Monday, June 28, 2010

CORPUS CHRISTI - A Feast For Crows Cd / Victory Records


Der Bandname klingt wie ein Glaubensbekenntnis, der Glaube an die eigenen Fähigkeiten, gute Ohren, schnellen Verstand und dicke Eier. CORPUS CHRISTI machen all die Dinge richtig, an denen viele andere moderne Metalbands scheitern. Natürlich hören sie bei den „Großen“ zu, kupfern aber nicht einfach ab sondern lernen, können ihre Kreativität musikalisch umsetzen und rechtfertigen so ihre Identität. „A Feast Of Crows“ ist recht vielschichtig, das fängt beim Gesang an, bei dem Growls, cleane Stimme und Chorus so was wie eine Symbiose bilden, perfekt aufeinander abgestimmt sind. Außerdem treffen hier Typen aufeinander die tatsächlich singen können. Die Gitarrenarbeit reicht von filigran bis Gewitter, bildet melodiöse Bögen, setzt ruhige Akzente, schmettert brachiale Riffs auf die Bretter und rollt mit groovigem Hardcore Stakkato über das Schlachtfeld. Zudem stellt der Bass eine beeindruckende Geräuschwand hin und die Drums scheinen mehr als fit. CORPUS CHISTI sind auf Augenhöhe mit FIVE FINGER DEATH PUNCH, DEVIL DRIVER, IN FLAMES oder auch die in der Pressemitteilung zu recht erwähnten KILLSWITCH ENGAGE. Zudem könnte so manche Grundidee diverser Riffs von den Königen der Nackenschmerzen höchst selbst stammen: PANTERA. Natürlich, wenn man´s genau betrachtet revolutionieren sie diese boomende, regelrecht gehypte Szene nicht wirklich, was auch nicht nötig ist, sie beweisen aber, dass sie absolut in der Lage sind ihre Grenzen auszuloten und gegebenenfalls auch darüber hinaus zu gehen. Ich denke jedenfalls dass die Band das Reglement der Genres verstanden hat, sich mit ihren Möglichkeiten ganz gut in Szene setzt und vieleicht sogar noch da ist, wenn der nächste Boom ansetzt und den Metalcore überrollt. Wer sich „A Feast For Crows“ zulegt, macht ganz bestimmt nichts falsch, ist doch alles drin was von dieser Art Musik zu erwarten ist und das auf anständigem Niveau.
8/10

Saturday, June 26, 2010

FLUWID - From Surface To Suffocation - Cd


FLUWID´s “From Surface To Suffocation” ist ein typisches Metalcoreprodukt unserer Zeit. Die Amis packen alles in ihr Lunchpaket was da ihrer Meinung auch rein gehört. Soll schließlich schmackig, reichlich und vollwertig sein…gesund eher nicht. Dann lasst uns mal einen Blick unter den Deckel werfen. Auffällig…oder eher prägnant ist der Doppelgesang, bei dem sich alle kompositorischen Arrangements an die Spielregeln halten, es darf gegrowlt werden wenn die Post abgeht und clean gesungen wenn es zu beschaulichen Momenten kommt. Das saubere Gesinge gefällt mir in diesem Fall nicht wirklich, da es verdammt nölig klingt. Generell sind beide Sänger aber gut aufeinander abgestimmt und wissen durch ihre Tonlagen die einzelnen Songs gut zu beeinflussen. Dann hätten wir da die Gitarren, die ganz geschickt in Szene gesetzt werden, meistens flott, manchmal melancholisch, vordergründig melodiös gespielt. Eigentlich auch hier das Gleiche, nämlich genau so wie es von einer Metalcore Band erwartet wird. Da muss halt was für kleine Mädchen drin sein, darf nie zu brutal werden, lieber einmal mehr verträumt in den Himmel gucken als sich die Füße im Höllenfeuer zu verbrennen. Dabei stecken die Jungs viel Engagement in ihr zugegebenermaßen virtuoses Gitarrenspiel. Das geht häufig bis an den Rand der Radiocharttauglichkeit. Den Bogen haben sie trotzdem raus…andere aber auch. So richtig Metal isses häufig halt nicht mehr, eher muss man aber diesen Begriff heute neu interpretieren. So, dann hätten wir noch das Schlagzeug, das ganz ordentlich klingt, aber eher unauffällig ist und den Bass, dessen Sound dem Songgerüst gern mehr Druck hätte verpassen können, das aber irgendwie nicht hin bekommt. Auch der versteckt sich etwas. Aber wie gesagt, um so was gut zu vermarkten, darf es nicht zu hart sein. Das ist natürlich kein Vorwurf, die werden schon wissen was sie wollen. Fazit: FLUWID ist rockige bis metallisch corige Musik zwischen hübschen Melodien, handzahmen Balladen und schicken Nackenbrechern und die Kiddis die alles an New Metal konsumieren machen bei dieser Band sicher auch keinen Fehler.
6/10
http://www.myspace.com/fluwid

