Thursday, November 4, 2010

DAMNATION DEFACED - Beyond The Pale Cd / SAOL


Das was DAMNATION DEFACED unter Prog Death verstehen ist doch eher eine Eigenkreation als stabile Konvention. Aber so hatten die das wohl auch beworben, als ihr eigenes Ding. Das stimmt schon und das Ergebnis stellt eine Mischung aus modernen, melodiösen, melancholischen, technischen und einzelnen old school Komponenten dar. Wäre das nicht mit eine gewissen Härte und Kompromisslosigkeit vorgetragen und wären nicht dieses teils fiese Vokalgewürge, könnten die Stücke von der Art der Arrangements beinahe als Power Metal durchgehen. Ach ja, der Gesang, der ist relativ variabel, weiß schöne Growls raus zubrüllen, klingt manchmal im Ansatz auch nach Dismember und quält sich zu häufig mit schmerzhaften Verrenkungen. Da entsteht der Eindruck, der Sänger würde an qualvoller Verstopfung leiden und der Ziegel wäre quer im Rektum verklemmt. Ansonsten ist das musikalisch schon in Ordnung, der richtige Drive fehlt mir etwas, so bald ein Song in die Puschen kommt, wird wieder auf Melodie und Harmonie gesetzt, es wird verhältnismäßig viel mit akustischen Parts jongliert, und Tempo und Aggressivität sind schnell hops. Verflucht das ist doch kein Hochschulprojekt, das soll doch nur Metal sein. Ich glaube die könnten mehr, wenn sie ihre Songs straffen würden, da muss gar nicht immer so viel rein um einen guten Eindruck zu machen. So verliert sich manches Stück in unnötigem klein in klein. Am besten gefällt mir die Musik, wenn sie flott und frei von der Leber knüppelt, gegen passende melodiöse Ausrichtung habe ich auch nichts. Nur homogener wäre schöner. Na und die Sache mit dem progressiven, also erwartet kein unnötiges Gefrickel (wofür ich dankbar bin), das bezieht sich eher auf die Mischung, setzt keinesfalls auf Disharmonie, eher im Gegenteil. Wirklich brutal sind DAMNATION DEFACED aber auch nicht, wollen die vielleicht auch nicht. „Beyond the Pale“ hat durchaus seine Qualitäten, da es auf Vielfalt setzt und die Umsetzung der eigenen Ideen auf sicheren Beinen steht.Das spielerische Niveau ist mehr als gesund, ist fit wie eine Pfennighure zu Wochenbeginn, das kann kaum ein Kritikpunkt sein. Die spielen wirklich mit diversen Variablen und bieten in jedem Stück was neues an, so wird es wenigstens nicht langweilig. Der richtig große Brecher ist noch nachzureichen, der Gesamteindruck bleibt aber ein durchaus souveräner. Nur ist manchmal weniger eben doch mehr. 6/10

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