Monday, February 14, 2011

SUIDARKA Book Of Dowth Cd / AFM Records


SUIDARKA im diesseitigen Jahrtausend bedeutet Power Metal Riffs, eingängige und bekannte Melodien aus Gitarre und Klimperkasten, kreischende bis heldenhaft Chorgesänge und trendiges folkloristisches Ambiente. Damit befindet sich ein ganzer Trupp moderner Kelten immer noch auf der Suche nach dem alten Arkadien, denn trotz aller kompositorischen Glanzleistungen sind sie auch mit „Book Of Dowth“, zwar in der Spur, aber noch nicht ganz angekommen, schlagen lediglich ein neues Kapitel auf. Das Album ist für Genrefans sicher wieder eine neue Offenbarung, die Dynamik zieht aber nach der halben Spielzeit aus unbekannten Gründen einfach weg. Aus meinem subjektiven Guckloch, hätte ich es für geschickter gehalten, die von Barden (vor allem für den Mittelteil) in nächtlicher Schwarzarbeit komponierten mediävalen Akustikausflüge etwas mehr außen vor zu lassen. Dass die Band ausgefeilte Songs spielen kann, wissen wir zur Genüge, das steht hier nicht auf dem Prüfstand. Weniger Kettenrasseln sondern tatsächliches Schlachtengetümmel, das ist es was dem Album zur wirklichen Hochform gereicht hätte. Zu viel balladeske Selbstverliebtheit (wenn häufig auch nur partiell) saugt einem über weite Strecken geschickten, wenn auch risikoarmen Werk zu viel Energie ab. Wer braucht schon eine Mandoline, wenn man 6 Saiten unter Strom setzen kann. Der Pfad des Kriegers ist gepflastert mit den Klischees, die der Tross der Nachwelt hinterlässt und irgendwann muss sich das Gefolge nach dem Gefolge einen anderen Weg suchen. SUIDARKA gehören zu den Großen der Szene, keine Frage, aber dann hätte ich auch mehr Fleisch auf den Rippen erwartet, als nur die Massen zu bedienen. Schwerter polieren und in alten Mythen rühren, das können und konnten auch andere, von SUIDARKA erwartet man doch mehr als nur den Schnitt, den eine halbwegs scharfe Klinge setzt. Ich wüsste nicht, was SUIDARKA groß von einer Band wie CRUACHAN unterscheidet. Versteht mich nicht falsch, aber irgendwann fällt der Blick auf die Anschlagtafel der verpassten Momente, auf der man nach Jahren noch die vergilbten Zettel flattern sieht und denkt „Hätte ich damals doch nur was riskiert!“. Aber gut, die sind nun schon so lange im Geschäft, sollen sie machen was sie für richtig halten! Wenn ihr auf harmonisch kitschigen Schlachtenlärm und fixes Getrommel steht, dann passt das schon, reiht sich in die endlose Schlange ähnlicher Produkte ein.
6/10

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