Friday, December 31, 2010

MILKING THE GOATMACHINE - Seven…A Dinner For One - Cd / Noise Art Records


Ob es im grimmschen Sinne ist, den Wolf und seine 7 kämpferischen Geißlein konzeptionell in ein Death Metal Album zu verfrachten darf angezweifelt werden. Die beiden Brüdern hätte die eigenwillige Stromgitarrenversion zumindest verwirrt. Heuer dürfen wir uns über so etwas freuen und eine wertfreie Position einnehmen. Das was die Goatgrinder auf ihrem 2. Album anbieten, ist allerdings ein wahrhaftig cooler Köter, denn da werden gekonnt brutaler Death Metal mit der rockigen Abgebrühtheit einer Band wie BLOOD DUSTER kombiniert, eine schmackige Grindkeule mit drauf gelegt und das Ganze mit ironischem Humor verrührt. So macht Haudrauf Mentalität Spaß, zumal es den Erstling toppen kann. Und bei all dem schrägen Humor (ganze Generationen von Schuhplattlern werden hier diffamiert „The Black Paw“, vor seltsamsten Genreübergriffen wird nicht zurück geschreckt „For Goats And Orchestra“ und die Hose darf auch im Slam Rhythmus prollig in den Kniekehlen hängen „Ding Dong“) sollte nicht vergessen werden, dass die Böcke musikalisch richtig was drauf haben und wissen an welcher Stelle welcher Faden zu ziehen ist, um einen Song ohne Umschweife auf den Punkt zu bringen. MILKING THE GOATMACHINE machen auch weiterhin einen völlig entspannten Eindruck, sowohl auf ihren Veröffentlichungen als auch auf der Bühne. Vielleicht liegt es an den Masken, die mögliche Unzulänglichkeiten kaschieren. Aber ehrlich gesagt, finde ich nichts, was ich den Kerlen ankreiden sollte, das was die anpacken strotzt einfach vor Coolness und trifft immer den richtigen Knopf. Zieht euch nur „The Wolf Is Dead“, gefolgt von „Down The Brook“ rein, da möchte ich den haarigen Räuber beinahe beneiden, wie cool der über die Klinge springt, der rockt noch in seinem nassen Grab und harrt der Wiedergeburt! Daran würde auch Lon Chaney Jr. Seinen Spaß haben, sich aus der Gruft erheben nur um sich noch mal Haare ins Gesicht kleben zu lassen. Zudem rückt die meckernde Zicke aus ihrer Opferrolle heraus und darf endlich mal mit Schmackes austeilen. MILKING THE GOATMACHINE wühlen schamlos in der Klamottenkiste metallischer Geschichte (echte Goats kennen keinen Schmerz, selbst nicht wenn sie MISFITS für ihre Zwecke einspannen!) und ziehen sich an, was ihnen gefällt, was ich ihnen dabei positiv anrechne ist, dass die Musik weiterhin trotz massig Diebereien absolut authentisch bleibt und auch das 2. Album einen vollen Erfolg verspricht. Stellt euch auf ein respektloses Album ein!
9/10

