Friday, December 30, 2011

BLOOD MORTIZED - Bestial - Ep / Chaos Records


Im Zuge der wohl in Bälde zu erwartenden Langrille der Schweden von BLOOD MORTIZED hat sich deren mexikanisches Label noch einmal ihrer Ep angenommen und mit einem zusätzlichen Track neu aufgelegt. Wer es nicht kennen sollte, den erwartet eine etwas zu saubere und innovationsberaubte Retro Band im Fahrwasser von Dismember. Innovationsberaubt deswegen, weil die mit ihrer grundsätzlichen Ausrichtung schon beinahe den Plagiatsvorwurf über sich ergehen lassen müssen, beginnend von der Songstruktur bis hin zum Sound. Also eher nichts, das beweisen würde, dass die Flamme tatsächlich übergesprungen ist. Und trotzdem kann die Musik natürlich Spaß machen, wenn man keinen Wert auf die Quelle legt. Gut gegensätzlich gestaffelt sind die 4 Stücke, da haben wir 2 flotte Death Metal Poltereien mit passenden Riffs und dem gegenüber stehen 2 Nummern, die tempogebremst eher den Kriegstank voll laufen lassen, bevor sie sich allmählich und gewichtig in Gang setzen. „ Of Dust And Doom“ beginnt mit preußischer Genauigkeit und endet auch so, nämlich mit den Gleichschritt angebender Schlagzeugarbeit. Der Rest ist eher unspektakulär und gemäß dem Titel kein atemloses Geprügel. Bolt Thrower konnten so was mal, Nile auch, wenn sie es auf Atmosphäre anlegten, nur halt mit anderem Sound. „Rekviem“ begrüßt uns auch ganz deutlich aus dem Sektor unaufhaltsamer Verzweiflung und schleppt sich stöhnend aber um einiges morbider und deswegen gefälliger bis an sein unausweichliches Ende. Gute Bassline übrigens, die bringt das Zwerchfell zum vibrieren. „Bestial“ und „ Shadow Of The Quarter Sun“, deren Konterparts, sind dann eher ganz typische Mid Tempo Death Metal Konstrukte aus der gewohnten schwedischen Küche antiker Rezepte und alter Töpfe und Pfannen. Es schmeckt immer noch, wenn Großmutter kocht, aber irgendwann trifft auch sie den Schnitter und übrig bleibt der Döner an der Ecke. Vielleicht sollte man da meinen, es wäre lobenswert, wenn uns jemand die ursprünglichen Schnittmuster zum Gemüse hacken und Fleisch weich klopfen erhält. Aber wenn wir ehrlich sind, geht der momentane Trend nicht dahin, dass wir irgendwas vergessen könnten, dafür gibt es beinahe schon zu viele Mahner und Erinnerer. Was soll´s, wenn sie spielen wollen, dann lassen wir sie raus, immer noch besser als wenn sie auf dumme Gedanken kommen und mit geschminkten Visagen Kirchen anstecken. Dann doch lieber so und wie erwähnt musizieren können die Nordmänner durchaus, haben sie sich doch unter anderem bei Amon Amarth verdingt oder zocken in Bands wie Crypt Of Kerberos. Jeder Schwede braucht heute eben auch eine originale, ungeschliffene und möglichst fies und kantig klingende Old School Rumpelbude, also warum die Brüder hier nicht. Gibt wesentlich schlimmeres. Beim kommenden Album können die Karten schon wieder ganz anders gemischt sein.
6/10

Thursday, December 29, 2011

LVCIFYRE - The Calling Depths - Cd / Pulverised Records


Der Leibhaftige muss sein Feuer unter Großmutters Suppenkessel schon mächtig geschürt haben, wenn daraus so etwas wie LVCIFYRE entspringt. Und dabei stelle zumindest ich mir unter britischer Stahlschmelze etwas gänzlich anderes vor, als rasendes Chaos mit Zickenklaue. Der Blastalarm erinnert etwas an Krisiun, aber auch an Behemoth oder den ostmärkischen Pedant und Rüpelklan Belphegor. Offensichtlich hat das Trio aus London mit solchen Untönen in der Kindernahrung zueinander gefunden und hängt sich ganz geschickt an ebenjenes Subgenre satanischer Unzucht und dämonischer Kakophonie an. Geboren in einer Selbsthilfegruppe für verschüttete Legastheniker, haben sie sich ohne Skrupel zu einem Bandnamen durchgerungen, dessen schreibtechnische Albernheit die Inselhirnis in keinster Weise tangiert. „He, wir wollen keinen Scheiß Euro, dann brauchen wir auch nicht unbedingt gerade aus schreiben oder lesen.“ Der künstlerische, intellektuelle oder sonstige Wert des Banners unter das sich die 3 stellen, ist auch aus größt möglicher Nähe nicht auszumachen. Aber dafür hämmern sie ihren schwärzlich tönenden Pesthauch über das Schlachtfeld hominiden Freiheitswahns und verbreiten ganz im Sinne ihrer Vorbilder Tod und Pein mit Leder und Militariaequipment…, zumindest polierte Patronengurte darf man sich denken. Growls, schnelle Riffs und martialisches Schlagzeug brennen eine Schneise in den Forst und sind ursächlich dafür verantwortlich, dass dem Hörer eine blutrote Wand vor die 12 knallt. Wenn sie könnten, würden sie den Gehörnten aus seiner brenzligen Sauna befreien und über das Antlitz der Erde toben lassen, rein musikalisch treffen sie mit dieser Debüt – Scheibe alle Vorbereitungen für die große Party. Endlose 6 Saiter - Gewaltausbrüche von der Wucht getunter Abraumbagger, gepaart mit klassischen Solis und unter Ablehnung von eigentlich nötigen Atempausen, ebenen die Bahn für diabolische Growls, die wiederrum vom Drummer auf Korn genommen werden. Der treibt den ganzen Terror ohne Unterlass vor sich her. Was sich anhört wie der letzte Feldzug gegen alles und jeden, ist aber eigentlich nicht mehr als ein etwas größeres Strohfeuer in der Spartenabteilung für Ewigböse, denn der Zug für Teufelsanbeter hat schon ganz andere Passagiere an Bord und hält nicht an jeder Blockstelle um naive Mitstreiter aufzulesen. Denn trotz aller Qualitäten machen die gehörnten Briten nichts anderes als ihre umso erfolgreicheren Schattenspender. Was bleibt ist ein angenehm hohes Niveau in Punkto Können und Sound (mhm… etwas mehr Bass wäre auch nicht störend gewesen), und unverbesserliche Gutgläubigkeit an die Kraft des Bösen in diversen elektrisch betriebenen Instrumenten. Wenn euch das allerdings reichen sollte, dann ruft schon mal den Kutscher und lasst Einspannen!
6/10

Wednesday, December 28, 2011

MASS MURDER PHENOMENA - Necrotrophic - Ep


Bei diesem Quartett aus Ohio handelt es sich ganz offenbar wirklich um ein Phänomen. Sie behaupten von sich selbst zu alt zu sein um in irgendeine Schublade zu passen, dabei ist die Band noch jung, nur die Musik alt. Aber vielleicht sind die Musiker selbst schon grau, nur das Projekt grün an Jahren und eigentlich ist die Musik selbst ganz frisch, klingt nur nicht so, Auch möglich, dass die Idee des Massenmordphänomens älter ist, als alle 4 zusammen. Das Prinzip des instrumentalen Todesterrors ist auf jeden Fall alt, gemessen an dem was die schnelllebige Zeit heute alles an künstlerischen Verwachsungen an uns vorbei schleust. Eines ist jedoch klar wie eine Mondfinsternis in der Mittagsstunde, die Norm der Heavy Metal Folter ist dann wirklich von gestern, damit hat man schon Drogenbarone in die Verzweiflung getrieben. Das was MASS MURDER PHENOMENA unter dieser Flagge verbreiten, sollte zumindest für solche Aktionen tauglich sein, selbst wenn Amnesty International Bedenken anmelden sollte. Und deshalb muss ich für die Band auch keine Schublade erfinden, ich portioniere die einfach in verschiedene Exemplare aus den frühen 90ern, als da wären Tod, Gedresche und vielleicht auch etwas verdammte Verderbnis. Fest steht, dass die Handvoll Songs der Ep mit primitiven und bleischweren Riffs weiter kommen, als mit allem Geblaste der Welt, gegen das sie sich erfolgreich wehren. Was dann am Ende des musikalischen Verdauungstraktes hinten wieder ans Sonnenlicht purzelt, ist funktional, effektiv, wenig spektakulär und massiv altbacken. Ich mag den schweren Gitarrensound trotzdem, unter Aussparung technischen Anspruchs schreddert so manch klebriges Riff am äußeren Cortex entlang und hinterlässt wenigstens periphere Riefen und blutige Schrammen. Genau genommen erweist sich das simple Songwriting äußerst passend zu Old School Proll mit Bierbauch und dem Verlangen, das schüttere Haar noch mal in den Propeller zu drehen. Alte Säcke Musik eben, stumpf, ungemein heavy aber eben auch nicht bahnbrechend oder gar besonders innovativ. Ein Mid Tempo Stück folgt dem anderen, zwischendrin wird immer mal gut durchgeschüttelt um nach plötzlich einsetzender Atemnot wieder an ein gemütlicheres Tempo zu ermahnen. Abwechslung und intellektuelle Höhenflüge sind nicht das Ziel der Amis, die wohl gern Speckmann zugehört haben, aber auch poltrigen Teutonenthrash unter den Dielen ihres Proberaums beerdigt haben, gemeinsam mit alten Black Sabbath Alben. Alles in allem gibt es sicher schlechtere Mischungen und wer keine Angst vor frühzeitigem Einnicken oder gar drohender Langeweile hat, der darf sich gern mal eine Portion für unterwegs absäbeln. Hier geht´s zur WEBSITE
6/10

Tuesday, December 13, 2011

DECEMBER FLOWER - When All Life Ends… - Cd / Cyclone Empire


Was mir als erstes die Retina blendet, noch bevor die Musik überaus empfindsamen Ohrenschmalz implodieren lässt, ist das Coverartwork. Das liegt verboten nah an dem was in den 90ern Dissection Alben geziert hat, stilistisch und farblich, sozusagen der Sensenmann in individueller Variation auf nächtlich, pflaumenfarbenen Grund … oder von mir auch etwas mehr zu schwarz tendierend. Ob da auch musikalische Verknüpfungen im Spiel sind, ist nicht ganz so offensichtlich. Die hölzerne Leichenkarre des Schnitters rollt eher in Richtung Dark Tranquility oder Unanimated, genau wie der freundliche Namedropingverweis des Labels verspricht, wer hätte das gedacht. Der Albumtitel lässt übrigens auch Raum für Spekulationen, ein investigativer Tintenkleckser würde Parallelen zu At The Gates finden wollen, aber das bleibt vorerst in den Nebeln Walhallas verborgen. Und so steht fest, dass ein kleines tektonisches Wunder seinen Lauf genommen hat und Göteborg nach Niedersachsen gedriftet ist, still und heimlich, ohne Verwerfungen. Und nur um jetzt richtig auszubrechen, die platte Scholle anständig durchzurütteln. Da haben die jetzt eben ihre eigene Gotenburg! Feines Bauwerk, von wegen Fertigteile, das ist noch schön traditionell Stein auf Stein. Gut, den Stein haben die Nordmänner aus Diepholz nicht selbst gebrannt, das Wissen darum gilt als verschollen, aber vermauert haben sie alles in hoher handwerklicher Kunst. Nun muss es nur noch bis nächsten Dezember den Unbilden menschlicher Ungeduld und Schnelllebigkeit harren, quasi bis zu Apokalypse, dann kratzen wir noch mal die Eisblumen vom Fenster, rekapitulieren ein weiteres verlorenes Jahr und sind froh, dass uns December Flower den Soundtrack zum Ende aller Welten gespielt haben. Soll heißen, für jene die Metaphern für eine Suppenzutat halten, dass in „When All Life Ends…“ viel aufwendige und versierte Kleinarbeit steckt, die es aufrichtig zu würdigen gilt, Musik mit Herz und Hirn … irgendwie. Das Tempo ist beinahe durchweg hoch, Melodien, die fundamentale Grundfeste, sprießen wie Lianen in Tarzans´ Refugium, das Songwriting ist mehr als stimmig, und betont zurückhaltende Parts runden das Ergebnis positiv ab. Bleibt anzumerken, das erwartungsgemäß viel aggressives Potential unterm Bleimantel steckt und der Drummer dafür sorgt, dass es nie zu gemütlich wird. Selbst wenn zum Beispiel der mittlere Teil von „As Darkness Reigns“ oder vor allem das Instrumental „Dying Sun“ schon mal einen anderen Eindruck vermitteln. Fakt ist, Gevatter Ewigkeit klopft bereits mit dem Sensenschaft auf den Fußboden vor der Tür und December Flower haben ihm den roten Teppich vor die knochigen Staksen geworfen. Ob er tanzen wird? ... man weiß es nicht, aber ihr solltet es tun, solange euch noch Zeit bleibt!
8/10

