Saturday, October 30, 2010

HATENATION - Blacklist - Cd / SAOL


Der spanische Fünfer orientiert sich mit seinem Debüt an einer kruden Mischung aus Thrash und Death Metal mit cooler Rockattitüde und erdigem Hardcore. Wenn sich der Opener noch etwas behäbig schüttelt, ähnlich des armen Kerls der morgens um 4 aufstehen muss und versucht die Müdigkeit mit schwarzem Kaffee los zu werden, so springt der nachfolgende Titeltrack mit munterem Tempo und viel Groove in den Schichterbus. Der Sänger macht dabei auf ganzer Linie einen gequälten Eindruck, würgt seine Vocals heraus als wäre eines der letzten 20 Bier schlecht geworden. Einen echten Stampfer präsentieren die Iberer mit „Internal Sickness“, der ein cooles Marschtempo an den jungen Tag legt und mit rockigen Elementen zu unterhalten weiß. Das Stück hätte auch auf einem GHOULLUNTATICS Album stehen können. Leider hat das Album aber auch einige unaufgeregte und eher etwas fade Nummern versteckt, die der Band den Reiz des Besonderen schnell wieder abspenstig machen. Besonders der temporäre Verzicht auf jegliches Tempo unterbricht stellenweise den funktionalen Fluss der Scheibe. Durchschnittlich betrachtet orientieret sich „Blacklist“ an schwerem, bassbetontem Mid - Tempo Metal mit markigen Grooves aber auch an zu viel Behäbigkeit. Da fühle ich mich wieder an 70er Jahre Mucke erinnert, die mit Langeweile und schwerem Sound die Leute verprellte und trotzdem geliebt wurde. Nur heute unter anderen technischen Voraussetzungen. Klassische Roots sind jedenfalls nicht weg zu dichten. Über einen Rettich gezerrt muss ich sagen, dass die Paarung aus angenehmen Tempo und heavy Grooves ein Erfolgsrezept der Band sein könnten, die zähen Komaeinlagen hingegen tödlich sind. Was bleibt ist ein eher pragmatisches Stück Musik, das durchaus funktioniert aber nicht schön sein will, dafür gibt es zu viele Ecken und Kanten. Für einen echten Kracher bleibt „Blacklist“ zu harmlos und für ein tatsächliches Thrash Album ist es viel zu kalt, zu trocken und sperrig. Der beinahe gänzliche Verzicht auf Harmonien bestimmt eher das Geschehen als große musikalische Kunst. HATENATION sind auf ihre Art schon ziemlich deftig, dafür aus dem Fenster springen würde ich aber sicher nicht. 6/10

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