Friday, January 14, 2011

LEGION OF THE DAMNED - Descent Into Chaos - Cd / Massacre Records


Das Chaos, das der Titel und das Intro versprechen, bei dem die Tore zur Hölle aufgestoßen werden und der Planet mit unbeschreiblichen Unheil überzogen wird, bei dem Krieg und Pestilenz ihre Sensen funkensprühend aneinander schlagen…bleibt in musikalischer Hinsicht erst mal aus. Auch der neue LEGION OF THE DAMNED Bolzen erweist sich als ein wohl strukturierter Death/Thrash Happen ohne große Überraschungen aber mit beeindruckender Souveränität. Diesmal sind sie zu Peter Tägtgren ins Studio gezogen, der den Sound der Band aber nicht wesentlich verändert hat, jedoch für ein angenehmes Maß an klarer Brutalität sorgte. Der Sound drückt den stärksten Anabolikajunkie durch die Bank. Rein musikalisch stehen immer noch starke, leicht nachzuvollziehende Riffs im Vordergrund, und dass das so geblieben ist, macht mir das Album um so sympathischer, ist eine coole und harte Gitarre die einprägsame Schädelspalter abfeuert, nicht die Quintessenz jedes guten Metal Albums? Es bedarf keiner Eingewöhnungszeit, bis ein Stück zugängig ist, und selbst wenn die Nummern leicht vorhersehbar sind, kümmert mich das nicht die Bohne. LEGION OF THE DAMNED kommen ohne Umwege geradlinig ans Ziel, es macht regelrecht Spaß, wenn Thrash Riffs so unumwunden funktionieren. „Descent Into Chaos“ tritt einen mächtigen Gewittersturm los…dessen Tempo im Allgemeinen jedoch gedrosselt ist (Ausnahmen bestätigen die Regel), der aber gerade deshalb Orkanstärke annimmt, wenn man sich ihm denn entgegenstemmen will. Auf jeden Fall ist auch das neue Album der Holländer frei von verkaufsbremsenden Experimenten und sollte der Bands einen weiteren Erfolg versprechen, ohne wirklich anspruchsvoll zu sein. Muss es auch nicht, ist doch Metal. Der hier soll das Publikum in breiter Masse erreichen und das wird auch gelingen. Ich mag das Album, auch oder gerade wegen seiner einfachen Strukturierung. Und mit „Lord Of The Flies“ erhebt er sich dann doch noch, der Herr der Unterwelt und beglückwünscht die Jungs, einen vermarktungsstrategisch geschickten Soundtrack zur anstehenden Apokalypse bereit gestellt zu haben. Das schrecklich quietschende Solo dürften die rostigen Türangeln der Höllenpforte symbolisieren, die ächzend in Bewegung kommen. „Descent Into Chaos“ funktioniert in allen Belangen und darf gemocht werden.
8/10

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