Thursday, June 24, 2010

BEYOND HELL - The Sleeper Awakens - Cd / Dark Descent


Na ja Kinder, das hier ist jetzt mal nich so dolle. BEYOND HELL rumpelt mit altbackenem Death Metal über holprige Straßen, schleppt sich meist mit morbidem Unterton über so manche Tempohürde und bedankt sich mit diversen Riffs bei alten Thrash Heroen. Das könnt ihr sehen wie ihr wollt, aber mir isses zu wenig um in einen kollektiven Rausch zu verfallen. Und vor allem über weite Strecken zu langweilig. Dabei verbirgt sich hinter dem schnöden Namen ein Projekt einiger bekannter Undergroundgrößen. Angeführt wird das vom berüchtigten Elektrokutioner (DECREPITAPH, FATHER BEFOULED, FESTERED…), dessen Beweggründe ständig mit neuen Mucken in der Tür zu stehen ich bis dato nicht verstanden habe. Klingt doch eh alles ähnlich, aber nein, der macht eine Scheibe, legt das Projekt schlafen, macht die nächste und so weiter. Aber alles muss ich auch nicht wissen. Dann ist noch Patrick Bruss mit von der Partie, dessen Ein Mann Combo CRYPTICUS recht cool ist, auch wenn sie musikalisch nicht so weit weg von dem hier ist. Und außerdem spielt noch mein Lieblings – Couchpotatoe Sly von FONDLECORPSE mit. Mein Freund, das habe ich schon besser gesehen. Viele der Riffs und Arrangements habe ich anderenorts auf die eine oder andere Weise mehrfach gehört. Dadurch werden sie weder besser noch schlechter, hauen mich aber trotz präzisen Spiels und schön fieser düsterer Stimmung nicht aus den Latschen. Das ganze Konzept ist ,sicher absichtlich, verdammt einfach gestrickt und bietet trotz guter Atmosphäre kaum Raum für echte Aufreger. Ganz cooles Gänsehautfeeling kommt bei diversen Intros auf, die wirklich gut in Szene gesetzt sind und das unterstreichen, was die Band wahrscheinlich auch mit ihrer Musik vor hat, den ultimativen Horror zu verbreiten. Die Erfahrung und das musikalische Waffenarsenal könnten die aus dem Ärmel schütteln. Und natürlich ist „The Sleeper Awakens“ um Himmels willen kein schlechtes Album aber auch nicht so ungewöhnlich und hervorragend um es sich nun unbedingt ins ohnehin überfüllte Regal schieben zu müssen. Ist ein gutes Album, mehr aber auch nicht, hatte mir mehr erwartet. 6/10 Punkte wegen persönlichem Sympathiebonus!

Tuesday, June 22, 2010

SERENITY DIES - Hacksawcracy - Mcd



SERENITY DIES stehen für puren 80er US Thrash Metal, halten große Stücke auf alte Metallica, bekommen prominente Unterstützung von Anthrax´s Rob Caggiano, arbeiten mit Produzent Anssi Kippo und lassen bei Gavin Lurrsen mastern. Das muss alles Unmengen gekostet haben und ob sich das tatsächlich rentiert ist wirklich fraglich. Zum einen ist jeder Song vorausschaubar, da SERENITY DIES (kommen übrigens von den Malediven, bekommen aber keinen Exotenbonus) generell viel zu dicht an ihren Faves dran sind um eine wahrnehmbare eigene Identität zu vertreten. Außerdem sind die Songs doch etwas dünnwandig und absolut nichts Besonderes. Desweiteren nehmen die häufig melancholisch wirkenden, cleanen Gesangsparts immer wieder den Druck aus den Songs. Wenn ich dann so eine Nummer wie „Blood Serenade“ höre, dann ziehen sich mir die Bumpern zusammen und es schmerzt unterhalb des Bieräquators, das ist so eine verheulte Halbballade zwischen DREAM THEATRE und MEGADETH, auch wenn perfekt vorgetragen absolut nichts sagend und inhaltsarm. Ich habe das Gefühl die wollten viel und erreichen wenig. Nicht dass wir uns falsch verstehen, qualitativ haben die das absolut drauf, sind hörbar gute Musiker und die Produktion ist super (alles andere wäre rausgeschmissenes Geld gewesen), aber bei allem Talent und dickem Geldbeutel haben sie es noch nicht raus richtig in den Arsch zu treten, mal zu zeigen wie die Post abgeht. „Hacksawcracy” ist trotz aller guter Ansätze und hoher Erwartungen schlichtweg nervig bis langweilig. Schade eigentlich, aber es hat den Anschein als würden alle Bemühungen der Band, den großen Sprung zu schaffen, schnell wieder verpuffen. Und warum müssen die eigentlich selbst veröffentlichen, wenn die doch so großen Support auffahren? Also, Drumherum ganz großer Bahnhof und drinnen Bimmelbahn. Ja, ja, mag etwas überzogen sein, aber um wirklich zu überzeugen müssen die noch einige Schippen nachlegen!
4/10

