Friday, November 26, 2010

POSTMORTEM - Seeds Of Devestation - Cd / War Anthem Records


Nun, es ist wohl eindeutig ein gutes Zeichen, wenn ich bei den ersten Rhythmen der neuen POSTMORTEM Scheibe anfange mit den Füßen zu trommeln. „Seeds Of Devestation“ befähigt meine Extremitäten sich auf ein wildes Spiel einzulassen, eines das ich im Normalfall gar nicht beherrsche. Aber dadurch wird die herausragende Eigenschaft des Albums deutlich, es ist ohne Anlauf eingängig. Angetrieben von einem unglaublich präzisem Schlagzeug mit mörderischem Sound rüpelt sich ein Stück nach dem anderen durch graue Windungen neuraler Reizleiter und dockt an genau den Stellen an, die eben Fuß und Bein zappeln lassen. Auch bemerkenswert empfinde ich die Tatsache, dass nach 20 Jahren (oder so) Bandgeschichte immer noch was geht, die Berliner immer noch am Altar der Innovationen kitzeln können. Dies wird unter anderem bei „ Ghost Of The Warship“ deutlich, bei dem die Leadgitarre mit ohrwurmartiger Breitseite besticht und dem Stück einen hohen Wiedererkennungswert gibt, ihn sozusagen zu einer Pflichtinterpretation auf der Bühne erhebt. Das ungewöhnlichste Stück dann, „Nocturnal Prayer“ zeigt eine ganz neue Seite, die ich so noch gar nicht bewusst wahrgenommen habe, melodisch, einfühlsam, etwas zurückhaltend. Genau genommen ist das eine echte schwedische Deprigranate mit Piano, primitiver Old School Gitarre und sehr schick anzuhörenden Melodien. Eher was für einen Vikingerzug als für kompromisslose moderne Kriegsführung. Der Rausschmeißer „Waranthem“ ist schlussendlich ein cooles Instrumental, dem schnell der Beiname Füllwerk anhaften könnte, wäre er nicht so verdammt gut. Unterm Strich bleibt viel mehr als nur überzeugendes Gebretter! Ich muss aber auch zugeben, dass mir „Constant Hate“ einen Tick besser gefallen hat, das ist natürlich rein subjektiv und schmälert die Qualität der aktuellen Scheibe keinesfalls. Nur eines braucht sie nicht, den Labelvergleich zu Slayer und Bolt Thrower, denn erstens ist der überflüssig, da POSTMORTEM sehr gut für sich selbst steht, nach so langer Zeit wäre alles andere auch nicht tragbar, die Band nicht da wo sie heute ist. Und zweitens stimmt der einfach gar nicht. Aber das nur nebenbei „Seeds Of Devestation“ ist eins der treffsichersten Geschosse, die in diesem Jahr aus unseren Landen abgeschossen wurden!
8/10

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