Monday, January 3, 2011

ABORTED FETUS - Fatal Dogmatic Damage - Cd / Comatose Music


So manche heutige Death Metal Band steht für Zweit-, oder sogar Drittverwertung, und geht somit mit dem globalen Rezessionstrend Hand in Hand, ob das nun etwas mit der eigenen Vorliebe für diverse provokante Geschmacklosigkeiten oder purer Fantasielosigkeit zu tun hat, sei dahin gestellt. Es ist immer noch besser gut zu klauen als ungeschickt selbst zu kochen. Was bei ABORTED FETUS auf den Tisch kommt, gibt der Bandname schon vor, euch empfängt eine brutale Schlachtplatte mit viel Groove, Slam, wüsten Prügelorgien und Tempobremsen, Obertönen und schweren Riffs so wie passenden gutturalen Growls. Also nichts, was andere nicht schon mal auf der Karte hatten. Und trotzdem funktioniert das. Die Russen (keine Beleidigung, nur territoriale Feststellung) verpassen uns mit geschliffenen Messern einen schmerzhaften Cut nach dem anderen und gehören neben KATALEPSY zu den interessantesten Bands des Genres die aus Putins Riesenreich nach Fleisch und Blut schreien. Mit dieser Eigenschaft (dem ungezähmten Austeilen ohrenverstörenden Musikterrorismus) baden sie natürlich auch ungezwungen und genüsslich in einer Suhle voller stinkender und dampfender Klischees, ohne dass sie sich die Bohne drum scheren, verwursten eben das ganze Zeug, das von brutalem Gesplatter erwartet werden darf . Außerdem dürften sie mit Comatose Music als Label und Jon Zig, der für das postapokalyptische Cover verantwortlich zeichnet, dem weltweiten Wahnsinn nun etwas näher stehen. ABORTED FETUS funktioniert wie eine russische Diesellok auf der Transsibirischen, die stampft und rollt auch bei den widrigsten Bedingungen, schleppt die schwerste Last murrt nicht einmal und bringt ihre Passagiere ans Ziel. In Bezug auf Austauschbarkeit des musikalischen Konstrukts würde das aber auch bedeuten, es könnte gleichwohl eine amerikanische Maschine vorgespannt werden, die dasselbe Ergebnis erzielt. Fairerweise muss jedoch gesagt werden, dass viele Amis heute die schlechteren Kopien der eigenen Szene darstellen. So gesehen machen ABORTED FETUS überhaupt nichts falsch, wollen einfach nur brutal und souverän klingen und unterhalten. Das gelingt ohne Umschweife! Fans von DEVOURMENT werden Gefallen daran finden, und aufgrund der überzeugenden Qualität überrascht sein, steht das Album doch mehr als auf Augenhöhe mit so genannten Szenegrößen!
8/10

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