nummern nimmt denen auch keiner krumm, denn das kommende Album „ Wilderness Slasher“ wird über alle Kritikpunkte erhaben sein…behaupte ich mal großkotzig. Aber was soll bei solchen Anlagen denn schief gehen. Das Demo ist ein offizieller free – download
http://www.myspace.com/transmutationdeath
8/10

Sunday, March 28, 2010

FIGHT PRETTY - Smoke Filled Womb - Cd


“Smoke Filled Womb” ist der Abschiedsgruß einer sterbenden Band. Mit Erscheinen des Albums lösen sie sich nach ca. 8 Jahren quasi auf und wer gern noch eine Portion dreckigen und grindigen HC / Punk mitnehmen will, der bekommt das für kleines Geld im Netz: http://myspace.com/fightpretty .Die Nummern sind einfach aber knackig strukturiert und präsentiert, erinnern manchmal, vor allem bei den Refrains an SOD, haben aber weniger Metal und mehr Stinkefinger im Blut. Die Produktion des Gesangs an sich ist etwas misslungen. Das Gekeife hört sich jedenfalls n´ bisschen wie ein Fremdkörper an, als hätte jemand die Tonspur schnell noch oben drauf geschmissen. Ist sicher System, ich halte es aber nicht unbedingt für gelungen. Ansonsten strotzen die Stücke vor Hass und Wut, hinterlassen einen mächtig angepissten Eindruck und erfüllen so wohl alle Erwartungen. Manche Songs sind einfach hingerotzt, andere unterlegen die vorhandene Musikalität der Band. Stellt euch auf fixes Tempo, gut eingebaute Breakdowns, akkustische Sprengsel, melodische Anflüge, eine Portion Rock´n Roll und viel Aggressivität ein! Es geht mal zu wie auf einem Eisenbahnknotenpunkt, wenn die Tassen auf der Kaffeetafel klimpern nur um dann wieder Parts zu schaffen, die durchaus Wiedererkennungswert besitzen. Lieb, schön und nett ist das jedoch alles nicht, es ist eben verdammter Dreckspunk und bei dem verlangt niemand ein harmonisches Zusammenspiel. FIGHT PRETTY sind eckig und ungeschliffen, sind sicher nicht die allerbesten Filigranarbeiter, sind der Köter, der dem Etablishment in die Wade beißen könnte. Na ja, nun ist er eingeschläfert. Das komplette Gerüst geht so in Richtung NORMA JEAN und wer damit seinen Spaß hat, kann mit dem Nachlass von FIGHT PRETTY sicher gut leben. 8/10

Friday, March 26, 2010

SINCE YESTERDAY - The Artifical Truth - Cd



SINCE YESTERDAY ist ein netter aber wenig aggressiver Metal / Hardcore Clone aus der Türkei. Dabei fabrizieren sie, ohne ihre Engagement schmälern zu wollen, nichts anderes als zahllose andere Bands dieser Szene, die mit anscheinend modernen Tönen wirbt und doch nur Recycling betreibt. Nun ja, handwerklich zumindest stehen sie auf stabilem Boden, wissen schon einiges mehr, als ihre Instrumente richtig herum zu halten. Musikalisch halte ich das Ergebnis aber für harmlos. Die Gitarre produziert lupenreine Metal Solis, über jede Kritik erhaben. Darüber hinaus gibt es aber kaum mal ein Riff, das auch Druck aufbaut. Mehr Bass hätte zudem gut getan und der Drummer agiert eher unauffällig. Gesanglich gibt es das typische Gekreische, das ungeübten Ohren schnell auf die Nerven gehen kann. Durchsetzt noch von diversen anderen Vokalleistungen die, wenn alles zusammen kommt, auch mal Verwirrung stiften können, den instrumentalen Teil einfach wegwischen und für mäßiges Durcheinander sorgen. Gekreische, Shouts und cleaner Gesang zugleich hat was von einem aufgebrachten Hühnerhof, auf dem der Hahn nichts mehr zu krähen hat. SINCE YESTERDAY setzen auf viel Melodie, angenehmes Tempo und rockige Parts, verpassen es aber wirklich zu überraschen und richtig in den Arsch zu treten. Stellt sie euch einfach als eine handzahme Hardcore Band vor, die lieber germanischen Power Metal spielen wollen, sich aber nicht trauen ihre lila Shirts auszuziehen. Rein technisch könnten die viel mehr als belanglos zu sein, aber wollen tun sie scheinbar nicht, sind zufrieden mit ihrer Musik, was natürlich legitim ist. Zumindest hat das Ganze eine fröhliche und beschwingende Ausstrahlung, wirkt vollkommen unbeschwert. Das allein reicht aber nicht, glaube ich, bleibt allenfalls Durchschnitt: 5 / 10

