Monday, January 31, 2011

SIDEBLAST - „Cocoon“ - Cd / Cyclon Empire


Selten genug, dass es stimmt, aber dieses Mal trifft der Pressetext den sprichwörtlichen Nagel auf den Kopf und es obliegt der eigenen Kreativität, dem noch etwas hinzu zu fügen. Da steht was von „Black/Thrash/Death-Cyber- extremists” und genau das ist auch der Punkt. SIDEBLAST wehren sich mit Händen und Füßen den Rest des Körpers in irgendeine Schublade zu stecken. Gut, das wollen viele nicht, aber die Franzosen sind in ihren Bemühungen absolut erfolgreich. Auf der anderen Seite könnte es durchaus sein, dass deren Genremischung, der ich gern noch populäre Metal Core Einflüsse anhängen will, für viele nicht sofort greifbar ist. Experimentierfreude geht über den zwanghaften Willen zur seichten Eingängigkeit. SIDEBLAST, drücken vornehmlich auf die Tube, angetrieben von einem stakkato artigen Schlagzeugspiel, das für Tempo sorgt, häufig aber zu monoton ist. Im Hintergrund schwabbert ein Keyboard mit, das von gewöhnlichem schwarzem Geseire bis hin zu spacigen Tönen alles drauf hat. Die Gitarre wird manchmal etwas verschluckt, sägt aber ausgezeichnet mit und hat im technischen wie auch progressivem Sinne einiges zu bieten und beherrscht von brutal bis melodisch alles. Ein paar mehr eindeutige und zackige Riffs, die auch mal die Oberhand gewinne, wären schön gewesen. Viele Songs werden von Soundsamples begleitet, die für die passende Stimmung sorgen und die Stücke tatsächlich abzurunden verstehen. Gesanglich verlegt sich die Band auf ein gängiges Geplänkel zwischen dominierenden Growls und einzelnen Screams, manchmal auch heiseren Core - Shouts. Das was SIDEBLAST hier vorhaben, erschließt sich sicher nicht nach dem ersten Durchlauf, hat aber durchaus seine Reize, ist grenzüberschreitend und ungemein energiegeladen und aggressiv. Trotzdem, oder auch gerade deswegen hat „Cocoon“ nicht unbedingt Hitpotential, denn tatsächlich kleben bleiben will auch nach mehrmaligem Hörgenuss nichts so recht. Eine so ausufernde metallische Mixtur anzurühren, bleibt nicht ohne begleitende Verdauungsstörungen. SIDEBLAST ist vorrangig etwas für Leuten, die Black, Death, Metalcore, Grind, Thrash in einem Cocktail angerichtet haben möchten und gierig schlucken. Wahrscheinlich sollten der Mut und die technischen Fähigkeiten etwas relativ Neues umzusetzen stärker honoriert werden, mir ist es aber trotzdem nur 6/10 Punkten wert.

Friday, January 28, 2011

DR.ACULA - Slander - Cd / Victory Records


DR.ACULA verkörpern all das, was wir heute unter Metal verkaufen können, ohne dass man dabei wie Metal aussehen muss oder sich an staubige Konfessionen zu halten gewillt ist. DR.ACULA ist Metalcore wie die Rotzer es lieben, zwanglos und quer und um die Ecke gespielt. Immer wenn du denkst, jetzt kommt der rockige Teil mal durch und die Gitarre darf ein sattes und grooviges Riff schmettern, zertrampelt das Songwriting diesen naiven Wunsch mit schräger Technik, weiteren Breaks, massiven Beatdowns und diversen Disharmonien. Die machen scheinbar generell was ihnen einfällt, wirken dabei manchmal wirr, der Eindruck ist aber flüchtig. Dass das ganze hörbar gesteuert ist, ist offensichtlich, die wollen einfach nicht diese ordinäre straighte Nummer hinlegen, die andere fabrizieren. Dass lässt sich auch an den Vocals ablesen, da darf jeder an das Mikro, so dass verschiedenste Tonlagen auf den Hörer einprasseln und vereinzelt die Übersicht rauben. Das Album ist gar nicht so leicht zu schlucken, ich fand die auf ihren ersten Aufnahmen noch wesentlich entspannter, da sind sie auf der Party Schiene geritten, die ihnen heute noch anhängt. Da waren zum Beispiel seltsame Keyboards (in etwa wie bei GIGANTIC BRAIN) ein prägnanterer Bestandteil der Band, etwas das zwar immer noch peripher vorhanden, aber in den Hintergrund gerückt ist. Wenn sie mal durchkommen, erzeugen sie immer noch diesen spacigen Sound, der an 50 Jahre Since Fiction Filme erinnert, was ziemlich cool ist. Die Musik ist heute noch unberechenbarer als vor einigen Jahren und bei einem Song wie „Cocaine Avalanche“ lassen sie auch schon mal alle fünf gerade sein und fleddern, wenigstens partiell, die Bude mit dreckiger Rockattitüde. Insgesamt betrachtet erscheint „Slander“ aber doch sehr zerfahren, was wohl daran liegt, dass die Musiker mehr sind als Grinseclowns und sich und uns wohl auch technisch was beweisen müssen. Als Ergebnis dessen, haben sie meiner Meinung nach etwas zu viel von ihren Ideen hinein gepackt. So ist zwar recht anspruchsvolle Mucke hinten raus gekommen, was aber auf Kosten des Unterhaltungswertes geht. „Slander“ ist komplizierter als erwartet, irgendwie aber auch eine Herausforderung, der die Kids von heute sich stellen sollten und uns alte Spinner manchmal überfordern.
7/10

