Saturday, April 30, 2011

GANGRENA / GORE OBSESSED / SATANIC BUTCHER / SURGERY - Embalmed In Gore


There is a house in … irgendwo. Dieses Haus hat einen Keller in dem 4 Dämonen leben und auf Opfer lauern. Aufgrund eines innerparteilichen Konfliktes zwischen weißer und schwarzer Präsenz ist es ihnen nicht erlaubt ihren Kerker zu verlassen, sind auf ewig verdammt im Licht einer nackten flackernden Glühbirne darauf zu hoffen, dass sich irgend ein Trottel die morschen Stufen in das Halbdunkel ihrer Welt hinab wagt. Da wäre zum ersten der GANGRENA Dämon, ein dicker kleiner Kerl mit MORTICIAN Shirt unter der Schlachterschürze und der Ausstrahlung eines Vito Corleone, der anstatt der Zigarre einen Zeigefinger von einem Mundwinkel in der anderen schiebt (nicht seinen), der Kerl lässt sich scheinbar von nichts aus der Ruhe bringen aber wer seinen Radius betritt wird schnell eines anderen belehrt, der lernt die Gewalt einer stumpfen Axt kennen. Als nächstes fällt der GORE OBSESSED Dämon auf, ein hoch aufgeschossener nervöser und wütender Old School Creep, der ständig in Bewegung und auf alles zornig ist. Seine Augen blitzen gelb und hinterhältig, nur darauf lauernd irgendwen mit seinen rasiermesserscharfen Klauen aufzuschlitzen. In seiner teuflischen Unrast hinterlässt er eine Spur der Verwüstung. Blut, Knochen, Haut, Exkremente bedecken seine Kleidung, die eigentlich nur aus einem verbleichten unleserlichen und durchlöcherten Bandshirt besteht. Hinsichtlich seiner Unberechenbarkeit scheint er der Gefährlichste. In einer düsteren schmutzigen Ecke hockt der SATANIC BUTCHER Dämon auf auf alten Zeitungen und Pappkartons, Er hat ein vergrautes Antlitz mit trüben Augen, die tief in ihren Höhlen sitzen und dadurch beinahe schwarz wirken. Er trägt einen ungepflegten Iro und zerfetzte Lederklamotten. Er ist derjenige, der am meisten aus der Spur geraten ist, der den Kellerkoller hat und apathisch vor sich hin starrt, er ist derjenige der sich von dem ernährt was die anderen übrig lassen. Und das ist in der Regel nicht viel. In der Zwischenzeit begnügt er sich mit billigem Fusel und Selbstgedrehten in Erwartung einen vollgedröhnten Junkie aussaugen zu können … was wohl nie geschehen wird. Der letzte in der Riege ist ein muskelbepacktes Latino – Kerlchen, der „SURGERY“ Dämon, der einer unglaublichen Todessehnsucht frönt, ein Ganzkörpertatoo trägt (eine Million Varianten von Pentagrammen und Teufelsexzessen) und mithilfe eines geklauten IPods tonnenschweren Death Metal inhaliert wie andere Frischluft. Dabei steht er auf Folter und sexuelle Ausschweifungen, trägt meistens keine Unterwäsche, dafür einen voll besetzten Messerblock im Anus. Seine langen schwarzen Haare verdecken kalte Augen, die jedes Opfer bis hinein in seine Seele mustern können. Die 4 Höllenkobolde haben kaum etwas gemeinsam, außer dass sie sich ein Quartier teilen müssen. So was nennt man Zweckgemeinschaft, die rein auf Funktionalität ausgelegt ist. Es wäre also ratsam einen Bogen um dieses Haus und den Keller zu machen, wenn man weiß wo es steht. Meines Wissens nach hat der Vatikan seinen Kammerjäger losgeschickt um dem Spuk ein Ende zu machen, und ich bin gespannt, wer da mit aufrechtem Gang wieder herauskommt … aus dem dunklen, muffigen und feuchten Verließ in dem Agonie und Blutdurst, Wut und Verzweiflung wohnen? http://www.archive.org/details/tornfleshrecords
7/10

Friday, April 29, 2011

EXTINCTIONIST - World Extinction - Cd


EXTINCTIONIST besingen…eher kotzen und rülpsen mit Tierlauten das offensichtliche Aussterben von knapp 7 Milliarden Textilträgern auf 5,972 Tausend Trillionen Tonnen, Sand, Stein, Feuer, Wasser…und Posaunen. Nee, war nur so…letztere blasen aber womöglich das Ende vom Lied ein. Warum sich also noch mit irgendwas Mühe geben. Das haben EXTINCTIONIST noch nicht gefressen, auch wenn alles gepflegt chaotisch dem Tode entgegen eilt, tüfteln die noch am letzten Tönchen. Aus diesem perfiden Blickwinkel entstand wahrscheinlich „World Extinction“, bei dem alle bereits vorhandenen Bausteine noch mal nachpoliert, abgestaubt und neu ausgerichtet werden. Hier wird aufgebaut wo andere in letzter Konsequenz nur noch einreißen. Brutaler klingt es, technischer ist es, schon beinahe progressiv (partiell), sogar richtig modern. Das was der alte europäische Markt hergibt entspricht nicht dem Anspruch der Band, der Focus verlagert sich immer weiter in neuweltliche, neuenglische Gefilde. Wie viel die Szene davon noch vertragen kann steht in Sternen, aber da die Zeit scheinbar knapp wird, spielt das auch nicht die geringste Rolle. Dass aus der aktuellen Sachsenperle nicht das Kreuz des Südens geworden ist muss aber auch betont werden, dafür sind die Stilmittel doch zu gewöhnlich auch wenn die Kombination schon was von Innovation und einigen Kisten Bier als Initiator hat. Geht manchmal etwas zu schräg durch das Unterholz, aber das liegt bekanntlich immer im Blick des Betrachters. Und wenn der schielt dann ist das Bild das er einfängt seine eigene logische Welt. Deshalb möchte ich die Scheibe auch eher als den Versuch einen komplexen Wahnsinn von der Kette zu lassen sehen. Muss man nur aufpassen, dass auf dem Weg der „Point Of No Return“ lauert, hinter dem sich eben jene Komplexität nicht mehr nachvollziehen lässt. Aber wir wissen ja was kommt, der Aussterbequotient der Erdbevölkerung wird rapide steigen (gegen den momentanen Trend) und dann können die so wie so spielen was sie wollen. Was mir aber wirklich fehlt ist Bass. Gut, Ostern ist kaputt, bis zum Jesusfest ist noch lang hin und dazwischen hat zumindest mir der Schöpfer keine weitere Option gelassen, aber gewünscht hätte ich mir das schon. Das muss doch irgendwo auch drücken, ist doch sonst viel zu kalt und vielleicht auch steril. Nörgel, nörgel…der Rest ist trotzdem sehr ansprechen (teilweise schon wieder zu viel), manchmal anstrengend und die Idee des direkten Weges bleibt offen. Das ist wie beim Boxen, die Technik wird immer gelobt, wenn die Kontrahenten sich umschleichen und mit Finten 12 Runden lang verblüffen ist das schön anzuschauen. Für den Kampf haben die Prügelathleten monatelang Sparringspartner aufgemischt und große Töne gespuckt. Aber was will das Publikum eigentlich? Na klar, einen einzigen Schlag in die Fresse und den Arsch auf die Bretter, den direkten Weg eben. Den haben EXTINCTIONIST aus eigener Überzeugung ( hoffe ich) verlassen und begeben sich in die Welt des tiefsinnigen Schmerzes, wo alles immer noch mal überdacht wird, ein Riff nicht einfach ein Riff ist, ein Song am Ende nicht so klingen kann wie am Anfang, wo immer für Wendungen gesorgt werden muss. Finde ich generell auch gut, denn nichts ist leichter als einfach drauf los zu schreddern, mein Respekt jenen, die mehr wollen. Aber zwischendrin trotzdem ab und an mal eine durchreichen dass die Birne scheppert, das wäre schön. Wer es brutal und technisch etwas gehobener mag, den wird´s so wie es ist trotzdem erfreuen. www.extinctionist.de/
7/10