Monday, June 21, 2010

PATHOLOGY - Legacy Of The Ancients - Cd / Victory Records


Was mich am meisten erstaunt, ist die Tatsache, dass Victory Records sich diesen amerikanischen Krawallpanzer unter den Nagel gerissen haben, stehen die doch eigentlich für Metalcore und so Sachen. Aber vielleicht erkennen die gerade ihre Chance. PATHOLOGY selbst waren eh unstet in ihrer Labelwahl, 4. Album, 4. Company. Musikalisch steht die Marschrichtung weiter klar, brutaler Death Metal amerikanischer Art, was sonst. Die Band um Gründer Dave Astor und das prominente Frontschwein Matti Way zaubern eine Hand voll neuer Stücke aus dem Hut, als gäbe es kein Morgen, hämmern irgendwo zwischen DYING FETUS und DEVOURMENT. Das deckt dann so gesagt die ganze Bandbreite brutaler und zügelloser Töne von Geprügel bis Slam ab. Ist nun nicht überraschend aber sehr gekonnt und dürfte die Erwartungen der Fans mehr als erfüllen. Es gibt kein Stück das richtig heraus sticht, die rühren irgendwie alle das Hirn zu Brei. „Legacy…“ wirkt aber auch stellenweise sehr glatt und gestylt, zu sauber. Ich glaube die haben es diesmal auf zu viel Perfektion angelegt, statt es einfach laufen zu lassen. In Anbetracht heutiger musikalischer Bandbreite und konkurrierender gleichwertiger Bands ist diese Entscheidung wahrscheinlich sogar richtig, denn die Ohren der Käufer sind verwöhnt. Und wenn ich das anders herum betrachte und es so verstehe, dass die Band einen hohen Anspruch an sich selbst hat, dann heiße ich das sogar gut. Rundum stimmt einfach alles, das Songwriting ist relativ simpel, jedoch präzise auf den Punkt und wohl durchdacht, in der Umsetzung bleiben ohnehin keine Fragen offen, die Wahl des Labels könnte sich noch als cleverster Schachzug überhaupt erweisen und als Produzenten Jeff Forest auf seiner Seite zu haben kann auch nicht jeder von sich behaupten. Gemastert hat dann noch Eric Rutan und somit sollte kaum was schief gehen. „Legacy…“ ist ein herrlich blutiger Spaß, der keine Wünsche offen lässt, außer dass die nächste Attacke etwas länger laufen dürfte, aber sind halt Amis. 9/10

Sunday, June 20, 2010

OSMOSIS - Demo - Mcd


OSMOSIS ist ein Ein-Mann-Projekt, was wohl der Grund dafür ist, dass gerade das Schlagzeug das präziseste ist und am cleansten klingt, ist nämlich ein Japaner. Der Rest ist recht durchschnittlicher, brutaler Mid-Tempo Death Metal mit wenigen Tempoausbrüchen und verhaltener Technik. Der Anfang lässt schon schlimmes befürchten, da begrüßt uns ein schrecklich gewöhnlich bis fades Instrumentalstück mit einigen grauenvoll eingemischten verzerrten Sprachsamples (in der Art von Evil Dead). Mit den folgenden 3 Songs komme ich aber ganz gut über die Runden, bieten sie doch geordnetes bis nachvollziehbares Songwriting, bewähren sich mit brutalen und unkomplizierten, recht zögerlichen Angriffen auf die Nervenbahnen. So der große Bringer ist es nun aber auch nicht, ist das Dargebotene zwar souverän aber über die Dauer auch ziemlich langweilig, außerdem stimmt der Sound, zumindest was den Endmix angeht, überhaupt nicht. Das Demo kommt im Ganzen nicht einen Moment wirklich aus dem Knick und ich bin im Nachhinein froh, dass nur 4 kurze Nummern drauf sind. Der Verursacher des Ganzen sieht sein Projekt in der Tradition brutalen US Death Metals mit zusätzlichen Anleihen bei der europäischen Szene. Was wohl so viel heißt wie, „Ich mach jetzt einfach mal“. Aber da das die ersten Schritte sind, OSMOSIS möglicherweise mal zu einer echten Band anwachsen könnte und so ihr Spektrum erweitern würde, sollten wir das alles nicht zu eng sehen. Wer von uns ist denn schon beim ersten Versuch mit Papas Rad zu fahren auch im Sattel geblieben. Vielleicht wird aus OSMOSIS kein Anwärter für die Tour De France aber für einen passablen und sicheren Radler langt das ganz bestimmt. Hier dann mein gnädiges Urteil, 4/10 Punkte aus Germoney! Das Demo gibt es für lau:
http://www.myspace.com/osmosis666

DIABOLIC - Excisions Of Exorcisms Cd /Deathgasm Records


DIABOLIC gehören wohl zu den unterbewertetsten US Death Metal Bands überhaupt. Heimlich und nach beinahe 7 Jahren, diversen Bandsterbens und wieder Aufraffens schleicht sich deren 5. Album an, als wäre die Vergangenheit eine Butterfahrt gewesen. Na und musikalisch müssen sie sich trotz vergangener Widrigkeiten nichts vorwerfen lassen, im Gegenteil kommen sie stärker zurück als zu erwarten war. So liefern sie mit „Excisions Of Exorcisms” ihr weitaus stärkstes Album ab. Aber Qualität in allen Belangen muss man bei Musikern, die über 20 Jahre im Geschäft sind (nicht nur mit DIABOLIC) und den Death Metal von der Pieke auf kennen, einfach voraussetzen. Natürlich werden sie wegen ihres Stiles immer mit MORBID ANGEL in Verbindung gebracht werden, aber genau genommen knüppeln und blasten die uns nichts anderes in die Fresse als die Musik, mit der sie in Tampa groß und die lokale Szene berühmt geworden ist. Das ist sicher auch der Grund, weshalb das aktuelle DIABOLIC Album so verflucht brutal zeitlos klingt. Warum es die Band um Drummer Aantar Coates niemals geschafft hat, in den Olymp aufzusteigen in dem alle frühen klassischen Death Metal Bands zwangsweise gelandet sind, bleibt wohl für immer ein Rätsel. Vielleicht hat das was mit personeller Unbeständigkeit zu tun. Solche Klippen hatten andere aber auch zu umschiffen. Egal, nun sind sie wieder zurück und knallen uns 7 neue Stück plus Intro und Outro vor den Latz, die blasphemischer, düsterer und schneller kaum sein könnten. „Excisions Of Exorcisms” knüppelt sich mit unbeschreiblichem Tempo durch den Set, dass die Fönfrisur steif nach hinten abknickt. Löbliche Ausnahme und Beweis für das gewisse Etwas der Band ist „False Belief“. Der Song ist unglaublich heavy und schlägt wie ein mit roher Gewalt geführter teuflischer Vorschlaghammer gnadenlos Schädel ein. Wer auf echten US Death Metal steht, auf technischen Schnick Schnack verzichten kann und den direkten, für manchen vielleicht auch einsilbigen, Weg mag (Das Zeug mit den Blastattacken, das jeden Rasen ohne Rasenmäher flach am Boden hält), der kommt am neuen DIABOLIC Album nicht vorbei!
9/10