Tuesday, March 23, 2010

DEAD WARRIOR - The Process Of Disaster - Mcd


DEAD WARRIOR sind ein noch recht frisches Unternehmen aus Argentinien, das mit ihrer Debüt Ep „The Process Of Disaster“ ein doch ziemlich reifes Stück Deathcore veröffentlicht. Zackige, markante Gitarre mit viel Aggression, den üblichen melodiösen Einschüben und ansprechendem Sound. Dazu etwas zu cleanens Drumming und variable Shouts, Growls und Screams. Alles eben, was vom Genre zu erwarten ist. Frisch, schnell, viel Hardcore, etwas Death Metal, beständige aber nicht nervende Tempowechsel unterstützt von kurzen und gut getimten Solis. Für Freunde trendiger Sounds ist DEAD WARRIOR sicher empfehlenswert, zumal die Jungs noch den Weg des free – downloads gehen um auf sich aufmerksam zu machen. Der Sound ist für so was ungewöhnlich gut, der Bass leidet vielleicht etwas, aber wer´s mag lässt sich hier gut was vor den Latz knallen. Da hab ich wohl schon wesentlich übleres gehört und wie gesagt für eine Erstveröffentlichung ist die Ep mehr als anständig. Wer so auf die IN FLAMES Nummer steht und bereit ist von deren Qualität ein paar Abstriche zu machen, der ist auch hier richtig. DEAD WARRIOR klingen etwas ruppiger, eine Spur härter und vor allem die Vocals sind viel weniger melodisch und harmonisch, im Gegenteil klingen die amtlich fies bis brutal. Zudem enthalten die Songs neben den Melodien und Riffs auch vereinzelte progressive Elemente. Trotzdem ist „The Process…“ keineswegs zu verspielt oder wirkt gar verhalten, die können durchaus losbrettern. Alles in allem ist das Teil gut gelungen, bietet interessante Abwechslung und damit Chancen auf einen gepflegten Muskelkater. Klickt mal hier: http://www.myspace.com/deadwarriorband
7/10

Sunday, March 21, 2010

CRYPTOGENY - Cryptogeny - Mcd


Die 4 Song Mcd der Mexikaner startet mit einem Intro aus Platoon ( Charlie Sheen zertrümmert einem Vietnamesen den Schädel und Kevin Dillon staunt über das zermatschte Hirn). Ob das nun richtungweisend für die folgende Musik ist, mag man raten. Fakt ist, die Burschen versuchen sich an der Death Metal Variante von Bands wie SPAWN OF POSSESSION oder BRAINDRILL. Dass bis dahin aber, trotz sehr guter Anlagen noch ein langer Marsch zu bewältigen ist sollte ihnen hoffentlich klar sein. Generell gefällt mir das schon gut, das Tempo ist immer weit oben, gefiedelt wird mit ansprechenden Verrenkungen, Gesang kommt gut, ja passt eigentlich und für ne junge Band mehr als anständig. Genauer betrachtet wird aber auch viel Durcheinander fabriziert, was im Nachhinein den Lauf der Stücke unnötigerweise unterbricht. Die ewigen Solis, insbesondere in „Deep inside“ können da sogar gewaltig auf den Wecker gehen. Ebenfalls negativ, dass das Schlagzeug kaum was zu melden hat, so trommelt es mehr im Hintergrund als den Nummern den nötigen Druck zu verleihen. Die Mcd müsste eigentlich noch mal in den Mixer und gehört stark nachgewürzt. Aber in Anbetracht des begrenzten Budgets und der juvenilen Ungeduld ist das alles irgendwo zu verzeihen. Viele Arrangements sind auch zweifellos gelungen und können prima einheizen, der Gesamteindruck ist eben nur verbesserungswürdig. Das Geschick richtig deftige und auch anspruchsvolle Titel zu schreiben haben die schon. Vielleicht brauchen die nur jemanden der ihnen sagt, wie rum sie alles zusammenbauen sollen. Vor allem für die Gitarre wäre es vorteilhaft, sich mit den Solis entweder etwas zurück zu nehmen oder variabler zu spielen. Schauen wir mal, was daraus wird, verschafft euch vorerst selbst einen Eindruck: http://www.myspace.com/cryptogeny
6/10