Wednesday, April 27, 2011

HARM - Demonic Alliance - Cd / Battlegod Productions


Cooles Cover, polierte Kettensäge, muskelbepackter Teufelsmetaller und bedauernswertes Opfer. Eine gefühlte Containerladung Klischees trifft auf gekonnten Grafikstil. Ja und Mucke? Zackiger Thrash Metal, kein Novum, aber mit Herz und noch viel mehr Tempo. Gut so, bloß nicht den Fuß vom Pedal nehmen, Gas durchtreten, Kette auf dem Schwert rotieren lassen und viel Blut vergießen. Das mit der Nachhaltigkeit mag schwer werden, die Typen haben es schon irgendwie raus, wichsen nicht bloß auf ihren Instrumenten herum wie blinde Assistentsärzte in einer infizierten Bauchwunde, aber wenn die nicht in der Lage sind nachzulegen und immer ein halbes Hundeleben brauchen, um mal aus dem Knick zu kommen, dann sind die bei der nächsten Scheibe längst wieder vergessen. Und wie sinnvoll ist es denn, immer wieder von vorn anzufangen, dann kannste auch gleich im Sessel verrotten! Wenn der Leichensaft durch die Kutte sickert, sich Urin und Blutlachen auf dem Flokati verselbstständigen und die Schmeißfliegen sich untereinander nicht mehr erkennen weil Inzucht den Genpool verdorben hat, dann solltet ihr bereit sein in die Brühe einzutauchen, die HARM vor euch auskippen. Dazu müsst ihr weniger abgebrüht sein als es sich anhört, einzig der winzige Dämon des teutonischen Satansthrash muss euch inne wohnen und euern Tagesablauf in die Klauen nehmen. Ein bisschen Angst solltet ihr vielleicht auch haben, Angst davor, das vielleicht alles schon mal gehört zu haben, irgendwie wahrscheinlich ganz anders aber diese Déjà-vu Nummer kann schon Erpelpelle ins Nackenfell klatschen. Wer es trotzdem versuchen will, der orientiere sich an einer Band wie DESTRUCTION um ein ungefähres Bild von diesem norwegischen Haufen zu bekommen. Denn trotz der zu vermissenden Zielstrebigkeit der letzten Jahre könnte etwas lohnenswertes heranwachsen, HARM hinterlassen nämlich einen großspurigen bis arroganten Eindruck, der der Musik richtig Eier verpasst. Das ist wie mit dem Onkel aus Amerika, ewig ist der verschollen, hat nicht mal ne Briefmarke über wenn die Oma stirbt und dann steht der vor der Tür und erzählt wie er die Welt gerettet hat, der Spinner. Zu so einem Auftreten gehört schon Chuzpe! Na ja, Frechheit kommt weiter und der Band hier wäre das irgendwie schon zu wünschen, große Hoffnung lege ich da aber nicht hinein. Aber für den Moment hat die Musik den Charakter einer mit Spikes überzogene Keule die bei schwungvollem Aufprall sichtbare Spuren hinterlässt und ob sich auch dekorative Narben bilden, wird Mütterchen Zeit entscheiden. Das Album kommt als Digipack zusammen mit einer kurzen DVD, die genau genommen keiner braucht.

