Thursday, August 19, 2010

KROZUS Discipline Of Hate Cd / AFN Records


Die ersten Töne des Titeltracks erinnern mich sofort an die guten alten Bay Area Zeiten, insbesondere an NUCLEAR ASSAULT. Wahnwitzig schneller Thrash Metal mit entsprechenden Vocals und coolen Riffs und Solis. Alles nicht zu kompliziert und trotzdem vielschichtig. Der Akzent des Sängers (sind Brasilianer) ist etwas holprig, aber eher sympathisch witzig als störend und fällt schon bald nicht mehr auf. Ab dem 2. Song wird dann die eigentliche Marschrichtung des Albums festgelegt und das heißt 100 Prozent Slayer mit allem was dazu gehört. Gitarre, Schlagzeug, Songwriting, Stimmfärbung und die Art zu singen. Beinahe jedes der folgenden Stücke hätte auch auf einem Klassiker wie „South Of Heaven“ stehen können. Allein die Gitarrenriffs haben mehr von Slayer als die Götter das heuer noch bewerkstelligen können…na ja, nicht wirklich. Fest steht aber, das KROZUS quasi durch die Metalschule des göttlichen Olymp gegangen sind und in allen Fächern sehr genau aufgepasst haben. Die Songs fliegen dem Hörer mit ungebremster Aggression entgegen, sägen markant an Nervensträngen, vieles hat hohen Wiedererkennungswert. Auch deshalb, weil so einiges eben altvertraut erscheint. Zieht euch nur „Slavery“ rein, näher ran an die Meister des Thrash geht nicht. Zudem pfeifen überall kurze, perfide Soli zwischen den Riffs hervor, die dem Gesamtbild die passende Note geben. Gut, so hyperschnell und technisch ausgefeilt wie beim Original sind sie nicht, aber immer noch weit über gewohntem Standard. Und das sollten sie auch, wo sie doch zumindest Karrierebegleiter von Slayer sind und genau so lange im Geschäft. Nur eben nicht so erfolgreich, kommt halt immer drauf an im welchem Haus das Kinderbett steht. Krozus bestätigen sich jedenfalls mit diesem Album selbst, jeder Ton ist Tribut an eine lange Karriere und versprüht viel Charme. „Discipline of Hate“ überzeugt auf allen Bahnen, die Erfahrung von 27 Jahren im Geschäft ist nicht zu überhören. Einzig eine Spur mehr eigene Identität wäre zu wünschen. Ein Plagiat ist das Album aber sicher nicht, eher eine Reminiszenz an die Musik, die sie lieben.
8/10

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