ALTAR OF PAIN - Splattered Remains - Ep


Keine Ahnung auf welchem Altar die Band Blut und Eingeweide geopfert haben, aber der Gehörnte scheint Gefallen daran zu finden. ALTAR OF PAIN klingt gewiss sperrig und holprig, verbreitet so aber jede Menge Old School Feeling und trägt das Death Metal Herz auf dem rechten Fleck. Bei den ersten Durchläufen scheint die Ep nichts besonderes an Bord zu haben, die Maschine läuft doch recht unrund und der Motor scheint mehr als nur einmal zu stottern. Der Eindruck relativiert sich, nimmt man sich etwas mehr Zeit. Denn alle 5 Songs sind recht unterschiedlich angelegt, abgesehen von bollerndem Schlagwerk und leider etwas dürftigem, schrammligen Sound. „Deformed To The Extreme“ bläst wie ein diabolischer Feuersturm trockenes Laub von verdorrten Bäumen, „Covered In Gore“ schlägt eine Brücke in den Thrash Metal Gezeitenstrom. Und das nachfolgende „Into The Abyss“ beweist sich als schwarzer Mid-Tempo Brecher. „Dead Souls“ ist eine recht eingängige Geschichte mit markantem Riffing und harmonischen Solis, die peripher an skandinavischen Elchtod erinnert. Dabei handelt es sich wohl um das interessanteste aber gleichzeitig auch um ein eher zurückhaltendes Stück. „Decaying“ schlussendlich ist doch sehr primitiv und brutal gestrickt, ein berechenbarer Nackenbrecher. Eins macht das Debüt der Truppe aus Madeira deutlich, hier zählt nur Death Metal in seinem ursprünglichsten Sinn, alles andere findet nicht mal im Ansatz Akzeptanz. Fakt ist aber auch, dass es schwer wird mit solcher Art Musik noch einen Blumentopf zu gewinnen, wer allerdings seine Leidenschaft zur Hauptmaxime seines Handelns macht, muss sich über die eigene Existenzberechtigung keine Gedanken machen, dann ist fast alles erlaubt. Die Band steht noch ganz am Anfang, und ihre Chance haben sie sich verdient, natürlich läuft bei weitem noch nicht alles rund, es gibt aber nichts was sich nicht beheben ließe. Der Sound ist zwar wie erwähnt rechte Murkse, das hat aber für die Musik nichts zu bedeuten. Und die Songs selbst, nun zukünftig wäre es schon besser auf Feinheiten zu achten. Aber da ich ja nicht Musikpapst Allesweis bin, gefällt mir das Ohrentrauma doch ganz gut, und ich honoriere die Blauäugigkeit der Musiker gern! Klickt euch mal rein: http://www.myspace.com/altarofpainbrutaldeath
7/10

Friday, December 24, 2010

PUTRIFIED J - Misery - Ep


Ich muss es zugeben, das was die beiden Belgier fabrizieren ist echt brutale Scheiße. Wenn uns das Intro mit orientalischen bis psychedelischen drogenbehafteten Tönen umgarnt, brennt danach der Busch. Brutal Funky Funny Slam Death… oder so. Die Songs gehen selbstredend in Richtung DEVOURMENT, grooven amtlich und verstehen sich als Marschiervorlage für eine durchgebrannte Circlepit. Zügelloses Geprügel und schwere Beat-Downs ergänzen sich hervorragend. Ihr könnt euch aber auch auf einige eher ungewöhnliche Interpretationen des Genres einstellen, wie eine Funkeinlage bei der der Hut schräg auf dem Kopf sitzt. Heraus kommt unterm Strich somit eben irgendwie mehr als typischer Slam Death, auch wenn das Gesamtpaket an manchen Stellen noch etwas unfertig klingt. Der Gesang wird zudem eindeutig mit einem im Rektum platzierten Betonmischer fabriziert. Dabei nehmen sie sich textlich scheinbar nicht so ernst, was ich als sehr angenehm empfinde. Als Gastmusiker geben sich Leute von, EXCAVATED, KRAANIUM und PUNISHED EARTH die Ehre und stopfen einige inhaltliche Lücken. Nun gibt es die Handvoll Songs mit Intro und Outro plus Bonustrack leider nur als Download von der Bandhomepage. Das ist insofern bedauerlich, weil die Soudqualität unter dem viel zu engen virtuellen Gürtel gewaltig leidet und der Genuss definitiv geschmälert wird. Knappe 12 MB geht überhaupt nicht, da ist dann auch die Arbeit dahin, die die Band sich möglicherweise gemacht hat. PUTRIFIED J scheint mir so eine Kumpelnummer zu ein, die den Ball einfach rollen lassen und sich keinen Kopf drum machen, wohin er kullert. Mit etwas mehr Standfestigkeit geht da aber gewiss noch mehr, verschenken müssen die beiden Jungs nichts! Aber da die das offensichtlich von der lockeren Seite betrachten, wird die Luft irgendwann wieder raus sein…ich will ja nicht unken. Für ein bisschen krankes Geknatter klickt ihr hier:
http://www.myspace.com/putrifiedj
7/10