7/10

REVOLTING - In Grisly Rapture - Cd / FDA REKOTZ


Sich zum Kult verklärte Horrorschinken als Vorbild überzustülpen um ein paar fiese Songs zu schreiben oder gar ein ganzes Album daraus zu flickschustern ist in der Szene schon immer „gang und gäbe“. Viele klingen dabei wie billige und talentfreie Quartalssäufer mit Kopfschmerzen, andere kriegen das richtig gut hin und wissen zu unterhalten. Und dann gibt es da noch REVOLTING, die mit ihrer aktuellen Rinde einen quasi Kniefall vor Lucio Fulci machen ohne sich irgendwelcher Klischees zu bedienen, die sie sonst alle nutzen. Aber Rogga Jonasson wäre nicht er selbst würde er einfach Filmmelodien adaptieren oder zu oft zitierte Intros an seine Songs pappen. REVOLTING geht da völlig eigene Wege und baut ein Album auf (eher ein weiteres), das vor Morbidität, Tod und Terror nur so strotzt, eines dessen Gitarrensound mehr als 1,80 Meter unter Leichenackerniveau liegt und einen so was von authentischen Schwedensound hinlegt, dass mir vor Vergnügen so einiges vom Kadaver absteht. Und unter fast vollständiger Auslassung gängiger Aufhänger ( Fabio Frizzis´ Musik wäre mehr als prädestiniert) schälen sich Songs aus den Särgen, die einen eigenen Soundtrack entstehen lassen, von brutal bis melodiös und immer mit der Präzision einer Spitzhacke. Zack und rein, Treffer mit irreparablen Schäden und aus die Friedhofsmaus! Und ganz im Gegensatz zu den auf Gore getrimmten wirren Filmplots bleibt REVOLTINGs´ audiovisuelles Massaker jederzeit nachvollziehbar und auch beneidenswert erfrischend. Irgendwie ist das schon seltsam, sich das abgetragene Leichenhemd, das schon so viele Schwedentöter auf dem verrottenden Leib hatten, beinahe blütenweiß und mit frischem Schwung überzuwerfen und ganz unverfroren noch mal einen drauf zu packen. Mit dieser Fähigkeit und einem Koffer voller neuer Ideensamen, gezogen an der Basis, liefern REVOLTING ihre eigene Interpretation eines ziemlich kranken Fulci Universums ab. Und wer die Filme des italienischen Unmeisters und Choleriker kennt (zumindest die Gorestreifen), der kann die einzelnen Songs beinahe zuordnen, da erheben sich dann wirklich schlecht geschminkte Untote von unter der Grasnarbe, unfreiwillige Opfer kotzen Gedärm und hängen ihre Augen an den Nagel, alles in Zeitlupe und Großaufnahme. Das Marschtempo der Musik passt zu den exzessiven Tötungsszenen der Streifen, lässt Köpfe rollen und durchschnittene Schlünde aufklappen wie nach Luft schnappende Fischmäuler. Der Gitarre gelingt es echt gruslige Melodien wie ein Leichentuch über die ganze Chose zu legen und dabei beinahe herzzerreißend zu heulen, oder mit sattem Riffing von hinten wie mit dem Spaten eins über die Omme zu ziehen. Der Bass tackert mit entsprechendem Mitgefühl. „In Grisly Rapture“ klopfen REVOLTING Dr. Freudstein noch mal auf die untote Schulter, verlassen das Haus an der Friedhofsmauer, stupsen den Zombie am knarrenden Glockenseil noch mal an, geben das Buch „Eibion“ in der Bibliothek von Dunwich ab, besteigen ihr Segelschiff und gehen mit lebenden Toten auf Haijagd. So ungefähr… fest steht, mit diesem Album haben sie sich ihr eigenes höchst brutales Italo Exploration Imperium übergezogen wie eine zweite Haut und davor ziehe ich meinen imaginären Hut. Vor allem deswegen, weil die Musik besser ist als die Filme je waren. Gore Forever! … nur zum Mittag auch gern mal vegetarisch.
9/10

Tuesday, April 26, 2011

IPERYT - No State Of Grace - Cd / Witchinghour Prod.



Na hat sich da nicht einer verlaufen? Die ziemlich krude Stilmixtur fällt ja nicht einfach mal so aus den Wolken. IPERYT verbinden Industrial und Black Metal mit einigen Todesklängen und schaffen entweder etwas Innovatives oder völlig Bescheuertes. Stellt euch vor, MINISTRY würden im norwegischen Forst ihre Fähigkeiten im Holzeinschlag üben, quasi als Schwarzarbeiter. Äxte und Kettensägen aus dem Second - Hand Shop, geölt, geschliffen und unverzagt zugeschlagen! Dabei geht IPERYT sogar so weit, mit Absicht auf einen Schlagzeuger zu verzichten und einen Typen mit dem vielsagenden und schwachsinnigen Namen „Shocker“ auf die Bühne zu zerren, der das mit digitalen Hilfsmitteln und Samples ausgleichen soll. Und genau das scheint mir die Basis dieses an Stilbruch erkrankten Unternehmens zu sein. Es ist also nicht wirklich leicht die Orientierung in diesem Durcheinander zu behalten. Die Mucke ist so was wie ein unter Starkstrom stehender Flummi, den man noch nicht von der Kette gelassen hat, weil sich keiner traut. Das würde seine Umgebung in einen Wust aus Hektik und Chaos verwandeln und alles zerdeppern was seine unberechenbare Flugbahn kreuzt. Vielleicht ist die Musik auch vergleichbar mit dem Moment als der Blitz einschlägt und Dr. Frankenstein seine Hand an den Hebel legt. Aggressive Töne spuckt die Band dabei wie ein Hornissennest auf dem Kindergartenspielplatz, Tempo ist beinahe alles und genau genommen kann es auch nur so funktionieren. Die Songs werden fast immer mit Überschall losgetreten, das „Schlagzeug“ klingt bewusst nicht homogen, es bleibt also kaum Zeit das Geschehene zu begreifen, als würde jemand die Tropfen eines Wasserfalls zählen wollen, vollkommener Unsinn! Also, so was bekommt ihr nicht jeden Tag zu hören, was schon mal ein Pluspunkt ist, ob ihr das überhaupt wollt und wer das eigentlich braucht ist Ansichtssache. Satanisten und Kriegsfanatiker und sonstige nihilistische Kreuzumdreher mögen sich aus ihren Sesseln erheben, die Chipstüten und das warm gewordene Bier beiseite stellen und sich an coolen Gitarrenwänden, nervösen bis manchmal nervenden Industrialklängen und diversem vokalen Gebelfer erfreuen. Schlussendlich kann man zu dem Lärmprogrom stehen wie man will, kompromisslos ist es ohne Zweifel, entfernt sich von der ursprünglichen Idee des Metal genau so wie es sie belebt. Klingt paradox? … ganz und gar nicht. IPERYT sind das fehlende Atomkraftwerk, das direkt aus der Hölle gespeist wird, den einen wird es krank machen und den anderen zu Höchstleistungen antreiben. „No State Of Grace“ ist ein verdammt provokantes Blutbad, ganz im Sinne des Erfinders!
7/10

Sunday, April 24, 2011

NOMAD - Transmigration Of Conciousness - Cd / Witchinghour Prod.


