Sunday, November 28, 2010

IRONWOOD - Storm Over Sea - Cd


Zu dem Albumtitel gibt es eine schöne Metapher, „Sturm im Wasserglas“. Ich weiß nicht so recht was ich damit anfangen soll, das ist als hätte jemand einen Wagen auf dem falschen Gleis abgestellt. Meinem Gleis! Und ich schieb die Tür auf und habe keine Ahnung was raus poltert. Genau wie Tolkins mystisches Tor zur unterirdischen Zwergenfestung, wie krieg ich das auf und will ich es überhaupt. Fest steht für mich, dass ein echter Sturm mich auch umhauen muss, IRONWOOD mich aber eher liebkosen als mir Ohrfeigen zu verpassen. Es geht hier scheinbar um mythischen Humbug, wie es von Folk Metal zu erwarten ist. Jedoch ist das Wort Metal bei weitem nicht auf alle Stücke anzurechnen. Der Frontmann klingt eher nach Schlaftablette, eben mal ins Studio geschneit aber noch nicht wach. Dann verarbeitet die Instrumentalfront immer wieder progressive Element die den sprichwörtlichen Fuß in der Tür schnell nach draußen stoßen. Disharmonien ist unsereins von solch gearteter Kunst überhaupt nicht gewöhnt. Muss ich noch mal zu Tolkien kommen, das ist so als hätte nicht er sein Epos über Elben, Hobbits und Orks geschrieben sondern Easton – Ellis. Über große Strecken herrscht Melancholie, ob im Black Metal /Pagan Gewand mit Geschwindigkeitsausrutschern und Gekeife oder noch anstrengender über reine, ellenlange akustische Pfade. Es scheint als wollten IRONWOOD uns nach teilweise hart zu knabbernder Kost auf Schmusekurs bringen. Das erinnert mich dann wieder an Ian Anderson, wie er einbeinig in seiner Herde Schafe steht, nur dass die blöden Viecher seine Flöte zertrampelt haben. Kacke auch! Mir ist das alles zu viel und gleichzeitig zu wenig. „Was will der Künstler uns damit sagen ?“, hätte meine alte Deutschlehrerin da wohl gefragt. Dass er virtuos und vielschichtig ist, dass er seine Instrumente im klassischen Sinn kritiklos beherrscht? Oder vielleicht, dass uns das gar nichts angeht? Dass die selbst nicht wissen, wohin der Strom sie treibt? Ob Dan Swanö, der hieran den Feinschliff ausgeführt hat, wusste was das ist, wohin die Reise führt? Was ihr hier nicht suchen dürft, ist ein echtes Metal Album, dafür bleibt bei all dem selbstverliebten akustischen Geklimper auf der Suche nach weiten Meeren, dichten Wäldern und dem darin zappelnden Viehzeugs kaum Platz. Und das ist es, was ich wirklich schade finde. Die sollen sich lieber mit einer Tüte Gras unter den Wasserfall setzen und ihren Träumereien nachhängen, die Welt daran zu beteiligen, selbst wenn es auf gesundem Niveau geschieht, scheint nicht zwingend nötig. Wie gesagt, auf dem falschen Gleis geparkt, Pech gehabt! http://ironwoodsound.com.au/
5/10

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