Wednesday, January 26, 2011

MEDECOPHOBIC - Pandemic Of Existence - Cd


Eins vorweg, mit einem etwas differenzierterem Sound hätte das Ding hier noch viel mehr geknallt. Die gute Gitarrenarbeit bleibt etwas auf der Strecke, das was da an Technik kommt, versteckt sich zu oft hinter der scheinbar unüberwindbaren Frontlinie aus Bass, Schlagzeug und permanent tief gurgelnder Mikrofonpenetration. Die Vocals sind nicht von schlechten Eltern, selbst wenn ich es bevorzuge, nicht gleich einen ganzen Tornado rektal zu exhalieren. Bisschen mehr Abwechslung wäre cooler gewesen, so bläst der Kerl seine Stimmbänder lediglich auf unangenehmste Weise frei, ohne der Musik einen zusätzlichen Drive zu geben. Das ergießt sich dann, ähnlich wie bei BRODEQUIN, über die ganze Spielzeit wie ein Platzregen über Hochwasserterritorium. Tief, tiefer, Vorwerk! Musikalisch liebäugeln MEDECOPHOBIC mit US Kapellen wie DISGORGE, LUST OF DECAY und was da sonst noch in die Hackfleischtüte passt. Das Gebretter setzt sich aus tiefer gelegten Riffs, Blastgeschmetter, einzelnen Moshparts und schmerzhaft pfeifenden Obertönen zusammen. Im Vordergrund steht natürlich zügelloses Gehetzte, Tempo an allen Ecken, als wäre Zeit ein zu kostbares Gut um damit Schindluder zu treiben. Die 9 Songs bieten durchweg brutale Kost, ohne auch nur den Versuch zu starten, über den Tellerrand der US - Schlachtplatte zu linsen, die ziehen ihren Stil gnadenlos durch und müssen sich vielleicht den Vorwurf gefallen lassen, der eigenen Identität etwas hinterher zu rennen. Die reißen den Anlasser durch, geben Gas und steigen 36 Minuten lang nicht mehr ab von ihrem lärmenden Bock, drauftreten bis Anschlag ohne Luftholen! Auf diese Art lassen sich nicht wirklich Highlights heraus picken, das Album klatscht dir auf die Füße wie ein massiver Bleiblock, scheinbar willkürlich und kompromisslos. Ohne Rücksicht auf irgendwelche Feinheiten, setzt die Band auf Bekehrung mit dem Brecheisen. Qualitativ packen sie den Schulterschluss mit den Hinterteichlern aber ganz entspannt, und dürften jeden musikalisch Verirrten ansprechen, der nur Holz hacken will und das Schleifen der Klinge so wie die hohe Modelltischlerkunst anderen überlässt. MEDECOPHOBIC ist brutal, mehr nicht, sollte auch reichen um sich die Rübe von den Schultern zu kippen. http://www.myspace.com/medecophobic
7/10

Tuesday, January 25, 2011

ABACINATE - Genesis - Cd / Epitomite Productions


„Genesis“ stellt quasi das viel zu frühe Erbe von Sänger Jason Sica, der letzten Herbst mit gerade mal 25 Jahren abgetreten ist, an seine Band und an uns dar. Mit seiner Stimme, die so ziemlich alle Variationen der extremen Musik abdeckt, gibt er dem auch so gelungenen Album zusätzlich noch viel Farbe. Der beherrscht wirklich die ganze Palette, die das Genre so bereit hält. Schade, dass er sich das Album jetzt aus einer anderen Sphäre anhören muss. Die Musik von ABACINATE ist ebenfalls ungewöhnlich vielschichtig und kann bei weitem mehr als nur brutal am Absperrgitter gutturalen Geschmackes zu rütteln. Denn neben brutalem Gedresche, erweist sich die Band auch ungewöhnlich open minded, unter anderem mit diversen Hardcore – Einflüssen, kann aber genauso gut mit bemerkenswerter DYING FETUS Schlagseite umgehen ( woran auch der Gesang nicht unerheblich beteiligt ist). Zudem wird es hier mal melodisch und dort auch ansatzweise progressiv. Um dem akustisch farbenfrohen Treiben die Krone aufzusetzen, hofiert die Band mit diversen Riffs und Arrangements den klassischen Metal. Das jedoch ohne zu kopieren, die saugen das alles in ihr eigenes Konstrukt auf. Das gilt selbstredend für alle Einflüsse die diese Band scheinbar ausmachen, denn “Genesis“ ist trotz seines Facettenreichtums sehr homogen. Stellt euch Noah Carpenter, John Gallagher, Jon Schaffer, Jonny Davy und Billy Graziadei in einer Band vor und ihr bekommt eine ungefähre Vorstellung, wohin ABACINATE marschieren. Die Band bietet von allem etwas und nie zu viel, um sich wirklich fest zu legen. Heraus gekommen ist ein erfrischendes Werk mit beachtlichem Einfallsreichtum und ohne das eigentliche Ziel aus den Augen zu verlieren, nämlich schön hart aufs Maul zu kloppen. Egal ob das mit schnellen Riffs oder brachialen Beakdowns geschieht, es funktioniert. ABACINATE ist eine Band, die sich nicht um das Schubladendenken in den Köpfen schert und der Szene durchaus Schwung verleihen könnte, wenn sie denn den Verlust eines talentierten Frontmanns wett machen können. ABACINATE ist vorrangig exzellenter Death Metal, macht dem Hörer aber schon nach dem ersten Durchlauf klar, dass sich dahinter noch viel mehr verbirgt. Die haben echt Eier in der Hose und das sollte honoriert werden!
9/10

