Wednesday, March 2, 2011

FERAL - Dragged To The Altar - Cd / Ibex Moon


Höre ich FERAL, sehe ich GRAVE auf meiner inneren metaphysischen Bühne. Na und das ist ja wohl nicht das schlechteste und sagt prinzipiell auch alles. FERAL trumpft zudem mit einem originalgetreuen Sound auf, bei dem sogar der Bass knatternd durchschlägt. Am markantesten aber dürfte der mantraartige Chorus sein, der bei vielen Stücken dominant ist, quasi als Refrain agiert und das Thema immer wiederholt. Wie bei „Judas“ zum Beispiel, das gibt den klassischen Metal – Aha – Effekt und dem Stück massig Auftrieb. „Dragged To The Altar“ ist vollgestopft mit Mid – Tempo Granaten und einigen, beinahe unerwarteten Raffinessen, die das Geschoß zwar nicht von der Flugbahn abbringen, aber für einiges an Splitterfeuer sorgen. „The Deathbog“ zum Beispiel hat den Hauch einer exotischen Note, leicht angegammelt und nicht mehr ganz farbenfroh aber der richtige Deckel für einen ganzen Eimer voll von bläulich schimmernden Inneren, die auf diesem Album blubbernd zum Leben erweckt werden. „The Curse Of The Casket“ darf sich rockig auf die Schuhe pissen und erlaubt selbst besoffenen Fellfressen mitzubangen, wenn auch mit geschlossenen Augen und einen Arm auf die Theke gestützt. Eines muss ich der Band aber doch zum Vorwurf machen, denn das Album besteht fast ausschließlich aus voran gegangenen Demotracks, die zum Teil 4 Jahre alt sind (gemessen am Jahr der Veröffentlichung, was noch mehr Raum für investigative Spekulationen offen lässt)). Das ist dann etwas ärmlich, aber vielleicht fließen die Ideen nicht so schnell wie diverse Körperflüssigkeiten, die sich beim Genuss des Albums zu verselbstständlichen drohen. Mit dem Tempo haben sie es eben nicht so, das hier ist schließlich ein Debütalbum und die Anfänge der Band, quasi in der Rohfassung, reichen bis 2003 zurück, das sagt doch alles. Stören soll es mich nicht, solange auf deren Altar Jungfrauen stilecht abdanken und alte Ziegenböcke sich an leblosen Kadavern vergehen dürfen, Tod und Verderben im Zenit von Skandinavier stehen, die das alles nicht so ernst nehmen und teures Bier in ihre Kehlen fließen lassen. Der, wie im Intro beschworene Herr wird zwar nicht kommen um sie zu Unsterblichen zu machen, dafür hat der Gong zu oft geschlagen, aber eine schmerzhafte Garbe an rostigen Schrapnellgranaten trifft das Ziel immer noch, keine Sorge. Diese Cd dürfen Fans des staubigen Schwedenbleis gefahrlos (oder auch nicht) genießen (das ganz bestimmt).
8/10

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