Sunday, April 10, 2011

DEATH WOLF - Death Wolf - Cd / Regain Records


In gemäßigten Zeiten, in denen der Isegrim die teutonische Provinz wieder mit seiner Anwesenheit zu beleben versucht und dabei ganze Schafherden schächtet, ist der Naturfreund vor Begeisterung im Gefühlsrausch und der Schäfer feilscht um die Lizenz für eine Jagdbüchse…um dem Naturfreund das Maul zu verbleien. Indes geht der Wolf seinem Urtrieb nach und verrichtet einen blutigen Existenzkampf, er jagt, frisst, heult und vögelt, kurz er rockt! Nach eben diesem bewährten Schema verhält sich auch ein neuer Einwanderer dieser Gattung, Carnus Mors (der Todeswolf). Seine ursprüngliche Heimat ist das Umland der schwedischen Provinz Östergötland, wo er bereits anno 2000 im Hurenhaus des Teufels von Norrköping geboren wurde. Aber erst in diesen Tagen erkennt er, dass sein raubtierhaftes, wildes und mörderisches Verhalten Teil seiner Bestimmung ist. Diese ungebremsten Aggressionen, der Blutdurst und seine verehrende Umtriebigkeit machen ihn nun über die Grenzen als den DEATH WOLF bekannt. Damit grenzt er sich ganz bestimmt vom gewöhnlichen Dorfköter ab, der von Almosen lebt und lediglich mit der rostigen Kette rasseln kann, bevor er sich mit eingezogenem Schwanz in seine Hütte schleicht, sobald er den Ruf seines wilden Verwandten hört. Aber wie ist ebenjener Ruf nun zu beschreiben? Zuerst müssen wir uns wohl von gängigen Konventionen lösen, unsere Erwartungshaltung in Bezug auf gewohnte skandinavische Fauna und Flora eher liberal gestalten und uns überraschen lassen. Das was sich den Kehlen der Untiere entleibt, hat schon irgendwas mit schwedischem Crustcore in seiner Grundnote und generellen Struktur, bildet also so was wie die Basis für weitaus mehr. Denn dazu kommt die erschütternde Melancholie eines Glen Danzig, der seine Mutter über Jahre zum Heulen gebracht hat. Diese Eigenschaft ist für einen waschechten Karnivoren aus den tiefen Wäldern Schwedens, die generell sehr MARDUK - schwarz sind, quasi mehr Kür als Pflicht. Aber auch ein anderer, nicht zu verleugnender Aspekt audieller Art ist zu beachten. Dieser nimmt deutlichen Bezug auf die niederländischen PETER PAN SPEEDROCK und deren begnadeten Rock´n Roll mit all seiner Härte und Kompromisslosigkeit. Im Ergebnis dessen bewegt sich Carnus Mors zielstrebig in unsere Richtung, will seine Fänge in unseren Nacken schlagen und unser Blut zum kochen bringen. Ich bin davon überzeugt, dass dieses scheinbar instinktive Vorhaben gute Chancen auf einen Erfolg haben wird…insofern sein knarziges Bellen mit unserer feuchtfröhlichen Bierlaune überein kommt. …Mal ehrlich, die Mucke ist trockener als Tofuwurst ohne den nötigen Liter Ketchup als Schmiermittel. Ob die rigorose Art des Todeswolfes reicht, um eines Tages in familiäre Mythen und Legenden einzugehen und als Einschlafhilfe aus den iPods in diversen Kinderzimmern herzuhalten, wird sich zeigen. Ich könnte mir einen erfolgreichen Kampf um das neue Territorium gut vorstellen. Verdammt, das Rudel ist viel zu cool um ungehört zurück gen Norden zu ziehen!
8/10

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