Friday, March 19, 2010

VIOLENT HEADACHE / NECROMORPH - Split Cd / FDA Rekotz


VIOLENT HEADACHE fangen schwergewichtig und riffbetont an, belassen es dann im weiteren Verlauf bei punkigem, zumeist auf 3 Akkorde limitierten Old School Grindcore.
Der ist nicht unbedingt aufregend aber souverän und sorgt durchaus für Schädelbrummen.
Altbekanntes und nicht immer innovatives wird in kurzen Nummern zusammen gedroschen und sorgt genretypisch für recht gute Unterhaltung. Geht halt nicht über das übliche Maß des zu erwartenden Grindgebolzes hinaus, würde ich aber trotzdem gelten lassen. Bei einer Band, die an die 20 Jahre Lärm produziert, könnte durchaus auch mehr drin sein. Auf der anderen Seite zeugt deren Musik von Beständigkeit. Könnt ihr sehen wie ihr wollt. Nur negativ sollte das keiner auffassen, egal aus welchem Winkel es betrachtet wird, denn die Jungs sind handwerklich, entsprechend der Musik die sie verzapfen schon recht fit. Hat Phasenweise was von MALIGNANT TUMOUR, wenn´s denn mal etwas rockiger zugeht (“Burn“). Wer auf Obscene extreme Vormittagsbands steht ist mit VIOLENT HEADACHE sehr gut bedient. Beschwingte Töne zum, Frühstücksbier bei Sonnenschein.
Bei NECROMORPH klingt das alles schon eine Spur aggressiver und auch wesentlich schneller und hektischer. Grindcore, auf den ersten Blick als wüstes Gekloppe verkauft, zeigt bei genauerer Inspektion doch passable Strukturen. Auch das ist generell nicht so umwerfend, dennoch anständig gespielt und die partiellen Ausflüge in die Death Metal Branche tun der Sache ganz gut. Im Vordergrund steht aber auch hier Old School Grind, der im Gegensatz zu VIOLENT HEADACHE jedoch ein ganzes Stück variabler und interessanter zusammen gerührt ist. Auch kurze klassische Metal Solis sind zu vernehmen und lockern das Klanggebilde zusätzlich auf. Wie gesagt, auch NECROMORPH stellen sich nicht der hehren Aufgabe den Rockolymp zu besteigen, verkaufen ihren Part der Cd dennoch ausgesprochen gut. Etwas überraschungsarm aber handwerklich sicher und unterhaltsam und mit angemessener Tempoverschärfung.
Fazit: Wenn schon kein echter Killer so doch eine solide Vollbedienung. Ganz gut gelungen.
6/10

Wednesday, March 17, 2010

I´LL EAT YOUR FACE - Irritant - Cd


Diese Band macht ihrem Namen alle Ehre...und lutscht mir zusätzlich gefühlsmäßig das Hirn durch die Augenhöhlen. Um deren Musik zu genießen müsst ihr euch von so manch lieb gewonnener Hörgewohnheit trennen. Zum einen besteht das Duo tatsächlich nur aus Gitarre und Schlagzeug, auf Gesang könnt ihr lange warten. Und zum anderen hat das Dargebotene nichts mit Grindcore zu tun, so wie die beiden das propagieren. „Irritant“ ist ein progressiver Overkill, wie ich ihn bisher nicht gehört habe, so weit lehnt sich kaum einer aus dem Fenster.
Die Gitarre ist absolut nicht berechenbar, schlägt Haken wie der Hase in der Ackerfurche, pausenlose Breaks, Tempowechsel und Akkustikeinschübe bestimmen das Geschehen. Bei jedem Song findet das Zuhören quasi wieder neu statt, alles wird immer wieder auf Anfang gestellt, es gibt zahllose schräge Töne, jazzige Arrangements en masse, dann wieder prägnante Melodien oder auch freakige Spielkonsolenmusik, bei der die berühmten Pixelklempner ein paar nette Sprünge hinlegen würden. Das alles ist so ungewöhnlich und vor allem gewöhnungsbedürftig, dass schnell der Eindruck aufkommt, das Werk wäre noch unfertig. Gerade weil einige „normale“ Komponenten völlig außen vor bleiben drängt sich der Eindruck einer Jam Session auf. Und vielleicht ist es das auch, dann aber auf verdammt hohem Niveau. Selbst wenn die Kost schwer verdaulich ist und definitiv nicht für das große Publikum gemacht, so ist sie doch um so mehr beeindruckend. Allein das technische Know How ist kaum in Worte zu fassen. Was der Kerl da mit seiner Klampfe veranstaltet steht vielerorts unter Strafe. Schade nur, dass er den ebenfalls sehr fitten Drummer damit extrem dominiert und dessen Spiel oft unter zu gehen droht. Nicht akustisch, ich meine den reinen Aufmerksamkeitsverlust. Dieses Album ist schon ein fetter Braten, definitiv kein Fast Food!
Ich gebe hier mal meine Punkte rein für das Können, die Massenkompatibelität sollte keine Rolle spielen. Letztendlich müsst ihr selbst mal reinhören und entscheiden ob das wirklich das Richtige für euch ist: http://www.myspace.com/illeatyourfaceireland
9/10

