Sunday, October 31, 2010

BORGNE - Entraves de l'Ame - Cd / Sepulchral Productions


Vorsicht, dieses Review ist subjektiv befruchtet! Borgne ist ein ca. 30 km langes Flüsschen in der Schweiz, das in die Rhone mündet. Da er aus einem Gletscher entspringt, wird er wohl, zumindest an seinem Oberlauf arschkalt sein. In eben diesem Fluss muss die gleichnamige Band bis zu den Eiern gestanden haben, als sie ihr nunmehr wohl 4. Album eingekreischt haben. Wie mit dünnen Spinnenbeinen über Eis tastend foltern die schwarzen Lumpen mit kalten Black Metal, sehr unschön, sehr roh und hemmungslos widerwärtig. Wenn man´s nicht so laut aufdreht, was auch der Partner, Ehefrau/mann, Lebensabschnittssklave zu honorieren wissen wird, dann sind beinahe nur Keyboards zu hören die mit handelsüblichen atmosphärischen Scheingefechten Düsternis vortäuschen wollen. Schlagzeug ist nur mit viel Phantasie zu erahnen so dass der Eindruck entsteht, dass selbiges kaum bedeutend sein muss. Das vokale Gekeife ist absolut bittere Galle und ebenso typisch für diese Black Metal Interpretation wie die Gitarre, die sich ebenfalls häufig hinter den Tastenattacken versteckt. Dann noch ab und an etwas Akustik für die bucklige Oma im Hühnerhaus und fertig ist der Matsch. Warum hier überhaupt eine ganze Band für so ein bisschen Mucke gebraucht wird ist mir schleierhaft, da reicht es doch, wenn sich einer an seinem Yamaha festkrallt und hässlich geifert. Vielleicht hier und da mal ein böser Blick, das würde vielleicht auch helfen und wäre unglaublich authentisch. Auf den Punkt gebracht, die Kompositionen für das Tastinarium können sich hören lassen, sind wirklich recht gelungen, nicht außergewöhnlich aber atmosphärisch dicht und schick düster, besitzen dadurch eher Soundtrackcharakter als was mit Metal am Hut zu haben. Der Rest ist quasi für die Tonne. Zumindest wenn man nicht vor hatte alle Instrumente gleichwertig zu behandeln. So was ist technische Diskriminierung im Metal, pfui!!! Wäre dem nicht so, klängen BORGNE wie 100 Zenturien runzliger Dämonenärsche die dem stinkenden Pfuhlen der Hölle entflohen sind. Was ich jetzt mal als Lob betrachten würde. Aber so…na, ja, als Ambientgedöns vielleicht ganz brauchbar 4/10

Saturday, October 30, 2010

HATENATION - Blacklist - Cd / SAOL


Der spanische Fünfer orientiert sich mit seinem Debüt an einer kruden Mischung aus Thrash und Death Metal mit cooler Rockattitüde und erdigem Hardcore. Wenn sich der Opener noch etwas behäbig schüttelt, ähnlich des armen Kerls der morgens um 4 aufstehen muss und versucht die Müdigkeit mit schwarzem Kaffee los zu werden, so springt der nachfolgende Titeltrack mit munterem Tempo und viel Groove in den Schichterbus. Der Sänger macht dabei auf ganzer Linie einen gequälten Eindruck, würgt seine Vocals heraus als wäre eines der letzten 20 Bier schlecht geworden. Einen echten Stampfer präsentieren die Iberer mit „Internal Sickness“, der ein cooles Marschtempo an den jungen Tag legt und mit rockigen Elementen zu unterhalten weiß. Das Stück hätte auch auf einem GHOULLUNTATICS Album stehen können. Leider hat das Album aber auch einige unaufgeregte und eher etwas fade Nummern versteckt, die der Band den Reiz des Besonderen schnell wieder abspenstig machen. Besonders der temporäre Verzicht auf jegliches Tempo unterbricht stellenweise den funktionalen Fluss der Scheibe. Durchschnittlich betrachtet orientieret sich „Blacklist“ an schwerem, bassbetontem Mid - Tempo Metal mit markigen Grooves aber auch an zu viel Behäbigkeit. Da fühle ich mich wieder an 70er Jahre Mucke erinnert, die mit Langeweile und schwerem Sound die Leute verprellte und trotzdem geliebt wurde. Nur heute unter anderen technischen Voraussetzungen. Klassische Roots sind jedenfalls nicht weg zu dichten. Über einen Rettich gezerrt muss ich sagen, dass die Paarung aus angenehmen Tempo und heavy Grooves ein Erfolgsrezept der Band sein könnten, die zähen Komaeinlagen hingegen tödlich sind. Was bleibt ist ein eher pragmatisches Stück Musik, das durchaus funktioniert aber nicht schön sein will, dafür gibt es zu viele Ecken und Kanten. Für einen echten Kracher bleibt „Blacklist“ zu harmlos und für ein tatsächliches Thrash Album ist es viel zu kalt, zu trocken und sperrig. Der beinahe gänzliche Verzicht auf Harmonien bestimmt eher das Geschehen als große musikalische Kunst. HATENATION sind auf ihre Art schon ziemlich deftig, dafür aus dem Fenster springen würde ich aber sicher nicht. 6/10