Sunday, December 11, 2011

DETRIMENTUM - Inhuman Disgrace - Cd / Deepsend Records


Einigermaßen erstaunt bin ich, was mit DETRIMENTUM nach ihrer letzten Scheibe passiert ist, habe ich mich doch auf rapide scheppernden Death Grind eingestellt, wollte mir wohlig das Fell gerben lassen. Aber bei dem Brittenpanzer sind in letzter Zeit scheinbar die Ketten gerissen und zudem ist das Rohr verstopft, was eine Generalüberholung nötig zu machen schien. Infolge dessen sind sie zum Dreier geschrumpft, haben nach „Embracing This Deformity“ ebenfalls 3 Leute vor den Zug geschmissen und mit Steve Paul die Drums „neu“ besetzt. Das alles hat offensichtlich Auswirkungen auf das aktuelle Album! Plötzlich sind vermehrt Melodien und sogar Akustikparts möglich, der größte Teil des brutalen Spiels und Blendwerks für falsch vorbereitete Geister ist Mid Tempo Geschepper mit viel Abwechslung und dadurch durchaus technischem Anspruch. Da braucht es schon mehrere Durchläufe, die wie Einläufe wirken mögen, um den Kern des ganzen zu greifen. Tatsächlich und trotz allem spielerischen Breitwandformats, hat die Band ganz schön Biss verloren und wirkt auf den ersten Hieb etwas bieder. Geblieben ist der gut gestaffelte Doppelvokalterror (zumindest an den entscheidenden Stellen). Das ist aber auch beinahe alles. DETRIMENTUM erproben sich an einem klassischen Death Metal Album, das sie selbst sicher als gelungen betrachten, an den Vorgänger aber nicht anzuknüpfen vermag, es sicher auch gar nicht soll. Gruseligerweise gibt es sogar chorale Gesänge „ The Journeymen´s Lament“ mit pseudomystischem Schnick Schnack. Um nicht einen komplett falschen Eindruck zu vermitteln, sei an dieser Stelle aber auch betont, dass sie es keinesfalls verlernt haben, richtig auf die Tube zu drücken, auch diese Stellen werdet hier wiederfinden. Insgesamt ist „Inhuman Disgrace“ aber schon zurückhaltender oder irgendwie einfach anders, vielleicht vielschichtiger bis anspruchsvoller, vielleicht aber auch nicht mehr so gierig und blutdurstig wie ehemals. Wofür auch immer die Tempobremse und das wesentlich atmosphärerische (gibt es so ein Wort?) Spiel des Trios steht, mit Sicherheit wollten sie mehr heraus kitzeln, als das bisher der Fall war. DETRIMENTUM haben sich neu aufgestellt, bestimmt nicht grundlegend die Ufer gewechselt, aber scheinbar Bock gehabt ihr altes Gebretter zu variieren. Ob das nun als gelungen zu bezeichnen ist, bleibt an euch hängen, wer das Debüt Album wegen seiner kompromisslosen Härte und seiner scharfen Klingen (metaphorisch) mochte, wird nun erst mal etwas umdenken müssen. Wer aber auf straighten und fett inszenierten Death Metal in ansprechender Verpackung und ohne modischen Tinnef steht, der bekommt einen mehr als brauchbaren, gut verdaubaren und nur wenig ranzig riechenden Leichenschmaus vorgesetzt.
6/10

Friday, December 9, 2011

SPECTRAL MORTUARY - Total Depravity - Cd / Deepsend Records


SPECTRAL MORTUARY jubeln uns klammheimlich ihren 2. Longplayer unter. Und der lässt kaum vermuten, dass er durch Meister Swanös´ Hände und Ohren gegangen ist. Na gut, die bestechende Soundqualität mal ausgenommen. Die Band selbst steht für lupenreinen brutalen bis verhalten progressiven US Death Metal alter Schule. Rasend teuflisch mit all seinen diabolischen Verfehlungen begeben sich die Dänen in düstere Mid Tempo Gefilde und blastendes Unbehagen. Schön zu hören, dass es ihnen gelungen ist, sich von allen neumodischen Verfehlungen einer aufgeweichten Szene fern zu halten. Im Fokus bedrängen uns eingängige Riffs, finstere Growls und ein sich gesund schwitzender Drummer. Wen verwundert es da, dass sich Lichtgeschwindigkeitsriffs wie in „Found In Feces“ in die graue Masse vergesslicher Hirne einbrennen. Das liegt an der Intensität, für deren Basis unverkennbar teutonische Thrash Acts wie Destruction verantwortlich zeichnen. Um dann nicht in vollkommene Tempometzelei zu verfallen, wird der Anker immer an den richtigen Stellen geworfen und es erheben sich ziemlich harte Mid Tempo Wände, die das zu harsche Vorwärtspreschen immer wieder aufhalten. Und zudem für eine angenehme, leicht sinistere Stimmung sorgen. „Defects Of Depravity“ ist da so was wie ein Vorzeigesong, jongliert er doch mit finstern, leicht orientalisch anmutenden Melodien, eingebettet in teuflisches Geschmetter und dickes Gitarrenbrett. So lebt das Album vom Wechselspiel, wäre es mit nur einer Seite der bleiernen Wippe wahrscheinlich viel zu schnell am Ende und ermüdend. Letztendlich ist das Vorhaben unserer nordischen Nachbarn geschickt, hörerfreundlich und relativ risikoarm umgesetzt. Der technische Anspruch geht dabei genau so wenig unter, klassische Solis stehen für echtes Metal Feeling, wie das furiose Soundbollwerk. Euch erwartet ein beinahe klassisches Death Metal Album, bei dem sich Fans von Krisiun genau so wohl fühlen sollten, wie jene, die lieber Malevolent Creation oder von mir aus Vital Remains nachlechzen. Brutales Stakkato, satte Klampfen und schwere Melodien zwischen den Hörnern des Höllenfürsten gezupft, ist alles drin um euch einen Grund zu geben am Montag beim Chirurgen vorstellig zu werden, oder besser gleich beim Chiropraktiker. Mehr als ein paar gute Ideen, das richtige Gespür für fast vollkommenen Metal und ein angemessenes Studio (inklusive Kleingeld) braucht es nicht um sich seine Vorstellungen in Plastik brennen zu lassen. Vorstellungskraft nebst den Willen und die Mittel alles umzusetzen und ruck zuck ist das Fass voll. Hinten raus fällt dann eine der momentan interessantesten Bands aus Dänemark, die mehr wert sein sollte als ein belangloser Download.
8/10

SACRIFICIAL SLAUGHTER / ENFUNERATION - American Death Thrash - Cd / HPGD Prod.


American Death / Thrash ist ein Trademark, das wohl bezeichnender für diese Split nicht sein könnte. Zumindest für den ersten Part, bei dem SACRIFICIAL SLAUGHTER mit unglaublicher Vehemenz die Felle verdreschen. Würden sich die Vocals nicht aus diversen, inhumanen Klangwelten zusammen setzen, hätten wir es mit einem beinahe lupenreinen Thrash Act zu tun. So aber, gepaart mit sehr engagiertem Drumming, wird Death Metal daraus. Na ja, und die Schnittstelle von beidem bestätigt den Titel der Scheibe. Die 5 Stücke, die sie sich wagen uns um die Ohren zu hauen, sind die ersten seit der 2009er Scheibe, infolge dessen sie 2 mal auch unseren Landstrich recht beachtet gequert haben. Und wenn eines nach Bestätigung sucht, dann der Fakt, dass die Band beinahe erschreckend zielstrebig am eigenen Vorankommen arbeitet. Selten habe ich Songs gehört, die wie aus einem Guss klingen und trotzdem in sich selbst variieren, dass es nicht unmöglich wäre, auf halbem Weg die Orientierung zu verlieren. Das wichtigste scheint mir aber das straighte Songwriting zu sein, das mit purer Aggressivität und inhaltlicher Fettleibigkeit so manche ignorante Mauer zum Einsturz bewegen kann. Der immensen Fülle an nackenbrecherischen Gitarrenriffs kann sich kaum etwas wiedersetzen. ENFUNERATION müssen sich im Nachklapp ganz schön was einfallen lassen, um da mitzuhalten, und das nicht nur, weil sie in unseren Gefilden noch ein unbeschriebenes Blatt sein dürften. Die stehen dann auch für Death Metal alter Prägung, mit schön Wut und Raserei im Arsch. Und tatsächlich ist das etwas, worauf sie sich ohne zu großen Respekt vor alten Hasen, sehr gut verstehen. Das Label wirbt mit Vergleichen zu Asphyx und Autopsy, dafür sind sie mir aber eigentlich viel zu schnell und zu wenig morbide. Ich sehe sie eher bei Massacre oder Monstrosity. Kaum wirklich technisch, aber auch keinesfalls primitiv, sondern eher mit relativ hoher Drehzahl alles unwegsame plattwalzend. Das dabei Stücke gelingen, die über eine erweiterte Halbwertzeit verfügen, sollte nicht verwunderlich stimmen, denn hier tut sich eine weitere Band mit Potential auf. Eine die darauf verzichtet eine neue Schublade aufzuziehen, sondern sich lediglich am kompletten Inhalt der Kommode zu bedienen weiß. Über musikalische Fingerfertigkeit gilt es bei beiden Bands nicht zu streiten, da kommt ein wirklicher „Fünffinger - Schlagring – Strauß“ brutaler Innovationen zusammen. Coole Ideen, eingängiges Geschmetter am Nerv dessen, was die Fans hören wollen und auch verdauen können. Sicher wäre auch noch mehr drin gewesen, aber beide Abrissunternehmer beweisen apokalyptische Genauigkeit und das reicht um das Ende schmackhaft zu machen. American Death / Thrash ist eine funktionale Formel um beherzt Ärsche und Schädel zu zertrümmern, also, stellt euch gefälligst an!
8/10

