Tuesday, November 30, 2010

BRUTALLY DECEASED - Dead Lovers Guide - Cd / Lavadome Productions


Wisst ihr wie das ist, wenn man etwas findet von dem man gar nicht gewusst hat, dass man danach sucht und zudem noch an einem Ort, wo sich dieses „etwas“ gar nicht vermuten ließ? Ja, na klar doch. Mir geht das jetzt so mit BRUTALLY DECEASED. Die kommen aus der tschechischen Nachbarenklave europäischer Brüderlichkeit und solch geartete Herkunft lässt grindiges Geschmetter erwarten. Bloß,… dass dem ist nicht so. Da begeht doch tatsächlich jemand territoriale Blasphemie ohne eine rote Rübe zu bekommen, Frechheit! Kann sich einer vorstellen, wie sich das anfühlt, wenn die eigene Erwartungshaltung im Staub zerschmettert wird? Hier machen sich Musiker auf ihren Faves so nah wie möglich zu stehen, und das nicht nur mit dem obligatorischen Coversong. Nee, da ist alles gefährlich dicht dran, und zwar an DISMEMBER. Wäre da der growlende Gesang nicht, ginge das glatt als Kopie durch. Und zwar in Punkto Songwriting genau wie beim Sound. Das ist alles extrem tief geschraubt, roh und primitiv mit der nötigen melodiösen Würze. Keine Ahnung ob die Band damit vielleicht zu weit geht, das müssen die selbst wissen, gute Songs schreiben sie aber ganz sicher. Dass der Bandname dann noch bei GRAVE „geklaut“ ist, spielt auch keine Rolle mehr. Und mehr bedarf es nicht um die Musik zu beschreiben, 100 % Schwedentot, ohne Ausflüchte und Hintertüren, alles stimmig zusammen getragen mit düsterer Atmosphäre und nostalgischem Nachhall. Ob das reicht um auch heute noch zu bestehen, das entscheidet ganz allein ihr. Der Haufen setzt sich unter anderem aus dem Drummer von JIG AI und einigen HEAVING EARTH Leuten zusammen, die mit ihrer anderen Band MORBID ANGEL nacheifern. Somit ist die Heldenverehrung, zumindest in Teilen der Band keine Unbekannte. Da es aber gelingt unterhaltsam zu sein und auf die Feinheiten zu achten, die entsprechend interessante Stücke ausmachen, sollte das legitim sein. BRUTALLY DECEASED gelingt hier zwar kein Geniestreich, präsentieren aber ein souveränes Album das auf sicheren Beinen steht und allen Old School Fans gut ins Ohr gehen sollte.
7/10

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