Saturday, January 22, 2011

NEANDERTHALER - I Trozzl - Cd


Das einzige was diese Band, oder was auch immer das hier sein soll, beweist, ist die Existenz des absoluten Nichts und im Umkehrschluss die Nichtexistenz des Seins. Denn das was die hier als Musik anpreisen ist mindestens so luftleer wie das absolute Vakuum in den unendlichen Weiten aller existierenden Universen, sogar abzüglich sämtlichen Weltraumschrotts. Ich kapier einfach nicht, was die wollen, was die da machen, solche Typen müssen aufgehalten werden. Musikalisch ist das wohl am ehesten irgendwas mit Doom, qualitativ aber unter der Grabungskante eines städtischen Leichenackers. Das Schlagzeug mäandert in paläolithischer Rhythmusgebung wie unser zweifelhafter namengebender Vorfahr um das gerade entdeckte Feuer. Die Saiteninstrumente zupfen in einem höhlenartigem Sound unerhebliche …ich weiß nicht was… Schnarrgeräusche oder so, und der Sänger formt Laute, die in direkter Linie von den Gröhllauten haariger, stinkender, untersetzter Affenmenschen abstammen. Und das in Verbindung mit der Tatsache, dass der sich dabei so quält, dass ich ihm eine Obstipationstherapie mit Buttermilch und Sauerkraut nahe legen würde. Das Gesamtverbrechen würde nicht mal ein anständiger Sound retten, der sich aber schlauerweise eines Besseren besonnen hat, und lieber zu Hause geblieben ist. Das Album klingt entsetzlich, und ist noch dazu banal, primitiv und langweilig. Es ist aber auch möglich, dass 3 überforderte Barbaren mit mächtigen Oberaugenwülsten und Zähnen die jede Dentalpraxis begeistern würden, durch ein schwarzen Loch in die Moderne geschleudert wurden, und in einem Proberaum heraus gekullert sind. Dort sind sie aus lauter Ehrfurcht vor heidnischen Göttern um das Inventar geschlichen und haben die Instrumente begrapscht, weil sie dachten, so was ließe sich mit viel Geduld in etwas Essbares verwandeln. Mit Musik hat das jedenfalls wenig zu tun, es sein denn, man ist 24 Stunden dauerbreit und feiert schon euphorisch, wenn die Alte mit dem leeren Bierkasten die Treppe runter scheppert. NEANDERTHALER sind unterste Schublade und ich hoffe jemand erbarmt sich und schenkt denen einen Rückfahrschein in ihre Epoche. Ein Hoch auf den Cro – Magnon Menschen, hat er uns doch schlimmeres erspart. http://www.neanderthaler.eu/
0/10

Tuesday, January 18, 2011

PURGATORY - Necromantaeon - Cd / War Anthem Records


Das neue PRURGATORY Album geht runter wie gut geölter Stahl, überraschungsfern, muss nicht noch mal überzeugen, ist Souveränität auf der ganzen Linie. Das Fegefeuer brennt immer noch heiß genug, um Geschichten von Sündern und Sünden akustisch effektvoll umzusetzen. „Necromantaeon“ ist ein weiterer Pflasterstein auf der irgendwie unspektakulär schnörkellosen Rennbahn der Sachsen. Unspektakulär nicht wegen der Musik, sondern weil sie einfach immer präsent zu sein scheinen und irgendwie immer waren, eine feste Größe die man eher im Vorbeigehen gern mitnimmt, als im Vorfeld ein riesiges Gewese um nichts zu machen. Und wie gewohnt drückt auch das Teil hier, übrigens der Einstand bei War Anthem, ungemein in die Magengrube, blastet wie die Sau und donnert kalten, blasphemischen Death Metal auf das Parkett. So und nicht anders war es zu erwarten. PURGATORY sind 100 Prozent zeitresistent, die fegen immer noch mit dem gleichen Besen wie in den 90ern und der verliert dabei nicht mal Haare. Die Songs selbst variieren untereinander jetzt nicht erheblich, für Experimente lassen die Jungs kein Tor offen, sind an so was scheinbar überhaupt nicht interessiert, spielen lediglich Death Metal in seiner ureigensten Form. Das Spiel selbst macht, trotz wahnsinniger Aggressivität, einen unglaublich entspannten Eindruck, so als wäre das einfach zwischen zwei Fass Bier entstanden. Selbst wenn der musikalische Anspruch recht hoch liegt, und die Band sich nicht mit halbgarer Pampe abgibt, wirkt das trotzdem nicht so, als hätten sie dafür monatelang schwitzen müssen. „Necromantaeon“ enthält zwei Hände voll Stahl, abgefeuert von einer perfekt eingestellten Kanone, mit nicht zu überbietender Treffsicherheit. Die wissen einfach nach so vielen Jahren, wie der Stahl gehärtet…geschmiedet wird, da gibt es keine Korrosion und unbeabsichtigte Bruchstellen, da hat eben alles seinen festen Platz. Alles andere hätte mich dann wirklich überrascht. Unterstützt von brachialem Sound ist auch das 6. Album im typischen PURGATORY Stil sehr hörenswert, und stilecht mit düsterem Nachhall des Gehörnten!
8/10