Monday, December 5, 2011

DISCREATE - Contingent Development of Inanimate Modification - Demo


DISCREATE klingen wie eine lokale Tsunamiwarnung, ungestüm, schmerzverliebt und verdammich laut. Das sind schon beinahe zu viele Adjektive für ein kurzes Vergnügen, eines das fast schon wieder vorbei ist, bevor man noch den Ep Titel ausgesprochen hat. Wahrscheinlich holt die Zeit den Kostenfaktor zu schnell ein, auch auf den Phillipinen. Das was uns DISCREATE bereit sind zu geben, sind 3 schnittige Blastbrocken mit strak progressivem Potential und dadurch ein ganzes Stück jenseits des blutigen Pfades brutalisierter Götter. Um keine Missverständnisse liegen zu lassen, die sind durchweg heftig, growlen und knüppeln das Innerste nach außen, gleichzeitig scheuen sie sich aber nicht, auch gewagtere Wege einzuschlagen und die Gitarre mal eher tricky Sachen zupfen zu lassen. Natürlich täuscht der Fakt nicht darüber hinweg, dass das hier noch lange nicht die Messlatte für Frickelweltmeister ist, bei weitem nicht. So klingen einige Übergänge recht holprig und Riffs ermüden schon mal in Wiederholungen. Der Drummer gibt sich redlich Mühe, das manchmal etwas gewagte Konstrukt zusammen zu halten, und ich denke er zieht sich passabel aus der Affäre. Jedenfalls dürfte er der Typ in dem Trio sein, der rein physisch am meisten rackern muss, mhm gut, das tun die Brüder an dieser Position immer, aber der Junge hat sich eine Blume im Knopfloch verdient. Arbeitsleistung in Sichtweite der Hennecke Norm, das gibt von mir eine metaphorische Plakette ans Revers. Und der Kerl, der sein Organ opfert, ha, na der erst, klingt doch tatsächlich so, als hätte er auf seinem anatomischen Atlas Norden und Süden verwechselt, weil der Schlagzeuger direkt auf ihn eindrischt und die straff gespannte Pauke mit Hämatomen aus seiner Bassdrum übersät. Dabei werden die Innereien zu Mus gequirlt und erzeugen so ungewollt die abwegigsten Töne! Das ist selbstredend eine rein hypothetische Annahme, kenne mich mit den kulturellen Gepflogenheiten unserer philippinischen Mitbürger natürlich nicht aus. Was der Band dann tatsächlich zu passe kommen würde, wäre wohl eine 2. Gitarre, dieserart ließe sich spielerischer Leerraum bei so manchem progressiveren Alleingang des einzigen Sechsaiters vermeiden. Unter Umständen würden entsprechende Passagen auch nicht Gefahr laufen banal zu klingen, was sie leider tun. Laut Website haben die sogar eine, aber nur irgendwie nicht auf diesen Aufnahmen. Der Bass ist leider auch vom Lkw gefallen und keiner hat ihn je wiedergehört, schade. Aber der technische Anspruch wird auch ohne relativ hoch gehalten, das sogar unter Ausklammerung des „Auf Die Nerven Gehen“ Quotienten, so fit und selbstverliebt sind sie dann doch nicht. Wer auf brutales US Gerödel steht und dabei nicht auf vertrackte Spielereien an der Peripherie verzichten mag, der bekommt 3 gute Songs vor die Füße gekotzt, und darf sich nach noch nicht mal 10 Minuten wieder entspannen! Hier könnt ihr mal rein hören: KLICKIKLICKI
6/10

Saturday, December 3, 2011

RITUAL NECROMANCY - Oath Of The Abyss - Cd / Dark Descent Records


Gegründet vor ca. 2 Jahren, setzt sich die Band aus einer Handvoll von Leuten zusammen, die mehr oder weniger seit längerer Zeit im Underground herum pflügen, quasi die Kruste mit diversem Erfahrungspotential beackern. Dabei verlassen sie sich auf gestandenes Material um den eigenen kreativen Anschub zu gewährleisten. Als offensichtlichstes drängen sich Assoziationen zu INCANTATION oder GRAVE RITUAL auf, aber auch der skandinavische Markt alter Schule steht zur Verfügung. Das vor allem in Beziehung auf den Sound, bei dem die Gitarrensaiten über das Brett schlabbern wie ausgeleierte Katzendärme. Hinzu kommt ein regelrecht morbider Anstrich bei den vielen tempogebremsten Passagen. Dass dann der Gesamteindruck an verstaubte Lumpen im vergessenen Bodenkämmerlein erinnert, weil wir es hier nicht mit einer, nach allen Raffinessen der modernen Technik ausgefeilten und gebügelten Studioproduktion zu tun haben, sollte nicht verwundern. Gerade dieser Fakt macht das Debüt der unerschütterlichen US Patrioten so authentisch. Da growlt der Frontsklave eben mal etwas verwaschen und eintönig, da darf die instrumentale Front gern mal schrammeln und mit durchaus primitiven Mitteln für abgeranzte Stimmung sorgen, und da ist es dem Drummer auch mal erlaubt, sein Kit die Kellertreppe runter rumpeln zu lassen. Die stärksten Moment hat das Album, wenn es seine Songs in der Geschwindigkeit von zähem Bodennebel auf Vorposten schickt, wie zum Beispiel bei „The Chasm“ geschehen. Ein Stück, das so behäbig mit dem Arsch über den Friedhof schleicht, dass jeder Untote ohne Mühe einen Happen abbekommt. Die Doom Anteile erweisen sich ausnahmslos als die tödlichsten der Platte! Zieht euch nur „Consummating Crypts Of Eternity“ rein, das ist das beste Beispiel, wie man ganze Zeitalter auslöschen kann, ohne einmal mit der Wimper zu zucken! Die Mid – Tempo Varianten der Band rattern da eher unbeeindruckt roh und leicht ungelenk am bandintern konstruierten Krematorium vorbei. Aber gebremst wird immer und zur rechten Zeit. Vereinzelte Irrläufer in den das Hochgeschwindigkeitssegment der totmetallischen Therapiegruppe sind da eher die Ausnahme, ergo Bestätigung der Regel, dass es sich mit angemessener Drehgeschwindigkeit viel beschaulicher meucheln lässt. Vielleicht hätte man dem Sänger etwas mehr Raum geben können, ihn aus der Nuschelecke raus lassen sollen, vielleicht die Arrangements der einen oder anderen Nummer noch mal überdenken. Aber ich vermute, darauf kommt es gar nicht an, denn dem Vierer ist ein Album gelungen, das nahtlos an die Frühphase einer Szene anzuknüpfen vermag, ohne nostalgisch zu sein. Und dazu gehört es auch, nicht alles auf den Punkt zu bringen, sogar, nicht wirklich schön zu klingen. Stumpfes Beballer und vor Todessehnsucht wimmernde Gitarren, das reicht um ergrautes (oder geflüchtetes) Haupthaar zu beglücken!
7/10

Thursday, November 24, 2011

DEAD - Hardnaked But Dead - Cd / FDA Rekotz


Wofür steht Nürnberg? Für das Nürnberger Ei, das uns die Hektik und die deutsche Plansicherheit gebracht hat? Für Parteitage die den Verantwortlichen heute noch aus dem Arsch bluten sollten, wären sie nicht längst vertrocknet? Für Prozesse, die die Stadt einst in einen Fokus gerückt haben, den sie gar nicht gesucht hat? Oder für Christkindlmarkt und beschissene Lebkuchen um mit Friede, Freude, Eierkuchen alles wieder gerade zu rücken? Kompletter Mumpitz, zumal heute alles politisiert wird und die Stadt einen Repräsentanten auf der globalen Bühne braucht, der sich den öffentlichen Themen der Zeit stellt. Wie wäre es da mit der Hausband DEAD, sind ja schließlich Inventar der Stadt! DEAD stehen zum Beispiel für Frauenquote, etwas das sich gutbetuchte Schlipsträger gern als Lippenbekenntnis in die Vita schreiben. Aber DEAD tun etwas dafür, habe nach Mel Gibson kaum mal jemanden erlebt, der ein wirklicher Frauenversteher ist. Liegt wohl daran, das Mr. Dany Dee Ranger seine feminine Seite (bloß nicht krumm nehmen, gebe nächstes mal einen aus) in den Kampf für Frauenparkplätze vor Getränkemärkten, essbare Unterwäsche und Nacktputzen in öffentlichen Toiletten führt. Frauentausch steht übrigens auch ganz oben auf der Agenda, und zwar soll die Ausstrahlung vor 23.00 Uhr unter Strafe gestellt werden, um Appetit und Fortpflanzungstrieb ohne Viagra langfristig zu garantieren. Das wird sich als sicherer Plan gegen die Überalterung der Nation erweisen. Dieses Vorhaben lässt sich mit der Musik auf „Hardnaked But Dead“ glänzend umsetzen, hat sie doch dermaßen Groove und Schwung in der Hüfte, dass der nötige Bewegungsspielraum und entsprechendes Training für einen erfolgreichen Koitus prima beübt werden kann. Kein extremes Gekloppe, das uns in den Rhythmus sexuell bestrafter Karnickel auf der Flucht verfallen lässt. Nee, wir dürfen es dem King gleich machen und das Becken wie alte Rock´n Roller kreisen lassen. Auch da wird die Frau ihren Vorteil schnell erkennen, denn sie mag den Verwöhngang doch gewiss mehr als immer nur hart und schmerzhaft mit dem Kopf gegen den Heizkörper gerüttelt zu werden. DEAD stehen ganz in der Tradition der alten Helden, die einst noch mit gefetteter Locke unter den Petticoat durften. Zumindest im Geiste! Aber ohne die würden auch die Franken keinen Stich landen und im Rhythmus der Großeltern schunkeln, wie wir alle. DEAD sind das repräsentativste Aushängeschild für eine neue Politik aus Nürnberg, weltoffen, feministisch, verständnisvoll und aufrichtig bei der Sache. Um die stets nur guten Absichten der 3 jungen Musiker zu unterstützen, etwas das euch ein dringendes Anliegen sein sollte, würde ich für den Erwerb des neuen Albums plädieren. Scheiße, ist das Ding geil … feucht, warm und ganz gegen den Trend auch haarig! … Oder hätte ich euch wirklich was über die Musik erzählen sollen? Ihr spinnt wohl, das sind DEAD! Erschienen diesmal bei FDA Rekotz, nachdem sie ihrem Thüringer Vorgängerlabel nicht genug Geld in den Sack gespült haben (munkel, munkel).
9/10

