Wednesday, April 27, 2011

HARM - Demonic Alliance - Cd / Battlegod Productions


Cooles Cover, polierte Kettensäge, muskelbepackter Teufelsmetaller und bedauernswertes Opfer. Eine gefühlte Containerladung Klischees trifft auf gekonnten Grafikstil. Ja und Mucke? Zackiger Thrash Metal, kein Novum, aber mit Herz und noch viel mehr Tempo. Gut so, bloß nicht den Fuß vom Pedal nehmen, Gas durchtreten, Kette auf dem Schwert rotieren lassen und viel Blut vergießen. Das mit der Nachhaltigkeit mag schwer werden, die Typen haben es schon irgendwie raus, wichsen nicht bloß auf ihren Instrumenten herum wie blinde Assistentsärzte in einer infizierten Bauchwunde, aber wenn die nicht in der Lage sind nachzulegen und immer ein halbes Hundeleben brauchen, um mal aus dem Knick zu kommen, dann sind die bei der nächsten Scheibe längst wieder vergessen. Und wie sinnvoll ist es denn, immer wieder von vorn anzufangen, dann kannste auch gleich im Sessel verrotten! Wenn der Leichensaft durch die Kutte sickert, sich Urin und Blutlachen auf dem Flokati verselbstständigen und die Schmeißfliegen sich untereinander nicht mehr erkennen weil Inzucht den Genpool verdorben hat, dann solltet ihr bereit sein in die Brühe einzutauchen, die HARM vor euch auskippen. Dazu müsst ihr weniger abgebrüht sein als es sich anhört, einzig der winzige Dämon des teutonischen Satansthrash muss euch inne wohnen und euern Tagesablauf in die Klauen nehmen. Ein bisschen Angst solltet ihr vielleicht auch haben, Angst davor, das vielleicht alles schon mal gehört zu haben, irgendwie wahrscheinlich ganz anders aber diese Déjà-vu Nummer kann schon Erpelpelle ins Nackenfell klatschen. Wer es trotzdem versuchen will, der orientiere sich an einer Band wie DESTRUCTION um ein ungefähres Bild von diesem norwegischen Haufen zu bekommen. Denn trotz der zu vermissenden Zielstrebigkeit der letzten Jahre könnte etwas lohnenswertes heranwachsen, HARM hinterlassen nämlich einen großspurigen bis arroganten Eindruck, der der Musik richtig Eier verpasst. Das ist wie mit dem Onkel aus Amerika, ewig ist der verschollen, hat nicht mal ne Briefmarke über wenn die Oma stirbt und dann steht der vor der Tür und erzählt wie er die Welt gerettet hat, der Spinner. Zu so einem Auftreten gehört schon Chuzpe! Na ja, Frechheit kommt weiter und der Band hier wäre das irgendwie schon zu wünschen, große Hoffnung lege ich da aber nicht hinein. Aber für den Moment hat die Musik den Charakter einer mit Spikes überzogene Keule die bei schwungvollem Aufprall sichtbare Spuren hinterlässt und ob sich auch dekorative Narben bilden, wird Mütterchen Zeit entscheiden. Das Album kommt als Digipack zusammen mit einer kurzen DVD, die genau genommen keiner braucht.

7/10

No comments:

Post a Comment