Monday, February 14, 2011

UNCANNY - MCMXCI – MCMXCIV - Doppel – Cd / Dark Descent


Wenn der alte Totengräber mit seinem Handkarren, Schaufel, Spitzhacke, Öllampe und einer Tonkruke Selbstgebrannten über den nächtlichen Friedhof stolpert, kann er so manche Überraschung erleben. Da buddelt er unbedacht Dinge aus, von denen er gar nicht wusste, dass sie jemand dort abgelegt hatte. So im Falle von UNCANNY, die in den frühen 90ern in Schweden das machten was alle anderen auch machten und an den Folgen gestorben sind. Die hatten seinerzeit diverse Demos, ein Album und eine Split mit ANCIENT RITES und klangen nach CREMATORY (die Landsmänner selbstredend), MERCILESS, NIRVANA 2002 und wahrscheinlich allen anderen auch. Das macht’s nicht schlechter, und das heute alles noch mal zu hören ist auch nicht doof. Also bitte, hier noch mal der alte Kram mit neuem Anstrich, erhältlich als Doppel Cd oder besser noch limitierte 3 - fach Lp Box. Je weiter die Songs in der Historie zurück gehen, umso roher und grusliger, aber vor allem bassbetonter und Scheiße noch mal herrlich primitiver wird es. Die Band selbst rekrutierte ihre Instrumentalsklaven aus Leuten, die später in CENTINEX, KATATONIA, INTERMENT und gefühlten 1000 anderen Elchfarmen Heu in den Raufen verteilten. Hätte der Totengräber einen echten Schatz gefunden, hätte er seine Frau und die Kinder zum Gehörnten gejagt, würde sich das Schaufelblatt vergolden lassen und in eine Vitrine auf Hawaii stellen. So aber zuckt er nur mit den Schultern und wirft das Fundstück auf den Haufen der Relikte einer Zeit, als die Haare stolz nach außen gewachsen sind und nicht zu einer inneren mentalen Angelegenheit verkümmerten. „Als ich noch jung war, hatte ich auch lange Haare. Bis hier hin“ Rechten Handballen an linke Schulter! Will damit sagen, dieses Re – Release ist ziemlich cool, zumal die Musik auch heute noch Dellen in Kotflügel treten kann, aber wer braucht das schon. Ich denke, das hier richtet sich lediglich an uns angegraute Starrköpfe mit gefährlichem Halbwissen aus der alten Zeit. Ich würde mir die Vinylversion gern in das Regal stellen um es dort einstauben zu lassen, wie all die anderen, die sich dort, zum Teil seit. 20 Jahren und mehr langweilen. Und so zuckelt der alte Mann schwerfällig mit seinem klapprigen Karren in den Sonnenaufgang, in der stetigen Hoffnung auf eine neue Nacht.
(Ohne Wertung, macht sich bei Neuauflagen immer blöd, kauft den Scheiß einfach und fertig!)

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