Thursday, September 16, 2010

NECRONAUT Necronaut Cd / Regain Records


Da hat er wohl doch nicht lange still halten können, nach dem Ausstieg bei Dismember ist Fred Estby wieder aktiv. Mit Neconaut hat er sich selbst ein Soloalbum geschenkt, das mehr von ihm selbst hat, als von einer echten Band. Denn hier lebt er scheinbar seine eigenen Vorlieben aus. Begleitet wird er dabei von den unterschiedlichsten Vokalisten und Gitarristen, von Chris Reifert bis zu allem was in Skandinavien einen Namen hat. Und so klingen die Stücke zwar an der Basis immer noch nach Dismember, vor allem der basslastige und trockene Sound ist unverwechselbar, aber es ist leicht zu erkennen, dass sich dahinter viel mehr versteckt. Denn darüber hinaus sind die Stücke aber auch auf ihre Interpreten zugeschnitten und umgekehrt geben die Sänger den einzelnen Songs erst die angemessene Färbung. Dem geschuldet sind Titel und Vocals häufig auch kaum austauschbar, so würde Chris Reifert niemals auf „Soulside Serpents“ funktionieren und J.B. (Grand Magus) würde bei „Infecting Madness“ so passend klingen ein Pitbull im Katzenkörbchen. Beeinflusst ist Mr. Estby ohne Zweifel von alten Black Sabbath, aber auch Metal Sachen aus den 80ern. Er schreibt trockene und direkte Nummern, häufig schmucklos, ohne Zierrat, kann aber auch mit melodiösen Parts punkten. Necronaut steht für das souveräne Handwerk eines Künstlers, der weis was er will und nicht die Absicht hat, sich zu verbiegen. Viele Details seiner Musik klingen älter als er selbst ist und stellen wohl so was wie einen Kniefall vor dem Ursprung des Metal dar. Und selbstredend fehlen die typischen Dismemberstücke auch nicht „ The Lie In Which The Truth Is Buried“ zum Beispiel, bei dem er seine Stimmbänder selbst anstrengt. Das reizvolle im Allgemeinen ist die Verknüpfung verschiedener Einflüsse mit dem schnoddrigen Schweden – Basssound und der Kreativität seiner vielen Kumpel und Leidensgenossen. Im Grunde genommen ist das ganze Album sehr stimmig, ist aber eher tauglich als nostalgische Zeitreise denn eine Reminiszenz an aktuelles musikalisches Geschehen. Erfreulich wäre es allerdings, wenn das Album eine Einzelgeschichte bliebe, da ihm jedes Sequel den Reiz des Besonderen rauben würde, denn Necronaut ist mehr als einfach nur Death Metal. 8/10

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