Wednesday, November 23, 2011

SPLIT YOURSELF - 5 Way Compilation - Cd


5 Freunde das sind wir; FETOCIDE, CEREBRIC TURMOIL, JOHNSTON, VERY WICKED, TEARS OF DECAY. Anstatt sich gegenseitig ins Taschentuch zu heulen und den Weltenschmerz ins eigene innerste zu lassen, haben die Bands ihre mehr oder (etwas) weniger frischen Songs zusammen gepackt um zu zeigen, dass sie alle in der Lage sind, Frischluft durchs Oberlicht zu lassen. Versenkung?, vielleicht andere, wir nicht! Und ehe ein in der Menge häufig dem Untergang geweihtes Demo versandet, erweist es sich als wesentlich attraktiver mit breiter Brust alles in einen Topf zu schmeißen und den Hörer entscheiden zu lassen, auf welcher Stufe er es erhitzen will. Fest steht, dass der teutonische Underground immer noch agil ist und lebt, krabbelt und wimmelt wie Maden auf einem Kadaver und unaufhaltsam beharrlich mäandert wie tektonische Platten, die die Szene immer mal wieder erschüttern. Das Ergebnis dieser konspirativen Übereinkunft zur Unterjochung eingeschlafener Geschmäcker ist brutal, aggressiv, progressiv, frontal, grindig, witzig, ernsthaft und tricky. Je nach bandinterner Windrichtung! Nur eins haben sie gemeinsam, ein striktes Qualitätsbewusstsein, das bei der Musik wenige Kompromisse zulässt und weit über dilettantische Proberaumunfälle hinaus reicht. Aber das war auch im Vorfeld klar. Schöner wäre es sicherlich, könnte die eine oder andere Band live aktiver sein, dann bräuchten sie diese, für manchen an eine Notlösung grenzende Veröffentlichung vielleicht gar nicht. Aber es ist nun mal so wie es ist, also lassen wir sie rein, erfreuen uns am Hallo, das sagen soll, „Wir sind noch da und bleiben ein Weilchen. Zieht euch wasserdichte Unterwäsche an, wir haben vor ordentlich drauf zu hauen und wir lieben Schmerzen. Von uns kriegt ihr Death Metal mit all seinen geschmackvollen Geschmacklosigkeiten, trendfreies Gemetzel zu allen Mahlzeiten und in allen Lebenslagen!“ Manches wird euch mit dem Kopf schütteln und die Stirn in Falten ziehen lassen, anderes ein breites Grinsen ins verzerrte Spiegelbild zaubern, häufig gilt es einfach nur zu bangen! Manches geht runter wie gut gefettet, anderes darf auch mal sperrig und nicht auf den ersten Versuch verdaubar sein. Das gilt natürlich schlechthin als Beweis für die Vielfältigkeit der heimatlichen Szene, und so bunt und verschieden die Bands sind, so sind es auch die Bekloppten, die an den Wochenenden den Rest ihrer Stütze zusammen kratzen und einen weiten Weg auf sich nehmen um ebenjene Bands zu sehen. Im Zuge dessen will ich euch diese Split an eure unruhig schlagenden Herzen tackern um euch daran zu erinnern, warum die Death Metal Szene immer noch so umtriebig ist. Es ist in eurem Blut! 5 Freunde das sind wir; FETOCIDE, CEREBRIC TURMOIL, JOHNSTON, VERY WICKED, TEARS OF DECAY. Fragt sich letztendlich nur wer den Köterposten kriegt? Aber so einfach packt man uns keine Banane in den Auspuff!

IN DEMISE - Adapting To Disorder - Cd / Eigenproduktion


IN DEMISE haben musikalische eine Menge zu verticken, eigentlich so viel, dass es an manchen Stellen eines professionellen Übersetzers und geschulten Verständniscoachs bedarf. Ich bin mir nicht sicher, ober der biersaufende, kettenrauchende Langhaarige das mit glasigem Blick und schwankendem Oberkörper alles so erfassen kann, wie es ursprünglich beabsichtigt war. IN DEMISE tragen mit zunehmender Spielzeit jedenfalls ordentlich auf und tendieren von brutal zu progressiv bis jazzig. Etwas gelitten hat da der Sound, stülpt sich doch der Gesang in seiner ganzen anatomischen Tiefe, unterstützt vom Basssound generell, wie der fette Arsch vom Calmund über die Kloschüssel und sperrt das restliche Instrumentarium über längere Zeit darin ein. Hilfe flehend kloppen die Songs dann mit der dringenden Bitte nach Frischluft von innen an das Porzellangefängis. Da aber beinahe das komplette Album die Grenzen der totmetallischen Verträglichkeit auslotet, kann das auch System haben. Versteht mich nicht falsch, es sei denn ihr wollt, die Scheibe beinhaltet viel straighte US - lastige Brutalität und zerrt gewaltig am Darm. Nur gibt das Gesamtbild keinen Pfifferling auf permanente Eingängigkeit. In einer anderen Paralleldimension hätte dich so was pronto bei den Eiern gepackt und kopfüber in die Gartenhecke genagelt. Dann baumelst du da und schnappst nach Luft wie ein Fisch auf dem Trockenen, die grenzenlose Erschöpfung macht dich müde und du denkst dir platzt der Kopf. Vielleicht wird er das auch bald tun, dem Unvermeidlichen kannst du nicht ausweichen. Es kommt wieder auf dich zu, wie eine Stahlramme prallt es auf deine Ohren, dreht dir den Magen um und selbst wenn du die ganze Zeit versuchst die Augen geschlossen zu halten, nimmt es dich auseinander wie der Schlachter das Vieh. Da hilft nicht kotzen, da hilft nicht jammern, da hilft nur akzeptieren und sich auf den Tanz mit dem Teufel einzulassen. Es bleibt nur eine Frage, die gestellt werden will; Wie schnell kommt das Ende? Um die Antwort darauf zu erhalten, wirst du das Album wahlweise ertragen müssen oder genießen können. In jedem Fall bist du auf deinem eigenen „Via Dolorosa“ Marsch nach einem Durchlauf noch lange nicht am Ziel. IN DEMISE ist wie 10 römische Kohorten, die auf dich treten und peitschen bis das Gewicht deinen Kreuzes dich zu erdrücken droht. Hmmm, ich denke es kann verflucht hart werden, den Schädelberg zu erreichen, kneif die Backen zusammen. In einer anderen Dimension hingegen wird das Album bei Arte und MDR Figaro hoch und runter gespielt und die Ergüsse der Musiker werden Konzertsäle füllen. In unserer Eigenen, da will ich „Adapting To Disorder“ mal als brutal, gewagt und interessant bezeichnen, da es den Brüdern definitiv Spaß macht mit den Erwartungshaltungen anderer Ping Pong zu spielen. Ist gewiss untauglich, eben mal im Vorbeirennen gehört zu werden. Seltener hat ein Albumtitel in 3 Worten beschreiben können, was die Songs verkörpern, und wenn ich mir das so überlege, hätte ich mir die Schreiberei sparen können! FACEBOOK
7/10

Thursday, November 17, 2011

ABHORDIUM - When Depravity Incarnates - Cd / Eigenproduktion



ABHORDIUM ist ein finnisches Gespinst aus blastendem Death Metal, ambienten, schwarzen Versuchen und der deutlichen Abstinenz an finanziellen Mitteln um der Produktion den nötigen, feuchten Bums zu geben. Sie versuchen sich ganz passabel an der Peripherie von Bands wie NILE aber auch DECAPITATED, haben aber auch noch eine Menge Bahnen im Haifischbecken zu bewältigen, bis sie da angekommen sind, wo andere schon das Handtuch um den Kadaver geschlungen haben. Auf diesem Weg erwartet euch ein atmosphärisches bis gnadenlos prügelndes Drama, das nicht wirklich Fuß fassen kann, da es unter anderem keinen wirklichen Support vom Sound bekommt. Dem fehlen nämlich einige Einheiten an Druck im leicht abkühlenden Kessel. Damit geht auch einiges an Authentizität flöten. Auf diese Weise klingen die Riffs der Leadgitarre eher so wie schales Büchsenbier schmeckt, denn sich der Herausforderung zu stellen ein frisch gezapftes vom Tresen zu klauen. Schlussendlich wird es darauf hinaus laufen, dass die 4 finnischen Jungs ein durchaus respektables erstes Album aufgelegt haben, sie aber in den heranstürmenden, stahlbewehrten Armeen anderer Releases, wenn auch nicht zertrampelt, so doch höchstens mit getrieben werden. Um bestehen zu können, bedarf es eines stärkeren innovativen Geistes, nötige finanzielle Mittel oder aber der Sprung auf den Zug eines momentanen Trends. Das alles fehlt ABHORDIUM, oder aber sie wehren sich gegen Gleichmacherei, das ist auch möglich. Auf der Trasse, auf der sie sich durch ihre finnischen Wälder pirschen, wird ihnen der Erfolg jedenfalls nicht vergönnt sein, und das vorhandene Talent kaum erkannt werden, egal, sollen sie nur. Leider gehen somit auch die positiven Seiten verlustig, das großartige Schlagwerk - Massaker zum Beispiel. Der Kerl hat den Bogen raus und verdrischt Rentierfelle heftiger und präziser als es andere Drummer auch nur im Kopf zusammen kriegen. Und auch das Songwriting an sich hat einiges an Höhepunkten zu bieten, „Circulation of stygian wings“ zum Beispiel erweist sich als astreiner, Hochgeschwindigkeits – Nackenbrecher, mit leider verkorkstem Mittelteil. Und da kränkelt es eigentlich am meisten. Die fühlen sich scheinbar gezwungen bei so ziemlich jedem Song irgendwann mal von der Pace zu gehen, damit belangloserer Einheiten, wenigstens partiell, das Ruder übernehmen können und die Stücke an den Rand der akustischen Verunglimpfung führen dürfen. Zudem setzt dann noch diabolisches Kreischen ein, dass die Krähen von den Linden vor meinem Fenster vertreibt. Dann lieber so einen Start wie in „Chaos Mantra“, da hat der akustische Freilauf wenigsten Wiedererkennungswert, auch wenn er nah an gewissen amerikanischen Ägyptologen angepflockt ist. Mehr Mut zu einer rigoroseren Marschrichtung würde ABHORDIUM sehr gut tun. Echter Death Metal braucht mehr Feuer unter der Haube, einzig gute Absichten interessieren niemanden. http://www.abhordium.com/
5/10

Wednesday, November 16, 2011

CARNIFEX - Until I Feel Nothing - Cd / Victory Records


CARNIFEX gehören ganz sicher zu den Top Bands der Deathcore Szene, mit all ihrem Highspeed – Melo - Breakdown Krempel und was sonst noch zu dem Baukasten gehören mag, aus dem sich die Kiddies von heute ihre eigene Version vom Metalverständnis zusammen pappen. Aber eins muss ich CARNIFEX auch lassen, die wissen schon unter welcher Eiche Schatten sie geschlüpft sind. Und so entstehen, wenigstens zum Teil, Songs deren Bindung an ursprünglichen Death Metal zumindest zu erahnen ist. Zugute kommt ihnen auch, dass sie nicht nur mit Ihresgleichen den Planeten unsicher machen, sondern auch mit alten Hasen auf die Bühne gehen und so ihren Horizont erweitern. Wenn es die Musik auch nicht unmittelbar zu beeinflussen weiß, eröffnet es doch eine größere Fanbase und so einen lukrativeren Markt. So wuchtig das Album vorgetragen ist, so leichtfüßig wirkt das Wechselspiel aus Stimmen und Tempo, vergleichbar mit einer Achterbahnfahrt, deren Ausgang im ungewissen liegt, aber wo die Papiertüte zwischen den Schenkeln wenigstens beruhigend wirkt. Das dabei „nur“ die üblichen Elemente einer Schublade genutzt werden und diese in ihrer Führung manchmal knarzt, war zu erwarten. Denn bei aller Souveränität in punkto musikalischen Durchsetzungsvermögens, ist der Einfallsreichtum der Band auch nicht unbedingt Lichtjahre entfernt von anderen Adepten wie WHITECHAPEL oder ALL SHALL PERISH. Austauschbarkeit ist jedoch wahrlich kein Phänomen, das nur auf diese Szene zutrifft. Was mit gefällt, ist, dass CARNIFEX ein weiteres kompromisslos brutales Album zu produzieren in der Lage sind und auch nach intensivem Touren immer noch keinen Riss in der metaphorischen Sollbruchstelle aufweisen. Die reißen einfach weiter mit gleichem konstantem Zug an ihrer bandinternen Stahltrosse, als gäbe es kein Morgen. Mit so rigorosem, beinahe sturem Vorgehen macht man sich wahrscheinlich auch unempfindlich gegen Einflüsse von außen. So dürft ihr euch auf ein weiteres Album der Amis freuen, bei dem euch im Vorfeld klar sein wird, womit eure Gier befriedigt wird und das überraschungsarm in diesem Falle effizient bedeutet. Wer damit leben kann und sich von einer mehr als heftigen Produktion beeindrucken lässt, der sieht über mögliche kreative Mankos gern hinweg, Hauptsache es knallt! Und auch „Until I Feel Nothing“ wird reißend Absatz finden, egal wohin die Meinungen tendieren, die Knaben stehen schließlich nicht umsonst da oben. Ich sollte nun aber aufhören, die Scheibe durchlaufen zu lassen, sonst erreicht die Bedeutung des Albumtitels meinen inneren Cortex und ich sehe mich gezwungen, den ganzen Müll hier umzudichten.
7/10

