Tuesday, January 4, 2011

BOWEL STEW - Necrocoital Amputorgy - Cd / Coyote Records


BOWEL STEW versenken ihre Opfer im übertragenen Sinne bis zum Hals in einem Kessel aus menschlichen Überresten und kochen sie darin in Windeseile gar. Tempo ist das einzige was zählt und so wird ein Album ohne nennenswerte Höhepunkte über die Bühne gebracht, wichtig ist nur, dass es gehörig rumpelt. Und so gurgelt, grölt und blubbert der Frontmann mit Eiter und Darmsuppe gefüllter Kehle, im Takt zu einem Snare – dominierten Schlagzeuger, das klingt als würden Tonnen von Baugerüsten in null Komma nix einstürzen. Und auch das verbleibende Saiteninstrumentarium hat nur eines im Sinn, sich gegenseitig zu überholen und so schnell wie möglich ans Ziel gelangen, dem Schafott des guten Geschmacks. Das gelingt mit schnellen Fingern, hohen Tönen und zwangloser Nutzung gängiger Klischees brutaler Musik. Zwischendrin dürfen opferwillige Jungfrauen um Hilfe rufen und sich von irrsinnig schnellen Gitarrenriffs auspeitschen Lassen, während der nackte Folterknecht lautstark brüllt und sie mit seinem Gemächt traktiert. Ein Albumtitel wie „Necrocoital Amputorgy“ lässt auch keinen Spielraum für anders geartete Ambitionen, da gibt es halt nur blutigste Unterhaltung abseits künstlerischer Aspekte, da trifft der Gorehammer eben immer in die Mitte. Es ist so gut wie unmöglich, die einzelnen Songs von einander zu unterscheiden. Dass die Band bei so viel Rülpse gleich auf Texte verzichtet, ist dann auch nicht weiter schlimm, erklärendes Beiwerk zu so einer ungebremsten Gewaltorgie ist sowieso überflüssig. BOWEL STEW ist was für Fans von BRODEQUIN, für Leute die auf mörderisches Tempo und pures Gedresche stehen, gleichzeitig auf Technik und Anspruch verzichten können, sich lediglich auf ultrabrutale Weise verdreschen lassen wollen. BOWEL STEW steht für völlig kaputte und kranke Scheiße, für Musik die sich gar nicht erst die Mühe macht, Freunde außerhalb des Eingeweideuniversums zu finden. Das spricht nur Hartgesottene an, die werden aber auch nach allen Maßstäben der Folter hervorragend bedient! Da wird sich niemand über Monotonie und Ideenarmut aufregen, solange die Messer gewetzt sind, einzig der eigenwillige Schlagzeugsound bleibt gewöhnungsbedürftig. Wer keine tiefgründigen Antworten sucht, hat nach Genuss von einem Dutzend matschiger Brocken auch keine offenen Fragen mehr!
7/10

No comments:

Post a Comment