Friday, June 18, 2010

SLECHTVALK - A Forlorn Throne Cd / Whirlwind Records


Die Niederländer veröffentlichen mit ihrem nunmehr 4. Album „A Forlorn Throne“ einen zwar nicht ungewöhnlichen aber doch sehr gelungenen blutigen Happen aus Black-, und Folkmetal. Wobei zweiteres eher hintergründig ist und sich auf Image und lyrische Komponenten bezieht. Ganz eindeutig im Fokus steht die melodiöse, teilweise hymnenhafte Ausrichtung mit interessanter Gitarrenarbeit, choralen Gesängen und den , neben dem typischen schwarzen Gekeife, auch sehr gelungene cleane Vocals. Selten, dass so was mal nicht nervt oder in Melancholie abdriftet. Das teilweise eingesetzt Keyboard bleibt ebenfalls angenehm im Hintergrund. Der geschickte Zusammenklang aller Parteien kann zwar nicht über musikalische Austauschbarkeit der stilistischen Ausrichtung an sich hinweg täuschen, aber es gelingt ihnen trotzdem zweifelsohne verdammt gute Songs zu schreiben, die einfach Spaß machen. Egal ob die dabei mit den Ketten rasseln, ihre Langboote an manch scharfer Klippe vorbei steuern und ihre Schwerter an allzu bekannten Klischees schärfen. SLECHTVALK sind wuchtig, machen einen ehrlichen Eindruck und drücken uns mit dem neuen Album partiell auch ihren eigenen Stempel auf. Selbst wenn jeder deutlich zu spüren glaubt, aus welcher Richtung Odin seinen Hammer schwingt und wir genau wissen wie es kracht und splittert, wenn er irgendwo ungebremst einfährt. SLECHTVALK wissen diese rohe, beinah unbekümmert entfesselte Energie zu ihren Gunsten zu nutzen und produzieren sich mit lockeren unverkrampften und doch zutiefst fiesen und heftigen 9 Stücken. Ich würde sagen, wer sich MANEGARM, ENTHRONED und AMON AMARTH in einer Band vorstellen kann, der kann mit SLECHTVALK (heißt übrigens Wanderfalke) sehr gut leben und ein paar angenehm düstere und epische Abende auf dem Schlachtfeld künstlerischer Freizügigkeit verbringen. Die können was, lasst euch einfangen, gelingt möglicherweise nicht auf Anhieb, aber das wird!
8/10

Thursday, June 17, 2010

EZURATE - Eve Of Desecration – Cd / Rotting Corpse Records



EZURATE aus Chicago verkaufen sich gern als US Black Metal, fahren aber mit ihrer Musik unruhig im Fahrwasser skandinavischer Größen wie MAYHEM und DARK THRONE. Aber das sollte ihnen ja nicht zum Schlechtesten gereichen. Das neue Album präsentiert eine konsequente Fortsetzung zum 2008er Vorgänger „An Ending To Revelations“ und beinhaltet 15 zumeist auf Highspeed getrimmt schwarze Bretterknaller, die dem Gehörnten einen Steifen garantieren. Die Gitarre klingt dabei recht schrill, der Angepinselte dahinter verkauft sich aber durchaus geschickt, kann gute Atmosphäre aufbauen und frickeln wie der Höllenlord höchstpersönlich. Aggressiv aber auch überraschungsarm sind 2 Adjektive die sich auf „Eve Of Desecration“ gegenüber stehen. Wenn auf der einen Seite aus allen Rohren Gift und Galle in die Lava gekotzt wird und keine christliche Seele am Horizont mehr zu entdecken ist, so bleibt die Musik an sich kalter Kaffee der des Aufwärmens beinahe nicht mehr lohnt, da jeder so einigermaßen weis, wie er schmeckt. So ein paar individuelle Ideen hätten der Scheibe gut getan, das nicht abrücken können von vorgegebenen Mustern gibt dem eigentlich guten Songs einen faden Beigeschmack von abgestandenem Höllensud. Schade eigentlich, denn technisch haben die 3 dicken schwarzen Typen mit den blassen Gesichtern gut was auf dem Rost und verkaufen sich etwas unter Wert.
So schlachten sie die Unschuld mit gehetzter Gitarre, Marschrhythmen verbreitendem Schlagzeug, verhaltenem Bass und gewöhnlichem Gekeife dahin. Alles nicht übel, dezenter Einsatz von erahnten Melodien und Keyboardheimlichkeiten tun ihr übriges. EZURATE können schon was, wie erwähnt besonders der Gitarrist,und machen letztendlich auch ein gutes Album mit ihren Fähigkeiten, aber die ganz spitze und lange Pommesgabel ist es leider nicht, auch wenn ich glaube dass die Kerle das Rüstzeug dafür haben.
6/10