Saturday, November 12, 2011

BASTARD PRIEST - Ghouls Of The Endless Night - Cd / Pulverised Records


BASTARD PRIEST erhalten die Auszeichnung „Bewahrer und Verteidiger des einzig aufrechten Glaubens“, von der Death Metal Universität Stockholm. Diesen Schulterschlag haben sich zwei Asselpunks verdient, weil sie in ihrem jugendlichen Leichtsinn auf kulturhistorischer Ebene großes vollbracht haben. Sie stellen sich mit wehenden Fahnen und bleibestückten Schusswaffen in den Dienst einer Musik, die die schwedische Szene in den ausgehenden 80ern prägen sollte und heute noch immer, und sogar mehr, an treuen Gefolgsmännern rekrutiert als einst vorstellbar erschien. Um dieses Ziel zu erreichen, haben die beiden genau zugehört und festgestellt, dass es einst und also auch heute nicht von Belang ist, wie ausgefeilt ein Musiker auf der Überholspur fiedeln muss, solange er seine Töne (einigermaßen) trifft, und mit stumpfen, knarzigen Selbstbewusstsein dem Zahn der Zeit in den Nerv bohrt. Selbst wenn die 2 den Eindruck vermitteln, mit dem Esel verwandt zu sein, der mit stoischem Gleichmut den Holzpflug in gerader Linie über den staubigen Acker zieht, und zu bocken anfängt, wenn irgendjemand sich einbildet einen Richtungswechsel verlangen zu können, sollte das ihrer Reputation eher nützen als schaden. Das Vieh trabt nun mal nur in eine Richtung, und sein Starrsinn ist weltberühmt. Genau so gehen BASTARD PRIEST ihr Werk an, unbeirrbar, fest im Glauben. So freut es uns, wenn es statt Technik, rumpelt, statt Melodie Friedhofsflair, statt Schweinegrowls die Stimme aus dem Grab und statt Blast inquisitorische Folterprügel gibt. Im Verlauf des aktuellen Albums schiebt sich ein gewisser Anteil an morbiden und zähen Parts ein, gruseliger Scheiß von der Art, die Tote mit Klauenfingen an Grabplatten zerren lässt, solche die dem Tempo des klassischen, nach Menschenfleisch gierenden Zombies entspricht. Wenn die Leadgitarre den Mond anheult wie einst der Werwolf die Jungfrau und leichenfressende Ghoule schmatzend den lokalen Todesacker abfrühstücken, dann ist es Zeit den verdammten Bastard von einem Priester aus seinem Gefängnis zu befreien und den Kampf gegen die Schemen der Nacht aufnehmen zu lassen. Dazu dezent eingeschobene Soundsampel und das Gefühl, das eigene Ende schwebt wie fetter Nebel am Horizont, und das pure Grauen vor der unbekannten Gefahr haftet sich im Hirn an, wie Teer unter den Schuhen. Spooky! Wahrlich, den Ritterschlag haben sie sich verdient, die zwei Jungs, sind sie doch einfach losgestürmt und haben etwas angerichtet, dass die einen in den Wahnsinn treibt, und sich die anderen mit orgastischen Zuckungen in feuchte Friedhofserde wühlen lässt. BASTARD PRIEST haben das Potential zu polarisierten, auch wenn sie nur Radau machen wollen. Der ist einfach zu gut gelungen, und zwar weil er simpel, gar primitiv und ungemein direkt und erdig ist. So hat Death Metal einst begonnen und so sollte er unseren Nachkommen hinterlassen werden! Amen!
9/10

Friday, November 11, 2011

HEDON CRIES - The End Of The Path Is Nigh - Cd / Eigenproduktion


HEDON CRIES schwanken zwischen düsteren Absichten und fröhlicher, melodischer Unvergänglichkeit. Wie ein breitbeiniger Ritt auf zwei Eisschollen, kann sich der Depp, der Gefahr läuft ins kalte Wasser einzubrechen, nicht entscheiden auf welche er nun springen soll. Aber HEDON CRIES sind Griechen und das sagt in heutiger Zeit eine Menge. Auch mit dem Sparen haben sie es nicht so, sie tragen nämlich in beiden Richtungen dick auf. Trotzdem werfe ich dem Ergebnis vor, eher durchwachsen bis gefährlich nahe an der Grenze einer Schlaftablettenwirkung zu sein, als für ein tatsächlich gelungenes Werk einzustehen. Und wenn der Pfad laut Albumtitel fast zu Ende sein soll, dann können sie eh einpacken und den letzten Sirtaki in den staubigen Boden der Akropolis steppen. Das Album ist bis zu einem gewissen Punkt gut gelungen, kommt auf Dauer aber zu selbstverliebt rüber und verliert schnell an Schwung. Ein Death Metal Album melodischer Prägung darf auch ruhig mal Dampf machen, Fahrt aufnehmen und die Scheune abfackeln. All das fehlt auf „The End Of The Path Is Nigh“, und wird ersetzt durch wenige leicht metalcorige Riffs (bei den schnelleren Parts) und viel schnuckelige, tränenüberströmte Instrumentenqual. Da möchte man manchmal nicht mehr leben, so drückt das aufs Gemüt. Was bleibt ist ein gewisses Maß an Mittelmäßigkeit, womit sich noch niemand an den Haaren aus dem Dreck gezogen hat. „I Hate You“ zum Beispiel, das ist ein Titel der assoziativ mit Aggression und echtem, musikalischen Gewaltausbruch in Zusammenhang stehen sollte, aber die Sonne scheint mir aus dem Arsch, wenn ich bei solch übermelodiösem und kuschligen Tönen jemanden hassen sollte. Bitte verschont mich. Stellt sich mir die Frage, wie man so viel Weichspüler hinter kippen kann um sein Talent dermaßen gekonnt an die Wand zu setzen. Vielleicht drückt bei dem Vierer auch der genetische Code der Ahnen stärker durch als bei anderen. Obwohl vom kriegerischen Eroberer nicht viel übrig geblieben ist, haben die angeblich alle nackt Sport getrieben, sind sonst in kurzen Röcken flanieren gegangen und mit der Geschlechterrolle haben sie es bekanntermaßen nie so ernst genommen, nicht mal ihr größter Feldherr. Verflixte Lustknaben. Irgendwie scheinen HEDON CRIES das alles in ihre Musik aufgenommen zu haben, inklusive hintergründigem Schwertgerassel, das ich gar nicht absprechen will. Da es aber Fakt ist, dass die Band nur alle 4 Jahre ein Album zuwege bring, ist bis 2015 Ruhe und bis dahin hat uns der große Meteor oder was auch immer längst verschluckt. Ich will das Album nur jenen empfehlen, die ausschließlich auf melodischen Death Metal stehen und vor guten Riffs weglaufen, die sich früher in ihrer Kuschelrocksammlung für die härtesten gehalten haben. Das Album gibt es als legalen, kostenlosen Download und die werden schon gewusst haben warum. Findet ihr auf meiner Downloadseite.
4/10

Monday, November 7, 2011

GENITAL MUTILATION / CLITCLUTCHER / ENDOMERTITIS - Necro Anal Smegma Split EP


Der Rechtschaffende erhebt sich und spricht. Und sehet der Tag wird dereinst kommen, der Tag des Gerichts über die wissentlich Gehörlosen. Sie werden Buße tun in Fleisch und Blut für alles das sie nicht gottgefällig getan haben. Sie werden im Staub niederknien und rechtfertigen, warum sie so verdammten Radau machen müssen, und die Sonntägliche Ruhe mit ihren elektronischen Instrumenten glauben zersägen zu können. Sie werden Tränen vergießend vor dem Antlitz Gottes Rechenschaft ablegen ob ihrer begangenen Sünden. Der Sünde der Entfremdung von allem göttlichen, indem sie sich ihren Eltern verweigerten und deren aufrechte Verfechtung wahrer herrlicher Musik absagten. Büßen müssen sie für die Entfremdung vom Leben, dass ihnen einzig der Herr schenkte und das sie in ihren abstoßenden Texten nicht zu lobpreisen wissen. Ist es denn mit der Sünde im Volk Gottes tatsächlich so, wie mit einer gefährlichen und giftigen Säure: Ein Tropfen genügt, um einen ganzen Eimer oder noch viel mehr Wasser zu vergiften. Diese Buben verderben die Moral der Jugend mit sexistischen Gewaltphantasien, die über das bildliche und lyrische hinaus gehen, derer unsere Väter auch mit Scham nicht habhaft wurden. Und so wird Gott unsanft zu ihnen sprechen: „Was liegst du da vor mir und flennst. Das rebellische Gesocks hat sich versündigt. Nicht ich, sondern ihr habt meinen Bund und mein Gebot gebrochen. Ihr habt wissentlich von den Unschuldigen genommen, deshalb können sie nicht vor mir bestehen. Wenn ihr aber sagt, ihr habt nicht gesündigt, so macht ihr euch darüber hinaus zum Lügner, und mein Wort ist nicht mehr für euch. Also schicke ich euch zweimal in die Verdammnis, auf das euer Fleisch verfaule, euer Blut stocke, eure Haut vertrockne und eure Seele für immer im großen Nichts irre.“ Aber liebe Gemeinde, wenn ihr euch vom Urteil des Herren nicht beeinflussen lasst, dann seid auch ihr verloren, dann wird auch euer Kadaver einst sinnlos gekreuzigt und auf felsigem Grund zerschmettert daliegen, und niemand wird eure Einsamkeit durchbrechen können … Wenn euch das hingegen völlig Schnuppe ist, das könnt ihr mit dieser 3 –Way – Split, nicht unbedingt künstlerisch nahrhaften, dafür unverfänglichen Slam - Spaß haben und der 3 Cent Nutte den 7 – Striemer über ihre rückwärtige Bastion flanschen, nackig durch die Laube flitzen und die Korken in den Kronleuchter knallen lassen. Für eine jugendfreie Sause ist das Unterfangen „Necro Anal Smegma Split“ gut genug, respektloser Kiddikrawall eben, ohne ernsthafte Anlehnung an das was Death Metal einst war. Ähhhh … Stopp! Der mittlere Part, der von CLITCLUTCHER (ts, ts) übernommen wird, sei da bitte auszuklammern, klingt nämlich wie das fehlgeschlagene Produkt einer kolumbianischen Drogenküche, brutal schlecht. Das Kunstwerk, welches keines sein will, könnt ihr legal auf meiner Downloadseite ziehen.
6/10