Friday, January 14, 2011

LEGION OF THE DAMNED - Descent Into Chaos - Cd / Massacre Records


Das Chaos, das der Titel und das Intro versprechen, bei dem die Tore zur Hölle aufgestoßen werden und der Planet mit unbeschreiblichen Unheil überzogen wird, bei dem Krieg und Pestilenz ihre Sensen funkensprühend aneinander schlagen…bleibt in musikalischer Hinsicht erst mal aus. Auch der neue LEGION OF THE DAMNED Bolzen erweist sich als ein wohl strukturierter Death/Thrash Happen ohne große Überraschungen aber mit beeindruckender Souveränität. Diesmal sind sie zu Peter Tägtgren ins Studio gezogen, der den Sound der Band aber nicht wesentlich verändert hat, jedoch für ein angenehmes Maß an klarer Brutalität sorgte. Der Sound drückt den stärksten Anabolikajunkie durch die Bank. Rein musikalisch stehen immer noch starke, leicht nachzuvollziehende Riffs im Vordergrund, und dass das so geblieben ist, macht mir das Album um so sympathischer, ist eine coole und harte Gitarre die einprägsame Schädelspalter abfeuert, nicht die Quintessenz jedes guten Metal Albums? Es bedarf keiner Eingewöhnungszeit, bis ein Stück zugängig ist, und selbst wenn die Nummern leicht vorhersehbar sind, kümmert mich das nicht die Bohne. LEGION OF THE DAMNED kommen ohne Umwege geradlinig ans Ziel, es macht regelrecht Spaß, wenn Thrash Riffs so unumwunden funktionieren. „Descent Into Chaos“ tritt einen mächtigen Gewittersturm los…dessen Tempo im Allgemeinen jedoch gedrosselt ist (Ausnahmen bestätigen die Regel), der aber gerade deshalb Orkanstärke annimmt, wenn man sich ihm denn entgegenstemmen will. Auf jeden Fall ist auch das neue Album der Holländer frei von verkaufsbremsenden Experimenten und sollte der Bands einen weiteren Erfolg versprechen, ohne wirklich anspruchsvoll zu sein. Muss es auch nicht, ist doch Metal. Der hier soll das Publikum in breiter Masse erreichen und das wird auch gelingen. Ich mag das Album, auch oder gerade wegen seiner einfachen Strukturierung. Und mit „Lord Of The Flies“ erhebt er sich dann doch noch, der Herr der Unterwelt und beglückwünscht die Jungs, einen vermarktungsstrategisch geschickten Soundtrack zur anstehenden Apokalypse bereit gestellt zu haben. Das schrecklich quietschende Solo dürften die rostigen Türangeln der Höllenpforte symbolisieren, die ächzend in Bewegung kommen. „Descent Into Chaos“ funktioniert in allen Belangen und darf gemocht werden.
8/10

Wednesday, January 12, 2011

SEPTICAEMIA - Dead Bodies Everywhere - Cd


SEPTICAEMIA benehmen sich wie der sprichwörtliche Elefant im Porzellanladen, der die einheimischen Mingvasen mit seinem fetten Arsch umreißt. SEPTICAEMIA ist schonungsloser US Death Metal alter Prägung, vereint eine Mixtur aus INCANTATION (wenn die Brüder schneller flitzen) und SIX FEED UNDER (in den Mid Tempo Teilen – wo sonst) und klingt vom ersten bis zum letzten Ton nach Konservenkost. Die Musik ist ganz gewiss nicht schlecht und so viele chinesische Bands gibt es möglicherweise nicht, jene die sich international Gehör verschaffen sicher noch weniger, doch mir reicht das nicht wirklich. Die Riffs gleichen sich zu oft und der Sänger langweilt mit seinen immer gleich bleibenden Growls. Da fehlt etwas der eigene Anspruch. Der Sound ist trockener als die Sahara und die Musik völlig unspektakulär und trotz dem brutal. Offensichtlich haben sie ihren Vorbildern genau auf die Finger geschaut, ohne den Coverbandgedanken ablegen zu können. Nach der voran gegangenen Mcd hatte ich mir mehr versprochen. So krebsen die chinesischen Brüder ziemlich auf der Stelle und das Album sorgt für wenig frischen Wind im Tal des staubigen Bleitodes, ist echt nach 3 Durchläufen öde, da sind alle Messen gelesen. Um aus einem anspruchslosen Mittelfeld heraus zu kommen, bedarf es halt doch mehr als nur Bock auf Geratter zu haben, Songwriting ist nicht Brötchen backen, wo ich erwarte, dass die täglich mit gleichem Geschmack auf den Tisch kommen, hier muss man sich schon mal was trauen. Unterm Strich ist „Dead Bodies Everywhere“ ein akzeptables Album mit Gähnfaktor und verschenktem Potential und, je länger ich das höre, mit nervigem bis beschissenem Gesang, der auch noch völlig übersteuert in den Vordergrund drängt. Bei einem ganz gelungenen Song wie „Necrophilia“ möchte ich dem Frontclown gern eine alte schweißige Socke zwischen die Stummelzähne schieben, um das Stück nicht zu arg zu versauen. Zum Abschluss zerhacken sie noch MEGADETH „Symphonie Of Destruction“, das man sich auf diese Art schon mal geben kann… wenn man es mag. Also, „Dead Bodies Everywhere” geht so, muss man aber nicht. Wer es unterlassen kann, das Teil aus dem Netz zu klauen, der bekommt ein Multimediapaket mit Live/ und Musikvideo, fragt eure Dealer!
5/10

Tuesday, January 11, 2011

OFFAL - Macabre Rampages And Splatter Savages - Cd / Black Hole Prod.


