Wednesday, January 26, 2011

MEDECOPHOBIC - Pandemic Of Existence - Cd


Eins vorweg, mit einem etwas differenzierterem Sound hätte das Ding hier noch viel mehr geknallt. Die gute Gitarrenarbeit bleibt etwas auf der Strecke, das was da an Technik kommt, versteckt sich zu oft hinter der scheinbar unüberwindbaren Frontlinie aus Bass, Schlagzeug und permanent tief gurgelnder Mikrofonpenetration. Die Vocals sind nicht von schlechten Eltern, selbst wenn ich es bevorzuge, nicht gleich einen ganzen Tornado rektal zu exhalieren. Bisschen mehr Abwechslung wäre cooler gewesen, so bläst der Kerl seine Stimmbänder lediglich auf unangenehmste Weise frei, ohne der Musik einen zusätzlichen Drive zu geben. Das ergießt sich dann, ähnlich wie bei BRODEQUIN, über die ganze Spielzeit wie ein Platzregen über Hochwasserterritorium. Tief, tiefer, Vorwerk! Musikalisch liebäugeln MEDECOPHOBIC mit US Kapellen wie DISGORGE, LUST OF DECAY und was da sonst noch in die Hackfleischtüte passt. Das Gebretter setzt sich aus tiefer gelegten Riffs, Blastgeschmetter, einzelnen Moshparts und schmerzhaft pfeifenden Obertönen zusammen. Im Vordergrund steht natürlich zügelloses Gehetzte, Tempo an allen Ecken, als wäre Zeit ein zu kostbares Gut um damit Schindluder zu treiben. Die 9 Songs bieten durchweg brutale Kost, ohne auch nur den Versuch zu starten, über den Tellerrand der US - Schlachtplatte zu linsen, die ziehen ihren Stil gnadenlos durch und müssen sich vielleicht den Vorwurf gefallen lassen, der eigenen Identität etwas hinterher zu rennen. Die reißen den Anlasser durch, geben Gas und steigen 36 Minuten lang nicht mehr ab von ihrem lärmenden Bock, drauftreten bis Anschlag ohne Luftholen! Auf diese Art lassen sich nicht wirklich Highlights heraus picken, das Album klatscht dir auf die Füße wie ein massiver Bleiblock, scheinbar willkürlich und kompromisslos. Ohne Rücksicht auf irgendwelche Feinheiten, setzt die Band auf Bekehrung mit dem Brecheisen. Qualitativ packen sie den Schulterschluss mit den Hinterteichlern aber ganz entspannt, und dürften jeden musikalisch Verirrten ansprechen, der nur Holz hacken will und das Schleifen der Klinge so wie die hohe Modelltischlerkunst anderen überlässt. MEDECOPHOBIC ist brutal, mehr nicht, sollte auch reichen um sich die Rübe von den Schultern zu kippen. http://www.myspace.com/medecophobic
7/10

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