Wednesday, March 10, 2010

EXHALE - Blind - Cd / Dark Balance Records


EXHALE (nicht zu verwechseln mit der tschechischen Grindband) suchen nicht nur durch ihren Namen die Nähe zu NASUM. Sowohl Musik als auch Sound stehen unter Patenschaft der leider Verflossenen. Zudem sorgt die territoriale Nachbarschaft für Lokalkolorit. EXHALE bestechen mit ihrem 2. Album durch messerscharfe Gitarrenarbeit, schlüssiges und intelligentes Songwriting, immenses Tempo und typisch skandinavischem Soundgewand.
Kurz gesagt, „Blind“ ist einfach großartig. Wer sich an seine Faves hängt, deren Musik zu seiner eigenen macht und dabei Köpfchen beweist, kann gar nichts falsch machen. Dabei entstehen dann so gewaltige Grindklopper wie „Edge“ oder „Fools“. Allein die Gitarren und die manchmal gehetzt wirkenden Vokals sind reine Energie und verbeißen sich in der grauen Masse wie ein Pitbull in einer Joggerwade. Zuschnappen und nie wieder loslassen, Schmerz und Adrenalin bis der Arzt kommt! Außerdem muss ich feststellen, dass ihnen ihre eigene Death Metal Szene auch überhaupt nicht fern ist. Wenn das Tempo mal gedrückt wird (was selten der Fall ist), dann ist nicht nur soundbedingt eine dicke Portion Elchtod spürbar. Der beste Beweis ist „Turning Blind“, der zum Schluss beinahe melodisch ja gar nostalgisch erscheint. EXHALE ist ein Album mit Anspruch gelungen, das für Außenstehende auf den ersten Blick vielleicht pures Gekloppe ist, aber bei genauerer Betrachtung eines der heftigsten und qualitativsten Alben des jungen Jahres ist. Zumindest in dieser Schublade. „Blind“ ist ein typisch schwedisches Machwerk, aber auch viel mehr als das. Es ist Spaß an der Musik und das Können, Selbigen auch wirklich umzusetzen. Lediglich die kurze Spielzeit ist anzukreiden und führt zu Punktabzug. Rein musikalisch wurde alles richtig gemacht.
9/10

Monday, March 8, 2010

VILEFUCK - What Lies Ahead Is Already Dead - Cd / FDA Rekotz


Was uns die Skandinavier hier anbieten ist lupenreiner Germanenthrash aus den 80ern. Der funktioniert natürlich heute noch. VILEFUCK bedienen sich ausschließlich bei den Großen wie KREATOR, DESTRUCTION oder HOLY MOSES. Ob die Band mit diesem Raubzug ihre eigene Identität aufgegeben habt ist mir dabei Wurst. Für mich steht sich schon nach den ersten Tönen fest, worauf ich mich einlasse. Hier bin ich vor Überraschungen sicher, weis genau was mich erwartet. Und so weicht die Band keinen Meter von ihrer Marschroute ab, pfeffert messerscharfe Riffs ab, lädt versierte Drumkanonaden nach und bringt ihre Songs in ein laut tösendes und stimmiges Gesamtbild. Dass dabei nicht wirklich viel auf ihrem eigenen Mist gewachsen ist und tatsächlich das Meiste bekannt vorkommt, spielt keine Rolle. Es macht einfach Spaß, auch wenn VILEFUCK bekannte Thrashtöne lediglich variieren und so ihrer eigenen Spielweise unterordnen. Die machen halt nur worauf sie Bock haben, was sie gern hören und eben gut können. Daraus wird kein Vorwurf erwachsen. Die Stücke unterscheiden sich nun nicht so wahnsinnig, trotzdem treffe ich überall auf Gitarrenriffs und andere Arrangements, die im Ohr bleiben und bei denen ich vor allem sofort mitgehen kann. Na gut, dass das kein Wunder ist, sollte klar sein. Der ganz große Hitcharakter bleibt dem album sicher dennoch oder gerade deswegen verwehrt, wer aber einfach mal Spaß haben will und seine alten Scheiben noch im Umzugskarton im Keller hat, der legt das hier auf und hat mit Gewissheit eine Menge Spaß daran. „What Lies…“ ist hart, schnell, kompromisslos und anständig produziert, mehr bedarf es in der Regel nicht. 7/10