Monday, December 20, 2010

CEASE OF BREEDING - Sounds Of Disembowelment - Cd / Amputated Vein


CEASE OF BREEDING schreddern auf ihrem ersten Album typische brutale US Death Metal Töne in das waidwunde Publikum. Und auch wenn die Band aus der alten Welt kommt, ist deutlich zu hören, wo ihre musikalische Heimat liegt. Die betteln ja geradezu darum in Blut und Schmerz ersäuft zu werden! Das zumindest vermittelt der erste Höreindruck. Vornehmlich werden Haushaltsgeräte zweckentfremdet, so kommt der Staubsauger genau so zum Einsatz wie Küchenmaschine, Schneebesen und Quirl. Mit Blast bis zur Erschöpfung funktioniert die Band genau so gut wie mit Mid Tempo Einlagen und dezenter Technik. Das Label zieht Vergleiche zu GORGASM und SEVERE TORTURE und da will ich bis zu einem gewissen Punkt gern mitgehen. Ganz auf deren Niveau schwimmen sie zwar nicht, es bleibt aber einiges an positivem hängen. Da wäre zum Beispiel die Bassspur, die richtig Spaß macht und den 4 Saiter gebührend feiert. Auch der Schlagzeuger meißelt hinter seiner Bude mit beeindruckender Präzision. Wen wundert es auch, trommelt hier doch Jan Benkwitz, ehemals Belphegor, der mit CEASE OF BREEDING nun eine ganz andere Richtung fährt. Das Schlagzeug wurde übrigens im „Soundlodge“ in Norddeutschland getrennt vom Rest der Band aufgenommen. Homogen klingt das Endprodukt trotzdem. Und so dürft ihr euch auf gute Songs freuen, die mit satten Riffs euren Nacken foltern und das Trommelfell mit pfeifenden Obertönen zum vibrieren bringen. Der Sound ist generell gelungen, das Songwriting macht einen gesunden Eindruck, es gibt kaum Wiederholungen, was den Faktor Langeweile außen vor lassen sollte. Das Rad erfinden auch CEASE OF BREEDING nicht neu, aber wer braucht das schon, Unterhaltung sollte im Vordergrund stehen und die habt ihr hier. Die aus Griechenland stammende Polterbude, liefert mit „Sounds Of Diembowelment“ ein überaus dynamisches und talentiertes Werk ab, das seine Stärke aus den geschickten Tempovariablen und dem passenden brutalen Sound, inklusive spürbarem Spielriemen der Musiker selbst zieht. Und damit manifestieren die Brüder eine Cd auf antiker Erde, die ganz gewiss mehr als nur Discountware darstellt. Einzig recht kurz ist das Werk ausgefallen, aber da berufen sich ja alle immer auf Slayer, also warum nicht.
8/10

Monday, December 13, 2010

SIN OF GOD - Satan Embryo - Ep


SIN OF GOD aus Ungarn rüsten sich scheinbar Attilas neuen Hunnensturm anzuführen, jedenfalls behaupten sie von sich selbst, noch großes vor zu haben. Ob die genau so schnell, effizient und gnadenlos voran kommen wie einst jener legendäre Barbar, bezweifle ich aber. „Satans Embryo“ (wird als Ep angepriesen, geht aber über 30 Minuten – eine Logik der ich nicht folgen kann, die ich aber als lobenswert betrachte) rattert bei mir nun zum was weiß ich wievielten male durch, aber wirklich ergriffen, geschweige denn beeindruckt hat es mich noch nicht. SIN OF GOD präsentieren in einem etwas zu sterilem Sound ihre eigene Version von Bands wie VADER, NILE, MORBID ANGEL, HATE ETERNAL. Dabei steht der Gitarrist zu selbstverliebt im Vordergrund, denn was die 6 Saiten alles in einem Song anrichten können ist erschreckend. Nicht dass wir uns missverstehen, das klingt durchweg sehr heavy, knackig und schön Headbanger – freundlich. Aber da stecken so viele unterschiedliche Riffs und Lead - Spielereien in einem Song, wie ich es bisher woanders nicht wahrgenommen habe, ein Fakt der dafür sorgt, dass jeder Song aufgeblasen erscheint. Im Death Metal geht es doch grundsätzlich darum mit gezielten Hieben und schmerzhaften Nackenschlägen umgehend für die erwünschte Wirkung zu sorgen. Allenfalls bei episch ausgerichteten Bands darf es auch etwas mehr sein. Zu dieser Kategorie zählen SIN OF GOD aber nun mal definitiv nicht. Handwerklich ist das sicher gar nicht so schlecht, ist brutal und treffsicher, nur eben zu viel, das gehört eindeutig gestrafft! Wenn Songs 7 oder sogar 9 Minuten drurchballern, dann wird das anstrengend. Der „normale“ Death Metal Song versinnbildlicht so was wie einen Kreislauf und bleibt angenehm berechenbar, bei SIN OF GOD ist das eher eine Kette ohne Ende. Wer hier jedoch eindeutig den Bogen raus hat, ist der Drummer, der seine Felle als echtes Ausnahmetalent vermöbelt und für einiges entschädigt. Ich denke, die Band sollte das überzogene Gitarrenspiel etwas zurück drehen, sich dann lieber einige Riffs für andere Stücke aufsparen und der Musik somit mehr Homogenität anheimfallen zu lassen. Auf diese Weise sind die mit Sicherheit in der Lage im Zirkus der Großen ihren Part in der Manege zu meistern. http://www.myspace.com/xsinofgodx
6/10