Ah, verdammt, die ziehen ihr AUTOPSY / IMPETIGO Ding ja gnadenlos durch, OFFAL ist wüster und fetter Old School Death / Grind der bis zum Hals im Klischee beladenen Horrorsumpf steckt und die blutige Suppe mit Genuss hektoliterweise verspritzt. Dabei entstehen fast ausschließlich tiefe und schwere Mid Tempo Stücke, die sich an 80er Slasher /Zombie/ Giallofilmen orientieren, und die entsprechenden Intros vor sich her schieben. So darf Jason lässig die Machete schwingen und Untote auf Friedhöfen nach Hirnen suchen, vornehmlich geben aber europäische Expolation Ikonen den Ton an, Italozombies und spanische Leichen auf Gäulen. Den Vogel schießt wohl das beinahe zärtliche Instrumental „Deep Red…“ ab, das sich an Argento und seiner Lieblingsband GOBLIN orientiert, und selbstredend vom Filmtrailer eingeleitet wird. Mit diesem ganzen Introkram wird die Cd zu einem Trivial Pursuit für Horrorfreaks, macht das Mitratespiel aber eigentlich zu keiner allzu großen Herausforderung, da die Messerschwinger und Axtmörder hinlänglich bekannt sind. Trotzdem ist das tatsächlich ziemlich cool, selbst wenn das so ausgelatscht erscheint, dass es für Normalsterbliche interessanter sein wird, einen Fluss zu beobachten der sich in den Felsen gräbt. Die müssen nur aufpassen, dass die mit ihrer Zeitmaschine nicht stecken bleiben. OFFAL steht für ziemlich rohe und rücksichtslose Musik, die offensichtlich macht, dass die wohl mindestens 20 Jahre zu spät kommen und nun verzweifelt nach einem schwarzen Loch suchen, dass sie zurück katapultieren kann. An den richtigen Stellen zeigt sich die Band auch mal zurückhaltend, was der angestrebten Gänsehautatmosphäre, zumindest partiell, zugutekommt. Die haben ein sehr sicheres Gespür, das passende Arrangement an die richtige Stelle zu setzen. Was es auf keinen Fall ist, das ist billig, denn das Songwriting ist recht stark und geht weit über schrammlige Wiederholungen besserer Originale hinaus. Nee, ich finde das musikalisch schon innovativ, in den gesteckten Grenzen natürlich. Langweilig wird es jedenfalls nicht, mit solch stampfenden und vielleicht auch etwas unspektakulärem Death Metal bin ich groß geworden, und von mir aus kann man mich damit gern wieder einbuddeln. Ich mag die Band, teilen sie doch ihren persönlichen Geschmack für Radau und schlechte Unterhaltung mit mir.
9/10

Sunday, January 9, 2011

ZaSKaE - Chikara - Ep


Ich habe keine Ahnung, warum die eine Japanmeise haben und was die wollen, ob die auf abgefahrenen Hentai Kram stehen, und vielleicht eine Sprache sprechen, die eher was mit Lebensweise als mit Worten zu tun hat. Hauen die Ziegelsteine mit ihren Köpfen durch, saufen die Reisfusel und sind nach 2 Doppelten besoffen, weil irgendwas nicht mit deren Genen stimmt und lesen die ihre Bücher von hinten? Sind doch schließlich Beutelgermanen, was fasziniert die so an Japan, warum dieses Image? Ich krieg ja nicht mal raus, was das mit dem Bandnamen soll, muss ich mich etwa anstrengen? Angeblich sind die Lyrics japanisch, was ich nicht bestätigen kann, da ich bei dem Gekreische gar nicht wissen kann, ob das Buchstaben sind oder es sich um einen Magendurchbruch handelt, der sich dem Sänger da aus der schrillen Kehle ergießt. Was eindeutig aus dem Land der aufgehenden Sonne zu stammen scheint, ist die der Musik eingepflanzte Hektik. Ein paar Akkorde und viel Tempo und fertig ist eine weitere gängige und unterhaltsam grindige Power Violence Version, die schon wieder vorbei ist, bevor der Hörer im Konzertsaal Platz genommen hat. Auch das ist bezeichnend, bei so viel Geschwindigkeit, bei so viel Gaspedal bei eigentlich recht primitiver Musik müssen die Stücke kürzer ausfallen als japanische Schwänze. Die schaffen es nicht, so eine Krawallgeschichte wenigstens mal eine Minute durchzuziehen. Damit sei zur Musik alles gesagt, zischt vorbei wie Durchfall, ist nicht ganz sauber, aber man erzählt darüber und erinnert sich ein Weilchen. Genau betrachtet ist das also überhaupt nicht schlecht, auch wenn es musikalisch nicht viel mehr hergibt, als kurz was auf die Fresse und einen Eisbeutel für den Brummschädel. Die Ep und ihre 5 kurzen Herzattacken gibt es für lau auf der Bandwebseite und wem das Leben nicht schon stressig und laut genug ist, der darf gern mal schnuppern und das große Geheimnis lüften, was kaputte Einheimische mit Kamikaze zu tun haben. Im Februar soll übrigens ein komplettes Album aufgenommen werden, das bestimmt genau so abrupt in die Fersen hackt und unschuldige Schreiberlinge zu stolpern bringt. http://www.myspace.com/zaskae
6/10