DISCORDANT SOUNDS FROM THE DEAD - Compilation - Torn Flesh Records


Diese Compilation hört sich an wie das Wehklagen gequälter Individuen die mit einem Apfel im Maul und glänzender Haut nach beendeter Tortur in der anheimelnd beleuchteten Auslage des lokalen Metzgergeschäfts landen. Einfach nur lecker und gleichzeitig völlig krank. DISCORDANT SOUNDS…ist ein Treffen der brutalsten Sorte, hier verdrischt eine Slam/Hack/Gore/Black/Cyber/Knüppelband/ die Nächste. Dabei sind Qualität und musikalische Ausrichtung durchaus recht unterschiedlich, so trifft auch Schrott auf herrlich unbeschwertes Geprügel. Aber so ist das ja beim Schlachter auch, der eine mag es frisch und blutig, der andere verkauft Gammelfleisch als Delikatesse. NO ONE GETS OUT ALIVE, CONSUME THE FETUS, NECROPOLIS JC, GOREMONGER, FERMENTED FETUS haben das Messer schon an der richtigen Stelle platziert, auch wenn der Sound teilweise grottig ist und hier und da ein japanischer Schlagzeuger nervt. Andere wiederum sind von Anfang an ein Fall für den Abdecker und einfach nur unterste Schublade, nicht erwähnenswert. Aber natürlich ist das immer relativ zu betrachten, denn es gibt ja auch die ganz Kaputten, die nach so was lechzen. Und so sollte jeder selbst kosten und sich das herauspicken was ihm selbst mundet. Der ganz große Wurf ist glaub ich zwar nicht dabei, so manch brutal unterhaltsames aber durchaus, also immer ran! Denn tatsächlich ist diese kostenlose Geschichte eine prima Idee Bands für lau zu promoten, auf die sonst kaum einer achten, geschweige denn noch Geld dafür ausgeben würde. Wenn ihr das nächste Mal mit eurem virtuellen Einkaufskorb auf Raubzug in den Auslagen des www unterwegs seid, dann macht hier mal halt und bildet euch eure eigene Meinung. Der Download ist legal, umsonst (wie man ´s nimmt) und gewollt:
http://www.archive.org/details/TFR97-VA-DiscordantSoundsFromTheDead

Wednesday, June 16, 2010

NOIZE CITY - Compilation - Vox Populi Records


Boah, das ist mal wieder was für komplett Verwirrte. Hier offenbart sich eine Cyber, Gore – Geräuschkulisse aus den tiefsten und feuchtesten Kellern musikalischer Umtriebigkeit. Rasselnde Drumcomputer, schrille Gitarren, übersteuerte Bässe und undefinierbares Geschrei und Gebrüll. Wer vollkommen schmerzfrei durch das Leben stapft kann sich an so was vielleicht gewöhnen, solltet ihr aber auch nur die geringsten musikalischen Ansprüche entwickelt haben, schlagt ihr um solch verqueren Krawall einen großen Haken. Das einzige wozu diese Compilation taugt, ist Silberfischchen hinter Tapeten und gerahmten Fotos hervor zu treiben, die Milch im Kühlschrank in Lichtgeschwindigkeit eindicken zu lassen, den Fensterscheiben Eigenleben einzuhauchen, den Ehekrieg zu vertagen und die Sanitärkeramik von ekligen Ablagerungen zu befreien. Insofern solltet ihr das Geblase wahlweise in euren eigenen 4 Wänden ertragen…oder eben eher nicht, kommt drauf an, welchen persönlichen Nutzen es erfüllen soll. Seid kreativ! DR: FECALUS…, JIMMY KRAP und SHITFUCKINSHIT werden euch dabei tatkräftig und wahrscheinlich unbeabsichtigt helfen. Aber mal ernsthaft (ha ha): Ich bin ja noch nicht von der Überzeugung abgerückt, dass manche Veröffentlichungen unbedingt einen Beipackzettel beinhalten sollten, da unvorbereiteter Gebrauch bei dem einen oder anderen unangenehm durchschlagen kann. Und das wüste Getöse lässt gar keine Optionen offen, das schmerzt umgehend, verursacht mentale Diarrhoe, führt zu präseniler Demenz und unkontrollierbaren verbalen Spasmen! Im Endeffekt kann ich das kaum jemanden empfehlen, es sei denn ihr seid beratungsresistent, so wie so schon längst durch den Wind oder müsst unbedingt beweisen, dass ihr mit schlechtem Geschmack per du seid und lieber an Scheiße als an Erdbeeren nuckelt.
http://www.myspace.com/voxpupolirecords

Monday, June 14, 2010

WARVICTIMS - Domedagen - Cd/Crimes Against Humanity Rec.