Thursday, December 9, 2010

GRAVE RITUAL - Euphoric Hymns From The Altar Of Death - Cd / Dark Descent/Razorback


Wenn ich es nicht besser wüsste, hätte ich geglaubt, dass dieses Album von irgendwann aus den ausgehenden 80ern stammt, als eine neue Schublade namens Death Metal in die metallische Kommode eingearbeitet wurde. Tatsächlich ist das aber das brandneue Debütalbum dreier Amis, die es scheinbar bereuen im 21. Jahrhundert zu leben. Deshalb setzen sie voll auf den Zeitreistrip und stellen die Uhren auf Anfang. GRAVE RITUAL ist vollkommen technikfrei, absolut primitiv, düster, nihilistisch und lässt das Geschrote von kompromisslosem Basssound dominieren. GRAVE RITUAL sind alles andere als zeitgemäß, das stört die aber nicht im geringsten, die erschaffen ihren eigenes Monster, das sich zäh aber unaufhaltsam aus den Tiefen des Purgatoriums erhebt, die Toten noch toter aussehen lässt und den Lebenden eine Gänsehaut über den Rücken jagt. Ein innovatives Musikerlebnis ist dabei nicht zu erwarten, das was ihr hier hört ist ein verdammt roher und blutiger Kadaver, an dessen verrottendem Fleisch sich ein Act wie Autopsy genauso wie frühe skandinavische Kannibalen genährt haben. Dabei verzichten GRAVE RITUAL auf allen überflüssigen Ballast, keine Melodie, kein anspruchsvolles Songwriting, keine glatte Produktion. Nur so lässt sich auch das angestaubte Feeling erreichen, nur so kann der authentische Eindruck vermittelt werden, dass die Band in einer aufgebrochenen Gruft zu Hause ist. Viel mehr Old School geht wahrscheinlich nicht mehr. Da die Musik aber nur ein bestimmtes Klientel anspricht, kann sie auch schnell langweilig werden, sollte man nicht ein Faible für diesen Kram haben. Denn die Stücke liegen rein kompositorisch sehr eng zusammen, so dass ihr auf Abwechslung komplett verzichten müsst. Es wird jedesmal die gleiche bleischwere Axt geschwungen, die den tiefer gelegten Soundteppich nur bestätigt. Zudem ähneln sich Songaufbau und Tempo fast durchweg. Auf diese Art wird es nicht einfacher, sich dem potentiellen Käufer zu öffnen. Was einst schlichtweg der Hammer war, stellt heute kaum noch eine Herausforderung dar. Diese Kritikpunkte mal beiseitegelassen, sehe ich durchaus ein gutes Album, das sehr in Nostalgie schwelgt aber durchaus glaubwürdig ist. Die Plasteversion kommt über RAZORBACK, das Vinyl, auf das solche Art Musik auch gehört, erscheint bei DARK DESCENT.
7/10