ONSLAUGHT - Sounds Of Violence - Cd / AFM Records


Ich finde es ganz gut, dass die Band nach verdammt langer Abwesenheit ihr 2, Album nach der Reformierung hinlegt, gehören sie doch zu den Urgesteinen der Thrash Metal Szene. Vielleicht ist es ihnen ja zum Verhängnis geworden, dass sie Briten sind und der sich Metal dort einst schnell in eine andere Richtung entwickelt hat. Wenn ich sie heute aber höre, weiß ich, dass sie nichts verlernt und viel dazu gelernt haben. „Sounds Of Violence“ ist vollgestopft mit satten Riffs, geilen Solis, hetzenden Blasts und schweren Kanonaden. Ein typisches und doch nicht gewöhnliches Thrash Metal Album mit viel Verweisen auf die 80er. Dabei wirkt der Sound durchaus modern und auch in Punkto Songwriting gehen die Jungs mit der Zeit und lassen den Staub vergangener Tage liegen. Hört euch nur „ Hatebox“ an, das zum Teil schon hübsch progressiv ist und mit modernen Hardcoreeinflüssen jongliert. Ganz im Gegensatz dazu steht „Code Black“ ein purer Mid - Tempo Kracher, der es mir leicht macht, die Band immer noch zu mögen. Andere Songs haben dann wieder eindeutige Slayer Schlagseite (Rest In Pieces“, „Antitheist“). Für mich die stärkste Nummer mit dem fettesten Riffing ist aber „Godhead“, der ultimative Song auf einer sehr überzeugenden Scheibe. Passend dazu greifen alle Komponenten schlüssig ineinander und erlauben gar kein anderes Ergebnis. Einer Scheibe mit wahnsinnigem Spielriemen und durchweg guten Ideen. Lediglich ihre Reminiszenz an MOTÖRHEAD („Bomber“) finde ich jetzt nicht ganz so gelungen, auch wenn Phil Campbell und Onkel Tom mitgewirkt haben, aber das bleibt wohl eine rein subjektive Empfindung. Das Album hat einiges an Hitpotential und keine wirklichen Ausfälle, wenn ich dann „Born For War“ höre, denke ich eigentlich „born to thrash“!!! Bei ONSLAUGHT weht ein verdammt frischer und aggressiver Wind, der die Fönwelle vom Bangerschädel pustet, und dieses Album könnte eine echte Institution werden, wenn die Band sich beständig zeigt. Auf jeden Fall liegt mit „Sounds Of Violence“ die Hochwassermarke ein gutes Stück über der höchsten Warnstufe! Muss man haben!
9/10

Thursday, January 6, 2011

WRITHING AFTERBIRTH - Defaced, Defiled, Devoured - Ep / Sevared Records


WRITHING AFTERBIRTH gehören zu der Kategorie junger Hüpfer, die sich als absolute Tieftöner verstehen, wie sonst wäre ihre Version von brutalem Slam Death zu verstehen. Denn zum einen ist der Sound so was von im Basskeller, dass aller Regionen unterhalb des Zwerchfells in Auflehnung geraten, und mit Beat Downs bis zum Würgereiz inklusive Kotzschwall bombardiert werden. So verdammt tief, dass jeder Versuch technische Aspekte einzubringen sofort erdrückt wird. Und zum anderen ist die Musik schon beinahe erschreckend primitiv, will lieber Knochen splittern sehen als zärtlich liebkosen, besteht darauf, jedem anspruchsvollen Musiker den Angstschweiß auf die Stirn zu jagen, so wenig kümmern sie sich um tatsächliche Musikalität, die wollen einfach nur ihre schmutzigen Finger durch infizierte Wunden ziehen. Und das tut das Debüt der Frischlinge aus den Staaten ohne Respekt, aber auch ohne allzu viel Potential. Der Mist ist so brutal, dass es reicht um heute noch unterhaltsam zu sein, bestimmt ist auch noch genug Luft drin um nach dieser Ep ein volles Album nach zu legen. Spätestens dann wird sich das Spiel aber bestimmt in Wohlgefallen auflösen, dann dürften alle Geschichten erzählt sein, denn diese brutale Eingleisigkeit limitiert sich doch arg. Auch diese Kandidaten hier geben sich nicht die geringste Mühe aus dem engen Korsett, in das sie sich gezwängt haben, wieder auszubrechen, die merken mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht mal, wie es ihnen die Luft abschnürt. Aber so lange es funktioniert haben wir unser Vergnügen mit bollernden Drums, krakelenden Stimmbändern und locker hängenden Katzendärmen. Das was sich heute als heitere Großkotzigkeit mit schwerster Instrumentalbegleitung präsentiert, wird in Zukunft ein weiteres gelöschtes Kapitel im Buch der Bedeutungslosigkeiten sein. Ich bin weit davon entfernt die Band schlecht zu machen, tatsächlich gefällt mir deren Musik mit Kettensäge und Axt gut, es mangelt ihr jedoch an Nachhaltigkeit, wie so vielen, bin mir aber auch sicher, dass die das hier gern und mit nicht zu geringem Stolz machen, also lassen wir sie ruhig mit dem Zug fahren so lange sie willens sind, die Fahrkarte zu zahlen. Allen Fans von US Slam - Geschepper, Circlepits und Hörsturzattacken bieten WRITHING AFTERBIRTH genau das richtige, nämlich einfach drauf los und nicht zurück schauen!
6/10