Polensturm setzt zum Frontdurchbruch an … STOPP… Angriff erfolgt durch 8 Kompanien mit jeweils vorgeschobenen Horchposten … STOPP … Taktiken durchschaubar … STOPP … sehr geradlinig …STOPP … Geschützfeuer liegt dicht beieinander … STOPP … trotz gängiger Kriegsführung vermehrt Wirkungstreffer ... STOPP … schweres Artilleriefeuer auf eigene Stellungen … STOPP … Opferzahlen steigen … STOPP… Hinterland wird geräumt … STOPP … eigene Reihen aus der Reserve zu stärken, wäre zu empfehlen … STOPP … verlustreiche Niederlage sonst kaum zu verhindern …STOPP… erbitte weitere Befehle …ENDE …

„Welcher Idiot kneift denn da den Schwanz ein, dem haben sie wohl das Kriegshandwerk im Hurenhaus beigebracht, hat wohl sein syphilitisches Resthirn durch seinen Schwanz verspritzt, dem muss die Mutter wohl Magerquark in die Windeln geschmiert haben. Wenn der liebe Herrgott Hirn vom Himmel regnen lassen würde, ginge der wohl instinktiv in Deckung der Depp. Das Gehirn diese Versagers ist anscheinend eine brache Großbaustelle, deren Fördermittel ersatzlos gestrichen wurden. Wie kann der behaupten unsere stählerne Front würde unter ein paar polnischen Banausen zerbrechen! Holt mir den sofort her, dem kehre ich sein Innerstes nach außen in der hoffnungslosen Suche noch etwas Verstand aufzutreiben. Solche Ungeheuerlichkeiten zu verbreiten ist Defätismus aller übelster Sorte, der gehört nackt auf einer Eisscholle von hässlichen Seeelefanten vergewaltigt und gevierteilt. Polen und irgendwas durchbrechen, was lächerlicheres habe ich noch nicht gehört, der einzige Ort an dem irgendwas bricht ist die eigene Latrine im Vollrausch durch Selbstgebrannten … Momentmal, was ist das für ein Krach da draußen, wer hat denn Schießübungen auf meinem Kasernenhof befohlen, welches vertrottelte Rindvieh muss ich denn dafür auspeitschen? Das hat ein Nachspiel, na wartet wir sprechen uns noch. Warum rennt ihr denn alle auf einmal, wo wollt ihr hin? Was ist das für Lärm und Dreck, wer zerbricht mir meine Fenster, he, nimm das Ding runter, was bist du denn für einer, lass das! Aua… Scheiße … Verdammt… Warum sagt denn keiner was, he wartet ihr Feiglinge, nehmt mich gefälligst mit …. Hallo? … Irgend jemand? … So ein Mist!...“

Front durchbrochen ... STOPP … bitte dringendst um Befehle … STOPP … eigene Einheiten in Auflösung begriffen … STOPP … Führungsstab nicht erreichbar … STOPP … Truppenmoral auf Nullpunkt … STOPP … Haben alle Durst, gehen uns Selbstgebrannten suchen, erscheint uns sinnvoller … ENDE!
7/10

Friday, April 22, 2011

MIASMAL - Miasmal - Cd / Dark Descent Records


Ich stehe auf diesen unverfänglichen Retrokrempel, keine Ahnung warum, vielleicht weil der anhaltende Antitrend so guten Kram hervorbringt oder ich nicht mehr zwischen Erdbeerquark und Scheiße unterscheiden kann. Jedenfalls ist mir lange nichts wirklich Schlechtes unter das Messer gekommen. Niemand will sich blutige Schnitte holen und sich mit eingezogenem Schwanz und glitschigem Gedärm ins Nirwana verpissen. Auch MIASMAL nicht, die ganz nach lokaler Tradition ein Album von urtypisch schwedischer Machart vorlegen, dass jeder Moment so vertraut schein, wie Omas gut gefüllte Speisekammer. Da kann quasi nicht viel gegen die Wand laufen, die Songs sind wenig aufwendig, recht primitiv, dafür umso direkter und sogar peripher punkbelassen. Besonders gut gefallen mir die klagenden Metal Solos und der morbide Grundtenor der Songs. Der wirkt am effektivsten auf die grauen Zellmasse, wenn es eher ruhiger wird, die Bassgitarre sich beinahe liebkosend an Tod und Terror anschmiegt. Aber auch der radauartige Blastbeat – Anteil ist ein rechtes Schnuckelchen und tritt mächtig ins Skrotum. Ich denke MIASMAL funktionieren deswegen, weil sie sich an den alten Säcken orientieren, nicht allzu respektvoll sind und trotzdem so was wie ein imaginäres Wurmloch in die frühen 90er offen halten. Durch jenes saugen sie ihre Inspirationen, klauen hier ein bisschen, morphen dort etwas mehr und tragen das bleigefüllte Herz am rechten Fleck. MIASMAL schafft dabei mehr als nur konservenartige Zweitverwertung, da entstehen tatsächlich echte Nummern mit Potential. Nicht die ganz Großen wahrscheinlich, aber die Echten, wenn ihr versteht wohin ich will. So kommt dann auch ein Sound zustande, der nichts mit überproduzierter Frischware aus der Fließbandproduktion gemein hat sondern einen angenehmen Hauch von Friedhofserde durch das Computerzeitalter wehen lässt. Genau so soll sich schwedischer Death Metal anfühlen, das haben die 4 Jungs verstanden und das macht sie mir sympathisch. Jeder Song zieht seine schartige Schneide durch das Gras wie der Schnitter seine Sense durch die Fluten der baldig Entleibten. Dabei fallen Halme wie Kadaver in gleichem Maße unausweichlich und blutend im Sinkflug zur Hölle. (Wobei das Gras den Umweg durch diverse Wiederkäuermägen macht.). Das selbstbetitelte Album ist eine stimmige Angelegenheit, eine die aber auch gar nicht erst versucht mit fadenscheinigen Innovationen hausieren gehen zu wollen. Die wissen einfach, dass man aus weniger schlussendlich mehr machen kann. Überdüngte Beete lassen das Saatgut auch nur verrotten und verbrennen. Ist ein cooler Einstand geworden, von jener Sorte von dem ihr euch gern mehr als einmal auf die Füße pinkeln lassen dürft.
8/10

