Tuesday, September 14, 2010

ARCKANUM Sviga Læ Cd / Regain Records


Es ist schon bemerkenswert mit welch penetranter Regelmäßigkeit Johan Lahger seine jährlichen egomanischen Werke veröffentlicht. Alles in altschwedisch wahrscheinlich wieder, basierend auf diversen elitären Spinnereien um Satanismus, Heidenkulte und kosmische Verquickungen mit philosophischer Komponente … vermutlich. Definitiv aber tiefschwarz. Die Rhythmusabteilung liefert typische skandinavische Black Metal Begleitung, mit nicht ganz so schrillem aber schön schnoddrigem Sound. Definitiv nichts überraschendes aber dennoch angenehm. Die Leads sind dahingegen häufig melodiös bis episch angelegt, allerdings ohne zu verspielt und selbstverliebt zu wirken. Was besonders auffällig sein dürfte, ist „In Folva Felør“, ein Instrumental, das viel epische Ausstrahlung hat, sich fast völlig von den Normen des Black Metal löst und eher in Richtung Amon Amarth tendiert. Aber so weit würde der Herr Lahger dann wohl doch nicht gehen und präsentiert uns mit dem Rest des Albums ein wiederholt ansprechendes Gebräu aus rohem schwarzen Seelentod und atmosphärischer Dichte. Mit dieser Mischung verbleibt er zumeist im Mid – Tempo Bereich, kann dort mit getragenen Arrangements und einigen schnittigen Riffs überzeugen, verlegt sich aber auch vereinzelt auf zackiges Geprügel. Manchmal wäre es schöner, wenn so ein Song schneller auf den Punkt kommen würde, da die Kompositionen sich dann doch im Kreis zu drehen scheinen, und die Frage im Raum steht, „Weis er jetzt nicht weiter?“. Aber generell setzt „Sviga Læ” auf sehr gute kompositorische Dichte und wird die Freunde der voran gegangenen Werke locker überzeugen. Festzustellen wäre, dass Arckanum sich mit den Jahren von durchschnittlicher und eckiger musikalischer schwarzer Plänkelei gelöst hat, immer mal was ausprobiert und mit der verhalten melodischeren Schiene gut fährt. Nicht dass das Gesamtkonzept harmloser geworden wäre, klingt eben nur nicht mehr so fies und bedrohlich wie in den 90ern, als man ständig das Gefühl hatte, der Waldschrat springt von hinten aus dem dunklen Tann. Zeiten ändern sich und Typen mit einem Hau in der Waffel bleiben trotzdem häufig die besten Musiker. 7/10

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