Friday, March 11, 2011

DRUG HONKEY - Death Dub - Cd / Diabolical Conquest


DRUG HONKEY fühlt sich an wie der schlimmste Sonntagmorgen nach einem obligatorischen Wochenendabsturz. Jede Bewegung wird zur Qual, dein Körper scheint unter Fremdeinwirkung zu stehen. Im Kopf versuchen viele kleine Minenzwerge mit Presslufthämmern Runen in die Schädeldecke zu stemmen. Das Hirn schwappt in einer übergroßen Pfütze Restalkohols hin und her und du glaubst, jemand hätte dich vergiftet. Einen klaren Gedanken zu fassen ist aber vollkommen unmöglich, da derer so viele durch die trübe Brühe eines sonnigen Morgens schwimmen, dass du einfach keinen greifen kannst. Dir ist schlecht, du musst pinkeln und in deinen Schläuchen rührt sich auch was, aber du bekommst die Füße nicht aus dem Bett, da sie jemand mit Blei beschwert hat. Irgendwann schälst du dich doch aus den Laken, da das unverbesserliche Mütterchen Vernunft, das ganz hinten, verängstigt und zitternd mit tränengefüllten Augen, in deinem Kopf kauert, dich mit Verantwortung angesteckt hat. Als du den ersten Schritt machen willst, schlägt die unbarmherzige Brandung eines orgastischen Ozeans mit Windstärke 12 über dir zusammen und bringt den Turm zum wanken. Du greift das erst beste um dich fest zu halten und erwischt nicht mehr als die Gardine, die deiner Fallneigung nicht standzuhalten vermag. So hältst du es für besser, mit dem neu angepassten Schleier auf dem Kopf auf allen vieren in das Bad zu robben und du hoffst innständig, das noch niemand wach ist. Die Hoffnung stirbt zuletzt, aber auch die stirbt. Du willst nur noch sterben, doch der Schnitter hat sich um echte Leiden zu kümmern. So, und mit diesen Gedankensprüngen soll ich mir dann DRUG HONKEY geben? Das soll ich genießen? Nur so viel wie meinen eigenen Untergang! Die Band unterliegt offensichtlich staatlich gesteuerten Drogenexperimenten, wie sonst wäre so eine experimentelle Todesdoomkakophonie zu erklären. Das komplette Album wabert, kreischt und fietscht wie Radiosender auf Kurzwelle und der musikalische Konsens ist hinter dem Horizont des Vertretbaren abhanden gekommen. Das ist echt schwierig und ich hab keinen Schimmer, wem ich das empfehlen sollte. Das geht wahrscheinlich nur in komplett derangiertem Zustand, aber dann braucht ihr das auch nicht mehr, da macht die interne Ohrengeräuschefabrik ihr eigenes unerträgliches Konzert. Wie soll ich das nur beschreiben, vielleicht wie Vangelis rückwärts mit übersteuerten Instrumenten und einem schönen Gruß an die Hölle. Das vorliegende Album ist eine Neuveröffentlichung und scheint von der Presse geliebt zu werden, die spinnen doch alle, wer noch einigermaßen bei Verstand ist, der lässt die Finger weg!
4/10

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