Friday, November 4, 2011

HARPOON - Deception Among Birds Cd / Seventh Rule Recordings


HARPOON beurteilen zu wollen, ist kein einfaches Unterfangen. Da treffen sich Elemente aus Metalcore und Grind, wollen es uns schnell machen, wie eine 20 Euro Nutte. Dabei findet sich wenig aus der alten Schule wieder, eher schmerzt es modern und progressiv in den Ohren. HARPOON stellen sich den Herausforderungen ihrer Freier nicht in einer miefigen Seitengassen, da geht es eher ins lila gepolsterte Penthouse. So manches kompositorische Vorhaben ist doch sehr gewagt und nicht ohne weiteres begehbar, respektive betritt man diesen Weg nicht ohne Reue. Besonders schwerwiegend auf der Verlustseite sind die melodischen, ja irgendwie epischen Teile, bei der der Gesang gefährlich clean vorgetragen wird, der Sänger verständlich moralische Gewissensbisse ins Mikro heult. Für alte Grindsäcke, die roh und hart gepfählt werden wollen, und das ohne intellektuelle Komplikationen, ist das nix. Damit meine ich nicht nur das Mikrofonstrapazio, sonder das ganze Album. Die Band legt kaum Wert auf Spielfluss, mutet ihren Hörern lieber ein arg experimentelles Monstrum an musikalischer Philosophie und endlos verworrener Struktur zu. Wenn denn Songs partiell auf Krawall und Tempo gebürstet sind, kommt so was wie epileptische Vorfreude auf eine angemessene Packung instrumentaler Gewalt auf, aber das hält meist nicht lang an. Melancholie und führerlose Aggression schlagen dann ihre Schädel zusammen, dass es nur so funkt und Kopfschmerzen bleiben wohl noch die geringfügigste Komplikation eines unkontrollierbaren Crashs´. Durch die Vordertür kommst du da nicht, und die Hintertür klemmt. Das ist was für Kiddies, die etwas anspruchsvollere Schlösser knacken wollen. Bezugnehmend auf den Bandnamen, wird nicht die klassische Harpune mit Armkraft vom Beiboot geschleudert um Mittelsmann zwischen Mensch und Bestie zu sein. Dieses Geschoss gehört auf einen japanischen Trawler, das mit Maschinenkraft abgefeuert wird und mit seiner Spitze Haut und Fett der Giganten durchdringt und sich unwiderruflich im Skelett verkeilt. HARPOON ist viel zu mechanisch und macht es dem klassischen Seemann im hölzernen Ruderboot viel zu schwer auf moderneren, schwimmenden Schlachthöfen anzuheuern. Mit viel Fantasie finden sich Parallelen zu TOTAL FUCKING DESTRUCTION, viel mehr aber zu KLOAK und ähnlichen Vorreitern einer Szene, die nur noch rudimentär mit dem verwurzelt ist, was da in den 80ern in Britannien geboren, oder eher ausgekotzt wurde. Dieser Post - Hardcore/Grindquatsch, mag er musikalisch auch noch so gekonnt in Plastik verdammt sein, beleidigt so ziemlich jeden, der das grindige Bäumchen einst gehegt und gepflegt hat, denn das was nun kommt ist eher die Kettensäge, die an der Borke kratzt, als dass es tatsächlich der eigen Spross sein soll. Schwieriges Teil und subjektiv betrachtet ganz gewiss nichts was der Barmann ins Glas kippen sollte!
5/10

Sunday, October 30, 2011

MORTA SKULD - Through The Eyes Of Death - Cd / Relapse Records


Das “Album” enthält die ersten 2 Demos und 2 Songs mit etwas weniger Abrieb, aber eigentlich spielt das überhaupt keine Rolle. Denn mit dieser Cd verhält es sich wie mit einem Paar alter Schuhe. Eben jenen die du dir vom ersten selbst verdienten/geklauten/geschnorrten Geld gekauft hast. Du hattest sie längst vergessen, angenommen dass sie in Osteuropa zu Autoreifen recycelt wurden und plötzlich fallen sie vom Schrank, als du den Dachboden aufräumst. Alles kommt in diesem Moment wieder zurück, du erinnerst dich an den Arsch der Verkäuferin die dich misstrauisch beäugt hat, als du auf dem Kunstlederhocker Platz genommen hast um sie zum ersten mal anzuprobieren, und wie sie dir ein Schuhpflegemittel aufgeschwatzt hat, obwohl zu Hause 2 Dutzend angefangene Tuben Schuhcreme in der Kiste lagen. Du weiß genau zu welcher Gelegenheit du sie am liebsten angezogen hast, du hast mit ihnen getanzt, bist mit ihnen durch Staub und Schlamm gestolpert, bist damit bei Konzerten ständig anderen auf die Füße gestiegen, hast im Suff drauf gepinkelt und bist mit ihnen ins Bett gegangen, wenn du nicht mehr in der Lage warst, sie auszuziehen. Du hast sie fein säuberlich auf dem Fußabtreter deiner Schwiegereltern abgestellt und sie zu Hause in die Ecke gekickt. Zum putzen hattest du vielleicht nicht immer Lust, hast dich gefreut, dass deine Mutter eine Mutter ist, die ihrer Bestimmung ohne Murren nachkommt. Du hast mit ihnen hunderte Kilometer Straßenpflaster und Feldweg vermessen, häufig haben sie dich zuverlässig querfeldein getragen. Deine Freundin fand sie wahrscheinlich hässlich und mit der Zeit wurden sie auch unansehnlich, aber das hat alle anderen mehr gestört als dich. Sie bekamen irgendwann immer mehr Kampfspuren, die der Schuster um die Ecke mit Mühe und für wenig Geld zu kurieren versuchte. Das Oberleder wurde irgendwann brüchig, der rechte große Zehe arbeitete daran, sich an die Sonne zu kämpfen und die Sohlen wurden dünner. Das einst starke Profil war nur noch eine Ahnung seiner selbst, und du hättest blind laufen können und doch gewusst wo du bist, da deine Füße in ihnen die Fähigkeit entwickelt hatten wie Detektoren zu funktionieren. Jede Unebenheit jenseits der Größe eines Sandkorns konntest du durch sie spüren, hast so eine ziemlich genaue Vorstellung entwickeln können, wo du gerade lang läufst. Du hast sie eine Dekade lang getreten und missbraucht, geliebt und gepflegt, gehasst und als Selbstverständlichkeit betrachtet. Aber alles hat seine Zeit, wahrscheinlich hat deine Freundin behauptet, sie in den Schuhcontainer geworfen zu haben und du hast dich damit abgefunden und neue gekauft (die sie für dich ausgesucht hat). Die haben sicher nicht so lange gehalten, das besondere deines ersten Paares ist trotzdem in Vergessenheit geraten. Ja und plötzlich liegen sie wieder vor die, stumpf, blass und fleckig. Aber fass sie ruhig mal an, riech dran, wenn du dich traust. Zieh sie einfach an und du wirst sehen, sie passen immer noch und sie wollen, dass du noch mal mit ihnen läufst. Also, was hindert dich? Nutze die Zeit, solange deine (nun) Frau noch zur Arbeit, Einkaufen oder beim Frisör ist … oder was Frauen eben so machen. Stampf ordentlich auf den Boden und genieß das Gefühl!

Friday, October 28, 2011

FUNERUS - Reduced To Sludge - Cd / Ibex Moon


Was Hausmusik angeht, hat so mancher Erwachsener das Trauma seiner Kindheit bis dato nicht bewältigt. So wie es Familie Beimer aus der Blindenstraße vormachte, saßen zahllose kleine und große, mehr oder weniger totalitäre Sippenverbände im heimeligen Wohntempel und huldigten dem Gott von Friede, Freude, Eierkuchen mit Wandergitarre und Flöte. Auch der gemeine Amerikaner kennt dieses pädagogisch wertlose Phänomen. Aber es geht auch anders, zum Beispiel bei den McEntees´. Deren Version interner Clantreffen heißt FUNERUS und verspricht ganz sicher keine wohlige Beschaulichkeit bei Kerzenschein und Kräutertee. Die verbreiten ganz im Gegenteil ungefilterte Bösartigkeit alter Schule vom neuen Kontinent. Diese ist nicht nur trocken wie wochenalter Sandkuchen, der hinter der Anrichte sein Dasein zerkrümelt, sondern partiell so behäbig, dass deren Morbidität nicht zu übertreffen scheint. Ich fühle mich mit solcher Musik nur bestätigt, bedeutet sie doch, dass man aus sehr wenig ungemein viel machen kann, wenn man es schafft, seine Vorstellungskraft auch nur leicht über das geistige Niveau eines fressenden Faultiers zu erheben. FUNERUS walzt eine dermaßen undurchdringliche Metal – Kriegsmaschinerie über die feindlichen Linien, dass sie trotz des oft zähen Tempos, bei dem sich der hinterher ziehende Landser die Schuhe von einem Igel zubinden lassen kann, nicht aufzuhalten ist, so schwergewichtig und stählern bewegt sich der Koloss. Der doomige Tross ist da oft nicht mehr weit zurück. Die Gegenpartei hat da wenig Optionen, entweder legt sie den Kopf mit einem Halleluja unter die Ketten des Panzers und wartet auf das plopp, oder sie flieht in die gierigen Fänge wesentlich kommerziellerer Menschenfallen. Ich meinerseits bin für das mit dem Kopf! Sobald man sich nämlich dem Schicksal von rotgrauem Brei ergeben hat, finden sich Elemente von Bands wie OBITUARY über BOLT THROWER bis hin zu GRAVE und WINTER. Obwohl letztere sogar für FUNERUS Verhältnisse wohl zu viel Schlamm und Dreck an den Stiefeln haben. Aus dieser Kombination entwickelt sich jedenfalls etwas, dass umgangssprachlich als pandemisches Streunen bezeichnet wird. Wenn das dick verbleite Album im November auf den Markt kommt, werdet ihr verstehen was damit gemeint ist. Das Grauen kriecht unaufhaltsam wie Bauernaroma oder der Gestank von Kotze an den Fingern ins Hirn und hängt sich dort ein, verbreitet seine infektiöse Botschaft. Selbst wenn die Scheibe dann schon seit Wochen im Regal ein ungeliebtes Dasein fristen wird, wütet deren infektiöser Nachhall weiter. Wenn ihr denn für diese Art Keim, dem sogenannten „Primitvia Effektivus“ anfällig seid, dann trefft keine Vorsichtsmaßnahmen und fragt nicht euren Apothekenklaus, entspannt eure Neuronen und genießt Tod und Verwüstung in vollen Zügen! Zudem garantiert Dr. Swanö für die unbedingte Wirkung des Produkts, hat er hinter den Reglern deren Aggressivität, quasi im Laborversuch, getestet und optimiert. Den Verkauf würde ich aber nur in Behältern für biologische und chemische Gefahrenstoffe erlauben, dann kommt die Lieferung wahrscheinlich mit dem Castor zu euch nach Hause. Denn dass ihr „Reduced To Sludge“ ordern müsst, steht doch wohl außer Frage!
9/10