Wednesday, April 20, 2011

ILSA - Tutti Il Colori Del Buio - Cd / Dark Descent Records



ILSA, was für ein Name, dem verpasst man doch höchstens seinem Hund und auch nur dann, wenn man weiß, dass er am Nachmittag unters Auto rennt. Oder aber halbgare Filmemacher, deren Blut pathologisch bedingt nach Süden strömt nutzen den, um ihre Fantasien in Bezug auf Sadismus feil zu bieten. So entstanden dann in den 70ern einige grottige Streifen mit gleichnamiger Heldin, die ihre Foltertriebe mit politisch wechselndem Kurs und knapp sitzender Ledersuite nachkam. An diesen Fetisch hängen sich nun ausgerechnet einige Amerikaner und verunglimpfen sich selbst, indem sie ihrer Band den Namen einer pervertierten Wichsvorlage anhängen. Geliebt werden wollen sie damit gewiss nicht, ist auch kaum möglich. Wer sich für die 9 Songs dieses Albums begeistern kann, der macht auch lieber Urlaub in Reykjavik als in Paris, zieht eine zünftiges kaltes Orkantief über dem Atlantik einer warmen Golfstrombrise vor, steht mit Vorliebe an sturmgepeitschten Steilküsten und pinkelt bei Eisregen ins Meer anstatt im warmen Pool zu sitzen. Von der einschlägigen Presse offenbar hoch gelobt, werden ILSA bei der breiten Masse auf Unverständnis stoßen, da sie so was von unpopuläre Musik verbreiten, dass die sich kaum in größeren Stile an den Konsumenten tackern lässt. Wer das hier gut heißt, schläft lieber im Kühlraum des städtischen Leichenbeschauers als in im Präsidentenpalast. Für den Scheiß muss man schon verdammt abgebrüht sein. Da ist ein verdammt großes Faible für etwas altbackenen Death Metal versetzt mit Doom, Crust, Sludge und mehr depressivem Nihilismus nötig, als der eigene Geschmacksverstärker üblicherweise anzubieten hat. Die Musik ist kalt, gefühlsarm, kantig, rau und alles andere als eine Ode an die Freude. Wenn ihr das genießen könnt, dann müsst ihr morgens mehrfach mit dem linken Bein aufgestanden sein, besser ihr unterzieht euch freiwillig einer Amputation um auf Nummer sicher zu gehen. Zur Nacht wäre es dann vorteilhaft, besoffen in die Federn zu krauchen um die bösen Träume, die die Musik erzeugt draußen zu lassen. Wer all diese Grundsätze und Voraussetzungen beherzigt, sicherer wäre es, sein Herz gleich mit einem Eissplitter zu durchstoßen und die eigene Schwester zu verleugnen, dem stehen die Tore zu einer zugefrorenen Hölle offen, mit dem macht ILSA was sie will und ihr werdet es letztendlich doch noch lieben. Betrachtet euch als gewarnt, ILSA ist sehr speziell und hat einige Tricks drauf ,die schnell mehr als nur schmerzhaft sind. Ihr werdet euch hin und her gerissen fühlen … vom Druck tiefgelegter und fallen gelassener Soundbomben und drogenschwangerer Monotonie! Worauf wartet ihr noch, das Leben hat doch sonst nichts zu bieten! ... Bei der folgenden Punktewertung ertappe ich mich dabei, dass ich scheinbar selbst nicht ohne Probleme über steinige Erde wandle.
7/10

Monday, April 18, 2011

DEPARTMENT OF CORRECTION - L'ecole du gout Mcd


Würde ich ernsthaft jemanden in die angenehme Welt des Schmerzes schicken wollen, dann fesselte ich ihn kopfüber an den letzten Wagen eines ICE und wünschte gute Reise, er möge jedes Mal wenn der Schädel wie ein Basketball über die Schwellen hüpft einen netten Gedanken an mich verschwenden. Gewiss würden alle Gedanken schnellsten in grauen Spritzern über den Bahndamm verteilt werden und die Nummer wäre viel zu schnell durch, das Vergnügen ein unverzeihlich kurzes! Ein zu lang berechnetes Bungeeseil liefe auf das Gleiche hinaus. Spekulationen führen nur zu gefährlichen Halbwahrheiten und eigentlich versuche ich lediglich eine Brücke zu DEPARTMENT OF CORRECTION zu schlagen. Denn bei deren Art von mentaler Trampelei spielt Tempo die größte Rolle! Grind /Powerviolence direkt an den strammen Eiern gepackt und mit festem Griff ordentlich lang gezogen, vor panischer Erstarrung die Luft zu lange angehalten und einen mörderischen Schrei ausgestoßen, der auch die Restvolumenmenge aus den Alveolen bläst. Dann klatscht das so überwältigte Opfer mit doppelter Fallgeschwindigkeit aufs Pflaster und erwacht Stunden später im drogendurchfluteten Nirwana der Intensivstation des Grind Medical Hospital! Ja, ich glaube so funktioniert Schmerz, der haften bleibt und zu diesem tornadogleichen hektischen Gebretter passt. Zeitlos, authentisch und sehr speziell. Also, wenn ihr jemandem den ihr nicht leiden könnt, dem Rest seines erbärmlichen Existierens etwas Unvergessliches mit auf den Weg geben wollt, dann sollte es diese Mini sein. Die bringt das Hirn zum krampfen, lässt Schneidezähne durch die Zunge schlagen und die Augen zombiegleich nach innen rollen. Bei anderen könnten unaufhaltsame Fluchtinstinkte geweckt werden, wobei sich die Beine schneller bewegen als der Kopf zu denken vermag. Das führt zwangsläufig zu vollkommener Desorientierung und der Weg wird noch länger! Wichtig wäre noch zu erwähnen, dass es bei hartnäckigen Probanden ratsam wäre, die Mcd auf Dauerschleife zu programmieren, da sie ruck zuck durch ist. Das legt den Verdacht nahe, der Band wäre der Fluchtgedanke selbst nicht ganz fremd und Paranoia wäre ihre Muse. Echt beängstigend und qualitativ nicht von Pappe. Will mal hoffen, dass das angekündigte Album dem aufgebauten Erwartungsdruck stand hält. Denke aber schon, ist was für Fans von MUMAKIL, INHUMATE und ähnlicher Krawallrinden. Wer masochistische Tendenzen sein Eigen nennt, der klickt hier: http://www.myspace.com/grindcoredequalite
7/10