Monday, December 6, 2010

BLOODWRITTEN - Thrashin´Fury - Cd / Witchinghour


BLOODWRITTEN steht für herrlich plakativen schwarzen Thrash Metal alter teutonischer Prägung. Die Kerbe in Richtung KREATOR, DESASTER ist nicht auszumerzen. Mit dieser Grundweinstellung gelingt den Polen ein durchweg interessantes Album , das sich modernen Ergüssen erfolgreich erwehren kann. Zu den 10 Stücken, gehören auch 3 der ebenfalls in diesem Jahr erschienen Ep „Whore“, die mit Bestimmtheit nur als Appetizer herhalten sollte. „Return To Tortuga Bay“ hat im Gegensatz zur Kurzfassung sogar noch einen Text mitbekommen. Zudem ist das Stück eine Reminiszenz an altes SLAYER - Material, sägende Gitarre und irres Tempo geben den Ton an. Lediglich die technische Beschlagenheit der großen Vorbilder fehlt etwas. Denn auf komplizierte Solis verzichten sie fast gänzlich, das gilt im übrigen für die ganze Scheibe (Ausnahmen bestätigen die Regel, lieber kurz und schmerzlos als selbstverliebt und ausgedehnt). Da verlegen sie sich lieber auf Headbanger - freundliches Material. Und das hat einige markante Höhepunkte, „Watch The World Burn“ mit bollernden Drums und prächtigen Mid – Tempo Sägen ist so ein Teil, oder auch das schon bekannte „Whore“, das mit mehr Tempo genau den gleichen Effekt erzeugt…Nackenschmerzen! BLOODWRITTEN schöpft aus dem vollen Klischeetopf, widmen sich textlich besagter Schlampe von ihrer Ep genauso wie nuklearem Holocaust, Zombies, Kriegen und wahrscheinlich Piraten. Ein roter Faden in den Lyriks lässt sich nicht finden, die springen da eher quer über den Acker wie der Hase auf der Flucht vor einer Horde adrenalinschwangerer Waidgenossen. Auf dieser Schiene wirken sie möglicherweise etwas albern, denn da ist einiges bestimmt richtig doof! Auf musikalischer Ebene wird der Stahl ziemlich traditionell bearbeitet, Songaufbau, Riffs und Sound erinnern an die glorreichen 80er. Gerade die Riffs haben etwas beinahe nostalgisches, klingen jedoch schön fies und treffsicher, irgendwie zeitlos. Das macht natürlich auch deutlich, dass BLOODWRITTEN nicht der ultimative Innovationsschub sind, den vielleicht manch einer braucht, das Material das sie hier vorstellen, besitzt aber großen Unterhaltungswert und hebt die Band aus der Masse ähnlich gearteter Old School Bands heraus. Und zwar aufgrund der Tatsache dass die Polen offensichtlich wissen, wie man richtige Songs zu schreiben hat, sie nicht endlos ausdehnet, den Hörer mit scheinbar Vertrautem füttert ohne zu schnell satt zu machen. Gefällt!
8/10