Dieser schwedische Chaosvierer versucht uns lautstark und hektisch auf die letzten Tage unserer Existenz vorzubereiten. Und das mit schnellem und schrammligen Anarchocrustpunk. Immer feste mit 3 Akkorden und dicken Eiern auf die Mütze. Und dabei geht es möglicherweise überraschungsresistent aber erwartungsgemäß zielsicher zur Sache, eben genau so wie wir es von schwedischen Lärmpuristen dieser Schiene gewöhnt sind und vielleicht auch lieben gelernt haben. Obwohl die Songs generell nichts zum liebhaben sind, sind sie doch fern jeglicher Form von Harmonie kurz und trocken in den Dreck gerotzt. Ist halt D-Beat von der nicht ungewöhnlichen (was soll das auch sein) aber heftigen Sorte. Wer diesen ganzen DISCLOSE, ANTI CIMEX Irrsinn verdauen kann, und auf diverse rockige Einschübe die sonst gern bei skandinavischen Crustcorlern gesichtet werden, verzichten kann, dem wird das hier auch schmecken. Aber sicherlich werden viele von euch die Band ohnehin kennen, haben die doch in ihrer verhältnismäßig kurzen Existenz schon gefühlte 100 Splits, 7er und Kochrezepte veröffentlicht. Zudem stehen wohl in kürzester Zunkunft noch ein Dutzend neuer Unüberlegtheiten an. Freuen könnt ihr euch jetzt erst mal auf 14 neue und rohe Punkattacken mit viel Gitarrengequietsche, fiedeln auf den hohen Seiten, was irgendwo auch zeigt, dass da System im Chaos steckt und die 4 doch mehr können und wollen als nur mal eben unplanmäßig im Keller zu poltern. Schön asig, verdammt angepisst und bei Bedarf auch laut und aggressiv. Insgesamt gesehen kriegt das sicher nicht den Innovationspreis bei „Jugend punkt“ aber das Publikum haben die sicher schnell auf ihrer Seite.Der ganze Spaß ist sowohl als kleines oder auch großes Rundes erhältlich. 7/10

Thursday, June 10, 2010

GREED KILLING - Conspiracy Theories - Mcd


Dass GREED KILLING ihren Namen bei NAPALM DEATH entliehen haben ist nun nicht mehr unbedingt zu hören, allerhöchstens noch entfernt am Sound der Gitarre. Ansonsten sind die heftig punkig geworden und semmeln uns eher anarchische Crustschule um die Ohren denn echten Grindcore. Aber das ist mal gar nicht so doof, geht der kurze 6 Song Trip doch ab wie der Blitz aus Pinkis Arsch. Tiefe satte Gitarre und variables Doppelgebelfer, alles interessant arrangiert und lecker dreckig runter gerotzt. Das sollte generell schon reichen um genug Spaß zu verbreiten und einige ernste Akzente zu setzen. Und was sie vielen reinen Crustbands voraus haben ist, dass sie mehr als 3 Akkorde spielen können und somit ziemlich coole Riffs auf die Bretter knallen. Vielleicht ist diese Mcd nicht der große Innovationsschub und leistet nicht unbedingt gute Vorarbeit um musikterroristisches Neuland urbar zu machen. Dafür limitiert sich die Szene, wenn sie sich treu bleibt, auch selbst viel zu sehr. Für kurzweilige und deftige Unterhaltung ist aber allemal gesorgt. Was mir gefällt, dass denen die Pferde nicht durchgehen, die Songs immer klar strukturiert bleiben, nie hektisch, gar chaotisch werden und ich als Hörer jederzeit gut mitgehen kann. Richtig cool ist „ Anti Goverment“ bei dem der Gesang wohl am vielseitigsten ist, die Stimmen immer auf jeden Ton passen und streckenweise an MACABRE erinnern. Ist alles schon sehr anständig durchdacht und trotz meiner zurückhaltenden Worte alles andere als zahm. Es bliebe nur zu empfehlen sich ein anständiges Schlagzeug anzuschaffen, das klingt viel zu clean. Der Rest gipfelt unzweifelhaft in Spielfreude und bietet ordentliches Grind/Crust Futter mit Drive und Schmackes. http://www.myspace.com/greedkillingmusic 7/10