Thursday, October 28, 2010

HATRED - Destruction Manual - Cd / SAOL


Nach der 2008er Scheibe führt der gefühlte Pfad des Erfolges bei HATRED steil nach oben. Die kommen rum die Jungs und werden sogar mit Auszeichnungen behangen. Schön eigentlich, dass eine deutsche Band mal wieder gebührenden Anklang auf internationaler Ebene findet. Die neuen Helden des germanischen Thrash Metal tönen dabei weniger teutonisch als anzunehmen wäre. Da blinkern beim Eröffnungsriff eher alte bodenständige Metallica durch. Und sonst orientiert sich das Album auch eher an US Bands, allen voran Overkill. Gut gemacht, denke ich da nur, habt ihr bei den richtigen in den Topf geschielt. Also, „Destruction Manual“ gefällt mir beinahe durchweg, mit den balladesken Parts habe ich so meine Berührungsängste, vor allem wenn Bacchus wie Billy Corgan ins Mikro nörgelt („Black Sun Prophecy“). Ganz bestimmt hat die Band dabei auch den Bogen raus, aber bei mir führt das wohl eher dazu, dass ich auf dem Dachboden nach einem stabilen Hanfstrick suche. Die Ausflüge in den Progbereich finde ich persönlich eher störend, aber sicher soll das nur die Bandbreite des fränkischen Fünfers untermauern. Denn neben gutem altem US Thrash dealen sie durchaus auch mit progressiveren Elementen und typischen Metal – Arrangements inklusive aller Klischees. HATRED scheinen einfach echte Metaller zu sein, die ihre Vorstellung von dem ganzen Zirkus in ihrer Musik ausleben. Dass sie dabei vielleicht nicht jeden Nagel auf den Kopf treffen, dass einige Riffs keinen Innovationspreis verdienen werden, da sie nun nicht wirklich neu sind, spielt dabei überhaupt keine Rolle. Die kippen einfach ihren Sack aus und schmettern eine Hand voll verdammt zündender Nummern gegen unsere Temporallappen. Bei „Submission Of The Uncontrolled“ bedienen sie sich partiell beim Halloween Thema als Aufhänger, was nicht verwerflich ist und einem zackigen Song noch mehr Pfeffer verleiht. Beinahe hymnenhaft wirkt „Metal Bastards“ bei dem dreckig gerockt wird, mit viel Humor dagegen ist „Franconian Speed“ vorgetragen, ein Song der eher mit Augenzwinkern zu betrachten ist. Alles in allem ist „Destruction Manual“ ein traditionell anmutendes Stück Metal geworden, bei dem der Spaß den die Band dabei hatte deutlich zu spüren ist und der euch ohne weiteres anstecken dürfte. HATRED ist was für Fans fast sämtlicher Bay Area Bands, gepaart mit diversen moderneren Facetten und Hang zu Nonsens. 8/10

Sunday, October 17, 2010

DEADLY REMAINS - Before The Nothing - Cd / Deepsend Records


“Before The Nothing” wurde ursprünglich zu Beginn des Jahres von der Band in Eigenregie veröffentlicht. Nun, nachdem sie einen Vertrag mit Deepsend Records ergattert haben, hat sich das Label der Scheibe noch mal angenommen um einen größeren Markt für das Gespann aus Kalifornien zu erschließen. Natürlich auch unter Berücksichtigung des neuen Albums, das in einigen Monaten erscheinen soll. Die Jungs werden gern als aufstrebende Death Metal Band hingestellt, die als eine der momentan Besten gilt. Ich selbst find sie nun nicht soooo ungewöhnlich, was nichts schlimmes heißt, denn sie machen einen sehr talentierten und sicheren Eindruck mit dem was sie da anstellen. Sie stehen für bodenständigen Death/Thrash, wobei vor allem die Riffs ausschließlich Thrash orientiert sind und ein Hang zu Bay Area Zeiten durchblicken lassen. Die Solis wieder sind sehr virtuos und überaus beeindruckend umgesetzt. Der Gesang erinnert manchmal an den unvergesslichen Evil Chuck, funktioniert aber auch in tieferen Lagen. Stärkster Song ist „What Lies Beneath“, dessen Riffing mir verdammt bekannt vorkommt, ich aber verflucht noch eins nicht weiß woher. Jedenfalls erstreckt der sich als Midtempoklopfer von über 8 Minuten auf der Rille ohne zu langweilen und bedient mit schmackiger Thrash Unterhaltung. Das Label stellt DEADLY REMAINS gern in eine Reihe mit ihrem eigenen Baby EXPULSION, was ich nur zum Teil unterschreiben würde, denn im Gegensatz zu denen sind sie weniger progressiv, bevorzugen eine direkteres Marschtempo und transparenteres Songwriting. Im Bereich der Gitarrensolos deckeln die sich aber ungemein. Sie selbst sehen sich beeinflusst von SUFFOCATION, DISGORGE, DYING FETUS und so weiter, aber ehrlich gesagt kann ich da keine offensichtliche Verbindung finden, denn so brutal sind sie ganz sicher nicht. Dann sehe ich da doch eher den Schatten von DEATH. Das was die Jungs unbestritten können, ist super straighte Songs zu schreiben, selbige erstklassig umzusetzen und dabei frisch und kompromisslos zu klingen. „Before The Nothing“ ist ein ansprechendes Album das sehr auf Tradition setzt ohne staubig und knöchern zu wirken, gut gemacht. 8/10

