Tuesday, January 11, 2011

OFFAL - Macabre Rampages And Splatter Savages - Cd / Black Hole Prod.


Ah, verdammt, die ziehen ihr AUTOPSY / IMPETIGO Ding ja gnadenlos durch, OFFAL ist wüster und fetter Old School Death / Grind der bis zum Hals im Klischee beladenen Horrorsumpf steckt und die blutige Suppe mit Genuss hektoliterweise verspritzt. Dabei entstehen fast ausschließlich tiefe und schwere Mid Tempo Stücke, die sich an 80er Slasher /Zombie/ Giallofilmen orientieren, und die entsprechenden Intros vor sich her schieben. So darf Jason lässig die Machete schwingen und Untote auf Friedhöfen nach Hirnen suchen, vornehmlich geben aber europäische Expolation Ikonen den Ton an, Italozombies und spanische Leichen auf Gäulen. Den Vogel schießt wohl das beinahe zärtliche Instrumental „Deep Red…“ ab, das sich an Argento und seiner Lieblingsband GOBLIN orientiert, und selbstredend vom Filmtrailer eingeleitet wird. Mit diesem ganzen Introkram wird die Cd zu einem Trivial Pursuit für Horrorfreaks, macht das Mitratespiel aber eigentlich zu keiner allzu großen Herausforderung, da die Messerschwinger und Axtmörder hinlänglich bekannt sind. Trotzdem ist das tatsächlich ziemlich cool, selbst wenn das so ausgelatscht erscheint, dass es für Normalsterbliche interessanter sein wird, einen Fluss zu beobachten der sich in den Felsen gräbt. Die müssen nur aufpassen, dass die mit ihrer Zeitmaschine nicht stecken bleiben. OFFAL steht für ziemlich rohe und rücksichtslose Musik, die offensichtlich macht, dass die wohl mindestens 20 Jahre zu spät kommen und nun verzweifelt nach einem schwarzen Loch suchen, dass sie zurück katapultieren kann. An den richtigen Stellen zeigt sich die Band auch mal zurückhaltend, was der angestrebten Gänsehautatmosphäre, zumindest partiell, zugutekommt. Die haben ein sehr sicheres Gespür, das passende Arrangement an die richtige Stelle zu setzen. Was es auf keinen Fall ist, das ist billig, denn das Songwriting ist recht stark und geht weit über schrammlige Wiederholungen besserer Originale hinaus. Nee, ich finde das musikalisch schon innovativ, in den gesteckten Grenzen natürlich. Langweilig wird es jedenfalls nicht, mit solch stampfenden und vielleicht auch etwas unspektakulärem Death Metal bin ich groß geworden, und von mir aus kann man mich damit gern wieder einbuddeln. Ich mag die Band, teilen sie doch ihren persönlichen Geschmack für Radau und schlechte Unterhaltung mit mir.
9/10

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