Monday, March 21, 2011

DEMONICAL - Death Infernal - Cd / Cyclone Empire


DEMONICAL tragen ihren Lokalkolorit beachtlich locker und selbstsicher über der Schulter, als wäre er ein Sack voller Gänsedaunen. Der wiegt so leicht, dass die neuen Songs scheinbar aus dem Studio geschwebt sind, so glatt und fein geschnitten hört sich das an. In gewissem Sinne ist das eigentlich schade, denn auch wenn es von massivem Patriotismus zeugt, von jener Sorte, die vielleicht schon an Provinzialismus grenzt, fehlt für meine Ohren der dreckige und morbide Grabeshauch der originalen skandinavischen Totenackererde. Es besteht einfach ein nicht zu feiner Unterschied darin, ob jemand seiner Szene und seinem Tun treu ist und weiß wohin er gehört oder ob er für die Sache seine Großmutter ohne anhaltende Gewissensbisse verkaufen würde. Aber hier ins Feuer zu pissen, wäre der falsche Ort und auch unbegründet, denn der quasi CENTINEX Nachklapp komponiert und schreddert seine Stücke ja nicht ohne Rückgrat, die können per se nicht anders, das ist so ne genetische Nummer und irgendwie auch aufrichtig. Wer will sich schon gegen seine Muttermilch wehren, selbst wenn Mutter nichts davon weiß, wohin ihre Milch den kreischenden Racker eines Tages treiben wird. Und deshalb drapieren DEMONICAL ein typisch schwedisches Album in die Auslage, dass sich jedoch die Freiheit nimmt und neben der DISMEMBER Titte auch an der der Geliebten zu nuckeln. Da entstehen dann außer schnarrenden Tieffliegern mit leicht melodiöser Bombenlast auch Stücke aus einer Schmiede, die von manch Neidern und Pseudoundergroundlern bereits hämisch als Pop Musik verschrien wird. Das wären dann nämlich AMON AMARTH, wofür Songs wie „March For Victory“ und „From Northern Shores“ (nur auf Vinyl und Digi – Pack) exemplarisch sind. Ich bin mir sicher, dass ist eher auf den Spaß an sich, als auf Unentschlossenheit zurück zu führen. Deshalb stimmt mich „Death Infernal“ mit seinem programmatischen Titel und seinem nicht ganz so großartigen Titelstück trotz einiger Dellen und zu sauberem Sound sehr zufrieden. Dabei hätte ich durchaus das Recht, härter mit denen ins Gericht zu ziehen, da sie mich mal mit Lakritzfusel vergiften wollten und meinen liebgewonnenen Campingstuhl zu Kleinholz zerhackstückelt haben. Gut, dass ich nicht nachtragend bin und mich an brachialem Elchtot immer wieder erfreue! Anständiges professionelles und frisches Album, alles darunter wäre enttäuschend!
7/10

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