Tuesday, July 13, 2010

ENTRAILS Tales From The Morgue Cd / FDA Rekotz


Ach du dickes Ei, wo war diese Band bloß in den letzten 20 Jahren? Das geht ja so was von ungehemmt ins neurale Schmerzzentrum. „Tales From The Morgue“ enthält exakt den schwedischen Death Metal Spirit der die Szene der Nordländer groß oder wenigstens bekannt gemacht hat, das ist genau das Händchen für gute Musik, das so einige Veteranen aus dem Elchland heuer verloren haben. Die Band hat sich bereits 1990 gegründet, war zwischendurch lange verschwunden und kommt jetzt mit solch einem Pfund zurück. Mann, hätten die sich nur früher aufgerafft, dass hätte ein Name werden können! Das Album überzeugt in allen Belangen, hat den erwünschten tief gelegten Sound und Songs zwischen Melodie und Riffgewitter so dass es reinweg nix zu mosern gibt. Auch optisch ist zu sehen wo die Reise hingeht, noch bevor der erste Ton die Anlage verlassen hat, 100 Prozent NIHILIST Style! Das sollte letztendlich aber nicht nur ein Produkt für Nostalgiker bleiben, denn ENTRAILS gelingt es mit unglaublich feinfühligem Songwriting Brücken zu schlagen und die großartige Musik der „Pionierzeit“ in die heutige, schnelllebige Chaosgeneration zu transportieren. Natürlich hätten die Stücke durch die Bank weg von Bands wie DISMEMBER und ENTOMBED stammen können und genau so kann man sie heute auch gut verkaufen, aber geschrieben hat sie eben ein weißer Fleck auf der metallischen Landkarte. Und so viel ich weis, stammen sie auch alle aus den 90ern, sind also kein Nachklapp sondern einfach nur verdammt spät ins Licht gerückt. Jeder einzelne unterstützt die morbide Grundstimmung der Scheibe und es fällt schwer das auseinander zu reißen um einzelne Songs hervor zu heben. Dennoch eines der stärksten Stücke dürfte vielleicht „Euthanasia“ sein das mit einer Variante aus dem Titelthema von Phantasm beginnt und sich zu einem gewaltigen Mid Tempo Stampfer entwickelt, der zwischendrin mit echter Gänsehautmelodie die Nackenhaare aufstellt. Ebenfalls eine Monsternummer dürfte das darauf folgende „Evil Obsession“ sein, das mit düsterer Atmosphäre, thrashigen Riffs und recht simplem Aufbau überzeugt. ENTRAILS betören gern mit melancholischen Horror – Soundtracks, bevor sie brutale Ohrfeigen verteilen. Jedes Stück hat so seine Momente und zusammen genommen ergeben sie ein bemerkenswertes Album, das sowohl frisch als auch nostalgisch und ehrlich klingt. Muss ich uneingeschränkt empfehlen! 10/10

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