Friday, March 5, 2010

V.A. – Tribute To Repulsion - Cd / FDA Rekotz


Zu Tribute Alben mag der Einzelne ja stehen wie er will, ich selbst besitze herzlich wenig davon. Wenn eine Band aber ein solches verdient haben sollte, dann REPULSION, die neben NAPALM DEATH zu den echten alten Herren der Szene gehören und so manche Band auf ihrem Weg beeinflusst haben dürften. Zudem klingt diese Reminiszenz nach wesentlich mehr als nur 22 Cover Songs. Schon die Aufmachung sticht in´s Auge, bietet das Cover doch eine aufgemotzte und nichts desto trotz sehr morbide Version von Slaughter Of The Innocent / Horrified. Das allein ist schon ein echter Hingucker. Dazu könnt ihr eine recht emotionale Bandbio lesen und erfahren, was die einzelnen Interpreten über REPULSION denken. Um der Band musikalisch zu huldigen, haben sich dann nur ausschließlich gute und bekannte Grindbands zusammen gefunden, solche eben, die auch für Qualität und Innovation stehen. Und genau das kommt der Cd zu Gute, entwickelt sich daraus doch wie erwähnt viel mehr als nur nachgespielter Radau. So schafft es fast jede Truppe den ausgewählten Song in ihren eigenen Sound zu assimilieren und quasi neu zu interpretieren. Da klingt dann der eine oder andere vollkommen anders als das rohe und primitive Original. Was kann einer Band denn schon besseres widerfahren, als auf diese Weise Anerkennung zu erlangen. Allein GENERAL SURGERY´s Version von „Maggots In Your Coffin“ ist ein echt fetter Happen! Außerdem mit dabei: AFGRUND, NASHGUL, BLOCKHEADS, CEPHALIC CARNAGE, IMPALED, BIRDFLESH, MINDFLAIR, COLDWORKER, MACHETAZO… und noch weitere Appetithäppchen. Genau genommen und glücklicherweise kommt dieses Tribute völlig ohne Lückenfüller aus und ist somit ein echtes und empfehlenswertes Stück Plastik!

Wednesday, March 3, 2010

SACRED REICH - Indipendent Re – Release - Cd / Displeased Records


Nachdem Displeased vor geraumer Zeit schon “The American Way” passend zum Comeback der US Thrash Legende neu aufgelegt hat, folgt nun „Indipendent“. Diese Scheibe sitzt mir persönlich seit 17 Jahren im Nacken und ist subjektiv betrachtet der Höhepunkt des Schaffens einer außergewöhnlichen Band. In meinen Breitengraden stoßen sie bis heute nicht auf wirkliche Begeisterung, aber mir geht die Band nicht mehr aus dem Ohr und die alten Scheiben rotieren hier mit beängstigender Regelmäßigkeit. Und gerade „Indipendent“, dass ich „nur“ als Vinyl – Version besitze, hat einige der prägnantesten Gitarrenriffs der Metal Geschichte, Riffs die ich nicht mehr aus dem Ohr bekommen habe und auch heute noch auf Anhieb abrufen kann. Der Titeltrack ist da das beste Beispiel, den erst mal gehört und du wirst ihn nicht mehr los. Und so ist es zu begrüßen, dass sich jemand diesen Songs annimmt und sie frisch aufpoliert wieder unter das Volk wirft. Schon um den juvenilen Rotznasen mal zu zeigen, wie Thrash Metal funktioniert und eine Band die rein äußerlich faltig wird, schon damals der Zeit voraus war und heute noch modern klingt. Aktueller und ehrlicher jedenfalls als viele Hypes des neuen Jahrtausends. SACRED REICH hatten einst schon mehr Potential als die meisten neuen Acts es sich jemals erarbeiten werden. Mit engagierten Lyrics und ausgezeichnetem Songwriting wird es auch heute noch gelingen, die Leute zu überzeugen und die alten Stücke haben ohnehin nichts von ihrer Aktualität verloren. „Indipendent“ kommt mit 5 Bonustracks von diversen raren Ep´s und gehört in jedes gut sortierte Regal!