Saturday, April 16, 2011

EPOD - Demo


Pubertät treibt manchmal schräge Blüten und bleibt vor allem an so manchem länger haften als ihm lieb sein dürfte. EAT PUSSY OR DIE, plakativer geht’s kaum. Da spazieren 2 Burschen Hand in Hand mit ihrem angerosteten Drumcomputer auf reichlich ausgelatschter Schlingerpiste. Brutal Slam Death Metal klopft überraschungsarm aber wenigstens halbwegs unterhaltsam an die Hintertür einer geschmacksverirrten Subkultur, ja denke schon. Die Erwartungsarmut dieser Art von Musik setzt keine allzu hohe Latte an, die 2 an Minimalismus kaum zu schlagenden Stücke passen sich da ganz unauffällig an. Es gibt also kein Körnchen mehr, als von Slam und Porn Kids nicht schon anderswo verbrochen wurde, Verfluchte besessene Rotzer, besessen von Internertpornografie und einem hinten runtergefallenen Weltbild. Und wieder kämpfen 2 Typen mehr im Heer der Spaßverfechter sexueller Missverständnisse, versuchen die feministische Front nach hinten zu verschieben und brüskieren das weibliche Geschlecht. Einzig angepisst dabei dürften die mit Damenbart und Besenreißern sein, alle anderen nehmen das gar nicht erst zur Kenntnis. Aber ich will die Musik nicht ganz so banal zerpflücken, denn bei lediglich 2 kurzen Stücken, die sogar noch die ersten sind, kann sich wohl niemand ein wirklich subjektives Bild machen. Ja, subjektiv, was sonst! Das wäre genau so, als würde ich aus den zahllosen dampfenden bis eingetrockneten Hundehaufen auf dem städtischen Kifferanger, respektive Stadtpark die jeweilige Art der Töle bestimmen wollen. Bei den ersten Gehversuchen erwarte ich auch gar keine Höhenflüge, wenn das Baby nicht gerade Amadeus heißt oder mit den Daumen Handstand macht. Also bitte, wer weiß wohin es führt, was die Jungs zu leisten in der Lage sind wenn sie sich erst mal gefunden haben. Und vor allem den Drumcomputer in den Pazifik schmeißen. Klingt nicht! Auch der Sound nicht, irgendwo im Hinterzimmer von Mutters Küchenstudio entstanden…als sie Einkaufstüten vom Supermarkt geschleppt hat um den Rackern was fettiges zu brutzeln. Nach eigenem Bekunden ist jedenfalls noch viel zu erwarten inklusive der Versicherung absolut ernsthaft zu arbeiten. Gut, passt jetzt nicht unbedingt zum Genre, aber auch mein Fokus könnte sich mit den Jahren etwas verlagert haben, alles kriege ich auch nicht mehr mit. Deren Reise beginnt gerade, meine verliert manchmal schon etwas an Fahrt wenn ich nicht aufpasse. Ein skeptischer nichts destotrotz positiver Gruß geht nach Lancaster/Ohio, ins Land der gnadenlosen Selbstüberschätzung. Schön die Zügel straff halten, macht was draus! http://www.purevolume.com/EPODGORE
5/10

Monday, April 11, 2011

RABID DOGS - Rabid Dogs - Cd / Cephalic Records …and more


Radau, der sich in direkter Anlehnung an Mario Bava´s Klassiker oder Schundfilm ( je nach lokaler kultureller Keule) sieht, und sich zudem aus den Überresten von BESTIAL DEVESTATION zusammentackert, dürfte für einiges sorgen, von vor Entsetzen hochgeworfenen oberen Extremitäten bis hin zu massiver Weglauftendenz. Einzig Harmonie und Schöngeist sind Bewohner einer weit entfernten Galaxie. Der Krach nimmt Tempo auf, als wären Hurrikan und Tsunami Bestandteile mediterraner Lebensumstände, erinnert eher an raue sturmgepeitschte Küsten als an Olivenhaine. Wenn ihr dazu ein musikalisches Äquivalent benötigt, dann stellt euch eine echt coole Mischung aus CRIPPLE BASTARDS und dem versauten Genpool tschechischer Grindunmöglichkeiten vor und ihr bekommt eine ziemlich genaue Vorstellung… denke ich. Das ist, als würde man den, scheinbar idealisierten, tollwütigen Beißer von der Kette lassen, unschuldigen Passanten wissentlich seinem viral verseuchten Geifer aussetzen, räudiges Bellen und zuschnappenden Kiefer inklusive und das Desaster mit einem Bier in der Hand gemütlich von der Veranda beobachten. Zeit für Sauerstoffbetankung bleibt bei dieser Art Grindgewitter kaum, trotzdem weht viel frischer Wind, was weder Paradoxon noch übersteigerten Anspruch bedeutet respektive voraussetzt. Ganz im Gegenteil lebt das Album mit seinen gängigen Bestandteilen von ungebremster Spielfreude erzeugt von drei Spacken mit echt dicken Eiern in den Hosen. Mit BESTIAL DEVESTATION hat dieser angenehm verstörende Terror so viel zu tun wie Pizza mit Linguini. Bei uns schmeißt man sogar das eine auf das andere und nennt es kulinarisches Experiment, in der Heimat der Pasta würde wohl gleich der kommunale Pate verständigt. Was ich sagen will, beide Bands vereint lediglich ein territorialer Aspekt. Inspiriert wird die selbstbetitelte Gewaltorgie ebenfalls von regionalem Kolorit, und zwar wie zu Beginn angedeutet, von italienischen Sexpolation Streifen aus der Hochzeit der eigenen B - Movie Szene. Warum also sich als lyrischer Fremdarbeiter verdingen, wenn das beste Futter vor der eigenen Tür auf Zweitverwertung lauert. Auf mich macht das Gesamtkonstrukt einen sehr abgebrühten nichts desto trotz augenzwinkernden Eindruck, ich glaube die Typen sind verdammt ausgebufft und spielen gern mit Klischees. Sex, Gewalt, Humor und lautes Gebrüll sind untrennbar miteinander verbunden wie siamesische Zwillinge die der Herr in seiner unermesslichen Undurchschaubarkeit mit den Ärschen verschweißt hat. Eine Trennung ist rein chirurgisch möglich, aber möglicherweise tödlich! RABID DOGS starten gar nicht erst den Versuch, sich Wankelmütigkeit zu leisten, sie grinden aus tausend Rohren unberührt von jeglichen populistischen Eiflüssen und das verdient meinen und euren Respekt!
8/10