Monday, October 24, 2011

LOGISTIC SLAUGHTER - Demo 2011


Verdammte Ami – Sprutse, hämmern irgendwelches brutales Zeug ohne um Erlaubnis zu fragen. Oder Rücksicht nehmen, wie wär´s denn damit? So was kriegt die Jugend scheinbar nicht mehr in die Wiege gelegt. Als ich noch klein war und mit so was für ungepflegte Konversation gesorgt hätte, na mein Vater hätte mir ein paar Takte erzählt. So lange meine Füße unter seinem Tisch… . Aber heute, Respektlosigkeit aller Orten, da heißt es nicht freundlich, Guten Morgen Herr hochverehrter Nachbar, da schallt es „ Alter, mach ma hinne!“, und das ist noch die Höflichkeitsform! Das was die heute für Kultur halten und musikalisch über die Dämme der Zivilisation schwappen lassen, wäre in der guten alten Zeit als Kunst nicht mal am Vorstellungshorizont eines durchschnittlich gebildeten Mitbürgers vorbeigekommen. Das rülpst und hämmert, macht Lärm wie ein explodierendes Stahlwerk, kennt nichts als verzerrten Rhythmuswahnsinn und vergießt mehr Blut als ein ganzer ostdeutscher Schlachthof in seinem Quartalsmittel. Wo einst Gitarren liebkost wurden um ihnen verzückende Melodeyen für das Weibsvolk zu entlocken um der Angebeteten etwas von ihrer Keuschheit abzutrotzen, da wird plötzlich geschreddert wie im Sägewerk und in schmerzhafter Unkenntnis menschlicher Anatomie gerammelt wie die Karnickel. Da wird nicht subtil erobert, sondern mit dem Knüppel über dem Kopf eine schnelle Nummer hingelegt. Da wo dem wahren Gesang mächtige Stimmen ihre aufrichtig schmalzigen Anliegen der Menschheit darboten und Taschentücher noch der zarten Tränenaufnahme dienten, grölt es plötzlich furchterregender als in der Südkurve eines ausverkauften Fußballstadions und die Taschentücher liegen verkleister und zusammen geknüllt unter den Kopfkissen der Vandalen! Ich hoffe inständigst, dass die Familie wieder in den Mittelpunkt der Gesellschaft rückt, um solche unkontrollierbaren Ausbrüche verbaler und instrumentaler Gewalt in beherrschbare Bahnen zu lenken. Wir brauchen wieder eine Gesellschaft, in der wahre Werte zählen, das Familienoberhaupt als unumstößlicher Regent der Sippe gilt und nicht gleich das Jugendamt mit Pilateskursen droht, wenn der Spross seine verdiente Prügel bekommt! Die Jugend soll ja ihren Spaß haben, aber erst mal müssen sie von den Vätern lernen, wo der Spaß aufhört. Dieses grauenerregende und geschmacklose Geplärr, für das LOGISTIC SLAUGHTER nur ein Beispiel sind, kann nicht die Zukunft einer ganzen langhaarigen und umtriebigen Generation sein. Einfach willkürlich auf teure Instrumente einzudreschen, darf nicht als Unterhaltung verstanden werden, höchstens als, von höherer und vor allem legitimierter Stelle zu kontrollierendes Antiaggressionstraining. Wollen sie sich eine Zukunft für ihre Kinder vorstellen, in denen Theater und Museen nur noch virtuelle Rudimente auf den Rechnern ihrer Zöglinge sind, und die viel lieber saufend und pöbelnd zu unsäglichen Krawalleskapaden sogenannter Musiker den Verstand verlieren. Um Himmels Willen, denken sie auch an meine Rente!
Wer es nicht verstanden hat – das war der Versuch einer Satire! Das Demo tafelt schick brutalen Death/Grind auf und schraubt mit wenigen Umdrehungen den Kopf von den Schultern, solltet ihr gegen den Rat eurer Eltern laut aufdrehen! Zu beziehen als legaler Download auf meiner Downloadseite!
7/10

Friday, October 21, 2011

TRUTH CORRODED - Worship The Bled - Cd / Ultimhate Records


Als trügen die Musiker Rasierklingen in ihrer schafswollenen Unterwäsche, so dermaßen scharf zieht das neue Album der Australier durch. Und genau so will ich Thrash Metal kurz vor Ende der Erdenzeit hören. Und zwar an der Schnittstelle von SEPULTURA, modernen Trieben metalcorigen Wildwuchses und dem musikalischen Weltbild einer Band wie DYING FETUS. Mit denen verbindet TRUTH CORRODED vor allem das vergleichbare Artwork, aber auch die thematische Bindung hinsichtlich weniger belangloser Texte. Außerdem sind Parallelen beim Gesang nicht zu leugnen, so wie der angelegt ist und sich kurzzeitig überlagert, als bräuchte der Sänger keine Luft um seinen Hasstiraden unter das Publikum zu brüllen. Quasi beginnt der eine neue Strophe immer an einem Punkt, kurz bevor er die voran gegangene beendet. Lediglich der typische Groove fehlt, dafür gibt es Riffwände fett und hart wie Blauwalschwänze! Dominant ist zudem das Schlagzeug von Sessiondrummer Kevin Talley. Vielleicht liegt es auch an ihm, dass dieses Album ein so gewaltiger Brecher geworden ist, für den der Begriff Thrash Metal eigentlich wie die Zwangsjacke von Charly Manson sein muss, viel zu eng um der eigenen Kreativität ausrechend Platz zu verschaffen. Aber wahrscheinlicher ist, dass die Bandbesetzung während der Aufnahmen wie ein gut geschmiertes Räderwerk funktionierte. So erwarten euch ein ganzer Eimer voller derber Innereien aus Aggression, Wut und gerissenen Muskelfasern. Es gelingt aber auch zurückhaltendere Stücke mit eher ungewöhnlichem Beiwerk zu schreiben, wie „ Dragged Beneath“ oder das hinter vorgehaltender Hand schelmisch als episch zu bezeichnende „ Summon Abyss“. Der Song nimmt scheinbar kein Ende und hängt sicher auch nicht nur zufällig hinten dran wie die tote Katze an der Hängerkupplung. Hierbei haben die sich auf besondere Weise ausgetobt und ein 8 Minuten langes Ohrenkino geschaffen, dessen Bestandteile so nicht im Album hätten untergeschmuggelt werden können. Aber dann endet es auch wie es begonnen hat, mit gutturalem Kehlkopfgebrumme rituell verstimmter Eingeborener. TRUTH CORRODED hatten einiges an prominenter Unterstützung, auch hinsichtlich der Produktion und das tut dem Album hörbar gut, eine so gewaltige Kanonade ist mir selten unter gekommen. Mit Blei und Stahl beladene Metal Langstreckenflugkörper machen sich auf die Reise, der Welt eine neue Ordnung einzubomben und zwar indem sie, zumindest lyrisch, der alten verrotteten, gierigen, rücksichtslosen und durch und durch korrupten den Spiegel vorhalten. Wer in diesem Spiegel nur noch das verzerrte Abbild seiner Selbst wiederfindet, der weiß was die Stunde geschlagen hat. TRUTH CORRODED sind angetreten, mit eigener musikalischer Rücksichtslosigkeit, abgelaufene Uhren zu zertrümmern. Also, zieht euch warm an, wenn das Gewissen plagt. Allen anderen wünsche ich einfach nur Spaß mit 10 unglaublichen Abrissbirnen und dem apokalyptischen Charme eines großartigen Albums!
9/10

Thursday, October 20, 2011

KRAMPUS - Kronos Heritage – Mcd / Eigenproduktion


KRAMPUS sind 8 kleine Italiener, die sich grunzend und kreischend, ja gar singend hinter den Alpen verschanzt haben und ihr Bedürfnis nach mediävalem Frohsinn laut in die Welt krakeelen. Dabei folgen sie dem breiten Pfad felltragender, metsaufender, langhaariger Metal – Barden von ELUVEITIE bis FINTROLL. Ganz in dieser Tradition feuern sie im Hintergrund flotte Gitarrensalven über den Schlachtenacker, dominiert wird die Musik aber von mannigfaltig erklingenden Vokalen und Flöten, Dudelsäcken, Geigen, all dem zu erwartenden Zinnober eben. Wenn man sich darauf einlässt, kann das sogar Spaß machen, denn an der Musikalität der Recken aus den Olivenhainen ist überhaupt nicht zu zweifeln. Andererseits muss der Chose wahrscheinlich auch eine dicke Scheibe Individualität abgesprochen werden. Denn genau genommen unterscheiden sie sich nicht von den früher dagewesenen und ergo populäreren Acts. Eine schlechtere Band macht das aus den Brüdern (und Schwester) sicher auch nicht, höchstens etwas farblos mit leichter Blässe. Was mir jedoch auf die Pille geht, ist der cleane Gesang beim ersten Stück, der hat mich eiskalt beim pinkeln erwischt, das klingt so grauenhaft weichgespült, dass mein Mittelstrahlurin die vorgegebene Flussrichtung verweigert hat. Der Rest kann sich bedenkenlos auf die Völkerwanderung begeben(nicht der Urin!), mit seinem Gepäck die Alpen überqueren und neue Siedlungsgebiete erschließen. Manchmal werden sie freundlich aufgenommen werden, manchmal aber auch die Schwerter ziehen müssen um, wenigstens metaphorisch, warmes, rotes Blut zu vergießen. Es wird nicht lange dauern, vorausgesetzt ein Teil der metallischen Welt behält sein, mir irgendwie schleierhaftes, Bedürfnis nach Harmonie, Mystik und Geschichtsverklärung bei, und die Band drängelt sich mit ihrer stattlichen Besetzung auch auf unseren Bühnen. Die kippen dann ihr komplettes Pseudo – Mittelalter vor unsere Füße, machen uns weis, dass Dudelsäcke und Pfeifen dämonisch sind und die Sucht nach melodiösem Orgasmen, eine vom Teufel geschickte Wollust ist, der man unbedingt folge zu leisten hat! Aber von mir aus, da sich dieser Ableger des Metal gut vermarkten lässt, zweifle ich nicht am kommenden Erfolg, und gönne es der Band natürlich auch. Vielleicht, wenn sie ihr erstes komplettes Album schreiben, erweitern sie ihr Spektrum auch, dass mit diesen nur 3 Songs der Ep kaum ausgereizt sein sollte. Also, Fakt ist, die sind musikalisch ganz knorke, zaubern ein gefälliges und talentiertes Songwriting aus dem Hut. Fakt ist aber auch, dass sie mit ihrem Können bis dato nicht weitergehen als die Horden, die dem Pfad aus grauer Vorzeit in die Moderne folgen, die Pest und Schlachten, Hunger und Tod in romantische Gewänder packen. Fazit: überraschungsarm und trotzdem gelungen! http://www.krampusfolk.com/
7/10

Tuesday, October 18, 2011

BLACK SUN AEON - Blacklight Deliverance - Cd / Cyclone Empire


BLACK SUN AEON ist das Ergebnis eines zu langen finnischen Winters und eines zur Neige gehenden Alkoholvorrates. Wer unter solchen Bedingungen allein in der Einöde festsitzt, tendiert zwangsweise zwischen Melancholie und pathologischer Depression. Nur so ist es möglich, das ein tränenüberflutetes, an Selbstmitleid krankendes Album entstanden ist, das mit schläfrigen Riffs und einem überreizten Harmonieverständnis die Klinge vertikal über den Unterarm treibt. Gebadet in Keyboards, heulenden Chören und schrecklich banalem weiblichen Gastgesängen ist das beinahe schon eine offene Bettelei zur kommerziellen Vermarktung … wenigstens partiell. Sicher gibt es für derlei mehr Fans als sie selbst zuzugeben bereit wären, zumal das Album gut strukturiert ist und auf epischer Ebene bei den Pseudoharten punkten wird. Das ist auch nicht zwingend negativ zu verstehen, aber mir und meiner subjektiven Laune geht das nun mal weit an der rektalen Sitzgelegenheit vorbei. Bei so schmerzhaft ernsthaft gemeintem Dark Metal würde ich eher einen Psychotherapeuten hinzuziehen als den Musiker mit seinen Sorgen allein zu lassen, das Album ist doch ein eindeutiger Verzweiflungsschrei nach Hilfe. Einen ganzen beschissenen Winter einsam in der Kälte zu hocken und sich von den eigenen Dämonen auffressen zu lassen ist das geistig Ungesundeste was man sich antun kann … neben Porngrindphilosophie und dem Black Metal – Schminkkasten aus dem 1 Euro Laden. Wenn der Herr Saukkonen vom Weg abgekommen sein sollte, könnte er es mal mit einer freudschen Tiefenanalyse versuchen. Vielleicht wird er dann den einen oder anderen Brocken los und kann sich darauf konzentrieren, das zu Glattgebügelte, viel zu Gefällige etwas zu beschmutzen und zu verknittern. Ich erwarte ja nicht viel, es sollte nur eben nicht gar so belanglos durch den Orbit wabern, wie es „Blacklight Deliverance“ nun mal tut. Der schartige Death Metal mit seinen simplen und effizienten Riffs, der hier früher mal auftauchte ist eine Marginalie der Musikgeschichte geworden, der Fokus liegt auf warmen, kuschligen Melodien für kalte Abende am offenen Kamin. Soll mir bloß keiner was von Wechselspiel zwischen schmusigen und harten Parts erzählen! Höchstens am individuellen Ereignishorizont schleicht noch eine düstere Gestalt vor der Tür durch den Frost, in Ermahnung dessen, was hätte sein können. Aber allein der letzte Song „Nightfall“ suggeriert was gänzlich anderes. Hast du dann keinen Sexualpartner als Verfügbarkeitsvariable und zur eigenen Handanlegung gibt die Musik keine stimulierenden Vorlagen her, kann es ganz schnell ganz bitter werden. Dann verliert sich das Opfer in Melodiebögen, schwarzen Umtrieben und weibischem Gezeter. Das kann dann schon so aufs Gemüt drücken, dass die Labilen unter uns auch mal gedankenlos auf den Abzug drücken. Wer´s riskieren will, bitte schön, an geeigneten vernebelten Melodien mangelt es nicht. Wenn mir im Winter kalt und einsam wäre, würde ich in die Sonne fliegen!
5/10

