Monday, February 28, 2011

DESPITE - Clenched - Cd / Dozer Records


Ich will mich dem hochgelobten Newcomer und Durchstartergedöns nur bedingt anschließen. DESPITE legen mit ihrer 2. Scheibe so was wie ein Experiment vor, so empfinde ich das jedenfalls. Wenn es musikalisch in bekanntem schwedischen, genau genommen Göteborg Stil überraschungsarm aber souverän voran geht und die Leadgitarre wirklich einige groovige und markante Pfunde auf den Saiten hat (wie den Titeltrack), so ist der Sound in etwa so kräftig wie ausgedörrtes Präriegras im Hochsommer. Trocken ja, aber auch ohne Spannung und Druck. Wenn ich Metal will, dann will ich den direkt auf die Zwölf mit Blut und Schmerz und allem unverzichtbaren Attitüden. Dann darf sich der Sound nicht einfach davon machen, als hätte er Angst, die Musik könnte jemandem gefallen. Also, das musikalische Angebot kann sich da schon sehen lassen und hat viele gute Momente in der Auslage, dealt mit Tempo, Aggression, Grooves, schweren Passagen, schartigen Nackenbrechern und verhaltener Melodiebeilage, ist quasi bangerfreundlich. Nur rückt das nicht wirklich an den Konsumenten heran, da das Ohr die intestinale Datenautobahn gesperrt und mit Streikposten blockiert hat. Und so klingt das, als würde ich das in der Badewanne mit dem Kopf unter Wasser hören müssen. Dass das auch noch beabsichtigt war, da die Band wohl bewusst mit Equipment aus den 70ern arbeitet und absichtlich ohne die übliche Studiomagie auskommt, mag meine Intoleranz gar nicht glauben. Dieser Fakt wird im Pressetext glorreich hervorgehoben, was zwischen den Zeilen den Eindruck hinterlässt, als sollte das in Wirklichkeit bedeuten; „Vorsicht könnte Scheiße klingen!“.Natürlich ist es bemerkenswert und mutig, so einen Schritt zu wagen, aber Leute, es klingt trotzdem nach kaputter Anlage. Ich hab tatsächlich anfänglich mehrere Geräte ausprobiert und an den Reglern gespielt bis ich es glauben musste. Leider wird so das Potential vieler guter Songs verschenkt und das Manko einiger anderer kaschiert. Und so macht Monotonie der angestrebten Begeisterung den Platz streitig und es bleibt ein Album zurück, das nicht wirklich überzeugen kann. Dann doch lieber IN FLAMES für all jene die von dieser Art der Musik die Finger nicht lassen können. Leider nur Durchschnitt.
5/10

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