FEEL THE PAIN - Life Is Pain And Pain Is Our Life - Cd


Bei den Brüdern hört man vom ersten Anschlag an woher der Wind weht. Die haben starken Rückenwind von Bands wie LAMB OF GOD, DIVINE HERESY aber unbedingt auch SLIPKNOT und DEVIL DRIVER. Arrangements und teilweise Stimmfärbung sind da sehr auffällig. Generell zocken sie aber um einiges brutaler als beide letzt Genannte. Das ist absolut als positiv zu verzeichnen. Und überhaupt legen die Tempo und Aggression an den Tag die kaum Zeit für Atempausen sorgen. Beinahe jeder Song hat einen unglaublich fordernden Drive, allein die Drums sind eine Pracht, dazu richtig satte 6 Saiten mit jeder Menge cooler, teils wahnwitzig schneller thrashiger Riffs (“Final” – echter Hammer), teils groovig rockig. Und dabei das Pedal fast immer durchgetreten. Wenn dann die Songs fast durchgehend mit wuchtigen Beatdowns gewürzt sind, die die Boxen von den Regalwänden springen lassen, dann passt beinahe alles zusammen, sogar der Sound hat was von einem Baseballschläger der sich mit Höchstgeschwindigkeit schmerzhaft auf dem Hinterkopf verewigt. Weniger gelungen ist der Versuch cleane Gesangsparts einzubauen, das klingt doch sehr gequält und ziemlich deplatziert, scheint eindeutig die falsche Stimme zu haben, der Knabe. Hat was von Placebo, als hätte der eine Hand voll Heuschrecken auf der Zunge, zu verheult, zu melancholisch. Zudem liegt es wohl auf der Hand, dass FEEL THE PAIN trotz großartiger Nummern das Fahrwasser ihrer eigenen Faves nicht verlassen wollen oder können. Wenn man es nicht so eng betrachtet und erkennt dass dieses Album viele gute Momente hat und ein durchaus vielschichtiges, direktes, modernes und brutales Album gelungen ist, das auch noch Brücken zu traditionelleren Metalbereichen schlagen kann, dann sind das Peanuts. “Life is Pain...” ist schon ein ganz schöner Kracher der so manchem Chorknaben die Unschuld austreiben dürfte.http://www.myspace.com/feelthepainnet 8/10

Wednesday, June 9, 2010

PYRRHON - Fever Kingdoms - Mcd


Diese Debüt – Ep der jungen Band aus NY ist in Eigenregie entstanden und wird demnächst noch mal über THE PATH LESS TRAVELED REC. veröffentlicht. Und auch wenn man einige Abstriche machen muss, haben die Jungs sich das durchaus verdient. Basis ihrer 5 Songs sind unüberhörbar SUFFOCATION, was regional auch nahe liegt. So geht es extrem technisch zur Sache, es gibt zahlreiche progressive Elemente aber leider auch zu wenig echte Aufhänger. Dafür ist “Fever Kingdoms” wohl schon etwas zu zerfranst, manchmal zu kompliziert. Gängige Hörgewohnheiten werden jedenfalls ganz schön strapaziert, wenn ständig der rote Faden im Songwriting die Richtung wechselt. Das zeigt auf der anderen Seite aber auch wie anspruchsvoll Frischfleisch heute sein kann. Und deren Art ihren Frust musikalisch zu kompensieren ist sehr variabel. Schön wäre es sicher, wenn sie hier und da etwas mehr aus dem Knick kommen, öfters mal das Tempo anziehen würden. Aber das liegt ja wohl im Ermessen der Herren selbst. Wenn es denn mal etwas fixer wird und ein längeres Riff geblasen wird, dann erinnert das immer an US Thrash Bands vergangener Tage. Und zudem ist natürlich alles drin was wir von einer Death Metal Band aus den Staaten erwarten können, aggressive Growls und fieses Gekeife, anständiges Schlagzeug, Flitzefinger auf den 6 Saiten, mal verhalten, mal ansprechend, mal explodierend, hier vertrackt dort brutal mit sirrenden Obertönen. Und so muss ich sagen, passt die Mixtur letztendlich doch ganz gut zusammen. Der große Durchbruch ist es sicher noch nicht, es bleibt bei den ersten Durchläufen einfach zu wenig hängen, ist nicht wirklich eingängig aber handwerklich auf hohem Niveau und definitiv über Durchschnitt. PYRRHON sollten genug Atem und auf jeden Fall reichlich Talent haben um uns zukünftig noch einiges mehr zu bieten, oder uns vielleicht auch nicht so viel abverlangen, da das Hirn des durchschnittlichen Humanoiden nicht so schnell umschalten will.
7/10

Tuesday, June 8, 2010

DESOLATEVOID - THE LAST VAN ZANT - THE PARISH - 3 way split / Crimes Against Humanity Records


Alle 3 Bands bieten eher ungewöhnliches und beinahe nicht massenkompatibles. Darin liegt wohl der Reiz der Geschichte. Gespielt wird ein gewaltiger bis monströser Mix aus Grind, Sludge, und Doom. DESOLATEVOID eröffnen den Reigen mit dieser eigenwilligen Mixtur, packen noch jede Menge Groove und etwas Melodie hinein und fertig ist die simple und schmerzhafte Ohrfeige musikterroristischer Unterhaltungskunst. Hier und da ein paar Solos, recht gewöhnliche Growls und manchmal hektisches Gekreische runden den Spaß ab. Gitarre und Gesang stehen scheinbar ständig im Grabenkrieg, wo der 6-Saiter eine markantes bis blusigse Muster strickt und selbiges konstant in allen Songs verteilt, werden es von den manchmal scheinbar panischen Vocals wieder aufgedröselt. Letztendlich passt das aber doch zusammen und hinterlässt einen sehr guten Eindruck. THE LAST VAN ZANT sind da teilweise etwas hektischer, weniger eingängig. Der Sänger hangelt sein Geplärre in feinster punkiger Crustcoreweise über die Songs hinweg. Die Stücke haben ebenfalls einen punkigen Unterton, sind primitiv gestrickt und kämen wahrscheinlich auch mit 3 Akkorden aus, ohne ihre Schlagfertigkeit zu verlieren. Die Band bleibt nicht ganz so gut im Ohr hängen, wartet dafür mit einem Stückchen mehr Aggressivität auf und macht so die fehlende Innovation wieder wett. Einfach, etwas monoton, wenig große Momente und trotzdem ganz gut gelungen. Wer auf hektischen Scheiß steht der wird noch ganz anständig bedient. Und das Beste kommt zum Schluß: THE PARISH haben nur 2 Stücke in petto. Die gehen dafür ne gute 1/4 Stunde und sind viel mehr in Richtung Doom und Sludge orientiert als ihre Vorgänger. Fette Riffs und tonnenschweres Getöse sind deren Kernaussage und erinnern an eine Band wie WINTER. Ist sicher nicht jedermanns Geschmack, aber zumindest den inoffiziellen Titel als Heavyweight - Champion dieser Scheibe tragen sie nach Hause. "Dark Days" ist ein reiner Lavastrom, unglaublich heftig, purer Nackenschlag mit großem 70er Jahre Sabbath Feeling.
Fazit: Diese Split lohnt sich für all jene die Unterhaltung abseits ausgetretener Pfade suchen und trotzdem nicht von ihren Gewohnheiten lassen können.
8/10

