Tuesday, February 15, 2011

VOLTURYON - „Coordinated Mutilation“ - Cd / United Guttural


VOLTURYON, ja Schweden halt, da weißt du doch Bescheid. Aber denkst du Puppe, nachdem ich deren erstes Album aus meiner persönlichen grauen Masse schon längst gelöscht hatte, waren alle Vorurteile (nicht unbedingt negative) in Bezug auf schwedische Death Metal Bands wieder im Foyer meiner Klischeefestung angekommen. Und so wurde der vermeintlich sichere Boden zu einem Stepptanz auf Treibsand. Denn VOLTURYON haben so gar nichts mit den alten speckbäuchigen und bärtigen Ahnen zu tun, auch nicht mit den modernen Vertretern aus der Gothenburg, die es mit Melodien zu Discounterpreisen versuchen und nur genehm sein müssen um halbwegs auf Erfolgskurs zu bleiben. VOLTURYON haben wohl heimatliche Wurzeln, klingen aber rigoros auf Krawall gebürstet und viel technischer als zu erwarten wäre, lassen auch gern und zunehmend amerikanische Verhältnisse durchblicken. Bei aller Vielschichtigkeit ist das Produkt glatt, kalt und scharfkantig wie eine Eisscholle. Diese Eigenschaften eignen sich nicht unbedingt, einen festen Stand auf der frostigen Oberfläche zu garantieren, nix zum festhalten und ständiges Gerutsche inklusive direkter Gefahr über den Rand zu fallen und von einem Hai gefressen zu werden. Songs und Produktion sind etwas zu glatt gebügelt, so dass trotz aller Brillanz vergessen wurde Trademarks zu setzen. Sozusagen ein paar Haken in das Eis zu schlagen, an die man sich erinnert, wenn man noch mal drüber schlittern will, an denen man sich mit viel Zuversicht fest hält. Scheiße noch mal, ich hör das jetzt bestimmt zum 6. Oder 7. Mal, erkenne und erfreue mich an der gnadenlosen Härte und dem permanent hohen Tempo, aber ich könnte nicht einen Song benennen, der sich in mein Fleisch bohrt! Die scheinen so versiert und sich ihrer Selbst sicher, dass sie auf die Feinheiten nicht mehr achten. Was dann entsteht ist ein immer noch sehr heftiges Album mit hohem technischem Anspruch aber auch mit zu viel Augenmerk auf lupenreine Optik. Um keine Missverständnisse aufkommen zu lassen, das Niveau ist durchweg hoch, „Coordinated Mutilation“ hat keine Aussetzer, muss aber auch ohne Highlights auskommen. Mal richtig einen raushauen, den Knüppel so lange auf die Birne, bis der Inhalt auf kreative Weise die Deckung verlässt, das hätte gut getan! Fazit, kein Hammer, nicht der Amboss, eher der Schmerz derer die die Finger dazwischen halten. Immer noch blutig genug!
7/10

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