Friday, October 15, 2010

DILUVIAN - Epidemic - Cd / Deepsend Records


DILUVIAN stehen für ein interessantes Aufeinandertreffen knüppelschwingenden Death Metals und trendiger Core - Einflüsse, sie verarbeiten brutale Töne mit fetten Riffs und einzelnen Slameinlagen mit dem stakkatoartigen Schritttempo und den Arrangements vor allem aber auch dem leicht unterkühlten Sound des Deathcore. Zusätzlich werden noch aggressive melodiöse Päckchen geschnürt, die an moderne skandinavische Bands erinnern. „Epidemic“ mutiert so zu einem zeitgemäßen Kracher ohne dabei die Traditionen zu vernachlässigen. Das Songwriting ist stark rifforientiert, Riffs bei denen der Hörer von Anfang an mitgehen kann. Es berücksichtigt einen abwechslungsreichen Aufbau und setzt auf höllisches Tempo, bei dem vorrangig der Drummer ackern muss wie eine gut geölte Industrienähmaschine, mit gut getimten Geschindigkeitsumbrüchen kann aber genau so geschickt gedient werden. Eine etwas andere Schiene fährt das Instrumental „Orphans“, das sich sehr zurück nimmt, teilweise auf Akustik setzt und eigentlich schon als Ballade durchgeht, zudem dürfte das die melodiöseste Nummer sein (neben „Disillusions“). Das gilt dann wohl als Beweis, dass die Band recht variabel sein kann und gern auch mal eine andere Seite betont. Das darauf folgende „The Fury“ macht dann dem Songtitel alle Ehre und jegliche Zurückhaltung scheint vergessen. Es wird geprügelt ohne die technischen Aspekte zu vernachlässigen und könnte durchaus aus der Feder von MONSTROSITY stammen. Der reifste Song hingegen ist „A Sleeping Cancer (Part I), der Progressivität, Melodie, Brutalität und eine beinahe epische Ausrichtung miteinander verbindet. Das was DILUVIAN sich auf ihrem Debut zutrauen (haben bisher eine Ep veröffentlicht) ist beachtlich. Sie sitzen wie die bösartige schwarze Pest an der Schnittstelle verschiedener Genres und saugen die Creme aus der narbigen Wunde um ihren eigenen Bastard auszuscheißen. Wenn das vielleicht auch krass klingen mag, so ist es genau das was die Band hier macht und das Endergebnis ist durchaus hörenswert. „Epidemic“ empfehle ich gern denjenigen weiter, die glauben der Death Metal würde auf der Stelle treten. 8/10

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