Wednesday, January 5, 2011

DIMINISHED - Rectal Torment - Cd / Sevared Records


Ein buntes Cover voll mit grafischer Gewalt und sexueller Kompensierung des eigenen kleinen Schwanzes kann nicht darüber hinweg täuschen, dass DIMINISHED immer noch ein Stückchen Baustelle ist. Zum einen ist es eine Frechheit das Album als Full Lenght anzubieten, wo es gerade mal etwas über 17 Minuten auf die Waage bringt. Das geht rein gar nicht, da bin ich auch von Sevared Records etwas enttäuscht, aber so sind Amis nun mal. Ich kann doch aber auch nicht einen auf dicke Hose machen, die Limousine ankündigen und dann mit dem Dreirad zur Party radeln. Da macht man sich schon etwas unglaubwürdig und lächerlich. Desweiteren gelingt es nicht, die schon recht heftige Mucke in ein brutales Soundgewand zu stecken, das ist einfach an allen Ecken viel zu dünn, wie ein Gefrierbeutel voller Innereien, der langsam auf taut und ausläuft. Auf diese Art verschwimmen einige gute Momente und die Band beraubt sich selbst eines positiven Drucks. Von der musikalischen Seite wird gut verdauliche Durchschnittskost in Punkto Brutal US Death geboten, mit viel Gestampfe, satten Riffs und fietschenden Obertönen, anständigem technischen Niveau, variablen Stimmverrenkungen und passenden Slamparts. So wie bei vielen anderen heutzutage eben auch. DIMINISHED docken sich bei Bands wie DYING FETUS an, versuchen zu grooven und staffeln das Tempo an den richtigen Stellen ganz anständig. Das Songwriting ist also doch recht ordentlich, bleibt aber hinter Szenegrößen zurück und lässt noch einiges an wirklich zündenden Ideen vermissen. Um im Zirkus der Erfolgreichen den Clown zu machen ist das sicher genug, für den großen Auftritt fehlen aber noch eine Menge Körner die zu picken sind um ein amtliches Ei zu legen. DIMINISHED reihen sich in die Liga aufstrebender Bands ein, die die Szene in Massen bevölkern und nach dem einen großen Happen gieren, die ordentlich einen drauf machen aber noch nicht den eigenen Partymotor gestartet haben. Bisher rauschen sie einfach nur durch, früher hätte das gereicht um viel Aufmerksamkeit zu erhaschen, heute ist das Niveau auch der vermeintlich kleinen Bands recht hoch, was den Weg ans volle Buffet (wenn es ein solches überhaupt noch gibt) zu ebnen. DIMINISHED sind also wirklich nicht von schlechten Eltern, der Markt ist halt riesig und fordert mehr als nur Bock auf coole Musik.
6/10

Tuesday, January 4, 2011

GANGRENA - The Zombie Chronicles - Cd


So, entweder haben MORTICIAN in Mexico unter anderem Namen heimlich ein neues Album aufgenommen oder GANGRENA betreiben hier gefährliche (und eigentlich belanglose) Heldenverehrung, ohne auch nur den Versuch zu unternehmen ein eigenes Label auf dem Markt zu integrieren. Über die Band selbst ist auch überhaupt kein Background ausfindig zu machen, also wer weis schon woher der Wind weht. Ganz egal, fest steht, dass dieses Album die pure Zombie Apocalypse ist, und nur Leute anspricht die immer noch auf ein neues Lebenszeichen von Rahmer und Beaujard warten, die fest daran glauben, dass noch nicht alle Geschichten erzählt sind. Jene können ihre Hoffnung mit GANGRENA über Wasser halten und werden auch noch gut bedient. Denn auf „The Zombie Chronicles“ gibt es ausschließlich Musik, die der Blumenbote und sein freundlicher Kumpel aus dem Star Wars Universum nicht auch so gemacht hätten. Stellt euch auf totalen Blast mit verzerrtem Bass, tiefer Gitarre und sterilem Drumcomputer ein, der schnell auch mal tempomäßig gen Null fährt und so auch die typischen gorigen Momente beinhaltet. Zwischen den Songs wird über Untote geschwafelt, Opfer schmackhaft zerfetzt und mit lebenden Leichen getanzt. Das Songwriting weicht in nichts den Vorgaben von MORTICIAN ab und erreicht seinen Höhepunkt in der obligatorischen Coverversion von besagter „Zombie Apocalypse“. Also entweder ihr liebt es oder ihr hasst es, denn GANGRENA geben ihren Zuhören überhaupt nichts neues, nichts was nicht schon mal in den fiesen Sud goriger Ergüsse gekotzt worden wäre. Allerdings geben sie sich redlich Mühe mit ihren Clonenummern nicht hinter den Originalen zurück zu stehen und das gelingt beachtlich gut. Na ja, ich denke da muss man aber auch nicht viel Aufwand betreiben. Jedenfalls haben sie MORTICIAN genau auf die Finger geschaut, und wer was überzeugend Geklautes ohne Umschweife akzeptieren kann, dem lege ich dieses Album in seine toten, kalten Finger! Für innovationslose Brutalität gebe ich gern ein paar Punkte ab, zumal sie ihr Album in mp 3 Version verschenken, so tut es dem Geldbeutel wenigstens nicht weh: http://www.myspace.com/gangrenainfected
7/10