Sunday, April 10, 2011

DEATH WOLF - Death Wolf - Cd / Regain Records


In gemäßigten Zeiten, in denen der Isegrim die teutonische Provinz wieder mit seiner Anwesenheit zu beleben versucht und dabei ganze Schafherden schächtet, ist der Naturfreund vor Begeisterung im Gefühlsrausch und der Schäfer feilscht um die Lizenz für eine Jagdbüchse…um dem Naturfreund das Maul zu verbleien. Indes geht der Wolf seinem Urtrieb nach und verrichtet einen blutigen Existenzkampf, er jagt, frisst, heult und vögelt, kurz er rockt! Nach eben diesem bewährten Schema verhält sich auch ein neuer Einwanderer dieser Gattung, Carnus Mors (der Todeswolf). Seine ursprüngliche Heimat ist das Umland der schwedischen Provinz Östergötland, wo er bereits anno 2000 im Hurenhaus des Teufels von Norrköping geboren wurde. Aber erst in diesen Tagen erkennt er, dass sein raubtierhaftes, wildes und mörderisches Verhalten Teil seiner Bestimmung ist. Diese ungebremsten Aggressionen, der Blutdurst und seine verehrende Umtriebigkeit machen ihn nun über die Grenzen als den DEATH WOLF bekannt. Damit grenzt er sich ganz bestimmt vom gewöhnlichen Dorfköter ab, der von Almosen lebt und lediglich mit der rostigen Kette rasseln kann, bevor er sich mit eingezogenem Schwanz in seine Hütte schleicht, sobald er den Ruf seines wilden Verwandten hört. Aber wie ist ebenjener Ruf nun zu beschreiben? Zuerst müssen wir uns wohl von gängigen Konventionen lösen, unsere Erwartungshaltung in Bezug auf gewohnte skandinavische Fauna und Flora eher liberal gestalten und uns überraschen lassen. Das was sich den Kehlen der Untiere entleibt, hat schon irgendwas mit schwedischem Crustcore in seiner Grundnote und generellen Struktur, bildet also so was wie die Basis für weitaus mehr. Denn dazu kommt die erschütternde Melancholie eines Glen Danzig, der seine Mutter über Jahre zum Heulen gebracht hat. Diese Eigenschaft ist für einen waschechten Karnivoren aus den tiefen Wäldern Schwedens, die generell sehr MARDUK - schwarz sind, quasi mehr Kür als Pflicht. Aber auch ein anderer, nicht zu verleugnender Aspekt audieller Art ist zu beachten. Dieser nimmt deutlichen Bezug auf die niederländischen PETER PAN SPEEDROCK und deren begnadeten Rock´n Roll mit all seiner Härte und Kompromisslosigkeit. Im Ergebnis dessen bewegt sich Carnus Mors zielstrebig in unsere Richtung, will seine Fänge in unseren Nacken schlagen und unser Blut zum kochen bringen. Ich bin davon überzeugt, dass dieses scheinbar instinktive Vorhaben gute Chancen auf einen Erfolg haben wird…insofern sein knarziges Bellen mit unserer feuchtfröhlichen Bierlaune überein kommt. …Mal ehrlich, die Mucke ist trockener als Tofuwurst ohne den nötigen Liter Ketchup als Schmiermittel. Ob die rigorose Art des Todeswolfes reicht, um eines Tages in familiäre Mythen und Legenden einzugehen und als Einschlafhilfe aus den iPods in diversen Kinderzimmern herzuhalten, wird sich zeigen. Ich könnte mir einen erfolgreichen Kampf um das neue Territorium gut vorstellen. Verdammt, das Rudel ist viel zu cool um ungehört zurück gen Norden zu ziehen!
8/10

Friday, April 8, 2011

TOTAL FUCKING DESTRUCTION - Hater - Cd / Bones Brigade


TOTAL FUCKING DESTRUCTION lassen ihre wahren Fans nie lange zappeln, haben mit freundlicher Regelmäßigkeit immer was am Start. Und so geht auch dieses Jahr wieder neues Kunstgut auf uns nieder wie eine angriffslustige Smartbombe und ihre angedrohte chirurgische Präzision. Als ob das in irgendeiner Weise zur Entspannung beitragen würde. Auf relaxte Atmosphäre setzt dieses Album auf jeden Fall nicht. Das bei Einschlag des kleinen scharfkantigen Explosionsgeschosses der Krater und die Opferzahl der audiovisuell Gelähmten und Geschockten größer wird als alle optimistischen Prognosen weissagen, muss jedem Kenner der Chaostruppe im Vorfeld klar sein. T.F.D. machen das was der Name verspricht! Und zu aller erst nehmen sie ihren eigenen Grindschuppen gehörig auseinander, so dass nur noch Wände und Dachbalken stehen bleiben. Renoviert wird das angegriffene Objekt mit viel Rock´n Roll und AC/DC Attitüde und gehöriger Crossover Unterstützung ala SOD. Dabei entsteht der Eindruck, hier handwerkern ein paar mordsmäßig großmäulige bis blauäugige Jungs anstatt versierte Musiker. Mir gefällt das so, denn „Hater“ hat durch all diese Ansätze und verinnerlichte musikalische Konsequenz eine ungemein erfrischende Wirkung. Das Tempo ist trotzdem immens hoch gehalten und die Songs in der Regel nicht länger als ein an Morbus Crohn erkrankter Köter weit scheißen kann. Das Prinzip Grindcore wird also überhaupt nicht bloß gestellt, nur eben beträchtlich aufgepimpt. Es ist erfreulich, dass die Langrille weder Gebrauchsspuren aufweist noch Berührungsängste zu kennen scheint und einer oftmals stagnierenden, sich selbst kopierenden Szene beweist, dass mit ein bisschen Kreativität und dem nötigen Weitblick immer noch was zu bewegen ist. „Hater“ schmettert dem Konsumenten einen ganzen Sack voller Granaten entgegen, deren Bestandteile allen wohl bekannt sind, die Mischung aber ist eine recht ungewöhnliche und beinahe neue. Fakt ist, dass die Auslegung von Grindcore, wie die Chaostruppe aus Philadelphia ihn anbietet mehr exotisch und überhaupt nicht banal ist. Allein das sollte reichen um sich Plastik oder Vinylversionen in die Regale zu stopfen! Grind, Punk, Rock und wahrscheinlich auch ein bisschen was zum stoned werden, das scheint mir ein probates Rezept um die Massen zu unterhalten. T.F.D. sind heute da wo BRUTAL TRUTH vielleicht wären, hätten sie damals nicht zwischenzeitlich den Job geschmissen und Mr. Hoak sich veranlasst gesehen, etwas eigenes auf die Beine zu stellen. Manchmal sind auch Verluste (wenn in diesem Fall erfreulicherweise nur für begrenzte Zeit) durchaus positiv, und bringen mehr ans Tageslicht als wahrscheinlich beabsichtigt war. „Hater“ ist somit eines der innovativsten Alben der Band und mir bleibt nichts anderes übrig als euch zum Erwerb der Rille zu verpflichten!
9/10

