Friday, July 16, 2010

ANGREPP Warfare Cd / Abyss Records


Das was die Schweden von ANGREPP auf ihrem Debüt veranstalten ist recht beachtlich. Es gilt auf Gefangene zu verzichten und mit einem einzigen Frontalangriff die feindliche Deckung zu durchbrechen. Da deren Kriegsmaschinerie mit verschiedenen gut aufeinander abgestimmten akustischen Waffen bestückt ist, gelingt das sicher auch in angebracht blutigem Maße. Zum einen feuert die Band endlos viele Thrash Salven alter europäischer Prägung ab, solche die präzise und scharf geschnitten sind. Die Riffs sind zwar meistens recht simpel aber verfehlen gerade auf Grund der Einfachheit ihre Wirkung nicht. Breite Unterstützung erhalten sie durch eine Black Metal lastige Grundstimmung, was sowohl Rhythmus (erinnert an Hellhammer) als auch Atmosphäre angeht. Die schwarze Suppe tropft überall heraus und dürfte Freunden von DESASTER gut gefallen. Als besonderes Knallbonbon verstecken sich auch noch so manch punkige Strukturen, die die Songs in ihrer rohen und schmucklosen Auslegung unterstützen. ANGREPP verzichten also völlig auf Technik und sonstigen hoch musikalischen Schnick Schnack, sondern rotzen ohne Umwege 9 Granaten aus gut geschmierten Rohren. Die schaffen es sowohl a la Motörhead zu rocken (Warfare) als auch bitterböse finsteren und Hass triefenden Geifer zu spucken (For Now I Have Risen) und sogar beides in einen Topf zu schmeißen (Rape, Kill Rock´n Roll). Die coolste Nummer aber dürfte das letzte Stück der Scheibe, „Dictator“ sein, da die zwar vordergründig auch Black Metal „belastet“ ist, aber geschickt mit alten Hardrock Riffs spielt und so einen ganz besonderen Rausschmeißer erzeugt. Die wissen letztendlich ziemlich genau mit welchen Mitteln ein erfolgreicher Angriff zu führen ist. Und wenn die Rahmenbedingungen mit guter Produktion und engagiertem Label stimmen, dann dürfen wir uns auf weiteres Kettengerassel und diabolisches Chaos freuen. 8/10

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