Saturday, February 12, 2011

ELECTRO TOILET SYNDROM - The Meathookers - Cd / FDA Rekotz


In Zeiten und Sphären in denen adipöse 5-tittige und 2-köpfige Matriarchenmonster unerkannt und unbehelligt unter uns vegetieren wie Fußpilz in der Schwimmbadsauna, scheint vieles möglich und weniges sinnvoll. So morphiert der kulturelle Verfall einer ganzen Generation in schwer kontrollierbare Auswüchse, wie wuchernde Tumore, die es noch zu klassifizieren gilt. Einer jener, der sich in meinen sensiblen Gehörgängen mit beängstigender Selbstverständlichkeit breit macht, fegt alle wohlgemeinten Verhaltensrichtlinien für Pseudomusiker und karnivore Wahnsinnige auf den Haufen der überflüssigen Bemühungen, welcher vom nächsten Bleiregen in der Gosse verteilt wird. Nun setzt sich dieses Geschwür aus den seltsamsten Bestandteilen zusammen. Die Gitarrenlaute werden, von Song zu Song qualitativ sprunghaft wie Frösche auf der Bundesstraße, von 6 straff gespannten Wollsocken erzeugt. Den Rhythmus gibt ein maschinelles Konstrukt an, bestehend aus Teilen einer Industrienähmaschine zur Bearbeitung von Teppichkanten so wie wahlweise rostigen Bruchstücken aus Landwirtschaft und Schwerindustrie. Gesungen wird auch, und zwar hauptsächlich durch einen rektal vernieteten Harmonizer. Unterstützt durch diverse Samples und die seltsamsten Arrangements und kuriosesten Ideen, wirken ELECTRO TOILET SYNDROM auf mich, wie der südamerikanische Urwald auf den alten Humboldt gewirkt haben muss. Entdeckerlust und Angst vor bösem Getier und Gepflänz gehen Hand in Hand. Da schlägt der Forscher sein Handbuch auf und notiert mit vor Fieber zitternden Fingern, er habe ein hässliches Vieh gefunden, das, wenn es das Maul aufreißt, eine Kakophonie aus Cyber Gore, Funk, Flamenco, Rock´n Roll und staubiger Spielkonsolenromantik, so wie schlechter Filmmusik von sich gibt. Dieses Album ist gleichzeitig bekloppt wie überraschend und gehört eigentlich weggesperrt, vornehmlich in ein bewachtes Asyl für irre Waschbären und obergärige Geistesblitze. Seltsam insgesamt, an der einen Straßenecke stolziert das Genie, an der anderen lungert der verlotterte Dilettant. Darf man so was eigentlich machen? Darauf hat uns doch keiner vorbereitet, hinterlässt das Folgeschäden, lassen sich die Auswirkungen evaluieren und in lenkbare Bahnen leiten? Wer übernimmt die Verantwortung, wenn es schief geht? Das sollte sich ein Unmusiker mal durch den breitgedödelten Schädel gehen lassen, bevor er so was von der Leine lässt. Alles in allem ein unglaublicher Blödsinn! Ich sage nur, ein Outro nach einem Outro, hä? Seid stark!
5/10

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