Thursday, February 24, 2011

MINCING FURY AND GUTTURAL CLAMOUR OF QUEER DECAY - Devolution - Cd / United Guttural


Es gibt bestimmt viele Attribute, die eine Band wie MINCING FURY… beschreiben könnten, aber keines dürfte treffender sein, als „bekloppt“. Selbstverständlich ist es aber auch genau das, was wir von tschechischen Grindbands erwarten, die mit ihren schrägen Veröffentlichungen schon vor Jahren ihr eigenes „Blut und Unsinn Biotop“ erschaffen haben. Diese Tatsache ist nun auch das größte Manko bei MINCING FURY…, die schmettern einfach ein weiteres kurzweiliges und vollkommen kaputtes Album auf den Markt und niemand dürfte davon mehr überrascht sein, da weiß man einfach von welchem Güterzug man sich überrollen lässt. Soll heißen, bei all dem Spaßfaktor, der hemmungslosen Brutalität und dem konsequenten Weglassen von Schubladen (oder dem erfolgreichen Basteln einer eigenen), ist irgendwie auch Stagnation mit im Spiel. „Devolution“ ist von vorn bis hinten berechenbar und nicht mehr in der Lage noch einen drauf zusetzen. Alle Stücke hätten auch auf dem letzten Album stehen können, keiner würde den Unterschied merken. Da sich aber die wenigsten um solche Marginalien scheren werden und die, ich sag ´s noch mal, bekloppten Grindausbrüche unserer östlichen Nachbarn bei den Fans immer noch hoch im Kurs stehen (was auch eine Form der Stagnation ist), wird auch „Devolution“ mit seinen unverständlichen Comedyeinlagen, den unterschiedlichsten Stimmbandkunststücken, Plattentellergescratche, tonnenschwerer Gitarrenarbeit und viel zu mechanischen Drums ein weiteres mal verehrend zuschlagen wie Pockendecken bei den Indios! Und was lernen wir daraus? Das es nie genug ist, bis es genug ist? Dass der Kaputte lediglich unterhalten sein will und nicht bei einer Tasse Earl Grey über den tieferen Sinn von zu langen Bandnamen sinnieren will. Vielleicht auch, dass auf der Stelle treten nicht unbedingt gleich bedeutend mit schlechter und einfallsloser Musik sein muss! So wie sich MINCING FURY…auf dieser neuen Scheibe präsentieren, könnten sie locker noch ein halbes Dutzend in den nächsten Jahren nachschieben und müssten sich dafür nicht mal verbiegen. Die werden noch lange in der Lage sein, breites Grinsen auf alternde Gesichter zu zaubern. Wer sich die Scheibe zulegen will, riskiert nichts und erwirbt eine Dauerkarte für sein persönliches Asylum inklusive gemeinsamen Hofgang mit all den anderen Durchgeleierten! Ich verweise nur auf einen Song wie “Kacenka“, detaillierter könnte auch ein Psychiater ein vollgestopftes Irrenhaus nicht karikieren! Ein Hoch auf den Schweinekoben der Unterhaltungskunst!
7/10

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