Tuesday, March 1, 2011

MAIM - Deceased To Exist - Cd / Soulseller Records


MAIM zeichnen verantwortlich für morbide Töne, die direkt aus dem Grab entstiegen scheinen. Dieses 2. Album der Schweden bietet Old School Mucke ganz im Sinne des Lokalpatriotismus mit schön düsterer und dreckiger Atmosphäre, deren Intensität greifbarer ist als aller Umweltdreck in vermeintlicher Frischluft. MAIM steht für typischen 90er Jahre Sound mit ungeschliffenem Instrumentarium, wenig echter Melodie und locker hängenden Saiten auf den Äxten. Von technischem Schnick Schnack und instrumentaler Verspieltheit haben die noch nie was gehört, als würden sie sich komplett abschotten, ihre Ideen aus alten ausgeleierten Tapes abgreifen und zum Aufnehmen in die Wälder hinterm Familiengehöft humpeln. Deutlich gesprochen, die saugen alles aus Bands wie NIHILIST, NIRVANA 2002 und sogar noch älteren Kapellen wie CELTIC FROST heraus, stehen für mehr als nur rohes Totmetall und haken sich auch bei schwarzen Machenschaften ein. Die Songs scheinen ohne viel Aufwand zu entstehen, kommen zumindest ohne aus, bewegen sich am Rande des Nötigen, unter maximaler Ausschöpfung der Ressourcen! Cool sind die raren, kurzen Solis, die den Hammer auf dem Amboss heulen lassen und in der Lage sein dürften so manch verwöhnten Lauschlappen den überproduzierten Mist aus den Gehörgängen zu schreien. Richtig gut gefällt mir „Crematory“, eine ultradüstere Instrumentalnummer mit viel Doom und Verzweiflung, passend zum Gedankenbild sich voranschleppender Zombies, die sich durch die schlammige Erde von Friedhöfen aus schlechten (und deswegen guten) südeuropäischen Explolationfilmen aus den 80ern wühlen. MAIM können sowohl schleppend und zäh wie lästiger Morgennebel auf der Landstraße mit erhöhtem Wildschadenrisiko als auch in gepflegtem brutalen Mid – Tempo, so wie es die Szene vorschreibt. Die Jungs haben echt nicht vor eine Weiche auf dem uralten Elchgleis zu suchen, egal viele Stöße die Strecke hat oder wie viel andere schon darüber weg geholpert sind. Ich kann das so aber gut akzeptieren, finde das komplette Album schon ziemlich heftig und auch gelungen. Tatsache ist aber, dass bei all den aus der weltweiten Friedhofserde sprießenden Bands gleichen oder ähnlichen Kalibers eine Differenzierung kaum noch möglich ist, somit zwangsweise den Horden an Basssoundfanatikern da auch die Individualität schneller abhanden kommen kann als die Jungfräulichkeit einer Nonne auf dem Kölner Karneval! Aber das ist ja wohl kaum euer Problem, denn ihr entscheidet letztendlich was ihr kauft (oder klaut, erzählt mir nichts) und was ihr zu ignorieren gedenkt. Richtig so!
8/10

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