Wednesday, November 17, 2010

NEIGE ET NOIRCEUR - La Seigneurie Des Loups Cd / Sepulchral Productions


Ich bin vom Glauben abgefallen! Nie hätte ich mir erträumt, selbst in meinen grausigsten fremdbestimmten Albträumen nicht, dass der Tag kommen würde, an dem mir eine Black Metal Band / respektive Projekt gefallen könnte. Heute ist der schwärzeste Tag meiner traurigen Existenz, denn all meine Ängste haben Gestalt angenommen. Und zwar in Form von NEIGE ET NOIRCEUR, ein Ein - Mann Satansbraten, der die Register an den richtigen Stellen zu ziehen vermag. Ich bin allein bass erstaunt wie ein einzelner Kümmerling so kreativ zu sein vermag, wo solche Hirsche doch sonst eher in sexuell pervertierter oder missverstandener Selbstvergötterung dämmern. Der hier hat das geschafft an dem die meisten scheitern und verzweifeln ohne es zu merken. Cool ist schon der Anfang, wer bitte schön kommt auf die Idee ein fieses, eiskaltes Black Metal Album mit einer Maultrommel zu starten. Da erwartet doch jeder wieder schmusige Folkmucke aus der Retorte. Dazu pfeifen immer wieder sehr ungewöhnliche elektronische Spielereien durch den einen oder anderen Song und zwar so dezent, dass ich anfänglich gar nicht drüber gestolpert bin. Das hier klingt nicht nach der Hölle sondern nach den düstersten Ecken des Universums. Also weniger Waldesrauschen als sphärische Radiowellen auf der Suche nach jemanden der nach Hause telefonieren will. Lyrisch hat das zugegebener maßen nichts damit zu tun, das entspringt eher meiner verbogenen Fantasie. Das eigentliche Klangkonzept ist schneller aber auch verhaltener Black Metal normaler aber gehobener Couleur und mit etwas Bathory, viel Wut und Raserei und melodischen bis epischen Auswüchsen. Flankenschutz erhält die Musik durch Kreischvokale als auch tiefe Growls, selbige so geschickt eingebaut, dass sie eher unterstützend wirken als tonangebend sind. Abgerundet hat der Kerl sein Album dann schlussendlich doch noch mit einigen mittelalterlichen Instrumenten und zurückholenden die Atmosphäre quasi stützenden Soundsampel. Die Mischung macht die Musik und die ist in diesem Fall mehr als gelungen. Es spielt so nicht mal eine Rolle, dass die meisten Stücke ellenlang sind. Ihr dürft euch gefangen fühlen zwischen Hass und Triebhaftigkeit als auch Lagerfeuerromantik mit Wolfsgeheul, all das wird hier beschrieben und dokumentiert die Geschichte von Quebec, der Heimatstadt von Mastermind (nicht zu nah am Scheiterhaufen) „Spiritus“. Seinem Schlachtruf würde ich folgen und die Mistgabel noch mal anschleifen um sie allen Zweiflern mit Schwung in den Arsch zu rammen. Lasst die Ketten rasseln, greift eure Schwerter, wir ziehen aus um uns ein bisschen Spaß zu suchen! 9/10

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