Thursday, February 10, 2011

KEITZER - Descend Into Heresy - Cd / FDA Rekotz


So, KEITZER die Dritte, und wieder wird rücksichtslos … mh … nee, das müssen wir anders anfangen. Stellt euch folgendes vor; Ihr irrt führerlos und panisch über eine euch unbekanntes Bauerngehöft voller ominöser Gerätschaften, die einem Städter so fremd sind wie der eigene Nachbar. Mit halb runtergelassener Hose sucht ihr auf das peinlichste einen Abtritt, dem ihr eure Hinterlassenschaft vererben könnt. Das worauf ihr schlussendlich die Rosette platziert, stellt sich jedoch als antike Häckselmaschine heraus, die sich unter Einfluss eines erdnahen Kometen schelmenhaft von selbst aktiviert und euch das Fleisch in rohen, blutigen Fetzen vom rückwärtigen Teil eurer selbst raspelt …und es gefällt euch, ihr lasst euch mit Genuss eure eigene Anatomie vorführen und verlangt nach mehr (das mag übertrieben sein, aber die menschliche Natur ist rätselhaft, wie ihr hoffentlich wisst)! Das ist der zu erwartende Effekt der neuen KEITZER Scheibe! Die taucht irgendwo am Ereignishorizont als Marginalie der Musikgeschichte auf und nach nur einem Blinzeln hat sie euch eingeholt und die unvorsichtigen Füße unter ihrer stählernen Masse zerquetscht. Das geht wahrscheinlich so fix, dass die Frage „Was war denn das jetzt“ lediglich eine Erinnerung an eine mögliche Vergangenheit ist. Das was dem schmerzfreien Fünfer mit „Descend…“ gelungen ist, geht weit über das hinaus, was von Grindcorebands im Allgemeinen zu erwarten ist, beinhaltet viel Death Metal Pfunde und düstere Arrangements, mehr als der Band wahrscheinlich bewusst oder gar lieb ist. Die können ihr Potential eben nicht einfach in 3 Akkorde verpacken, sie einem klapprigen Gaul in den Klischeesack stecken, einen Klaps auf das Mährenrückteil geben und eine gute Reise ins Vergessen wünschen. Die sind so unverschämt in ihrer Art, dass sie echte Songs schreiben müssen! Songs, die klingen wie komprimierter Wahnsinn, blindwütiger Temporausch, wie der sprichwörtliche Quirl der Fantasie im Rektum biederer Realität. Bis Anschlag aufdrehen, und abwarten bis die Realität vor der Fantasie niederkniet. Wenigstens für eine halbe Stunde (-Spielzeit), so lange zumindest wird der Bauer euch mit seiner Heugabel hetzen, weil ihr ihm in den Häcksler geschissen habt. Zumindest wird das Album euch in Erinnerung bleiben, so oder so, versprochen!
9/10

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