Friday, April 29, 2011

EXTINCTIONIST - World Extinction - Cd


EXTINCTIONIST besingen…eher kotzen und rülpsen mit Tierlauten das offensichtliche Aussterben von knapp 7 Milliarden Textilträgern auf 5,972 Tausend Trillionen Tonnen, Sand, Stein, Feuer, Wasser…und Posaunen. Nee, war nur so…letztere blasen aber womöglich das Ende vom Lied ein. Warum sich also noch mit irgendwas Mühe geben. Das haben EXTINCTIONIST noch nicht gefressen, auch wenn alles gepflegt chaotisch dem Tode entgegen eilt, tüfteln die noch am letzten Tönchen. Aus diesem perfiden Blickwinkel entstand wahrscheinlich „World Extinction“, bei dem alle bereits vorhandenen Bausteine noch mal nachpoliert, abgestaubt und neu ausgerichtet werden. Hier wird aufgebaut wo andere in letzter Konsequenz nur noch einreißen. Brutaler klingt es, technischer ist es, schon beinahe progressiv (partiell), sogar richtig modern. Das was der alte europäische Markt hergibt entspricht nicht dem Anspruch der Band, der Focus verlagert sich immer weiter in neuweltliche, neuenglische Gefilde. Wie viel die Szene davon noch vertragen kann steht in Sternen, aber da die Zeit scheinbar knapp wird, spielt das auch nicht die geringste Rolle. Dass aus der aktuellen Sachsenperle nicht das Kreuz des Südens geworden ist muss aber auch betont werden, dafür sind die Stilmittel doch zu gewöhnlich auch wenn die Kombination schon was von Innovation und einigen Kisten Bier als Initiator hat. Geht manchmal etwas zu schräg durch das Unterholz, aber das liegt bekanntlich immer im Blick des Betrachters. Und wenn der schielt dann ist das Bild das er einfängt seine eigene logische Welt. Deshalb möchte ich die Scheibe auch eher als den Versuch einen komplexen Wahnsinn von der Kette zu lassen sehen. Muss man nur aufpassen, dass auf dem Weg der „Point Of No Return“ lauert, hinter dem sich eben jene Komplexität nicht mehr nachvollziehen lässt. Aber wir wissen ja was kommt, der Aussterbequotient der Erdbevölkerung wird rapide steigen (gegen den momentanen Trend) und dann können die so wie so spielen was sie wollen. Was mir aber wirklich fehlt ist Bass. Gut, Ostern ist kaputt, bis zum Jesusfest ist noch lang hin und dazwischen hat zumindest mir der Schöpfer keine weitere Option gelassen, aber gewünscht hätte ich mir das schon. Das muss doch irgendwo auch drücken, ist doch sonst viel zu kalt und vielleicht auch steril. Nörgel, nörgel…der Rest ist trotzdem sehr ansprechen (teilweise schon wieder zu viel), manchmal anstrengend und die Idee des direkten Weges bleibt offen. Das ist wie beim Boxen, die Technik wird immer gelobt, wenn die Kontrahenten sich umschleichen und mit Finten 12 Runden lang verblüffen ist das schön anzuschauen. Für den Kampf haben die Prügelathleten monatelang Sparringspartner aufgemischt und große Töne gespuckt. Aber was will das Publikum eigentlich? Na klar, einen einzigen Schlag in die Fresse und den Arsch auf die Bretter, den direkten Weg eben. Den haben EXTINCTIONIST aus eigener Überzeugung ( hoffe ich) verlassen und begeben sich in die Welt des tiefsinnigen Schmerzes, wo alles immer noch mal überdacht wird, ein Riff nicht einfach ein Riff ist, ein Song am Ende nicht so klingen kann wie am Anfang, wo immer für Wendungen gesorgt werden muss. Finde ich generell auch gut, denn nichts ist leichter als einfach drauf los zu schreddern, mein Respekt jenen, die mehr wollen. Aber zwischendrin trotzdem ab und an mal eine durchreichen dass die Birne scheppert, das wäre schön. Wer es brutal und technisch etwas gehobener mag, den wird´s so wie es ist trotzdem erfreuen. www.extinctionist.de/
7/10

No comments:

Post a Comment