Thursday, April 7, 2011

DEUS OTIOSUS - Murderer - Cd / FDA Rekotz


DEUS OTIOSUS haben von allem so ein bisschen, von „na ja“ bis „oha“, weshalb mir auch partout nichts wirklich Gutes einfallen will. Die Stühle, zwischen die ich mich gezwungenermaßen setzen müsste, hat schon ein andere geklaut und es bleibt nur die Option stehen zu bleiben oder der Schwerkraft unter Anerkennung folgender Schmerzen nachzugeben. Gar nicht so einfach. Die dem dänischen Kleinstaat entspringende Band machet einen souveränen Job auf ihrem Erstling und schrammen trotzdem knapp am Tatbestand der Belanglosigkeit vorbei. „Murderer“ ist nicht sonderlich aufregend, die gemäßigteren Parts manchmal sogar langweilig. Wenn aber einmal der Entschluss gefallen ist, die Pace auf ein angenehmes Schritttempo zu erhöhen wird es wieder interessant. So gebiert ein, zumindest etappenweise eher unspektakuläres Album einige Highlights wie, „Wall Of Violence“, und „ No Life“, die einen gewissen Drive haben. Damit kommen sie solch illusteren Bands wie VITAL REMAINS / MORBID ANGEL zwar nicht gefährlich nahe, schnuppern mit ihren dänischen Nasen aber vergleichbaren morbiden Grabeshauch. Ja, eindeutig, Geschwindigkeit steht ihnen gut, funktioniert wie ein Weckruf aus musikalischer Somnolenz. Andere Parts werden von schweren Fußfesseln geprägt, gepaart mit teutonischen Thrash Metal Riffs. In Grunde ist auch das nicht übel, aber eben schrecklich gewöhnlich, weiß zumindest mich und meinen verdrehten Geschmack nicht so recht zu überzeugen. Vielleicht sollten die Dänenprinzen sich doch noch mal zurück lehnen, den alten Schädel auf den Schoß legen und die dramatischen Worte, „Sein oder nicht sein“ aussprechen und auf eine Eingebung hoffen. Aber auch das wäre wohl zu ausgekaut und wahrscheinlich bedarf es nur etwas mehr Geduld (wohl auch von meiner intoleranten Seite) um die Perle in der verkrusteten Austernschale zu finden. Das Problem ist nur, dass dem zu bedauernden Konsumenten wöchentlich zahllose Ladungen von den Viechern vor die Füße gekarrt werden und er sich lieber auf vertrautes Terrain begibt, bevor er Mühe und Zeit in den Strom der Vergänglichkeit schickt um all die Hüllen zu knacken und womöglich mal eine Perle zu ergattern. Also noch mal, DEUS OTIOSUS ist ein anständiges Werk gelungen, das alle technischen Voraussetzungen mit sich bringt um den Jagdschein für die verworrenen Flure des Asylums Heavy Metal zu beantragen, ob der aber genehmigt wird, hängt von euch ab. Und dafür fürchte ich, haben sie noch nicht genug getan. Ich will das gar nicht unbedingt negativ gewertet wissen, fordere nur noch mehr Kreativität. Was nützen der schöne Vorgarten und die strahlende Fassade, wenn alle Nachbarn vergleichbares ihr eigene nennen, da fällt die persönliche Mühe doch niemandem mehr auf! Es bleibt nur zu empfehlen euch ein eigens akustisches Bild zu machen, bevor ihr meinem Urteil blind vertraut. Oder seid ihr so bescheuert…?
6/10

Tuesday, April 5, 2011

MUCUPURULENT - Horny Like Hell (Re – release) - Cd / Rotten Roll Rex


Was ich an MUCUPURULENT ganz besonders mag, ist der BLOOD DUSTER Swing. Der lebt auf den älteren Sachen wahrscheinlich sogar mehr als heute. Das Original liegt nun schon ein Dutzend Jahre in den Nebeln angenehmen Vergessens, so macht es auch Sinn, die Scheibe noch mal auszugraben und etwas aufgemotzt wieder ans Tageslicht zu zerren. Wobei aufgemotzt sich lediglich auf den Bonusteil bezieht, der aus einem eher zu übergehenden Konzertmitschnitt besteht. Das klingt überhaupt nicht, ist aber auch gar nicht schlimm, denn die Entscheidung, sich „Horny Like Hell“ zuzulegen, beruht ganz bestimmt nicht auf diesem Liveradau. Entweder ihr habt das Original und braucht keine neue Keksdose oder ihr habt es eben nicht. Dann kommt ihr genau genommen hieran nicht vorbei. Na ja, eigentlich schon, das Schöne liegt immer im Auge des Betrachters, aber manchmal bedarf es jemanden, der es mit Skalpell und Pinzette von dort wieder entfernt. „Schön“ ist nämlich kein Adjektiv, das Band und Album auch nur annähernd beschreibt, einem solchen Wort muss man in diesem Zusammenhang die Ohren lang ziehen, die komplette Einsilbigkeit der Beschreibung in heißen Öl frittieren und die Striche über dem „ö“ mit glühenden Kohlen ausbrennen. Das, was wir heute als Goregrind verkaufen, dürfte MUCUPURULENT nur ein müdes Schmunzeln abringen, haben die doch den echten Groove im Blut, zeigen, dass man Musik mit Spaß und Ironie verbinden kann ohne den Blödsinn zu ernst zu nehmen, und lassen dann hinten noch verdammt gute Musik raus purzeln. MUCUPURULENT sind wie ein Shredder, zerhackstückeln beinahe alles, was vor die Messer gerät, hinterlassen mal mehr und mal weniger blutige Schnipsel. Das hier gehört zu den besseren, glaub ich. Ist schön durchdrungen von schlüpfrigem Schweinkram, durchfeuchtet von Zwielichtigkeit, hat viel rockige Attitüde und einen Sound wie zerplatzende Leichenteile in der Wüstensonne. Möglicherweise macht „Horny…“ unterm Strich nicht wirklich so geil wie angedacht und Pornokram ist eh schon gesellschaftsfähig und nicht mehr provokant, aber gewiss gehört es zu den lohnenswerteren Re – Releases, also spricht nichts dagegen, ein paar alte Praline Ausgaben gegen das Album einzutauschen.