Wednesday, March 9, 2011

OMISION - In The Shadow Of The Cross - Cd / Chaos Records


Nach dem ersten Song dachte ich mir, „Wofür bist du denn hier wieder aufgestanden?“. Das ist ja so gewöhnlich und langweilig, da wird das ganze Album eine Herausforderung an mein Durchhaltevermögen, mir stehen 40 grauenvolle Minuten bevor. Im weiteren Verlauf musste ich aber feststellen, dass OMISION hart verhandeln können und der erste Eindruck nicht zwangsläufig der bestimmende sein muss. OMISION verlegen sich auf einen Art des Death Metals, der oberflächlich betrachtet altbacken sein mag unter der Staubkruste aber durchaus seine Reize hat. Musikalisch gesehen, stehen hier UNLEASHED Pate. Vor allem der Sänger Heriberto Perez möchte offensichtlich wie ein trinkhorschwingender dicker Wikinger klingen und legt es mit Stimmlage und Arrangements voll darauf an. Und so nehmen die Songs Stück für Stück Gestalt an, pellen sich wie die tränentreibende Zwiebel aus ihrer Schale. „Won´t be saved“ zum Beispiel, ist fast durchgängig ein sehr ruhiges und zurückhaltendes Stück, wirkt aber gerade deshalb tonnenschwer, und ist so aufgebaut, dass es sich zum Ende steigert und auch technisch nicht ganz wertfrei bleibt. Was mit einem knatternden Bass beginnt, endet mit einem Ritt über das Griffbrett der Leadgitarre. Oder „ Pray“, der zu Beginn auf Blast – Vollbedienung setzt und dann das Tempo in der Mitte zugunsten einiger Tieflader raus nimmt. Das Augenmerk der meisten Songs liegt auf Old School Riffs die zu einer Pace im mittleren Drehzahlbereich passen. Dazu immer mal wieder leicht melancholisch melodiöse Soli und eine sich steigernde Songdynamik. Sind also alles gar keine so üblen Trademarks, die das mexikanische Musikerkarussell von sich gibt und allemal besser als zu befürchten war. Lediglich der Einstand auf „In The Shadow Of The Cross“ ist tüchtig in die Hose gegangen. OMISION klingen wie ein paar Übergewichtige, schon angegraute Kegelfreunde, die gern frittierte Kohlehydrate und ausgebackenes Meerschwein futtern und es eher etwas gemütlicher mögen, die Hektik der Moderne nicht mehr brauchen. Mit so viel Ruhe und Zeit im Bauch, lassen sie ihre Jugendzeit noch mal Revue passieren und texten ein paar richtig gute Metal Stücke, die sie einst gern von ihren Helden gehört hätten. Ist natürlich Quatsch, schwebte mir nur gerade so vor, Tatsache ist, dass die Band schon gefühlte 100 Mitglieder hatte und bereits seit 93 immer mal wieder ergebnislos durch die Szene spukt. „In The Shadow…“ ist also quasi ihr Debüt, was irgendwie albern ist, den erwähnten Punkt mit der Ruhe und Zeit aber jetzt wohl zu verdeutlichen mag. Nach so langer Zeit muss einfach was bei rumkommen, was haben die sonst all die Jahre in ihrem Proberaum getrieben? Will’s gar nicht wissen.
7/10

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