Friday, February 25, 2011

DYING SIGNALS - Intuitive Senses - Cd / Rising Records


Die sprießen wie Pilze aus dem überdüngten Boden, sogar bei intellektueller Dürre. Deathcore Gitarrengewichse bis zum Erbrechen und dem vermeintlichen Verlust jeglicher Struktur. Wenn ein Album mehr Breaks hat als eine Bundestagssitzung, dann wird ein ohnehin schon anstrengender Tag besonders lang. So ziehen uns DYING SIGNALS aus Malta auf genau dieser Schiene hart eins über den Schädel, quälen den Hörer mit zahllosen Disharmonien und geben sich nicht mal die Mühe, bei all dem Gequitsche und Gehämmer den Konsumenten auch nur ein Stückchen weit mitnehmen zu wollen. Das ist teilweise so wirr, dass es schwer fällt, da überhaupt noch mitzukommen. Free Jazz ist dagegen eine arme Leute Musik, so oft wird innerhalb eines Songs das Steuer dermaßen oft rumgerissen, dass keine Zeit bleibt, sich auch nur auf einen Mausefurz einzustellen. Wenn sich denn mal ein Riff an die morastige Oberfläche kämpft, dann kann das schon eine recht scharfe Angelegenheit sein. Jedoch auch eine verhältnismäßig kurze, denn die Brüder haben nicht den Atem einfach mal durchzuhalten, nö, da muss ja gleich wieder schief und krumm und vor allem sehr anstrengend (für mich) ein ganzer Wagon Instrumentenschrott drüber geschüttet werden. Songwriting wie auf Drogenentzug! Es steht natürlich fest, dass die Musik so beabsichtigt ist, aber es fühlt sich an wie im Vollsuff mit Bleifuß und 200 Sachen eine Haarnadelkurve mit der aller größten Selbstsicherheit nehmen zu wollen. Das ist zu viel des guten und endet unweigerlich mit Kopfschmerzen (mindestens). Und selbst wenn DYING SIGNALS auf dieses Zeug stehen und so klingen wollen wie sie es halt tun, sollten sie ihre losgelassene Energie in lenkbare Bahnen leiten, oder das Teil von mir aus an Mathematikstudenten verscheuern. Das Album heißt wahrscheinlich nicht umsonst „Intuitive Senses“, da sie der eigenen Intuition gefolgt sein müssen um zu diesem Ergebnis zu kommen. Ganz klar wird auch jeder sagen, dass es der richtige Weg für einen Künstler ist, auf das eigene Gefühl zu vertrauen. Aber kann man sich wirklich immer darauf verlassen? Dieses Album trägt definitiv zu dick auf! Kacke noch mal, spielen können die Jungs zweifelsohne, ist nur von allem zu viel, zu hoch, zu überdreht, meist zu kompliziert! Wenn ich Metal höre, will ich rocken…oder so…und keinen Psychologietest schreiben oder die Wurzel aus 341854 im freien Fall berechnen. Also, wer es denn braucht, der bekommt hier ein Debüt von überaus talentierten Rotznasen vorgelegt, das mehr auf Anspruch setzt als gut tut! Das ist wie mit Einstein, dass der genial war weiß jeder, aber welcher Normalsterbliche kann seine Theorien aus dem Stehgreif erklären? ... eben!
5/10

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