Tuesday, April 26, 2011

IPERYT - No State Of Grace - Cd / Witchinghour Prod.



Na hat sich da nicht einer verlaufen? Die ziemlich krude Stilmixtur fällt ja nicht einfach mal so aus den Wolken. IPERYT verbinden Industrial und Black Metal mit einigen Todesklängen und schaffen entweder etwas Innovatives oder völlig Bescheuertes. Stellt euch vor, MINISTRY würden im norwegischen Forst ihre Fähigkeiten im Holzeinschlag üben, quasi als Schwarzarbeiter. Äxte und Kettensägen aus dem Second - Hand Shop, geölt, geschliffen und unverzagt zugeschlagen! Dabei geht IPERYT sogar so weit, mit Absicht auf einen Schlagzeuger zu verzichten und einen Typen mit dem vielsagenden und schwachsinnigen Namen „Shocker“ auf die Bühne zu zerren, der das mit digitalen Hilfsmitteln und Samples ausgleichen soll. Und genau das scheint mir die Basis dieses an Stilbruch erkrankten Unternehmens zu sein. Es ist also nicht wirklich leicht die Orientierung in diesem Durcheinander zu behalten. Die Mucke ist so was wie ein unter Starkstrom stehender Flummi, den man noch nicht von der Kette gelassen hat, weil sich keiner traut. Das würde seine Umgebung in einen Wust aus Hektik und Chaos verwandeln und alles zerdeppern was seine unberechenbare Flugbahn kreuzt. Vielleicht ist die Musik auch vergleichbar mit dem Moment als der Blitz einschlägt und Dr. Frankenstein seine Hand an den Hebel legt. Aggressive Töne spuckt die Band dabei wie ein Hornissennest auf dem Kindergartenspielplatz, Tempo ist beinahe alles und genau genommen kann es auch nur so funktionieren. Die Songs werden fast immer mit Überschall losgetreten, das „Schlagzeug“ klingt bewusst nicht homogen, es bleibt also kaum Zeit das Geschehene zu begreifen, als würde jemand die Tropfen eines Wasserfalls zählen wollen, vollkommener Unsinn! Also, so was bekommt ihr nicht jeden Tag zu hören, was schon mal ein Pluspunkt ist, ob ihr das überhaupt wollt und wer das eigentlich braucht ist Ansichtssache. Satanisten und Kriegsfanatiker und sonstige nihilistische Kreuzumdreher mögen sich aus ihren Sesseln erheben, die Chipstüten und das warm gewordene Bier beiseite stellen und sich an coolen Gitarrenwänden, nervösen bis manchmal nervenden Industrialklängen und diversem vokalen Gebelfer erfreuen. Schlussendlich kann man zu dem Lärmprogrom stehen wie man will, kompromisslos ist es ohne Zweifel, entfernt sich von der ursprünglichen Idee des Metal genau so wie es sie belebt. Klingt paradox? … ganz und gar nicht. IPERYT sind das fehlende Atomkraftwerk, das direkt aus der Hölle gespeist wird, den einen wird es krank machen und den anderen zu Höchstleistungen antreiben. „No State Of Grace“ ist ein verdammt provokantes Blutbad, ganz im Sinne des Erfinders!
7/10

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