Saturday, December 4, 2010

HARKONIN - Detest - Cd / Battlegod Productions


HARKONIN?...ist das nicht die fiese Partei aus Dune, jene die mich auf der alten Playstation immer um meine „Spice“ Reserven bringen wollte und die ich dann doch verprügelt habe? Gewiss doch, und nach so was benennt sich eine Band? Na von mir aus, wenn die Musik denn überzeugt. Aber genau da stellt sich das Problem dar, das was HARKONIN und Black und Thrash zusammen mischen ist gut und souverän aber auch nicht mehr als das was viele andere auch verzapfen. Düster, eingängig, irgendwie auch aggressiv, aber was herausragendes? Nö, das ist lediglich ein gebrauchter Mittelklassewagen. Einer der gut läuft, gepflegt ist und sobald keine Mucken machen wird, aber der Nachbar zwei Garagen weiter fährt denselben. Mit HARKONIN verhält es sich wie mit einer Jeans vom Discounter, die sieht gut aus, Preis/Leistung stimmt, hat schicke Accessoires aber über kurz oder lang bleibt sie trotzdem im Schrank hängen und landet schließlich im DRK Kleidercontainer zum Weiterverkauf. Schade, aber die Band hat mit ihren guten Anlagen zu viel Raum verschenkt, wenn ich einen Song wie „Chaos Anthem“ höre beginne ich mich spätestens beim dritten Durchlauf zu langweilen. Dabei bin ich mir wirklich sicher, dass viel mehr drin gewesen wäre. Wenn die ihren Scheiß einfach straffen würden, mal auf den Punkt kommen statt die Stücke wie ein Gummiband mit immer den selben Riffs in die Länge zu ziehen, das will doch keiner hören. Oder ist der Soundmutant beim Mixen mit dem Kopf auf den Reglern eingepennt. „Detest“ ist bei weitem kein schlechtes Album, nur leider eins von der Stange, das schnell wieder in Vergessenheit geraten wird. Was ebenfalls dazu beiträgt, sind die ausgelatschten Schuhe, die sich die Knaben überstreifen, darin sind schon zu viele Probanden zu viele Meilen durch das Gelände gestolpert. Dem Album gelingt es so kaum Akzente zu setzen, mal zu überraschen. Wenn das Label von einem großen Fortschritt hinlänglich des letzten Albums spricht, dann will ich das erst gar nicht hören. Trotzdem erweisen sie sich als handwerklich gut, die wissen nur nicht wie man das Puzzle richtig zusammen setzt. HARKONIN geht nur bei Leuten, die Black/Thrash fressen, pissen und scheißen und sich nicht um Innovation scheren.
6/10

Friday, December 3, 2010

EKTOMORF - Redemption - Cd / AFM


EKTOMORF gelten gemein hin als SOULFY Kopie, ich halte SOULFLY zwar für kreativer aber dieses Vorurteil scheint auch mir keines. Die haben sogar ihren eigenen Tribe und da man sich als Osteuropärer schlecht an die Seite amerikanischer Eingeborener stellen kann, müssen bei den Ungarn eben Zigeuner, respektive Roma und Sinti herhalten. Kann man Herrn Farkas abnehmen oder bleiben lassen, spielt keine Rolle. Nur, wen sollte es stören, warum soll ein Musiker nicht machen was er mag und kann, und wenn es wie SOULFLY klingen soll, dann ist es eben so. Aber das nur nebenbei. „Redemption“ ist ein wuchtiger Hammer mit mörderischem Bassound, der so massiv tief tönt, dass Spundwände Risse kriegen könnten, und eine wahre Flut über das geneigte Opfer hereinbricht. Eine Flut die satte Hardcore Riffs mit angenehmer grooviger Rockattitüde gebiert, die eine Musik antreibt, die so was von hasserfüllt klingt, dass Angstgeborene dem Herzversagen nahe stehen. Der Rhythmus stampft marschartig, verlegt sich kaum auf Hektik und vermittelt so einen ungemein schweren Eindruck, der der Musik sehr zugute kommt. Der Frontmann brüllt und quetscht seine Wut auf Unterdrückung, Missgunst, Neid und Dummheit regelrecht aus der Kehle, der Kerl muss so voller Zorn stecken, unglaublich. Oder der kann sich überzeugend in Szene setzen, auch möglich. Unfreiwillig witzig aber nicht negativ finde ich seinen ungarischen Dialekt. „Redemption“ entpuppt sich als dicht gepacktes und durchaus überzeugendes Album auf Identitätssuche und fettem Spielriemen. Der enorm drückende Soundteppich bügelt dabei sicher einige kompositorische und kreative Falten aus, trägt das Album vielleicht weiter nach vorn als verdient! Wer bisher mit EKTOMORF gerockt hat befindet sich auch heuer auf sicherem Boden, wer lieber Cavalera und Co für seine Kopfschmerzen verantwortlich macht, bleibt auch bei denen. So einiges was es auf „Redemption“ zu hören gibt, habe die schon vorgekaut und so stehen EKTOMORF zwangsläufig immer noch im Schatten. Aber dafür haben sie sich, oder zumindest Fronter Farkas, selbst entschieden. Spaß haben und es schmerzvoll krachen lassen könnt ihr aber bedenkenlos, denn das Zeug geht prima ins Ohr und sprüht geradezu vor energetischen Ausbrüchen!
7/10