Saturday, October 16, 2010

HELSTAR - Glory Of Chaos - Cd / AFM Records


Mittelpunkt und tragende Konstante der neuen HELSTAR Scheibe ist mal wieder James Rivera´s Stimme, die sich durch sämtliche vorstellbaren Höhen und Tiefen kämpft und dabei, ähnlich Rob Halford zu seinen besten Zeiten, einen sehr guten Eindruck macht. Gut, Rivera hatte bis dato beinahe 30 Jahre Zeit zum üben. Aber das ist dann schon ein echtes HELSTAR Trademark. Musikalisch scheiden sich die Songs an der Barriere von dynamischem Thrash Metal ( „Pandemonium“, „Deathtrap“) mit sicheren und schnittigen Riffs und immer wieder Ausflügen in eher kitschig wirkende Power Metal Gefilde( „Summer Of Hate“, „Trinity Of Heresy“). Zweiteres raubt dem Album leider den ansonsten guten Drive, wirkt wie so ein Schleppanker, nach dem der Kavallerie gerade erst die Pferde durchgegangen sind und der Anblick ein Genuss war. Hohes Tempo steht HELSTAR hörbar besser, als die imaginäre Drachentötermentalität. Allerdings sollte ich auch anmerken, dass die Riffs der Thrashnummern jetzt auch nicht der Thron der Innovation sind, jedoch über verdammt hohe Funktionalität verfügen, nicht zuletzt auf Grund eines lupenreinen Sounds und sicheren Songwritings. Wenn man es nicht wüsste, dann könnten dafür auch Bands wie DESTRUCTION oder wahlweise SACRED REICH und TESTAMENT verantwortlich sein. Aber ich möchte der Rivera on Co. nicht unbedingt Austauschbarkeit anlasten, denn „Glory Of Chaos“ ist bis auf hin und wieder auftretendes schwülstiges Glatteis ein sehr gelungenes Album, dass unter Thrash Metal Fans schnell seine Freunde finden wird. HELSTAR gehen mit der Zeit und flechten in ihre Songs immer wieder moderne Elemente ein, was bewirkt, dass die Band auch heute noch frisch und ungezwungen klingt. Hätte die Jungs in ihrer Karriere mehr Beständigkeit bewiesen, wer weiß wo die heute stehen könnten, zumal sie über alle technischen Stolpersteine erhaben sind. „Glory Of Chaos“ ist unterm Strich schon ziemlich cool und hinterlässt bei den überwiegend thrashigen Nummern seine positiven Spuren. 7/10

Friday, October 15, 2010

DILUVIAN - Epidemic - Cd / Deepsend Records


DILUVIAN stehen für ein interessantes Aufeinandertreffen knüppelschwingenden Death Metals und trendiger Core - Einflüsse, sie verarbeiten brutale Töne mit fetten Riffs und einzelnen Slameinlagen mit dem stakkatoartigen Schritttempo und den Arrangements vor allem aber auch dem leicht unterkühlten Sound des Deathcore. Zusätzlich werden noch aggressive melodiöse Päckchen geschnürt, die an moderne skandinavische Bands erinnern. „Epidemic“ mutiert so zu einem zeitgemäßen Kracher ohne dabei die Traditionen zu vernachlässigen. Das Songwriting ist stark rifforientiert, Riffs bei denen der Hörer von Anfang an mitgehen kann. Es berücksichtigt einen abwechslungsreichen Aufbau und setzt auf höllisches Tempo, bei dem vorrangig der Drummer ackern muss wie eine gut geölte Industrienähmaschine, mit gut getimten Geschindigkeitsumbrüchen kann aber genau so geschickt gedient werden. Eine etwas andere Schiene fährt das Instrumental „Orphans“, das sich sehr zurück nimmt, teilweise auf Akustik setzt und eigentlich schon als Ballade durchgeht, zudem dürfte das die melodiöseste Nummer sein (neben „Disillusions“). Das gilt dann wohl als Beweis, dass die Band recht variabel sein kann und gern auch mal eine andere Seite betont. Das darauf folgende „The Fury“ macht dann dem Songtitel alle Ehre und jegliche Zurückhaltung scheint vergessen. Es wird geprügelt ohne die technischen Aspekte zu vernachlässigen und könnte durchaus aus der Feder von MONSTROSITY stammen. Der reifste Song hingegen ist „A Sleeping Cancer (Part I), der Progressivität, Melodie, Brutalität und eine beinahe epische Ausrichtung miteinander verbindet. Das was DILUVIAN sich auf ihrem Debut zutrauen (haben bisher eine Ep veröffentlicht) ist beachtlich. Sie sitzen wie die bösartige schwarze Pest an der Schnittstelle verschiedener Genres und saugen die Creme aus der narbigen Wunde um ihren eigenen Bastard auszuscheißen. Wenn das vielleicht auch krass klingen mag, so ist es genau das was die Band hier macht und das Endergebnis ist durchaus hörenswert. „Epidemic“ empfehle ich gern denjenigen weiter, die glauben der Death Metal würde auf der Stelle treten. 8/10

