Friday, March 25, 2011

CAMPAIGN FOR MUSICAL DESTRUCTION # 16


Eine ganz entscheidende Feststellung hat sich klammheimlich an mich heran geschlichen. Ab einem gewissen Alter oder aufgrund eines imaginären genetischen Knüppels, der hinterrücks zuschlägt, rückt eine Lesebrille immer näher an den Wahrscheinlichkeitshorizont eines Pressekonsumenten, wenn er denn noch auf dem Laufenden bleiben will. Sollte man sich dieser Tatsache nicht tapfer stellen, wird man so einiges vermissen und dem geistigen Verfall Tür und Tor öffnen. Gut, das ist überzogen, läge es nur an der richtigen Brennweite um die Menschheit vor der Verblödung zu retten, wären Zeiss – Brillengläser ausverkauft. Nach, oder eigentlich während des lockeren Studiums des neuen C.F.M.D., ist mir aber zumindest die Notwendigkeit eines persönlichen Exemplars bewusst geworden. Zur Hölle, ist der Scheiß eng bedruckt, gerade bei den Reviews lese ich die Zeilen entweder doppelt (was ich immer noch rechtzeitig bemerke) oder überspringe unbeabsichtigt gleich mal 2. Dann verliere ich natürlich umgehend den Faden und setzte ganz oben wieder an. Soll heißen, ich werde alt und quengelig, aber auch, dass viel Information unbedingt löblich ist, es aber im Fokus rotieren sollte, dass jene auch im annehmbaren Maße aufzunehmen sind. Ja, soviel dazu. Und inhaltlich? Beim Daumenkino ist der Entschluss schnell gefasst, ich fange von hinten an! Da gibt es Interview mit Dan Swanö und Tomas Skogsberg, die über vermeintlich gute alte Zeiten plauschen sollen. Swanö macht das auch und das ist unterhaltsam und informativ. Skogsbergs´ Antworten bestehen meist nur aus einem Satz und der häufig nur aus einem Wort, was von extremer Lustlosigkeit zeugt und jeden Schreiberling enttäuschen muss, der sich das Hirn martert, um was interessantes zu formen ohne tröge Standards einzubauen. Die Idee hinter der Story ist cool, das Ergebnis zu 50 Prozent enttäuschend, ohne dass wirklich jemand was dafür könnte, außer Herr Skogsberg natürlich. Im Verlauf des schwarz / weiß Printexkurses stolpere ich danach über so einige unbekannte, Crust / Grind / Death Combos (weiße Flecken auf der Brainmap getilgt, Aufgabe erfüllt meine Herren) und andere leidlich bekannte. ATTACK OF RAGE finde ich persönlich zum Beispiel schön schnittig. Wenn ihr wissen wollt, wer im Einzelnen noch vorgestellt wird, dann besucht die Homepage, ich will das jetzt nicht alles abtippen: http://www.campaign-for-musical-destruction.de/ ! So ein Stückchen Perversenlexikon beinhaltet das Teil übrigens auch wieder. Serienmörderportrait und was über Syphilis. Is echt eklig, ich wäre für trendgerechte Diätrezepte, zum Beispiel; wie überlebe ich den Sommer gesund, ohne Black Metal anzusetzen. Oder was für den Garten, gerade jetzt zum Start der Saison; welche Erde eignet sich am besten um flammende Kreuze umgedreht einzugraben. Aber nein, nichts mit praktischen Tipps, nur geschmacksferne Abartigkeiten, widerlich! Schlussendlich hat sich noch ein Livebericht hinein verirrt, von einem unerschrockenen Duo, das den Schlamm von Bad Berka überlebt hat. Gut gemacht, aber KEITZER ignorieren und ORIGIN angeblich verpassen, geht gar nicht, schämt euch! So, gut jetzt, natürlich ist dieser Artikel durchweg lieb gemeint, kann mich halt manchmal nicht zurück halten. Die Ausgabe bestellt ihr umgehend über die Webadresse oder es gibt was hinten drauf!

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