BOWEL STEW - Necrocoital Amputorgy - Cd / Coyote Records


BOWEL STEW versenken ihre Opfer im übertragenen Sinne bis zum Hals in einem Kessel aus menschlichen Überresten und kochen sie darin in Windeseile gar. Tempo ist das einzige was zählt und so wird ein Album ohne nennenswerte Höhepunkte über die Bühne gebracht, wichtig ist nur, dass es gehörig rumpelt. Und so gurgelt, grölt und blubbert der Frontmann mit Eiter und Darmsuppe gefüllter Kehle, im Takt zu einem Snare – dominierten Schlagzeuger, das klingt als würden Tonnen von Baugerüsten in null Komma nix einstürzen. Und auch das verbleibende Saiteninstrumentarium hat nur eines im Sinn, sich gegenseitig zu überholen und so schnell wie möglich ans Ziel gelangen, dem Schafott des guten Geschmacks. Das gelingt mit schnellen Fingern, hohen Tönen und zwangloser Nutzung gängiger Klischees brutaler Musik. Zwischendrin dürfen opferwillige Jungfrauen um Hilfe rufen und sich von irrsinnig schnellen Gitarrenriffs auspeitschen Lassen, während der nackte Folterknecht lautstark brüllt und sie mit seinem Gemächt traktiert. Ein Albumtitel wie „Necrocoital Amputorgy“ lässt auch keinen Spielraum für anders geartete Ambitionen, da gibt es halt nur blutigste Unterhaltung abseits künstlerischer Aspekte, da trifft der Gorehammer eben immer in die Mitte. Es ist so gut wie unmöglich, die einzelnen Songs von einander zu unterscheiden. Dass die Band bei so viel Rülpse gleich auf Texte verzichtet, ist dann auch nicht weiter schlimm, erklärendes Beiwerk zu so einer ungebremsten Gewaltorgie ist sowieso überflüssig. BOWEL STEW ist was für Fans von BRODEQUIN, für Leute die auf mörderisches Tempo und pures Gedresche stehen, gleichzeitig auf Technik und Anspruch verzichten können, sich lediglich auf ultrabrutale Weise verdreschen lassen wollen. BOWEL STEW steht für völlig kaputte und kranke Scheiße, für Musik die sich gar nicht erst die Mühe macht, Freunde außerhalb des Eingeweideuniversums zu finden. Das spricht nur Hartgesottene an, die werden aber auch nach allen Maßstäben der Folter hervorragend bedient! Da wird sich niemand über Monotonie und Ideenarmut aufregen, solange die Messer gewetzt sind, einzig der eigenwillige Schlagzeugsound bleibt gewöhnungsbedürftig. Wer keine tiefgründigen Antworten sucht, hat nach Genuss von einem Dutzend matschiger Brocken auch keine offenen Fragen mehr!
7/10

Monday, January 3, 2011

ABORTED FETUS - Fatal Dogmatic Damage - Cd / Comatose Music


So manche heutige Death Metal Band steht für Zweit-, oder sogar Drittverwertung, und geht somit mit dem globalen Rezessionstrend Hand in Hand, ob das nun etwas mit der eigenen Vorliebe für diverse provokante Geschmacklosigkeiten oder purer Fantasielosigkeit zu tun hat, sei dahin gestellt. Es ist immer noch besser gut zu klauen als ungeschickt selbst zu kochen. Was bei ABORTED FETUS auf den Tisch kommt, gibt der Bandname schon vor, euch empfängt eine brutale Schlachtplatte mit viel Groove, Slam, wüsten Prügelorgien und Tempobremsen, Obertönen und schweren Riffs so wie passenden gutturalen Growls. Also nichts, was andere nicht schon mal auf der Karte hatten. Und trotzdem funktioniert das. Die Russen (keine Beleidigung, nur territoriale Feststellung) verpassen uns mit geschliffenen Messern einen schmerzhaften Cut nach dem anderen und gehören neben KATALEPSY zu den interessantesten Bands des Genres die aus Putins Riesenreich nach Fleisch und Blut schreien. Mit dieser Eigenschaft (dem ungezähmten Austeilen ohrenverstörenden Musikterrorismus) baden sie natürlich auch ungezwungen und genüsslich in einer Suhle voller stinkender und dampfender Klischees, ohne dass sie sich die Bohne drum scheren, verwursten eben das ganze Zeug, das von brutalem Gesplatter erwartet werden darf . Außerdem dürften sie mit Comatose Music als Label und Jon Zig, der für das postapokalyptische Cover verantwortlich zeichnet, dem weltweiten Wahnsinn nun etwas näher stehen. ABORTED FETUS funktioniert wie eine russische Diesellok auf der Transsibirischen, die stampft und rollt auch bei den widrigsten Bedingungen, schleppt die schwerste Last murrt nicht einmal und bringt ihre Passagiere ans Ziel. In Bezug auf Austauschbarkeit des musikalischen Konstrukts würde das aber auch bedeuten, es könnte gleichwohl eine amerikanische Maschine vorgespannt werden, die dasselbe Ergebnis erzielt. Fairerweise muss jedoch gesagt werden, dass viele Amis heute die schlechteren Kopien der eigenen Szene darstellen. So gesehen machen ABORTED FETUS überhaupt nichts falsch, wollen einfach nur brutal und souverän klingen und unterhalten. Das gelingt ohne Umschweife! Fans von DEVOURMENT werden Gefallen daran finden, und aufgrund der überzeugenden Qualität überrascht sein, steht das Album doch mehr als auf Augenhöhe mit so genannten Szenegrößen!
8/10