Thursday, October 14, 2010

EMBRYONIC DEVOURMENT - Vivid Interpretations Of The Void - Cd / Deepsend Records


Alter Feind, das ist starker Toback. EMBRYONIC DEVOURMENT gelingt es scheinbar spielend den Vorgänger „Fear Of Reality Exceeds Fantasy“ zu toppen und eine Band wie NECROPHAGIST aber mal ganz blass aussehen zu lassen. Der Haken an der Geschichte könnte sein, dass die Musik für den armen Metalfan häufig nicht mehr nachvollziehbar ist, da gängige Konventionen extremer Virtuosität, aber auch absoluter Disharmonie weichen müssen. „Vivid…“ ist der absolute technische Prog – Overkill, wobei ich mich ehrlich frage, wie die Band so was auf die Bühne bringt, wie kann sich irgendjemand solch kompliziertes Songwriting überhaupt merken. Das Album ist dermaßen komplex, schräg und hektisch, dass das Hirn an der geschlossenen Schädeldeck zu pulverisieren droht. Zu allem Überfluss werden die Grenzen des Metal immer wieder gesprengt („Preceiving The Multidimensional“) und nimmt psychedelische Strukturen an, so als würden die sich alles an Drogen einpfeifen was der Schwarzmarkt hergibt und durch dermaßen dichten Nebel spielen, dass der sogar als kugelsicher vom TÜF abgenommen würde. Da ist es wohl unnötig zu erwähnen, dass die ganze Cd voller Breaks, Tempowechsel und jazziger Eskapaden steckt. Das ist vergleichbar mit einem riesigen medium gebratenen Rindersteak, bei dessen Anblick dir das Wasser durch die Zahnlücken schießt. Das Stück Fleisch ist aber mit Rasierklingen und Reißnägeln gespickt und du weißt trotzdem, dass du es essen wirst, weil es dich magisch anzieht. Den Schmerz und das Blut nimmst du dabei in Kauf. Ganz gewiss bleibt dein Handeln und somit auch der Konsum dieses Albums Außenstehenden ein Rätsel, die werden dich für krank halten. Und genau das trifft auf diese Musik zu, krank, nicht greifbar, brutal, schnell, experimenteller Irrsinn unter komplettem Verzicht auf weich gespülte Streicheleinheiten. Und wer da nicht mitgehen kann und nicht wenigstens ein Pfund Wahnsinn in seinen Genen trägt, der lässt unbedingt die Finger von dieser Gehirnmulinette. EMBRYONIC DEVOURMENT ist ein verdammtes Vieh, das sich an den LSD Räuschen der 70er nährt und einen akut gefährlichen Virus in die Moderne transportiert. Ich weiß nicht, ob wir dafür wirklich stark genug sind? Definitiv kein Produkt für die breite Masse! 9/10

Wednesday, October 13, 2010

OFFENDING - Human Concept - Cd / Deepsend Records


So, das Ding läuft jetzt zum weiß ich wievielten mal durch und trotzdem bin ich wenig beeindruckt. Dabei kann ich nicht mal mit Bestimmtheit sagen woran das liegt, denn generell ist alles da. OFFENDING schrubben US Death Metal alter Schule runter, hier CANNIBAL CORPSE, da INCANTATION auch mal etwas SUFFOCATION und einige Riffs sind an alte SEPULTURA angelehnt. Die Skills und die Technik sind da und trotzdem ist „Human Concept“ irgendwie langweilig. Nicht billig, nicht oberflächlich, nicht stümperhaft, einfach nur sperrig, irgendwie unentschlossen, wahrscheinlich auch etwas ausgetreten. Wenn ich noch eine Weile darüber nachdenke, fallen mir sicher ein Dutzend weiterer Adjektive ein, aber das führt ja zu nichts. Also, OFFENDING haben bestimmt keine schlechte Scheibe abgeliefert und brutal kloppen kann sie zweifelsohne, aber sie wirkt häufig so zerfahren, dass es nicht unbedingt einfach ist, Zugang zu bekommen. Kann sein, dass es daran liegt, dass sie sich weigern straight vorwärts zu kloppen, sondern immer mal wieder mit progressiven Elementen arbeiten, die die Stücke nicht so leicht durchschaubar machen. OFFENDING ist bestimmt keine progressive Band im eigentlichen Sinne, auf überzogenes Gefrickel und nervige Breaks kann man ewig lauern. Es hat einfach was mit dem Songaufbau zu tun. Sie könne komplexe und auch extrem harte Kompositionen zusammen schweißen, schlussendlich fehlt aber bei allem Talent der lockere Spielfluss. Eine Hand voll Arrangements und Riffs kommen mir zudem auch sehr bekannt vor. Wahrscheinlicher ist aber, dass ich noch nicht bereit dafür bin und somit der Band unrecht tue, deshalb pegle ich mich mit meiner Bewertung im oberen Mittelmaß ein, da OFFENDING nicht des Dilettantismus bezichtigt werden können. Alles andere entscheidet ihr, nachdem ihr im Netz mal nachgeschnüffelt habt. Dann werdet ihr entweder auf etwas besonderes oder etwas absolut durchschnittliches stoßen. 6/10