Monday, October 17, 2011

PAGANIZER - Into the Catacombs - Cd / Cyclone Empire


In einem Paralleluniversum ist Rogga Johansson ein musizierender Oktopus, der sich mittels Mitose fortpflanzt und Bikini Bottom als Solokünstler in 10 Bars gleichzeitig rockt. In unserer Welt muss er sich mit dem Status eines normalen Schweden abgeben, der zu viel Zeit in einem zu kurzen Leben hat. Aber das ist auch ein typisches Syndrom bei den Nordlichtern, wenn du auf Metal stehst, dann gehörst du auch in mindestens 2 Bands und deshalb ist jeder Metalfan Musiker und der einzige Grund dort Shows zu besuchen, ist der, die ungeliebte Konkurrenz misstrauisch zu beäugen. Der gute Rogga wird da keine Ausnahme sein, wenn er denn überhaupt dazu kommt, das miefige Studio zu verlassen. Bei der Veröffentlichungshast des Meisters sollte es niemanden wundern. Gut, hier liegt also die neue PAGANIZER und wen überrascht es schon, dass es wenig überraschend klingt. Das ist Roggas´ GRAVE Seite und da spielt er alle Karten aus, ohne das Blatt zu überreizen. Starke Songs, dicke Produktion und ein lyrischer Albtraum. In diesem werden scheinbar Thors´ Hammer und Lovecrafts´ düstere schleimige Kreaturen zusammengemischt bis der absolute Unwahrscheinlichkeitskoeffizient in seinem Quadrat an der Wurzel des Übels zieht. Ich hoffe fest, dass die nordischen Götter diesen Mythenclash mit Contenance nehmen, denn wenn deren Zorn erst mal entfesselt ist, regnet es brennende Dynamitstangen auf Gamleby. Dann helfen weder Gebete, Jungfrauen noch nacktes nächtliches Getanze um Birken auf hügligen Lichtungen. Das mag verwirrend sein, die Musik ist es weniger, denn die bleibt berechenbar. Du kriegst was du verdienst und das ist ein trockenes schwedisches Stampfballett mit tiefen Gitarren, nicht eben revolutionären Riffs, souveränem Getrommel und einem Rogga der growlt als hätte er den Mund voller heißer Kürbissuppe. Wer die vorangegangenen PAGANIZER Scheiben kennt, der weiß das das Prinzip der bleibeschwerten Kettensägenattacken unumstößlich ist, weil schwere Midtempospasmen durch Muskelfleisch zucken und der Nacken in gleichmäßigen Bewegungsrhythmen den meist oben auf sitzenden Schädel ohne größere Komplikationen bis ans Ende des Albums kreisen lässt. Eben diesen Fakt sollte der PAGANIZER Konsument zu schätzen wissen. Auch wenn die Songs dem einen oder anderen vielleicht nicht mehr das ganz große Spektakel versprechen, wenn man sich etwas vorbeugt und mal genau hinhört, dann ist das Surren der musikalischen Vorväter immer noch allgegenwärtig, die Musik immer noch punktgenau und von BOLT THROWER bis CARNAGE alles im Topf. Wer nicht den großen Wurf vorausgesetzt hat, bekommt ein weiteres, durchaus mit Überzeugungskraft, aber vor allem gewichtigem Totmetall beladenes Schlachtschiff, das auch hohem Wellengang trotzt und seinen Zielhafen in Schutt und Asche legt. „Into The Catacombs“ gehört ans Tageslicht gezerrt!
7/10

Saturday, October 15, 2011

PERVERSITY - Ablaze - Cd / Lavadome Productions


Wer ist er denn schon, der Slowake. Erst war er drauf und dran unseren schönen Traum vom Großreich Europa zu kippen, weil er seine patriotische Pflicht nicht erfüllen wollte und sich verweigerte ein paar lächerliche Milliarden zur Stabilisierung von Demokratie und Freiheit zu opfern. Nur gut, dass deren Regierung wie überall funktioniert, dass Volk für unmündig erklärt und im internen Machtkampf das Ruder Richtung Stromschnellen herum gerissen hat. Jetzt steht dem gemeinsamen Badespaß nichts mehr im Wege. Gleichzeitig aber lässt der seine Langhaarigen über die grüne Grenze und deren Absichten sind viel abartiger und geschmackloser, aber vor allem gar nicht so leicht zu ergründen. PERVERSITY zum Beispiel, die kämen quasi Undercover in die Kernzone von Recht und Anstand, wären sie so schlau gewesen, den Namen etwas zu verifizieren. Label, Design und Besetzung tauschen sie ja wie die östlichen EU Nachbarn frisch umgelagerte Autoteile. Mit „Ablaze“ startet ein neuer Versuch, dem unvorbereiteten Heavy Metal Fan teuflisches Textwerk rückwärtig unterzuschieben und somit die Stabilität unserer Jugend zu gefährden. Mit diesem fiesen Gift in den Adern wollen die morgens nicht mehr zur Arbeit und abends nicht mehr für die Oma einkaufen. Dann gammeln die den ganzen Tag nur herum, trinken Alkohol, rauchen und haben ungeschützten Sex mit Tieren. Das käme einem Werteverfall gleich, der unser System in seinen Grundfesten erschüttern würde. Auf diesem Wege hätte der Slowake dann doch noch der alten Tante Europa, quasi von hinten einen verbraten. Gut, das ist rein spekulativ, es ist durchaus auch möglich, dass PERVERSITY einfach nur Musik machen wollen, ganz ohne perfide Absichten, lediglich um der Sache willen. So betrachtet ließe ich mich auch überzeugen, das Album zu empfehlen, immer vorausgesetzt mich nicht zum Handlanger dubioser Subjekte mit unlauterem Animus zu machen. PERVERSITY stehen weiter für amerikanischen Ostküstentod, was den Zugang für unsere Jugend zu ihrer Musik einfach macht. SUFFOCATION, IMMOLATION und ähnliches sind die Säulen des perversen Schaffens, meistens schreddert uns gesund technischer Gaspedalmetal an die Backe, es geht aber auch genauso gut zäh und morbide. Manchmal mag es etwas schartig und ungeschliffen wirken, aber bei einer Band die auf solche Weise die alte Schule bedient, ist das Absicht. Anerkennenswert auch, dass sie ihre Songs nicht einfach hintereinander wegtrümmern, sonder das eine oder andere Interlude zulassen, ob es nun sägendes Gitarrenwerk ist oder das Piano aus der Friedhofskapelle, spielt eine untergeordnete Rolle, wichtig ist Kreativität. Schon der Beginn des Albums mit seiner breiten Bassspur, hat einen extra Coolness – Punkt verdient. PERVERSITY ist mit ihrer Nummer 4 ein wuchtiges Stück Blei in den Ausguss gefallen, das es lohnt durch dunkle, feuchte Kanäle in den Rest der Welt gespült zu werden. Und ehrlich gesagt, Scheiß auf Destabilisierung!
8/10

Thursday, October 13, 2011

SLASH DEMENTIA - Race Against The Machine - Cd


Den Bandnamen hat das finnische Chaosquartett offensichtlich bei CARCASS und ihrer legendären Schlachtplatte „Symphonies Of Sickness“ entliehen. Der Albumtitel selbst weist auf eine Band ganz anderer Kleidergröße hin. Musikalisch tendiert der Vierer eher zu ersteren, wenn auch rudimentär. Denn das erwähnte Chaos findet statt, ohne plakativ mit menschlicher Anatomie und deren korrekter altgriechischer Terminologie zu protzen. SLASH DEMENTIA ist stubenreiner Grindcore und Punk mit nötiger „Celeritas“. Lediglich das Intro lenkt die Erwartungshaltung in eine gänzlich falsche Richtung. Alles andere ist ein wirkliches „Cupidos“ Geschoß, zielsicher platziert. Wohl aber eher nicht um Herzen zu brechen sondern Nacken und Schädelkarlotte. Marginal auftauchende, groovige Akkorde Riffs werden im Handumdrehen an die Wand genagelt und zerplatzen im kakophonischen Duell von Gesang und Schlagzeug. Gitarre und Bass sind schön weit unten und sollten auch da bleiben um den Druck aufrecht zu erhalten und den Kessel nicht abkühlen zu lassen! SLASH DEMENTIA wäre der optimale Soundtrack für den nächsten CRANK Streifen, diesmal würde sogar Jason Statham endgültig die Puste ausgehen. Da kann der sich von mir aus einen Atommeiler in seinen Arsch schieben und ein ganzes nymphomanisches Cheerleaderballett in aller Öffentlichkeit begatten, auf den Schwingen einer Boeing reiten, tausend Feinde mit seinem irren Blick paralysieren und experimentelle Drogen schlucken, wie andere Kartoffelchips, seine Begleitmusik würde ihm trotzdem den Gar ausmachen! So viel rohes Gebretter mit Bleifuß über ungepflasterte Straßen setzt viel zu viel Adrenalin frei, als dass irgendein Drehbuchspinner seinen Protagonisten da heil wieder raus schreiben könnte. Die 4 Musiker sägen ohne Unterlass am Erbe lebender und toter Grindinstitutionen, NASUM, ROTTEN SOUND… sowie Crustpunx der ersten Generation… DISRUPT, SKITSYSTEM, DROPDEAD. Primitive und effiziente Krawallunterhaltung gehobenen Geschmacksspektrums, so was kann man nicht links liegen lassen. Schön zu hören auch, dass der gute Opa Rock´n Roll immer noch die zentrale Feste auch dieser Band ist, rockt doch „Rabies Babies“ mit markanten Hooks, ansatzweise wie MALIGNANT TUMOUR, nur ohne komödiantisches Talent. Für den Song und auch die meisten anderen reichen 3 Akkorde völlig aus, um zumindest Punktsieger beim Radaukontest im Domus Insanus zu werden. Bei so viel Aggression hält die beste Zwangsjacke nicht und jegliche Psychopharmaka verstärken die wutsteigernde Raserei nur noch. Solltet ihr euch also ab und an unwohl fühlen und der „gelbe Laufzettel – Verteiler“ deckt euch mit verschreibungspflichtigen Smarties ein, dann verzichtet zu eurem eigenen Wohl auf den Konsum dieser Scheibe. Solltet ihr jedoch gern gutgemeinte Warnungen in den Wind schlagen, könnt ihr das Album legal von meiner Downloadseite ziehen … oder irgendwo anders, ist von der Band so gewollt. http://www.myspace.com/slashdementiagrind
7/10