Thursday, October 28, 2010

HATRED - Destruction Manual - Cd / SAOL


Nach der 2008er Scheibe führt der gefühlte Pfad des Erfolges bei HATRED steil nach oben. Die kommen rum die Jungs und werden sogar mit Auszeichnungen behangen. Schön eigentlich, dass eine deutsche Band mal wieder gebührenden Anklang auf internationaler Ebene findet. Die neuen Helden des germanischen Thrash Metal tönen dabei weniger teutonisch als anzunehmen wäre. Da blinkern beim Eröffnungsriff eher alte bodenständige Metallica durch. Und sonst orientiert sich das Album auch eher an US Bands, allen voran Overkill. Gut gemacht, denke ich da nur, habt ihr bei den richtigen in den Topf geschielt. Also, „Destruction Manual“ gefällt mir beinahe durchweg, mit den balladesken Parts habe ich so meine Berührungsängste, vor allem wenn Bacchus wie Billy Corgan ins Mikro nörgelt („Black Sun Prophecy“). Ganz bestimmt hat die Band dabei auch den Bogen raus, aber bei mir führt das wohl eher dazu, dass ich auf dem Dachboden nach einem stabilen Hanfstrick suche. Die Ausflüge in den Progbereich finde ich persönlich eher störend, aber sicher soll das nur die Bandbreite des fränkischen Fünfers untermauern. Denn neben gutem altem US Thrash dealen sie durchaus auch mit progressiveren Elementen und typischen Metal – Arrangements inklusive aller Klischees. HATRED scheinen einfach echte Metaller zu sein, die ihre Vorstellung von dem ganzen Zirkus in ihrer Musik ausleben. Dass sie dabei vielleicht nicht jeden Nagel auf den Kopf treffen, dass einige Riffs keinen Innovationspreis verdienen werden, da sie nun nicht wirklich neu sind, spielt dabei überhaupt keine Rolle. Die kippen einfach ihren Sack aus und schmettern eine Hand voll verdammt zündender Nummern gegen unsere Temporallappen. Bei „Submission Of The Uncontrolled“ bedienen sie sich partiell beim Halloween Thema als Aufhänger, was nicht verwerflich ist und einem zackigen Song noch mehr Pfeffer verleiht. Beinahe hymnenhaft wirkt „Metal Bastards“ bei dem dreckig gerockt wird, mit viel Humor dagegen ist „Franconian Speed“ vorgetragen, ein Song der eher mit Augenzwinkern zu betrachten ist. Alles in allem ist „Destruction Manual“ ein traditionell anmutendes Stück Metal geworden, bei dem der Spaß den die Band dabei hatte deutlich zu spüren ist und der euch ohne weiteres anstecken dürfte. HATRED ist was für Fans fast sämtlicher Bay Area Bands, gepaart mit diversen moderneren Facetten und Hang zu Nonsens. 8/10

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