Tuesday, October 12, 2010

NOSPHERATU - Not Now, I´m Busy - Cd


Bei NOSPHERATU steht noch vieles auf Anfang, große Hits auf der Scheibe sind Fehlanzeige, es wird über weite Strecken arg gerumpelt und eben mal spaßiger Radau verzapft, mehr nicht. Die Mucke enthält einen löblichen Haemorrhage Gedächtnislauf über diverse Friedhöfe und durch schlecht beleuchtete Leichenhallen. Natürlich, mit Kettensäge und Skalpell bewaffnet und stilecht in schmutzige Krankenhauskluft gekleidet (rein metaphorisch betrachtet). Soll heißen, der Spaßfaktor dirigiert das Geschehen und der Rest bleibt erst mal außen vor, was auch ehrlich gesagt gar nicht so falsch erscheint. Lieber mit Freude und Blut im Stuhl losbrettern als verkrampft anspruchsvolle Songs schreiben zu wollen, die dann kein Aas interessieren. Ne, ne, das machen die schon gut. Sicher, die Intensität und die fiese Atmosphäre einer Band wie Haemorrhage erreichen sie dabei auch nicht, dafür sind die Riffs einfach nicht zackig genug, holpern oft viel zu dumpf über menschenleere Gehörgangsflure und es fehlt zudem ein Sack I-Tüpfelchen. Dafür kann die Bassspur ganz anständig knattern und der Gesang hat auch was. Klingt häufig wie Galle kotzen im Alkoholdelier. Besonders erwähnenswert wäre wohl „ Blood Spree“ den die Band scheinbar in loser Anlehnung an S.O.D.´s „March Of The S.O.D.“ geschrieben hat und bei dem noch drei Mädels den Chorus quasi buchstabieren dürfen. Ist ganz witzig, auch wenn die Damen eher wie ein verhinderter Kindergartenchor klingen. „Not Now…“ reicht vollkommen aus um eine Party mit besoffenen Langloden aufzumischen und am nächsten Morgen die Putzfrau zu bezahlen, die die verschütteten, klebrigen Bierlachen und die aus verschiedensten Gründen verspritzten Körpersäfte vom Toilettenboden wischt. NOSPHERATU ist unterhaltsam, wenn ihr eure Ansprüche nicht zu hoch schraubt, um wirklich einen raus hauen zu können, sind allerdings noch ein paar Transfusionen nötig. Das aktuelle Album gibt es für einen läppischen 5er, was wohl überaus fair und eigentlich schon wieder verschenkt ist. http://www.myspace.com/nospheratu667 6/10

Sunday, October 10, 2010

CALIBER 666 - Blood Fueled Chaos - Cd / Ibex Moon Records


Nachdem sie im Frühjahr einen Deal mit Ibex Moon aus dem Hut gezaubert haben, erscheint nun das längst überfällige Album des Schwedenfünfers. Nach 5 Jahren Bandgeschichte wird es auch irgendwie mal Zeit, und die Erwartungen sind dementsprechend hoch. „Blood Fueled Chaos“ enthält neben den 3 Stücken des 2007er Demos 7 neuere Nummern (nehme ich an). Und das ganze Geschoß flieg, wie anzunehmen war, vorwiegend in stampfenden Midtempo und typischem Schwedensound mit GRAVE als Aufhänger über das Schlachtfeld. Dabei sind aber auch umfassende Zangenbewegungen Richtung ASPHYX nicht zu leugnen. CALIBER 666 liefern ein mächtig schweres Album ab, auf Grund seiner stumpfen und beinahe primitiven Art der Kriegsführung ist es jedoch auch nicht wirklich bahnbrechend. Neben erdrückend bleiernen Riffs, die über hervorragende Funktionalität verfügen, wird melodiösen Gesichtspunkten im Ansatz Tribut gezollt. So verhindert die Band, dass sich Behäbigkeit breit macht. Die Marschrichtung kennt aber nur einen Weg und der führt ohne Umwege stur durch die feindlichen Linien. Soll bedeuten, „Blood…“ ist ein Album das auf absoluten Gleichklang setzt und keine stilübergreifende Element oder sonstige Spielereien toleriert. Ab und an sind die Songstrukturen zwar etwas epischer angelegt, etwa in „A Part Of The Art“, das lässt eine dunklere Seite in der Band aufblitzen, lässt aber keinesfalls Rückschlüsse auf zu intensiven Variationsreichtum zu. Im Gegenteil, da wird ein eher düsteres Element in den Sound der Band assimiliert, zu eigenem Gebräu vergoren. Das komplette Werk steht für absoluten und bedingungslosen Old School Tod und wer damit nicht klar kommt, lässt lieber die Finger weg. Die gesteckten Erwartungen erfüllt „Blood…“ nicht durchweg, mit ihren Faves sind sie noch nicht auf Augenhöhe. Aber sonst…wer es mag, regelmäßig eins mit dem Spalthammer übergezogen zu bekommen, sich auf Schienen einem Güterzug entgegen stemmt und nackt durch Lavaflüsse schwimmt und durch Minenfelder joggt, dem empfehle ich dieses Album als letzten Gruß an die triste Welt. 7/10

