Thursday, August 5, 2010

SUMA Ashes Cd / Speakerphone Records / Regain Records


Ja zur Hölle noch mal, dieses schwedische Schwergewicht spielt als wollte es einen Krieg vom Zaun brechen und keiner traut sich mehr auf die Straße. SUMA stehen für unaufhaltsame Brachialität, zumindest was den eigenen beackerten Doom – Sektor angeht. Außerhalb dessen wird es schwer, weil schwer verdaulich für ungewohnte Mägen. Was sehr gut gefällt, ist, dass wir es nicht mit zu zähen und langweiligen Nummern zu tun bekommen, sonder trotz aller Behäbigkeit und einiger unvermeidlicher Längen das Gesamtkonstrukt unglaublich schwer und heavy klingt. Dabei kommt eine tiefe satte Gitarren gepaart mit akustischem Gezupfe genau so interessant rüber wie der rare und tatsächlich irgendwie leidend und anklagend klingende Gesang. Der hört sich manchmal an, als würde eine unter Valium stehende Bahnhofsaufsicht dem Lokführer einer ausfahrenden Dampflok hinter her rufen, dass er seine Butterbrote vergessen hat. Und das in der Gewissheit, dass der weder was hört noch anhält. Der Kerl hinterlässt mit seiner Stimme einen verzweifelten aber durchaus zur Musik passenden Eindruck. Fest steht, dass depressiven Geistern diese Scheibe nicht zu empfehlen ist, da das dann unter Umständen auch die Letzte sein könnte. „Ashes“ besteht aus lediglich 5 Songs, die aber auf Grund ihrer Länge, dem Genre entsprechend, die Rille gut füllen und eine Wand aus Stahl in das Gelände stellen, die unüberwindlich scheint. Ein unglaublich Nerven zehrendes Stück und bestes Beispiel dafür ist „Justice“, das sich bildlich in etwa folgendermaßen beschreiben lässt. Ein durchgefrorener Frontkämpfer blickt verschlafen aus seinem Schützengraben über die vereiste und stille Steppe und sieht den Horizont zahllose Schemen von tonnenschweren Panzern ausgefüllt. Der einzig relevante Gedanke dürfte sein, „Scheiße, heute löffle ich zum letzten Mal Wassersuppe!“ Das voran gehende „Orissa“ scheint dabei so was wie der frostige Sonnenaufgang, die grausige Ouvertüre sein. Ich kann dabei nur viel Vergnügen wünschen, denn SUMA ist ein Massaker mit Ansage, der Hörer wird nicht mit Vollgas überfahren sondern im imaginären Rückwärtsgang auf der Bremse erdrückt!
8/10

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