Sunday, June 6, 2010

BLASPHEMOUS - Bearer Of The Darkest Plagues - Cd / Baars Records




BLASPHEMOUS sind ein typischer Vetreter amerikanischen Black Metal Gerödels mit deftigen Death Metal Rhythmen aus dem MORBID ANGEL Stall. Schwarz und blasphemisch allenorts, anderes wäre hier nicht akzeptabel. Dazu passend ein knurriger Frontmann mit einer Stimme um die ihn jeder Höllenhund beneiden muss. Mid - Tempo und räudige Blast Attacken bieten die Grundpfeiler eines tiefschwarzen Palastes in dessen Wänden ein Schlagzeug bollert, dass vom Mauerwerk musikalischer Exzesse in angstvoller Panik zurück geworfen wird. Immer wieder verirren sich auch kurze klassische Solis hier herunter. Jeder Song, jede Sekunde sind ein Affront gegen christliche Konventionen. Scheiße sind die was böse. Ob die ihr Image dabei pflegen oder es der Musik unterordnen wird mir wohl ein ewiges Mysterium bleiben. Aufpassen müssen die Herren nur, dass sie sich nicht zu sehr in ihren schwarzen Seelen verstricken und das Musizieren vergessen. Denn die allergrößten Musiker sind sie sicher nicht, da hilft dann nur Einfallsreichtum. Und selbiger bleibt doch etwas auf der Strecke. Für ein paar brennende Kirchen, zumindest metaphorisch, reichen die 10 Stücke bestimmt aber, generell ist "Bearer Of The Darkest Plagues" doch ein sehr gewöhnliches Album mit Höhen und Tiefen und einem preiswerten Sound. Der unterstreicht aber seltsamerweise den morbiden Charme, den die Cd trotzden austrahlen kann. Außerdem lohnt sich das skippen, oder wahlweise durchhören, denn den stärksten Song haben die einfach hinten dran gepappt. "Unending Misery" besticht durch ein peitschendes und markantes Thrash Metal Riffing, das der schwarzen Suppe immer mal wieder Feuer unter´m Kessel macht. Das ist mir dann, versöhnlich wie ich bin, 5 Punkte wert!
5/10

Saturday, June 5, 2010

LIFELESS - Beyond The Threshold Of Death - Cd / Ibex Moon



LIFELESS aus Dortmund sind bei Ibex Moon gelandet und hätten für ihre Art des Death Metals, zumindest für die Verbreitung hinter´m Teich kaum besseres finden können. Die aktuelle Scheibe ist wenig zurück haltend und zeigt wo der Hammer hängt, nämlich ein Stück nördlich von Dortmund. Und so dürfen sie sich stolz als eine der besseren schwedisch klingenden Germanen betrachten. Wieviel eigene Identität bei so viel Vorliebe für trockene und direkte skandinavische Mucke noch übrig bleibt, weis nur die Band allein. Musikalisch haben die wohl alles richtig gemacht, simple aber ansprechende Strukturen, zügiges Tempo, guter Mix und Bombensound. Die haben ihr Rezept gefunden und wissen wie gekocht wird. Für Freunde langsam ergrauender und Speckrollen ansetzender Szenehelden wie DISMEMBER, GRAVE, ENTOMBED dürfte der germanische Ableger einen durchaus bleibenden Eindruck hinterlassen. Natürlich ist das Gesamtprodukt noch in keinster Weise mit den Originalen zu vergleichen, aber bekanntlich ist der Weg das Ziel und die Brüder marschieren recht souverän. Das letzte Quentchen fehlt aber noch, so der eine Song der für immer bleibt. So ist dann doch vieles austauschbar, was die Qualität des Vorgetragenen aber nicht zwingend mindert, ist halt nur nicht eben ungewöhnlich.
Neu ist die Scheibe übrigens auch nicht, wurde ca. vor 2 Jahren in Eigenregie veröffentlicht und soll wohl jetzt Popularität hinterm Teich bringen. Wünsch ich viel Erfolg. Ach ja, die aktuelle Version ist um DISMEMBER´s "Casket Garden" erweitert, sauber gespielt! Na und sonst...das Album ist brauchbar, besticht durch absolute Kompromisslosigkeit, setzt unumwunden auf Tradition und knallt dabei ordentlich...auch ohne für große Aufreger zu sorgen.
6/10