Saturday, October 9, 2010

DESTROYING DIVINITY - Dark Future - Cd / Brutal Bands


Die Aufnahmen sind schon seit Ende 2008 im Kasten, haben also etwas gebraucht, bis sie es an das Ohr des Konsumenten geschafft haben. Das spielt aber sicher keine Rolle, da die Band ohnehin nicht auf jährliche Fließbandarbeit aus ist und sich mit ihrem 3. Studioalbum zu Recht Zeit gelassen haben. Dass die Tschechen dabei einen Vertrag mit Brutal Bands ergattern konnten, ist sicher nicht die schlechteste Entscheidung, zumindest für den Markt jenseits des großen Teiches. DESTROYING DIVINITY folgen dem Konzept klassischer amerikanischer Death Metal Bands wie MORBID ANGEL, INCANTATION oder DEICIDE und liegen mit ihrer Version von düsteren, mal schnellen, mal verhaltenen und immer blasphemischen Tönen gar nicht so daneben. Zumindest in der Umsetzung sind sie recht versiert, auch wenn manche Kompositionen etwas bieder wirken. Dominierend scheint mir die Dauerbestrahlung mit der Doublebass zu sein, ganz egal welches Grundtempo gegangen wird. Der Rest agiert zwischen Blast und getragenen Riffs die auch aus der Florida Schmiede stammen könnten. Es gibt wenig dran zu deuten, dass unseren östlichen Nachbarn ein anständiges Teufelswerk gelungen ist, das mit einer guten Produktion abgerundet wurde. Möglicherweise wäre es zuträglich gewesen, dem ein oder anderen Stück ein schnittigereres Riff oder irgendwas innovativeres mitzugeben. Da sie sich aber wenig experimentierfreudig zeigen und ihr Konstrukt auf sicheres Terrain gesetzt haben, bleibt ein bodenständiges Death Metal Album zurück, das durchaus überzeugt ohne wirkliche Herausforderungen anzunehmen. Das ist übrigens nicht als Negativum zu werten, ich finde es schon besser, wenn der Schuster bei seinen Leisten bleibt, insofern er keine anderen Ambitionen hat. DESTROYING DIVINITY erweisen sich als standfestes Quartett mit sauberem technischen know how, dass mit einem gelungenen Album seine Position in der Szene untermauern kann. „Dark Future“ könnt ihr euch bedenkenlos ins Regal stellen, auch wenn es ein Album ist, das ohne echte Highlights auskommt. Egal, insofern alle 9 Songs auf gleich hohem Niveau Arschtritte verteilen. Ich hoffe, dass das aktuelle Material der Band den verdienten Rückenwind verleiht. 7/10

WEAPON - From The Devil´s Tomb - Cd / Agonia Records


Was für ein Album! Mit jedem Ton wird die satanische Dreifaltigkeit spürbar, quasi überdeutlich dargestellt, der olle Teufel setzt seinen Huf auf das Antlitz der Erde und der Boden verdorrt, Asche und Feuer regnen vom Himmel und alle Sünder werden für ihre Missetaten entlohnt wohingegen der gottgläubige Teil der buckligen Verwandtschaft für immer ins Höllenfeuer geschickt wird, um dort Heizdecken zu stricken die niemand mehr braucht. Hinter dem schlichten Namen WEAPON verbirgt sich gar arg blasphemische Musik die die von rückwärts geführte Apokalypse mit einem einzigartigen Soundtrack begleitet. Viele, eigentlich alle Stücke haben klassische Anleihen in punkto kompositorischer Dichte und Vielschichtigkeit, da geht es nicht zwingend geradlinig zu, WEAPON´s Songs funktionieren eher wie Schachtelsätze. Nur dass hier keiner nach dem Punkt Probleme hat sich an den Anfang zu erinnern. Fragt mich nicht wie, aber „From The Devils Tomb“ funktioniert auf diese Art glänzend. Die Arme werden ganz weit auseinander gestreckt um uns eine blasphemisches, zutiefst böses Werk auf die Türschwelle zu legen, es reicht von chaotischen Blasts über düstere Midtempokompositionen bis hin zu melancholischen Geschichten mit akustischem Anteil. Häufig passiert das alles in einem Stück, und die Umsetzung des Ganzen bedarf keiner Kritik, das passt schon zusammen ohne angeflickt und aufgesetzt zu wirken. Der akustische Eindruck dürfte in etwa folgender sein, ihr sitzt aus welchen Gründen auch immer, in einer gigantischen Kirche und während der Organist seine letzten Töne röchelt, stürzt über euch das Deckengewölbe ein. Ihr bleibt hocken, weil ihr das strukturierte Chaos genießen wollt. Höllenhammer! Die Einflüsse aus denen WEAPON ihre Inspiration schöpfen, sind übergroß. Da dürften SLAYER stehen, die für einige Thrash Riffs und Basisstrukturen verantwortlich zeichnen. MAYHEM (wie das Label vorschlägt) sind für die tiefschwarze Atmosphäre zuständig. Zudem hat NILE einen kleinen Anteil, wenn es um Mystizismus und rar eingesetzt Percussions geht. Ganz im Vordergrund bewegen sich jedoch MORBID ANGEL, die inhalieren WEAPON mit jedem Atemzug. Die Symbiose aus allen, inklusive den eigenen technischen Skills plus zahlreicher cooler Ideen machen „From…“ zu einem wahren Geheimtipp! 9/10

Friday, October 8, 2010

DEFLORATION - Abused With Gods Blessing - Cd / War Anthem Records


Eines könnt ihr euch gewiss sein, auch auf ihrem 4. Album lassen DEFLORATION ihren Probanden so wenig Zeit zum Luftholen, dass Atemnot vorprogrammiert ist. „Abused…“ liefert vom ersten bis zum letzten Anschlag brutalen Dauerbeschuss ohne Spielerin und Schnörkel, es gibt durchweg Feuer von vorn. Dass sie einer Band wie CANNIBAL CORPSE nahe stehen werden sie selbst sicher nicht leugnen, daneben gibt es aber auch weit ausholende, eher etwas düstere und getragene Riffs a la MORBID ANGEL und ab und an beinahe schüchterne Grooveanteile peripher vergleichbar mit DYING FETUS. Nun ja und da haben wir schon alles zusammen, was ein deftiges Death Metal Album amerikanischer Prägung ausmacht. Es sollte aber niemand auf die Idee kommen, dass DEFLORATION hier lediglich alte Helden geklont haben, denn das immens satte Songwriting stammt immer noch aus der Feder der Band. Und das die den Dreh raushaben, ihre eigenen Ideen in Musik zu verwandeln, sollte nicht angezweifelt werden. Alle 10 Nummern versprühen pure Aggressivität, variieren geschickt im Tempo und lassen die Riffs für sich sprechen. Das geht zu wie in einem Sägewerk. Ganz stark finde ich die Parts in denen die Geschwindigkeit gedrosselt und die Leadgitarre kurz allein gelassen wird, bevor die komplette Maschinerie wieder gnadenlos Fahrt aufnimmt. Das gute Songwriting an sich macht eine Band erst aus und da sind DEFLORATION eine sichere Bank. Innovation vorhanden, Umsetzung gelungen und das Ergebnis in einen amtlich fetten Sound verpackt, so einfach funktioniert eine ansprechende Death Metal Produktion. DEFLORATION sind für mich eine der besten lokalen Bands des Genres und „Abused…“ beweist das einmal mehr, ist sogar noch einige Zacken schärfer als der Vorgänger „Necrotic Nightmares“. So sind die Brüder verdientermaßen auf dem besten Wege eine der interessantesten Bands Deutschlands zu werden. Das Album gehört auf jeden Fall gekauft! 9/10

Wednesday, October 6, 2010

LYSERGIC RITES OF SADOPRIEST - Mongoloid Messiah/Ritually Abused Orifice


Eins gefällt mit von Anfang an, der Krempel ist ungemein unterhaltsam. Zumindest für jene, die sich ab und an (oder ständig) diese krude Mischung aus Synthies, Beats und Goregrind geben können. Mir gefällt es schon deswegen, weil ich auch auf Zeug wie GIGANTIC BRAIN stehe und das hier ist dem nicht unähnlich. Zudem stehen natürlich auch LIBIDO AIRBAG ganz vorn im Waffenlager. Dieser free download beinhaltet 2 Ep´s und lebt hauptsächlich von den coolen Samples und Elektroparts. In zweiter Linie wird der Harmonizer mächtig strapaziert. Auffällig ist die klar strukturierte Produktion inklusive fetter Bässe und üblichem Gore Grind Rhythmus, kein verwaschener Brei aus dem selbst zusammen genagelten Kellerstudio. Vielleicht ist der Percussionanteil manchmal zu groß oder Vordergründig, aber das fällt bei den spaßigen und ordentlich zündenden Synthie –Ideen nicht unbedingt ins Gewicht. Massenkompatibel ist der Krawall sicher nicht, soll es auch gar nicht, sein Spartenpublikum bedient er aber ausgezeichnet. Und wer Cybergore für Unsinn hält, der hat sicher nur picklige Kids im Kopf, die am heimischen PC ihre Zeit totschlagen. Hinter LYSERGIC RITES OF SADOPRIEST steck jedoch ganz gut gestricktes Songwriting, nicht nur aneinander gekleisterte pubertäre Fantasien. Auch wenn ich nicht ausschließen kann, dass der Bruder hier nicht auch ein gestörter PC Pirat ist. Aber er verknüpft gekonnt stimmige und schaurige Klangcollagen mit verzerrter Stimmbandfolter und synthetischen Drums, hat beinahe was psychedelisches. Auch die Aufmachung von Cover, Schriftzug, Artwork ist stark an die 70er Jahre angelehnt. Wichtig erscheint mir, sich so was nicht unbedingt vollkommen nüchtern anzuhören, da könnte der Einzelne dann doch einer Glaubenskrise anheimfallen, da die konventionellen musikalischen Gewohnheiten ganz schön durcheinander geschüttelt werden. Abgemischt wurden die Stücke von Scott Hull (AGORAPHOBIC NOSEBLEED, PIG DESTROYER), was den wirklich guten und klaren Sound erklärt. Klickt mal hier vorbei, ich wünsche viel Vergnügen. http://www.myspace.com/lysergicritesofsadopriest 7/10

Tuesday, October 5, 2010

STENCH - In Putrescence - Cd / Agonia Records


STENCH setzen Maßstäbe in punkto Minimalismus und billiger Unterhaltung. Das was die Knaben unter Death-, oder meinetwegen auch Black Metal verstehen, ist schon längst überholt und wirkt so primitiv, dass nicht mal der Old School Bonus zählt. STENCH sind preiswerte 3 Akkorde aus einer Gitarre, die sich produktionstechnisch häufig rar macht und manchmal einfach gar nicht stattfindet. Das Spiel ist völlig drucklos, wirk uninspiriert. Zudem gibt es Schlagzeugradau vergleichbar mit einer Kompanie blinder Ziegen, die über die eigenen Melkeimer stolpert. Hervorzuheben wäre, dass alle Eimer im Takt umfallen, was heißen soll, dass der Drummer nicht planlos auf seine Felle drischt…auch wenn es so klingen mag. Mal ehrlich, wenn man keinen Bock hat, dann setzt man sich mit einer Kiste Bier in die hinterste Ecke des Proberaumes und hofft, dass die Miete gestundet wird. Einzig der Gesang hat was stilechtes und geifert schwarze Galle, der Rest agiert eher einfallslos und oberflächlich. Vom Gesichtspunkt der kompositorischen Sparsamkeit haben STENCH eher was von einer Punkband als wirklich Metal zu sein und für eine echte Schwedenband ist der Klamauk viel zu harmlos. STENCH sind ein Ableger von TRIBULATION und mir will nicht in den Schädel, wie 2 Bands mit in etwa gleicher Besetzung so unterschiedlich sein können. Nicht unbedingt musikalisch, aber in der Umsetzung der Ideen. Wo es bei den einen vor Blut, Tot und Aggressionen nur so wimmelt, gehen die anderen leer aus. Oder zumindest beinahe, denn dieses anspruchslose Leisetreten und wenig machen hat sicher für so manchen auch seinen Charme. Denn STENCH sind verdammt roh produziert, was zu dieser Art Musik wieder glänzend passt, die stehen ganz und gar nicht auf polierte Veröffentlichungen, an denen einen halbe Dekade gewienert werden muss, bevor überhaupt erst mal ein Promosong raus geht. Und diese Einstellung lobe ich mir auch, leider schüttelt man mit dürren Armen aber auch nicht all zu viele Äpfel vom Baum. Uns so denke ich, dass STENCH in nicht all zu ferner Zukunft im eigenen Garten begraben werden und bis dahin hoffentlich noch etwas Spaß beim Rumgeistern auf diversen Hinterhofbühnen haben werden. 4/10

Saturday, October 2, 2010

EVOCATION - Apocalyptic - Cd / Cyclone Empire


Ich möchte jetzt mal behaupten, EVOCATION haben nach dem letzten Album die Schrauben ganz schön angezogen. Sie klingen düsterer, nicht mehr unbedingt eingängig, irgendwie ist auch das Hitpotential etwas verloren gegangen. Dafür sind sie über weite Strecken epischer geworden, spielen nicht mehr so ungezwungenen Death Metal und präsentieren sich trotzdem als typischen Vertreter ihrer Zunft. Stagnation kann der Band wohl niemand zum Vorwurf machen, die ziehen ein Ding durch, das sich kein Gefangenenlager leisten kann. Und genau deswegen gefällt mir auch „Apocalyptic“ wieder, selbst wenn es einige Zeit bedarf, bis es seinen Charme offenbart. EVOCATION stehen auch nach der Feinjustierung für sauberen (eher dreckigen) Schwedentod, mal melodisch, mal kompromisslos hart und gespickt mit guten Ideen, die sich oft erst auf den zweiten Blick offenbaren. Songwriting und Sound stimmen also, man muss nur genau hinhören, das ganze Album steuert ein ziemlich hohes Niveau an. Nach dem Erfolg von „Dead Calm Chaos“ und der Tour mit Cannibal Corpse letzten Herbst dürfte mit der neuen Scheibe der Richtungsanzeiger weiter steil nach oben weisen. Ich habe sie letztes Jahr selbst in Berlin gesehen und muss ihnen eine höllische Livepräsenz und massig Spaß und Humor on stage zusprechen. Mit so viel Feuer im Arsch und der unbändigen Überzeugungskraft die die Jungs versprühen, sollte das Material von „Apocalyptic“ genauso gut zünden wie alles was sie bis dato angepackt haben. Wer sich zu sehr auf „Dead Calm Chaos“ eingeschossen hat, wird vielleicht etwas Anlaufschwierigkeiten haben, das sollte aber nicht darüber hinweg täuschen, dass wir es hier mit einem Release der ganz heftigen Sorte zu tun haben, das sich kompromisslos von „Sweet Obsession“ bis zum Rausschmeißer „Apocalyptic“ zu verkaufen weiß, 10 mal auf die fiese Art unschuldiges Fleisch peitscht und tiefrote Striemen zurück lässt und zudem mit sattem Basssound punktet. Wer sich am Scheideweg von spröden schwedischen Melodieeskapaden und gebrochenen Nackenwirbeln befindet, der wird mit EVOCATION schnell per du. Ich attestiere denen jetzt mal ein gelungenes Album, selbst wenn der Vorgänger etwas schnittiger gewesen sein könnte. 7/10